Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Literaturblatt · 1872-03-06 · N° 5. (6.3.1872) · p. Seite 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 5. (6.3.1872)
Date
1872-03-06
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/5367336-6488222-8751390--0135-4853756
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

« Mereffe fein, all de^Moabiterstein, denn tß enthält den Namen d £ Mose«, der die Inschrift selbst angeordnet, gefthen und geh lügt haben,dürste, «ls ein Erinnerungszeichen an die Eroberung i loabfi dmch Israel unter ihrem großen Führer, und überdies i \ der Stenr, soweit es sich um die Inschrift handelt , in volll!armen gutem Zustande. Er wurde bjirch Beduinen-Scheiks aus i n Ruinen (oder dem Damm) der Stadt Medebäh gebracht, reiche 7 (englische)! Meilen südlich von Hesbon, 15 Meilen r Erblich von Dibon und ungefähr 45 Meilen gerade östlich von her liegt. Die Schriftzeichen, welche sehr deutlich und beinahe »illkommen eichalten sind, lauten übersetzt wie folgt: ״Wir vert:ieben sie — das Volk von Ar-Mo ab im Marschlinde; da brachtest sie ein Dankopfer Gott, ihrem König r nd Zeschurun frohlockte, wie auch Moses ihr Führer." 5 sie UeberernstimimrNg mit den diesbezüglichen Berichten im Pent iteuch und' im Buche Josua ist kaum zu -verkmen. Die auf d an Steine erwähnte Stadt Ar-Moab liegt in dem Delta, welches d irch die beiden Flüsse gebildet wird, die hier in den Arnon f ießen. Das ״Ar-Moab im Marfchlande" des Steines scheint s!entisch zu sein mit her ״Stadt, welche mitten im Flusse", welche i s Buche Josua erwähnt wird. **) Ich habe von den Schriftzügen e *e Copie gemacht, und bringe sie mit nach England, zugleich r 3 den, Copien der Erklärungen'von Leuten hier, welche die Ges sichte des Steines kennen. •1 ׳׳ ף cft. Numeri 21, 28—30. •*) efr. Sof. 1.\ 16, woselbst aber oon AroSr, nicht von׳ Ar-Moab »te Rede P. Red. I Literalurberichl. Ar««tet, Direktor vr. Z. . Zu dem Targum der l Propheten.׳ Programm des Seminars zu Breslau. 1872. - 8 Setten. , . . Der uns vorliegenden Schrift, die unter den bisher ver- Klichten Programm-Arbeitm des jüd. theöl. Seminars einen rragenden Platz einnünmt, mich in. erster RKHe das unb«- reitbare Verdienst vindieirt werden, imß sie das Targum Jona- Han zu den Propheten, das man biS jetzt in Bausch und I logen abzufertigen gewohnt wirr, zum Gegenstände einer 1 Monographie gemacht hock. Ihr wissenschaftlicher Werth reicht jedoch! der die Eigeuthümlichkeit ihres Objeetes tdfit hinaus. Wie alle! Schriften Frankels so charakterefirt auch diese, Arbeit des Altmeistes me klassische Kurzes mit welcher er offene Fragen löst, ungeahnte Schwierigkeiten andeutet und durch aphoristisch bingeworfene Be- «rkungen Gesichtspunkte erschließt die zu neuem.Forschen einladen md anregen. Nicht blendende Hypothesen und geistreiche Conjecturen iud es, die unfern Geist während der Lectüre gefangen halten, andern ein Forschergeist offenbart sich urs hier, der in die Tiefe ringt,-ein Geist weht uns auS Hefen Blättern entgegen, dem es inzig und allein um Wahrheit und um die gus ihr resultirenden besetze zu chun ist. In dem ersten Theile die Forschungen Rapo- «rts, Luzzato's und Zunz's-die Autorschaft, Abfüffungszeit, stedactionsweise und daS Verhaltniß z» den anderen Targumim bezüglich — zum Th eil sicherstellend zum Theil ergänzend, geht Kt Verfasser n» zweiten Theile seiner Arbeit auf die Uebersetzungsweise des Jonathan im Allgemeinen jn unb hebt in markirten Zügen die Berührungs- und Differenzpunkte hervor, die Jonathan-, Joseph sowohl als Uebersetzer als auch als Paraphrast mit OnkeloS^aufzeigt. Was uns hier in besonders hohem Grade anzieht, find die abstrahirten Regeln, welche der Verfasser durch ein klares und tiefes Denken dem chaottsch untereinander geworfenen Stoffe zu entlocken »erstanden, jene Grundsätze, die als Ausfluß eines besonders scharfen Distinktionsvermögens, jedem der dieses Gebiet des Forschens »on nun an betritt als eben soviele Leitsterne entgegenleuchten werden. Diese jüngste Arbeit Frankels, die sich übrigens in bescheidener Weise als Einleitung zu einer größeren ankündigt, wird gewiß Jedermann, hdsonders aber seinen zahlreichen Jüngern, Freunden und Verehrern, die ihm jüngst ihre Huldigung etttgegengebracht, als cm!willkommenes Festgeschenk Seiten des Jubilars erscheinen' mti sicherlich werden sie alle diese Schrift gleich unS mit dem innigsten Wunsche, noch viele STET neue .Programm-Arbeiten deS gefeierten Mannes lesen zu können, aus der Hand legen. a. Mir stimmen dem Obengesagten vollständig bei, halten eS jedoch für angezeigt, einige Andeutungen über den Inhalt der׳ Schrift zu geben, natürlich nicht in der Absicht, die Lectüre derfetten entbehrlich zu machen. Nachdem in wenigen Zeilen sehr" Treffendes über! den Unterschied zwischen den Targumim zum Pentateuch und zu den Propheten gesagt ist, wird S. 4—9 über Onkelos gesprochen. Zn dem Resultate, dem negativen (Onkelos ist weder Akilas-Aquila, noch die den Namen des Elfteren ttagende Version so alt, wis die hergebrachte Ansicht lautet), wie dem positiven (das Targum Onkelos ist. eine Schlußredaction nach vorhand.enen -älteren chald. Versionen) stimmt Frankel mit Geiger (Zeitschr. 1871.) soweit überein, daß diese Resultate als festgestellt angesehen werden können. Nach Elfterem ist Onkelos jedoch etwas ftüher abgeschlossen׳, wie G. annimmt, und zwar deshalb, weil F. das Targum Jonathan zu den Propheten dem R. Josef, welcher zu Anfang des 4. Jahrhunderts lebte, zuschreibt; diesem hat aber Onkelos vorgelesen. Geiger dagegen setzt Onkelos in das 4. Jahrh. Bei jener Uebereinstimmung in den Endresultaten ist jedoch die Verschiedenheit in der AuffasiungS- >znd Behandlungsweise wirklich intereffant; die tiefgehende Differenz zwischen den beiden ihrem theologischen Charakter und ihrer ganzen Jnbividualität nach so verschiedenen Gelehrten tritt auch in dieser an sich so tendenzlosen Untersuchung frappanr ins Licht. Der Haupttheil dcs Programms ist dem T. Jon. zu den Propheten gewidmet. Wie schon angedeutet, wird es dem bekannten R. Josef zugeschriehen; der Titel Targ. Jon. sei wohl irrthümliche Auflösung der Abriviatur ׳ת״י Targum Josefs; wie bekanntlich auch der pentateuchische ״Jonathan" von vielen auf die falsche Lösung der Abbreviatur ת' ירושלמי zurückgeführt wird, die Untersuchung geht dann auf die Ilel>ersetzung, die Para-, phrase und die Eregese des 7azz. Jonath. ein, wobei ebensowohl die kleinen grammatikalischen Abweichungen, wie die realen z. B. die geographischen Erklärungen und die wichtigen Umschreibungen rc.!c. in Betracht gezogen werden. Dies läßt begreiflicherweise keine auszügliche Inhaltsangabe zu. Red. —-- Notizen. Herr £׳. M. Rothschild in London hat die dem verft. Banguier Avigdor in Nizza gehörige Bibliothek, bestehend aus hebr. und engl. Werken angekauft und sie der All. Jsr. zum Geschenk gemacht. (Jew. Ehr.) Ein jüdischer Gelehrter, Namens Darmestetter, ist mit einer Arbeit über die in rabbinischen Schriften des Mittelalters vorkommenden alt-französischen Wörter beschäftigt und hat in Auftrag und auf Kosten der Regierung eine Reise nach England gemacht, um in Oxford 2c. die Raschi-Manuscripte zu vergleichen. Sein Bericht ist in dem Archiv es des missions scientifiques erschienen. (Iw. Jsr.) In der Revue des OsuL-Llöndes hat Jules Soury einen Aufsatz über die semitische Mythologie veröffentlicht. Es sind die oft genug in verschiedener Weise vorgetragenen ״gelehrten" Phantasien über den ״Götzendienst" unsrer Vorfahren. Soury läßt sie Feueranbeter sein. — Andere haben sie, d. h. auch noch Moses und Spätere, Stein, Bäume, Schlangen anbeten lassen. Dabei erläutert jedoch,Soury, daß der Gottesname und der Gottesbegriff -der Bibel nicht aus Egypten stammen könne, dagegen meint er, dieser Cultus habe nur der ״Aristokratie" der terachitischen Stämme angehört. Das sagen wir freilich auch ״nur mit ein wenig andern Worten." Als besonderes Curiosum theilen wir noch mit, daß Mr. Soury in ר,ירו ש הלבנה einen Ueberrest des alt-terachitischen Feuereultus findet. Es geht doch nichts über Gelehrsamkeit! Druck »d Verlag der Hos-Buchdruckrrei oon Earl Friese in Magdeburg.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.