Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 1 (1872)
- Issue
- N° 7. (3.4.1872)
- Date
- 1872-04-03
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
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I & לי¬? ~ז •f•1 ׳ 27 R ■ A rM '1 B:׳ r1 setzung fiiifi־ jeden Gemeinschaft, die in Glicdtrn sich abstuieild ein Ganzes bildet. Und darum erhält cs seinen Platz als allgemein »lenschliche Borausietzung gesondert von den specisisch israelitiichcn Ossenharnngsgejetzcn. La ist auch die Schwierigkeit gehoben, daß die Schrift vl»1 der Uebercii sti»1m»»H Gottes mit diesem Gesetze nichts erwc hm. Die Ueberietziin^ des Verses 24 das. muß folgenderinaßen lauten: ״Wenn du dieses thuu wirst, und dir Gott Befehle ertheilen wird )gleichviel welche), so kannst du bestehe» . . .' Tu kannst den Bestand der Gesetze nur durch ein ' geordnetes Rechtsve»jsahre>1 zur Aussnhrung bringen. .,Und M oses börte . . . ‘1!!1b that ivic er (Iekhro) gesprochen." vir sch die Richtigkeit des Rathschlages bald ein. Es galt dieses gl ch dicht als göttliches Gesetz und als »nabänderlich, vielmeli: ist die Gcrichlsversassnng nach Bedürt'niß später geändert worden.! X. .I. Journal-Neuue.! i Lssrodiu Goldssücker. I Am »>. Mär; starb in London, '»0 Iame all, der deutsche j Freund und der Nachfolger Harare Hayuiau Wilsou's in der Be- I b rrschung der Sanskrit-^gissenschan, l>r. Thcödor Goldstücker, 1 dessen Ableben unter dxn tselelirien (Puiidits große allgemeine-Trauer erregen wird, wie sttiidicus chenso j unter seinen zahl-! sin׳ die uns neue >Ür die Poesie, hat reichen Verehren! in Guropa. «Gleich seincia Kreuuoe Wilson, war Goldstücker ein europäischer Golumbus Welt des indischen (steiltes. Was Juki Dieser für die aulschthoue Wissenschaft der chnder gell,an; was Jenem Kalidasa, der Dichter der,,Saknnrata", das hat diesem Panini, der hinduischc Archivar der Sanskrit - Literatur und Wissenschaft zu danken : ihre volle Würd'igmig und Anerkennung in der modernen Welt. 1 In Königsberg geboren, ein Schülers von Rosenkranz und Bohlen, hat Goldstücker daraus zu Seit Außen dxr bedcutendsien Lehrer des Sanskrit und der vergleichenden Sprachsorschung in Bonn (Schlegel und Lassen),!Berlin (Bopp und Grimm) und Paris (Burnouf) gesessen, und mit einer gründlichen philosophischen und philologischen Bildung ward ihm von seinen deutschen Lehrern ihre Liebe zur gerinanischen Mutter vererbt, ivelcher er auch, obwohl ,hin, dem geborenen Juden, trotz der beredten und auch im ״Kosmos." vielfach ausgesprochenen! Protection Alcr. v. Humboldt's, jede Anstellung an einer > heimischen U iivcrsitär versagt worden mar, bis an seine Ende I treu geblieben ist. Goldstücker war im Jahre 1866, ebenso wie I 1870—74, einer der tapfersten Kämpfer für deutsches Recht gegen : die Feinde Preußens und einer der begeis ertstcn Freunde des! neuen Deutschen Reiches in Gngland. Gr nar dorthin im Jahr j 1850 gegangen, wo er von seinem Freunde Wilson sofort in das! East-Tndia House eingesührt wurde, dessen reiche und mächtige! Directoren fortan die Mäeenc seiner wisscnschastlichen Thäligkeit! blieben. Gr übernahm das von Wilson begonnene Riesenwerk j eines Wörterbuchs der Sanskrit-Sprache, dsts vorläufig, ungeachtet seines oieljährigen, angestrengten, durch keinerlei Borarbeiten unterstützten Fleißes, und besonders da ihm der ältere F-reund, diese mächtige.wkssenschaftlichc Airtoiiität, balded'urch den Tod entrissen wurde, nur bis S. 480 und bis gegen den Schluß des Buchstabens U gedruckt vorliegt, während ein großer Theil dieser seiner Arbeit i» der§ Handschrift noch unvollendet ist. Gr wurde zum Professor der Sanskrit - Literatrr an der Londoner der ״Philogogischen eben seinen Sanskritprachwissenschaft und auch in ״Chamber’s Universität ernannt, an welcher, sowie in Gesellschaft", deren Präsident er ward, er n Vorlesungen Vorträge über vergleichende S Mythologie hielt, welche beiden Disciplinen er Lne^elopest^" in zahlrMhen Artikeln behandelt hat. Goldstücker galt zugleich als einer der größten Kenner des hinduischen Rechts, und sowohl die britisch-ostindische Regierung, als die gelehrten Eingeborenen Ostindiens selbst haben in allen wichtigen Fragen, bei denen eS sich um die Entscheidung streitiger Rechtspunfte handelte, sein Gutachten erdetest. Seine letzte große Arbeit ist die Herausgabe eines photolithographirtc» Abdruckes der ״Mahabhasthya", eines Gommentars zu Panini's grammatischen Sutra's, welche umfassende und sehr kostspielige Publication von der ostindischen Regierung aus das Liberalste unterstützt worden ist. — Die Dimes sagt 'in einem Nachrust, delrchie-muserem hingeschiedenen Landsmanne widmet: ״Zwei charakteristische Züge waren es, welche Goldstücker zurückhjelten, viel, ans seiner Feder drucken zu lassen, nämlich seine große Bescheidenheit und seine Gewisseuhasligkeir. Gr konnte es sich selbst nie recht machen. Je mehr Marerial er gesammelt hatte, desto größere Lücken entdeckte er, mid in dem nämlichen Grade, wie sein Wissen wuchs, schien es ihiitz nur inrmermehr die eigene Unkunde üarzuthun. Zuletzi wurden Gewohnheit und Liebe zur Arbeit so stark bei ihm/ daß er sich von seinem Webstuhl nicht mehr loszzeißen konnte. Einem zweite» Silas Marner gleich, wob er Tag und Nacht, kopirtc er Sanskrit - Terte, kostationirte er neue Manuskripte, machte er Auszüge, -stellte er Register zusammen, ohne auf-dir goldenen Guineen des möglichen Honorars, oder auf irgend etwas Anderes zu sehen, sondern aus reiner Liebe für das Anhäufen jenes großen Wissenschatzes, dessen Gesst jetzt geschieden t ist, dessen gesammeltes Material jedoch .in sta^nciierregendem ' Uebcrfluß u»s bleibt.*) ' ‘ (Mag. s. d. Lit. d. Äusl.) *) ('"c soll die Weisung himerlassen haben, daß sein literarischer Nachlaß bis;1,1» lebten Blatte verbrannt werde. Die Pall Mall Gazette spricht aber die^a-ümmg auS, daß Goldsliickers einziger Bcrwandter rfr. Wilhelw Jobiais n\ Berlin, erkennen werde, daß man dieses Gebot mehr ebren werde durch Ncbertretung als durch Ausführung. ' Der moabitische Inschriftssein — gefälscht.!1 Wir harten in Nr."5 bcr1־,Iit.’ Beil." über den neuest,im Moabireriande aufgefundenen Jvschriststcin berichtet, und gleich seine Acchtheit stark in Zweifel gezogen, nach neuesten Nachrichten ist seine llnächrhcit;meifcllos. Der ״Globus" schreibt hierüber: ״Wäre die Inschrift wirklich eine echte ,,,,moabitische"" gewesen, . so würde die - gelehrte Welt ^jubelt haben, um einen der größten archäologischen Schätze bereichert < gewesen sein. Eine Gopie deS Inschriflstrins, ist dem bekannten Orientalisten Deutsch in London vorgelcgt wurde, zeigte jedoch bald, daß hier leiste' in alten finaitischcn Leitern geschriebene Urkunde oorliege, aus welcherIMoseS in höchsteigener Person sigurirtc, sondern, daß es sich um eine verhälmißmäßig junge nabatäische Inschrift handelte,-etwa aus dem Jahre lt>5 post." In der ״A A. Z." beleuchtete vr. Socin aus Basel diesen ganzen Inschrifrcnschwindel. Gr schreibt: ״die Geschichte! der fraglichen Inschrift wirst ein so scharscs Licht ans das in!Palästina ausgcbrocheue Gründiingsfieber für Denksteine, daß eine aussührlichcre Mitthpilung nicht unwillkommen sein dürste. Als die Kunde von einer׳ neu gefundenen Inschrift nach Jerusalein gelangte, schickte ein dortiger Antiquitätenhändler einen Eingeborncn nach es-Salt (einem bedeistenden Dorfe des Ostjordanlandcs). Der Unterhändler ivandlc sich mit seinem Begehren a» den/dort rcsidircnden׳Kaima kam (Statthalter): er möge ihm zur Grkangung des Steins behülslich ^ein, aber die Sache Möchte doch geheim gehalten werden; das französische Gonsulat habe ihm Gnipsehlungsbricse'mitgegeben, aber dieselben seien ihm Hei der Uebcrfahrl über den Jordan ins Wasser gefallen. Der Kaimakam schöpfte mir Recht Verdacht; und wandte sich an Bechnam, den dortigen prötestanlischen Katechisten, einen ganz zuoerlässtgey Mann, *־ den Referent persönlich kennt. Kurz, Bechnam erhielt eine Soldatenescorte uui sich den Stein anzusehen: aber als er in die Gegend,, von Um-cr resas kam , wollte''der betreffende Beduine das Vorhaudensein der Inschrift läugne«; als dieß nichts hals, behauptete er. der Stein sei einige Stunde weit entfernt. Daraus wurde ein Beduine mit Papier ausgeschickl, um einen Abklatsch z«^ holen. Bechnam aber Merkte) daß dieser edle'Wüstensohn zuerst in der Weibcrabtheilung seines Zeltes verschwand, dann erst fortritt und nach einigen Stundest den Abklatsch brachte. Der Stern war da, aber nun ließ ihn der Kaimakam dem Beduinen einfach confiS- - ciren; der Pascha von NapluS jedoch legte seiner seits, als er davon hörte, Beschlag auf das Eigenthum seines Untergebenen, und, in Naplus soll sich der Stein noch heute befinden; nur berichte« Leute welche ihn dort gesehen haben: daß die darauf befindlichen