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Das jüdische Literaturblatt · 1872-04-03 · N° 7. (3.4.1872) · p. Seite 28

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 7. (3.4.1872)
Date
1872-04-03
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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ז*> י 28 Zeichen nicht mit dem von Bechnam gebrachten Abklatsch stimmten, so daß wahrscheinlich dem Pascha ein anderer Stein unterschoben norden ist; (doch hatte Levy, wie er mir kurz vor seinen^ -Lode schrieb, von Palmer Aussicht auf einen authentischen Ab" klatsch erhalten). Nun aber das ׳Interessanteste: bald darauf iriate der Händler Shapira in Jerusalem einen ähnlichen Stein, der ihm durch einen Beduinen auS Medba gebracht worden sein sollte; einm Abklatsch wollte er nicht nehmen lassen, da er über Kn Verkauf des Steins in Unterhandlung stehe, doch erhielt ich!ine Eosie; auf derselbm hat Shapira dm einzelnm nabatäischen Zeichm hebräische übergcschrieben; wmn wir uns diese Probe seine» kostbaren Gelehrsamkeit zusammensetzcn, erhaltm wir hebräisch die n dm ׳Blättern in Umlauf gesetzte Deutung des Sir Henry imnley^ wonach Moses!sich selber eine Dmksäulc gesetzt haben vürde. ׳Nach Lmy, dem größten Kmncr semitischer Epigraphik, nthaltm die ursprünglichen Zeichen nichts weiter als die ziemlich nnfache Aufschrift aus einem nabatäischm Grabstein. In Shapira's Topie sind einige Buchstabm anders geformt, verbunden oder geftmnt. Er hat wahrscheinlich von sinaitischen Eharakterm (nachchristlich) etwas läutm härm, und'.dieselben nun in Verbindung. ml Mose gebracht. “ . Noch viel verdächtiger aber ist ein׳ anderer Stein im Besitze xsselbm Mannes, und zwar sollen die Schriftzeichen mit drnm deS Meschasteines idmtisch sein; sein Inhalt aber soll Psalm 72 rin, mit dem Schluß: ״Höre Got^ die Stimme meines Gebetes." Der Beduine welcher ihn brachte, habe sich dumm gestellt und mch über dm Fundort nichts sagen wollm- Die Schrift soll zut erhalten sein, aber der Stein, wird mir berichtet, habe eine' Zeitlang in laugmartigem Schmutz gelegen^ bereits redet man 1!us dem sonst strenggläubige» Boden Jerusalems stark davon, daß «r gefälscht sei. -l ' '■ . .' Aus dem Dargelegten bleibt mir nun kein Zweifel mehr 1 «rüder, ״daß in Jerusalem ׳ eine Jnschriftensabrik im Aufblühm I «griffen ist, mag Shapira Helfershelfer haben oder nicht. Dir . Zweck meiner etwas weitläufigen Darstellung 'ist schließlich nur ׳ — dem Geschäft bald möglichst einm Riegel vorzustoßen. 'Ich! mne Shapira persönlich, und was feinm Charakter betrisst, trau« ich ihm solch« Fälschungen wohl zu; ist es doch bekannt, i «ß er nur deßhab vom Judmthum übergetretcn ist uni Agent J er Bibelgesellschaft zu werden, und anderesmehr. Aber eines > rächte ich zum Schluß noch betonen, nämlich wie unerquicklich I eidrr für den bescheidmen -Forscher das Suchen nach solchen Moj ummten in Syrien und Palästina geworden ist, wenn Beduinen < uf die Jnschriftmjagd gehen und man, ihnm das -Herbeischaffen ton Abklatschm anveriraut; wmn Pascha's sich aus Geldgier Geiraltthaten crlaubm und sich zu Haremswächtern für altscmitische S )entsteine auftverfm." Notizen. In Beziehung auf die Abhandlung über Namen-Rechtschreibung in der ״lit. Beilage" Nr. 5 schreibt uns Herr I. Werner, Religionslehrcr am Gymnasium zu Kremsier. ״Ich erlaube mir hiemit einen Beleg betreffs der Erklärung des Namens טיאה in-- orthographisch-etymolog. Weise anzusühren, indem in der Approbation-NV2I7N (eigentlich ״Prohibition wegen Nachdrucks)" des יורה דעה der Name» des Rabbiners zü Carlsruhe oorkommt ׳ידידיה המכונ' טיאה woraus ganz klar die Bedeutung und der Ursprung dieses Namens ersichtlich ist. Wenn die Amsterdamer die Schreibweise 1טייאה vorziehen, so könnte nur der verschiedene Dialcct die Veranlassung sein, indem bei Vielen Zere wie ei gelesen wird, daher statt Thea טיאה die Schreibung טייאה• Wist ׳bemerken hierzu Folgendes. Für die Etymologie des Namens טיאה scheint uns hierein richtiger Fingerzeig gegeben. Gleichlautende Männer- und Frauen-Namen gibt es mehrere, z. B. ׳ברבה ישמחה und ידידיה könnte vollends ganz wohl einm Frauennanren abgeben. Die Schreibweise betreffend scheint uns jedoch der von Herrn W. angeführte Namen gerade gegen die Ansicht des Herrn Br. Fränkel zu sprechen, denn der Männer- Name טיאה wird eben nicht Teis sondern Tie gesprochen. Da nun aber, selbst wenn die Ableitung unzweifelhaft ist, die Ausspräche den Ausschlag gibt, und man z. B. Veigelc, Vögele und Vogel verschiedenartig schreiben muß, obgleich di« Identität der Namen unzweifelhaft ist, so müßte auch Teste-- mit zwei Jod geschrieben werden, -weil man sonst Tie lesm würde. — Ueber allgemeine Gesichtspunkte bei diesen Fragen später. Der Rt^acteur des ״Hchrew- Leader'' in New-Aork macht uns darauf aufmerksam, daß der Vatersname des R. Aiarja Figo sich im, Siplhe Jeschmim verzeichnet finde. (5r hieß Ephraim. In den zu^ Wien erscheinenden ״Juristischen Blätter!!" vom 10. März theilt- G. Wolf ״einen mittelalterlichen Proceß'' mit. Gegenstand derselbe»! ist eine Blutbeschuldigung, welche im Jahre 1529 in Niedcrösterreich verhandelt wurde und mit Freisprechung der Judm eydigte. l Wir werden in einer der nächsten Nummern einen Auszug daraus bringen.) -Jul. Oppert hat genaue Forschyngen über Chronologie der Chaldäer nach einem armenischm Manuscripl angcstellt und im Ath^nee. orientale veröffentlicht. Die Zu-en in Ungarn. Einem Aufsatze ״Ethnographische Verhältnisse in Ungarn" (Ausland Nr. 10)׳ entnehmen wir folgende, .den Einfluß der Judm in diesem Lande schildernde Stelle: ״Bei einem solchm Mangel an Bildung (bei dkn Magyaren)! b!r sich auch in die höheren bürgerlichen Klassen der Gesellschaft I ei streckt, darf es Niemand Wunder nehmen, wenn bis vor ganz £ urzem die Industrie arg darniederlag. Ter Ungar hat bis zur C stunde wmig Sinn dafür gezeigt, weil er noch nicht genöthigt n ar," andere Erwerbsquellen zu suchm, als dm Ackerbau und die; Viehzucht. Seit der Judenemancipation beginnt indeß die ist ndustrie sich zu heben und cs werden dadurch unerschöpfliche k!uellm-des Reichthums dem Lande erschlossen; freilich sind dabei bi c Juden das Alpha und Omega) ihre Zahl, ihr festes Zus sommmhalrm, ihre Rührigkeit und Gewandheit, und mehr als j diffcs Alles, ihre Capitalmachr, geben ihnen in dem capitalarmen j Lunde einen Einfluß, der sich schonin ihreni sicheren selbstbe- - w ißtm Auftreten äußerlich zeigt. Sie sind fast die einzigen ׳ D äger des Verkehrs, und in den unwegsamen, armen und verj n« chlässiigten Theilen des Landes begründen sie geradezu Handel j m b Wandel; sie sind die Träger der Intelligenz und der Mittel- I pinkt des socialen Lebms." Anzeige neuer Aücher. Samseti Nath. 2 כנף רננים. Theil (hebr.). Deutscher Titel: Epische Klänge, Lemberg 187-2. HLÜbinger, Dr. Mos. Leitfaden bei dem Unterrichte in der isr. Religion. 7. verb. Auflage, herausgegeben von L-. R. vr. Adler. Cassel' 1872. CaDzionere Sacrö di G i u d a L e v i t a tradotto dall’TSbraico et illustrato da Salvatore De Benedetti. Pi9a 1871. (Besprochen im Educ. Isr., welches stch sehr anerkennend über - die plebersetzüng austäßt. ״Der Autor" (heißt cs,) wir sagen nicht der llebersetzer, denn er Hai sozusagen die Werke des Levila noch einmal geschaffen und erneut :c.") Iloclor Jacob Kerz. Zur Erinnerung für seine Freunlke. Erlangen 1871. > (Enthält dit Lebensbeschreibung und die 5 Reden am Sargedes Verstorbenen, gehalten von den Herren Oberrabbiner^ IkrDL«u0i aus Fünh, Prosessor I)r. Zenker, Vorsteher Weinmann, Professor Dr. v. ^osmannn und Districts-Rabbiner Coh!/ in Baiersdorf. Der Reinertrag ist Mn Besten der ״HerzstiftUiig" bestimmt.) Wenjek. K. A. Religion und Staatsidee in der Vorchristlichen Zeit und die Frage von der Unfehlbarkeit der biblischen Bücher in der christlichen Zeit. (Aus Menzels Nachlaß herausgegeben^ von Heinrich Wuttkx.) — Leipzig 1872. . Druck und Verlag der Hof-Buchdruckerei von Carl Friese in Magdeburg.

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