Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 1 (1872)
- Issue
- N° 5. (6.3.1872)
- Date
- 1872-03-06
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
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hebr. Buchstaben wi^ergiebt. Ist eS über da» griech. Thea, daun darf nicht mehr als ein Jod stehen, da zweiZod's nur ei gelesen werbest. Dahingegen wür^e selbst wenn Teia aus gesprochen werden sollte, eia Zod genügen, weil dies beide Daeal«, sowohl i als ei bezeichnen kann. Denn es giebt viele Namen, die nur mit einem Zod geschrieben und dennoch ei gelesen werden, als: Heilmann, Leiser הילמן ליזר rc. So schreibt Jacob Weil 1"1 קיץNV רעום״ שות Rhein" mi einem Zod, und jo wirb im Eben Ha-Eser erklärt מרים דמתקררא חנובא מירא מקרא• בצ׳יר׳י תחת המ׳ם ferner daselbst: פערלק בעי־־ץ אלא בני הספח* * שקורץ הפיא בציירי כותבץ ילוד אחר־הפי» Demnach kann der Name, gleichviel ob man Theta oder Thea ausspricht, mit einem Zod geschrieben werden. Allein ich würde in unsrer Zeit, in welcher keine Person bei chrrm jüd. Nansen sich nennt oder schreibt, keine auch nur dessen Aussprache genau kennt, es vorziehen, Thea mit einem Zod zu schreiben, weil dies Wort'nichts anders als das griech. -pF sein kann,! und wir nach der oben angegebenen zweiten Regel in solchem Falle än die Sprache uns halten müsien, von welcher es hergeleitet wird. Aus demselben Grunde will Zaffe im Lebusch, daß Dubka mit ב und nicht mit. פ geschrieben wcrd^weil dies der russischen Sprache entnommen«; Wort mit 2 ,^Geliebte", dahingegen mit ״ פRaub" bezeichne. Sol^mm an's Ende des Wortes gar keine littera quiescens oder soll Mörder ה gesetzt-werden? Ohne ein zweites א oder ein N würdeman bas Wort טייא Tei 'aussprechen'; denn das «ine א am EiHe wäre dann die littera quissoevs, wie bei *אד Adda, ליבושא Lebuscha, מוסא Mona. Merkwürdiger Weise sinket sich ein solches Beispiel im ב'ה א'ד. קנ׳ד-' wo das Echpna eines Get von. Amsterdam ausgestellt wird, und »»es heißt:׳דיתבא בל בי<« ימא רמתקריא טי7א welches Teir für hrt D flies: Ei) oder abgekürzt 'tD (Lei) steht. Also j .sonder Hinzufügung einer andere littepa quiescenz würde nan j Tei lesen, welche Benennung sicherlich Niemand billigt — Zwei יא von denen bas zweite quiescirt, werden in den semitisch« Sprachest nicht an's Ende eines׳ Wortes gesetzt, also מיאא tarn auch nicht geschrieben werden, -und es bleibt nichts andere» übrig; als — פיאה anzunehmen. Hierzu kommt, daß «mstre Decisorest darin übereinstimmen, mß ה anstatt א an's End« des Wortes gesetzt, den Get nicht ungütig mache מהר״יבלי אם נכתב א* במקום מ* או להיפך כשר .מאחר שהוא נח ואץ ניע במבטא •עק רמ״א איה קיכנו ל.*ד Endlich kann als Beweis für die Schreibweise טיאה ds Bers טעמה כי טוב סחרה לא ייבבה בלילה נרה beigebrcht werden, der mit ט beginnt und mit ה schließt, und der in,dem beregten Falle al- Namenver» angegeben wurde.*) ' 1 ‘ Dr. Zcob Frankel,**) Oberrabb.hr Provinz Ober-Dffel. •) Ei find mir! ab« mehrere Beispiele »ekannt, daß Frauen, deren Namen gewiß ans ׳ א endet, doch «inen םךק| auf ה haben; wenn man auf א keinen fistdet. ׳Sek. ף; . ' *•) Bor kurzer "Zejt starb in -Amstee im eine junge Wöchnerin, Dosrothea Wilhelmine Fischel, geb. icobr, die diesen jüdischen Namen hatte, jedoch nie mit demselben gcr mt wird. Ich habe sie seit ihrer frühesten Jugend genau gekannt, 1 be sie häufig in meinem Hanse gesehen und lieblich finge» und spiel« gehört» Hab« sie unter noch anderen Lindern in Religion unterrichtet ui in dieselbe ausgenommen, Hai« sie getraut und ihr di« Traured« gehal 1, aber ich habe leider auch di« Leichenrede vor ihren irdischen Uebrrrefi ׳ gesprochen, und die Aufschrist auf dem keichenßein «»gefertigt. Bei es« Aufschrift entstand die Frag« üb» die!Orthographie des Namens, h hatte »ach den oben «- wähntr» Gdßntstr טיאה geschrieben und ha auch diese Schreibart für N. Lkarja Figo mü seine prÄigtsamminng! 8״ioa Is-Ittim." lFortsehung.) Obgleich 'die Einheit des Hauptgedankens und der logische Zusammenhang der Unteräbtheilungen streng durchgeführt ist, so wird doch die Ueberiichtlichkeit des Ganzen beeinträchtigt durch die häufige Einschaltung von Schrift- und Midrascherklärungen, welche hier, wie in allen Deraschoth, Selbstzweck find. — ES wird keine Ansicht,, keine Ermahnung des Pixdigers vorgetragen, ohne daß alsbald zum Beleg der Schristgemäßheit derselben ein Bibelvers oder eine Midraschstelle angeführt und gewöhnlich auch, gleichviel ob besten bedürftig oder nicht, erklärt wird. — Gleichwohl ist der Gedanke,' der durch die Erklärungen und Auslegungen, wie ein rother Fad« sich hinburchzichet und dieselben zu einem Ganzen verbindet, unverkennbar, und R. Asarja offenbart eine anerkennenswerthe Geschicklichkeit in den Uebergängen, der eigentlichen Kunst der Derascha. — Nachdem er mit einem allgemeinen oder mit dem Thema direct zusammenhängenden Gedanken begonnen, führt er alsbald «inen Schriftvers oder eine Midraschstelle an, die diesen Gedanken entweder wirklich aussprichr, oder nach der Deutung und Auslegung des Darschan aussprechen soll. Da diese Auslegung nicht blos den Gedanken des Predigers bekräftigen oder ergänzen soll, sondern, wie bereits erwähnt, Selbstzweck ist, so-werden zuerst alle, entweder wirklich daS das Derständniß der Stelle erschwerenden, oder von dem Darschan als erschwerend herausgefundenen Momente aufgezählt und dann deren Lösung versucht, wobei gewöhnlich zugleich eine neue Seite des Thema's aufgedeckt wird- Das sind die 'Einschnitte, die Rnhepnnkte, gleichsam die verschiedenen Theilei' der Predigt. —Darauf wird die neue Seite des Thema'S entwickelt^ miß Schrift- und Midraschstellen illustrirt, bis zuletzt die aus^ allem Gesagten sich ergebende Erklärung des hagadischen Tertesxiuusgesührt, aus den Schristtext, als die׳ Quintessenz des Ganzen enthaltend, hingewiesen und mit einem kurzen, gewöhnlich nur wenige Worte enthaltenden, auf die Erlösung, Versöhnung, sittliche Besserungje nach dem Znhalte der Predigt, sich beziehenden Gebete geschloffen wird. — Diese, den Meisten Deraschoth -eigene Form zeichnet sich bei Figo durch strenge Logik und durchsichtige Klarheit aus. Die Uebergänge sind meist ungezwungen, das Thema wird .streng festgehalten und ohne, die Lectüre von Deraschoth so ermüdend machende Abschweifungen, erschöpfend durchgeführt. — Was nun seine Schrifterklärung anbelangt, so muß man anerkennen, daß Vieles aus dem Bina auch für die moderne Predigt verwendbar und auch schon mit Glück benutzt worde^ ist.*) — Der Gedanke z. B., daß das Gesetz vom die richtige; allein ich änderte die Aufschrift, als man von Amsterdam aus טייא vorstellte. Möge nun das Gutachten, das seine Entstehung ihrem Namen o«- dankt, ein Denkmal;מצבך ihr «erden, das läng« Bestand hält und ihr Andenken best« bewahrt als ein Grabstein, der an Wind und Wett« preisgegeben mit der Länge der Zeit nur noch unleserliche Zeichen zeig« und endlich selbst zerfällt, sich austöst und vergeht. Dies ist d« einzige Grund d« Veröffentlichung dieses Gutachtens. Möge er sich verwirklichen und znr Wahrheit werden! g-g תנ״צב״ה• (Wir werden nächstens diesem Gutachten noch einige Bemerkungen hinzufügen. Red.) *) So ist, beispielsweise, ein Gedanken Figo'S, mit Anlehnung a» Ptov«b. 4, 11—13 (Nr. 17. Thl. 9. S. 55), in ein« - vor wenige» Jahren erschienenen Predigtsammlung eines hervorragenden Predig«» zu ein»;schönen Schemim-Azereth-Predigt mit demselben Terte verwerthct.