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Das jüdische Literaturblatt · 1872-02-21 · N° 4. (21.2.1872) · p. Seite 15

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 4. (21.2.1872)
Date
1872-02-21
Page
Seite 15 (sequence 3)
Language
German
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•' 'Y-- ך' - י j! ׳ ״ ן : Journal-Revue. JHe A«de» 1» Amerika. Einem Artikel des ״deutschamerikau. Convers.-Pjericon, welchen ״Jew. Äm" abdruckt, entnehmen wir folgenve Sätze: ״Dir Einwanperung der Zuden in Amerika wurde zuerst durch die Engländer und Holländer veranlaßt, so 1625—54 in Brasilien und 1639—64 in Cayenne. Im Zahrr 1664 siedelten sie sich in Surinam, im Zahre 1650 in Zamaica an. Ln den holländischen Colonien genossen sie große Freiheit; in Zamaica wurden sie erst 1831, in Canada 1832 emancipirt. Um die Mitte des 17. Zahrh. ließen sich Zuden vom holländischen Westindien, von Guiana und von!Holland selllst in Newpprt (Rhode Island), New-Aork, Charleston und Savannah nieder. Im Jahre 1660 gab die Provinz New Amsterdam der jüdischen Gemeinde einen Charter, durch! welchen sie autorisirt wurde eiuen Begräbnißplatz anzulegen. In den Ber. Staaten von Nordamerika waren sie bereits 1778 den christlichen Confessionen gleichgestellt. Ader obwohl sie auf diese Weise in den Ver. Staaten günsttger gestellt waren als in den meisten Ländern Curopa's, blieb ihre Zahl gering, bis um 1840 die Einwanderung in größerem Maßstabe begann und namentlich in den großen Städten, sine Ncw-Aork und Philadelphia, ihre Zahl sich rasch vermehrte. So hat sich von 1840—1871 die Zahl der Synagogen in New-Aork von 3 auf über 30! und die jüdische Bevölkerung von etwa 5000 auf 70—90,000 vermehrt. Alle größeren Städte der Union haben jetzt eirse bedeutende jüdische Bevölkerung; weniger zahlreich sind sie im Verhältniß zur Gesymmtbevölkerung in den kleineren und aisf dem Lande. Nach dem ״Anoual Report •of the (Kommissionär ofEducation for the yaar 1870“ gab es in Philadelphia t Synagogen, 11 Logen des Ordens der ,,B'nai Berith" mit! 1025 Mitgliedern und einem Vermögen von # 38,350; 7 Sogen der ״Freien Söhne Zsrael's" mit 800 Mitgliedern und! einem Vermögen von jf 10,000, 3, jüdische Schulen -mit 454 Zöglingen; in Bostons jüdische Schulen mit ungefähr 300 Zöglingen; in Baltimgve 1 jüdische Schule; in Chicago sechs jüdische Gemeinden, von dienen jede eine Sabbathschule gehabt hat,! 5 Logen des Ordens der ״B'nai Berith", 7 andere Wohlthätiakeitsvereine und eine jüdische Bevölkerung von etwa 10,000 Sechen; in Quincy 2 Gemeinden; in Springfield (Zlliyois) 1 Gemeinde;. in Peoria 1 Gemeinde; in Cincinnati 3 Gemeinden mit 3 Schulen für Religionsunterricht. Der zahlreichste unter den jüdischen Wohlthätigkeitsyercinen ist der Orden der ״B'nai feerith.“ — Wie iji Europa, so liegt auch in den Ver. Staaten ein bedeutender Theil des Handels in jüdischen Händen! Auch unter den Aeszten und Advokaten finden sich verhältnißmäßig viele Zuden;j dagegen, haben sie sich auf politischem Gebiet weniger Geltung ׳verschafft, als jn mehreren Ländern Guropa's. Zu denjenitzen, die höhere politische Armier bekleidet haben, gehören Juda Benjamin, Senator der Ver. Staaten für Louisiana und später. Kriegssccretär der Conföderirten Staaten: David L. Isuleo, Senator der Ver. Staaten für Floridas; und Edward S. Sylomon, Gouverneur des Territoriums Washington, Commohore! Levi u. A. Genaue Angaben über die Zahl der Synagogen,! sowie der jüdischen Bevölkerung fehlen gänzlich. Mnn schätzt die erster« auf 300 bis 400 und die Bevölkerung auf 50(j),000 bis 600,000. @3 finden sich in jtder Stadt, die eine jüdisch« Gemeinde besitzt, ein oder mehrte Wohlthätigkeitsvcrsine. Ueberhaupt ist von den Zuden in der Errichtung von Hospitälern und Waiseno ז Häusern und ähnlichen Anstalten Bedeutendes geleistet worden; so besitzen New-Dork, Philadelphia, Baltimore, San Franctles, Chicago, St. LouiS, New-Orleans, Cleveland und andere Städte nennenswrrthe Anstalten dieser Art. ES ist bemerknswetth, daß man in dm nicht unter jüdischer Leitung stehenden Armenhäusern kaum irgend einen Zuden findet." Lin -eschnei-ungsfestjtzei de« Aittaratzer». b Von Heinrich Freiherrn vo» Maltzan. Während, meines Aufenthaltes in Laheg (Südarabien) — erzählt her in her Urbeischrist genannte, fein beobachtende und interessant erzählend« Reisende im ״GlobuS" — kam auch ein Fest vor, beste» Zeug« ich imik. Er war die Bffchneidung einer Enkels d«S Sultan«. Dies« Eerruwerir findet hier nicht, wie bei den Türken und den Arabern Nordafrika'», bet» schon halbaufgewachsenem «naben (vom 8• bis 12. Jahre) statt, sonder» am siebenten Leben Stage, ganz wie bei den Juden. (Doch nicht ganz sch bei diesen findet, sie bekanntlich am 8. Tage statt. Red.) Die« ist übelst«» auch die orthodore moSlemitisch« Regel. Die spätere Beschneidung ist pöeir erlaubt, aber streng genommen doch nur als eine Ausnahme unter gewistsn Umständen, di« freilich jetzt in der Türkei immef fingirt mrimi. Di« Versammlung fand in demselben Local, wo mich der Sulla» früher empsangm hatte, statt. All« Prinzen hatten fich eiugefuub» «ck säße» in der Ehrenecke des von vielen hundert Oellämpchen phantastisch erleuchtenden SaaleS. Da» Fest begann mit einem großartigen Schmause. (Wirs lasten die Schilderung desselben fort. Red.). Dann begann« hl« Lustbarkeiten. Erst zeigte man den Säugling herum. Dieser war »ach nicht beschnitten. Er schrie übrigens gerade so» als läge er schon unter dem Mester. Die Eeremonie sollte erst, um Mitternacht stattstnd« (Wollte man vielleicht doch den Beginn d«S 8. Tage» abwarfen? Reb.)s Sie fand in einer Weise statt, wie ich sie noch nicht geseh« hatte. El befand sich nämlich in Laheg ein Jude au» Sana, der zum Islam Ifa» zetteten war. Da er früher Vorhautabschneider gewesen war, undsbü Juden den Ruf der Geschicklichkeit in diesem Werke besitzen» so bÄittck MM sich seiner. Er hatte ein« andere Weise, al» die Araber. Er »ich» nämlich den fraglichen Gegenstand zwischen die Zähne, zog mit dies« M Haut nach vorn und klappte sie dann mit einem Rasirmeffer ab. JDt Araber sollen sich dazu des Dolches bedienen. Da» Kind schrie; aber udh ärger als vorher. Die Kleinen leiden, ostenbar in diesem Alter wenig«, und die türkische und nordarabische Sitte d«S späten Beschneiden» ist deckch ־ auS nicht zu empfehlen. < (Nach dem moslemischen Recht muß bei Geburt eineS^Kinde« Folg« de« stattfinden t 1) Die Waschung de« Kinde«. 2) GebewerrichtuNg. 3 Bespritzung der Handflächen des Kinde« mit Weihwaffer. 4) B«a«u«»>s. mit einem guten Namen. — Am siebenten Tage sind folgende Seremoai» nöthig: 1) Beschneidung. 2. Durchbohrung de» OhrläppchmS zum Trag»! «ine» Ringes (bei Mädchen zwei)- 3) Echteren de» Haupthaare» dri Kind«». 4) Almosen und Bewttthung von Gästen.) hieraus wurde gesungen und getanzt, nachher kam der unvermeidlich» Gischr (ein Gettänk da», wie der Reisende früher geschildert, wie bei «ni der Kastee nach Tisch di« Speisezersetzung befördern soll) m>d Alle «z, fernten sich hierauf stumnf, und schweigsam im Dunkel der Nacht. (In der ״Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde" zu Berlin, Hesst 5 des sechsten Bandes, ist Herr M. geneigt, die ״Städter" in Ad«, San» einem israelischen Ursprung zu »iridicken. — Red.) j Lileraturbericht. Arisker, Dr. L. Das Zudenthum und der Culturfori» schritt unseres Jahrhunderts. Wien, 1871. (113 S.) Welche Stellung das Judenchum zu dem Enlturfortschritt» uns« r Zeit einnimmt, ist gewiß Gegenstand de« Nachdenkens eine« jeden denk« den Juden, eine Schrift, welch« dieses wichtige Thema zur Lösung brjnj t, verdient daher unsere vollste Beachtung. Eine solche Schrift liefert u der gesch. Verfaster, und schon au« der Einleitung erkeiznt man, daßl i es hier tnit einem ganzen Manne zu thu» haben, mit einem Mapne, eben so gründlich gelehrt, wie er ein begeisterter Jude. ist. Jn der Einleimng setzt der Verfasser-da» Wesen de« MaterialiSnri!» anSeinandfr, weist die Ungereimtheiten desselben nach, wie er schon in f ch selbst den Widerspruch ttägt. Als jüdische Philosophie bezeichnet er jenige; welche in den Bettachtungen, die wir über di« Welt im GanA» und «« ihren Theil;n zum.Behuse der Selbsterkrnntniß und der SrkeM t»

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