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Das jüdische Literaturblatt · 1872-03-06 · N° 5. (6.3.1872) · p. Seite 19

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 5. (6.3.1872)
Date
1872-03-06
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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!halben Schekel eine M« hnung an Israel zuEnheit sei, wird «cht ansprechend verwjrthet (Nr- 20).' Dabei werden die Verse) Esther 3, 8 uns» 4, 16 dahin erfl&rj, daß Haman in Lrsterem den Juden best Vorwurf der Zerrissenheit, der Zwie- Tracht und Uneinigkeit macht; wohingegen Ester Mordechai als «rste Bedingung der Rettung Israels die Mahnung zuruft: ״Geh', sammle alle Juden", daß sie Eines werden und einig bleiben. Eine anders oft gebrauchte Schrifterklärung Figo's ist die des Verses Denlter. 29, 28., in welchen derselbe die Ansich der Hagadah ausgesprochen findet, daß die heilige Schrift darum den Lohn der!Gebote außer bei zweien, (dem scheinbar leichtesten und dem «sichtigsten, bei Wegsendung der im Neste mit Jungen oder britenb gefundenen Dogelmutter, und bei -er Elternverchrung) nicht mittheile, damit wir ohne Abwägung alle Gebote mit.denselben Eifer zu erfüllen streben sollen. Denn der bei jenen Geboten ganz gleiche Lohn beweise, daß es in dieser Beziehung keinen Unterschied zwischen denselben giebt. Mose spricht also zu Israel: Ich warne Euch, den Bund der Lehre ^unds ihre Gebote treu zu wahren und mache Euch bekannt mit den Strafen, die Euch treffen würden, so ihr davon abweichet. Wenn ihr aber sehes, d«ß Lohn und Sttafe verborgen gel lieben außer bei hwei Geboten, so wisset ״das Verborgene, dqs Gott allein kennt und die offenbarten, erstens לנו was uns Allen obliegt ()PN של1ח) zweitens ולבנינו was unfern Kindern als solchen obliegt (Eltern- Verehrung), hat den Zweck, daß wir ausübcn alle Worte dieser Lehre." (Nr. 12. Thl. 1. S. 42 k.) Auch manche Erklärung, die durch grammatisches Gefühl*) so. wie geistreiche Wendung sich auszeichnet, ist zu vermerken. In der 26. Predigt, welche von den Leiden Israels in der Zerstreuung handelt, hsißt es beispielsweise: ״das dritte ist die Berachttmg und die Schmach, welche unsere Feinde uns anthun, unsere Würde! in den Staub zu ziehest und unsere Ehre zu erniedrigen, ja, unser Ansehen ist in den Augen unserer Haffer so sehr gesunken, daß der heil. Sänger sagt: ״Du machst uns zum Gegenstand des Streites für unsere Nachbarn und unsere Feinde spotten ihrer" (Ps. 80, 7); Hierbei ist schwierig, daß es ״shrer" לבו heißt. Destn dieses bezeichnet die 3. Person in dei Mehrzahl, während doch Israel in diesen Psalmenworten von sich, selbst spricht und es deshalb יל נו hätte heißen müssen: ,;und hie Feinde spotten unser." Allein es dürfte wohl Folgendes zur Erklärung isienen. Es ist der Gang der Welt, daß gewöhnlich nur Personen gleichen, oder nicht gar zu verschiedenen Ranges mit einander streiten. Wenn dagegen ein hochsteihender, angesehener Mann mit einem verachteten und nichtstwürdigen hadert und Streitworte wechselt, so wird ihm dies immer zur Schande gereilchen.! Darum sagt der h. Sänger: So sehr verachtet sind wir in den Augen unserer Feinde, dich wenn nach dem Wollen Gottes unsere Nachbarn Streit piit uns beginnen, um unsere Leiden, zu vergrößer», jene ihrtr spotten, sprechend: Wse könnt Ihr Euch so tief erniedrigen! mit dem verachteten Jub:m>olke Euch in einen Streit einzichassen?" (Thl. 1. S. 73!, b.) — __ (Forts. folgt.) *) ES darf jedoch nicht verschwiegen werden,! daß zuweilen um eine Schriftdeutung zu rechtfertigen, gegen grammatische!Regeln gesündigt wird. So scheint Figo nicht gewußt zn haben, daß E*1t2 stets (einzige Aus- »ahme Spr. 8, 25.) das Futur, regiert. Siehe Thl. 1. S. 7, . Journal-Revue. j Ueber die Localität' des Ophir ׳אופיר woher ÄJtrfj: Salomo vor beinahe 3000 Jahren ungeheure Mafien von Gold, Elfenbein, Edelsteinen -c. auf phönicischen Schiffen holen Iie£ um feine staunenswerthen Prachtbauten in Jerusalem auSzuführrn, haben bekanntlich die ausgezeichnetsten Forscher viele Jahrhunderte lang ihren Scharfsinn ausgeboten, ohne bis jetzt zu eine»' befdebigcnben oder übereinstimmenden Resultate gelangt zu;sein: Die Einen suchten es in Ostafrika oder Südarabien, ^die Andern in Indien oder Sumatra, noch Andere sogmi in Westindien und Peru; nur soviel blieb einstweilen sicher, dost( et sehr reiche Minen waren, ans denen das Goltz hrrrührte. Stuft hatte man aus!den fernsten vorgeschobenen Posten europäisch«! Anfiedelungen, im Eaplande, seit einer Reihe von Jahren vielfacht Gerüchte erhalttii von ausgedehnten Ruinen mit Tempel«, Ob« liskcn, Pyramiden 1c im fernen Innern Südafrika's. Der durch seine bisherigen Forschungen und Arbeiten höchst verdienstvolle deutsche Reisende Earl Manch hat demzufolge sein längst beschlofienet Vorhaben, eine Reise bis zu tziesen uralten Bauten zu qntrrnehmen, im vergangenen Herbst ausgeführt. Briefe und Karte» von diesem unermüdlichen und ausgezeichneten Reisenden, die detsckße. am 13. September 1871 aus Zimbabye (etwa 40 deutsche Meil» westlich vom Hafenplatz Süfola, woselbst die Portugiesen 1» 18. Jahrhundert noch" reiche Goldgruben vorfandcn sowie Bautet^ die nach der einheimischen Sage der Königin von Saba ihren Ursprung verdanken »sollen) an Herrn Di־. Petermann in Gotha gesandt, bestätigen nunmehr, daß sich daselbst ausgedehnte Bauten und. Ruinen von sehr hohem Alter oorfinden. In der Nähe mm Zimbaöye fand M. auch Alluvialgold, welches er selbst zu waschen und zu sammeln hofft. Die eingeschickten Zeichnungen von tjar* zierungen an den Ruinen lasten kaumvnoch einen Zweifel darüber auskomnien, daß sie weder von Portugiesen noch von Araber», sondern nur von Phöniziern, von "den Leuten der Salomonischen, Ophirfahrten, herrühren können.—Dagegen macht Herr Professor Kiepert in der National - Zeitung (vom 8: (Februar er.) darauf aufmerksam, daß bffe von Earl Manch in Südafrika׳.««te deckten Ruinen unmöglich die des biblischen O P.h-iz: sei» können, indem der lehtgedachte Name längst von Lasseif-alS die indisch« Benennung des Indus-Landes ״Abhira" nachtzcwicsen worb» und die im altxn.Testamente angeführten Namen aller von Salomo'S Sendschiffen hcimgebrachten Producte Ophirs (Elfenbein/ Pfauen, Affen, Spezereien) kaum veränderte Sanscrit-Wört« sei». Der gelehrte Aegyptologe Johannes Dümichen weist zwar in seinem großen Werke über die altägypttsche Flotte und Schifffahrtskunde nach, daß die Namen der von König Salomo'S Erpedition heimgebrachtcn producten Ophir's auch auf hicroglyphifch» Denkmälern Vorkommen, was ebenso gm auf phönizischen״ als auf indischen Ursprung zurückgeführt werden könnte; allein es ist K. doch nicht wahrscheindch, daßdie Phönicier im südafi Binnenlande Städte und Tempel erbauten, auch habe das,! von dm alten Kunstbautender Phönicier bekannt sei, leinen sosä Charkt« --- es sei mindsiens Holzbau mit Metallbekleidu das erwartet werdm tönnL es hätten sich Ruinen von phöu Bauwerken bis auf den wütigen Tag noch erhalten. (Die Untersuchungen Mauch's werden hoffentlich mehr!! in diese, wie der Leser sieht! keineswegs abgeschlossene, archäoli Frage bringen.) ־ j Ueber den neuerding im Moabiter.lande aufgcfundeneir Inschriftstein, der, wenn sic feine Lechtheit besichtigen sollte, aus Mose's Zeiten Herrühen würde, schreibt der bekannte echgl. Alterthumsforscher Henry!umley aus Jerusalem wie folgt: ״Et ist mir gestattet worden, i n. zu untersuchen, und ich muß sagen, er trägt alle Zeichen des llterthums und der Wakrhcht an sich. Er mißt auf der Oberfläe 36 Zoll, bei einer Breite von 18 Zoll, ist von hartem, dich n Granit und enthält /sechs Zeile«! gt* schrieben« Charaktere, wel je in der Form mit den stnaitischeq (!) Lettern fast identisch sind. Noch ist kein wertßoollerrS Denkmal über in der Bibel mitg heilte Thatsachen aükgefunden worden» indem es in einem mit tz, Ereigniffm, über diteberichftsd isizff( gleichzeitigm Momente ge» lcht ist; ja, es dürste vo» n-chhaltig»»

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