Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 1 (1872)
- Issue
- N° 4. (21.2.1872)
- Date
- 1872-02-21
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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י kcffai, «0» tet 6hm und dkBchmtmtg bet llebrigen fd, von dMm ־ hschsten Geiß«. dem Mg-iste aotgeht, Inden» sie die Eriftenz eine« geistigen Urwefent als i» der Id« selbst gegeben anerkennt. Diese Philosophie PHÜeßt «im! Forschung auf dem Gebiet« der Empirik nicht au», sie »er- «Ml st« tat, nur perhorrrstcirt fie ein Forschen im Sinne deS MaterialiSim», da> nur dem Sinnemälligen Eristenz einräumt. Den Grund für d» Uebersiunliche sucht sie nur in uni selbst, die Welt der Erscheinungen dient nur alt Bestätigung dafür. So haben wir die Gottekid« als eine primitive Jb« in uns gesunden, sollen aber dafür Bestätigung in der Außenwelt suchen, und die llebereinstimmung der Id« mit der Außenwell Herstellen. Der BerS שמע ישראל drückt nach dem Verfasser diese Ge- . danken auSs der Ausdruck שמע weist ans die äußere Wahrnehmung j alles Simrchsälligen hin, ן״ das ewige Wesen. אל die indeterminirte Macht aus die innere Offenbarung,•ל' אחד (di- Wiederholung ד׳) aus die llebereinstimmung der inneren Ideen mit der Welt der äußeren Erscheinung." Die Eigenschaften Gottes find auch theils in der Id« gegeben, »1h«S werden sie logisch gefolgert. Bon hiesem Gesichtspunkte aus wird «S klar, witrum wir kein in Worten auisgedrücktez Bekenntniß unseres Glaubens,!wie es sich bei anderen Glaubensgenossenschafteu vorfindet, Habens das Wort אמ^ל bedeutet auch nur Treue, treues Ausharren in ״der Sr-ligioa. ׳ Hervorzuheben und befand«« Aufmerksamkeit würdig: sind de« VnsasstrS Sidchtken üb« teleologisch« vetrachtungea, von welchen ausgehend dar wdthistorischc Studium viel aii Jnt«esse und Klarheit gewinnt. Dar Räumliche hat vor dem-Zeitlichen voraus, daß es von sein« Umgebung abgegränzt, äls Ganzes für u»s«e Auffassung •sich hinstellt, das in d« Zeit Gegeben«, daS historische Faktum-läßt sich gar festen von dem Vorausyflnxyn*״ trennen, nur der reflectirend« Verstand darf sich an die Lösung wagen. Im!Luche Job geht di« letz« und bessere Beschwichtigung für den Dald« aut her Betrachlung d« Naturscenen hervor, die von den Frcunden gemachtat Versuche, Trost und Beruhigung durch Reflerion üb« Zeitereigniffe ju bringen, bleiben erfolglos. In der Natur zeigt sich Gott als נורא ח1"!ל1ח mit sein« Macht und Güte, in der Geschichte als עושח מלא ist sein! Vorgehen unserd unmittelbaren Auffassung entrückt. Zur Berificiruug der göttlichen Gerechtigkeit in d« Zeit bedarf eS großer, oft daS L«bq» eintganzen Volkes umfassend« Zeiträume, von dem Jndividuum -St bqr talmud. Satz: עלמא לי2א 'RN2 יש2ר Hur begegnet per Äerfass« dem d« Bibel gemachten Vorwurfe: warum dieseäe di« große Id« von d« Fortdauer d« S«le nicht erwähnt, sehr siegreich. In her Vergleichung der Schöpfungsgeschichte in der Genesis mit den naturwissenschaftlichen Forschungen hebtd« Verfasser als auffallende llebereinstimmung mit d« neu«en Annahme hervor die Erschaffung des kichtstoffeg א1ר «m ersten Tage (im Buche heißt es am zweiten, gewiß «in Druckfehlers! und d« großen leuchtenden Körper 'am 4׳ Tage, war auf die UndulationStheorie hinweist. Merkwürdig ist» die Stelle in Jes. s, 3V: ,״ ואור חשך מערימירAuch das Licht selbst verdunkelt im eigenen Strahleftergusse" > war durch die Theorie der Interferenz gerechtfertigt wird, und nicht als poetische Hyperbel «scheinen muß. '. In den culturhistorischen Betrachtungen im Sinne des Judenthums bringt d« Verfass« die große Frage üb« dir Westlcitung Gottes in Beziehung zur WilltnSsreihyt zur Lösung, wo auch sehr leh«eich« Betrachtungen Än^ew-Charaft« uns«« Zeit ihren Platz finden. Das Charakteristische dies« Gedanken ist d« ^)ptismiSmuS, wie überhaupt eine Weltanschüuung im Sinne des Judenthums gar niemals pessimistische Ideen, »elche die Welt als Jamm«chal u. s. w. bezeichnen, aufkommen läßt. Sehr treffend werden die religiösen Streitigkeiten d« Gegenwart beleuchtot, die sinnreiche Deutung des Verses: '2s ד' חמץ למען (S. 83) jetbient besondere Erwähnung. Die Erklärung der Messiasidee, der hohen Bedeutung der Sabbatseier schließt sich würdig dem Ganzen an. DaS Buch muß ganz gelesen werden, es enthält eine große Fülle originaler Ideen» die sich noch weit« bearbeiten lassen. Für diese Ideen führt d« Verfass« passende Belegestellen aus der heil. Schrift und dem Talmud a», die er sehr finnig zu deuten versteht. Wir sind überzeugt, haß jed« Leser geistig gehoben das Buch aus der Hand legen wird. Zu« Schlüsse sei noch erwähnt, daß Herr vr. Brisk«, ein Prag« von Geber«, und Brud« des bekannten Oberst Brisk«, der schon in der votmärzllchen Zeit eine hohe militärische Würde, ohne seinem Glauben untreu geworden zu sein, bekleidete, ist. Lipt® 8t. Mülos. Hr. Nathan Grün. (Wir hoffen», auf das int«effante Buch noch• einmal zurückkommen zu Kirsten. Red.) K-ktmun»,' z>ay. Geschichte der Israeliten von urältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Zum Gebrauche für Schule und Haus. Brünn, 1869. Selbstverlag. Auf dem!Gebiete der jüdischen Geschichte ist seit einigen Jahrzehnten so viel b«S Guten geleistet worben, daß ei fast der Mühe unlohnend nscheint, sich auf. einen Kampfplatz zu begeben, auf dem der Lorbeeren fast alle schon gepflückt worben. Das umfassendste und an«kannt beste Werk dies« Art ist unstreitig die ״Geschichte der Juden", von^Proi. Grätz. Wenn wir üb« das uns vorliegende Buch uns aussprechen sollen, so dürfen wir jedoch keineswegs die Arbeiten ciiies Jost und Grätz als Maßstab nehmen, die beide, namentlich die letztere, nicht allein lehrend und bildend, sond«n anregend und unterhaltend für das reifere Alter wirken sollen. — Da cS ein Buch für die Schule ist, so wollen wir cs ähnlichen Arbeiten für die Schule gegenüber halten.. Von diesen wählen wir zwei h«aus: die ״biblische Geschichte" von Professor Levy und Eassel's ״Leitfaden für jüd. Geschichte." Und wir könnten cs mit vollst« Berechtigung sagen, daS E.'sche Buch hält nicht nur den Vergleich mit ihnen aus, sondern cS übertifft sie, wenn wir seinen Zweck näher ins Auge fassen. In der Schule soll dem Knaben, dem Jünglinge (denn das Buch ist auch für Gymnasien und Realschulen bestimmt, und in Brünn z. V. eingeführt) eine leicht faßliche, gedrängte uiib ־ dennoch Alles umfassende Uebersicht über die Geschichte und die bauiit innig verbundene Littcraturgeschichte geliefert werden. Und was diesen Punkt anbelangt, so ist das Levy'sche Buch, das übrigens nur die biblische Geschichte behandelt, viel zu weitläufig; Eassel's Leitsadcn jedoch!vielen kurz. Ehrmann's Buch enthält im ersten Theile in 7 Abschnitten die Erzählungcn der biblischeu Geschichte in fließender, klarer und deutlicher Sprache, die Apokryphen rc. und schließt mit dem Kampfe um die Hohenpriesterwürde zwischen Jochanau und Josua und einer geographischen Beschreibung Palästinas. Dies« erste Theil ist vor Kurzem schon in einer zweiten Auflage erschienen. Der zweite Theil, der die Geschichte der Israeliten von der Zeit Alerander's des Großen bis aus die Gegenwart enthält, behandelt diesen Stoff in 6 Abschnitten in so׳ anziehender Weise, daß man mit Vorliebe bei d« Lectür« verbleibt und das Buch nur ungern aus der Hand legt! Alles Einschlägige wird in der Kürze zwar und dennoch genügend anSl geführt. - Das Buch eignet sich, wie schon oben bemerkt, sehr gut für Schulest und Privatunterricht; eS macht dem Lehrer wie dem Schüler die Arbeit kurz und angenehm und entspricht trotzdem allen Anforderungen. L. E — 1. (Au^ dem erschienenen Educ. Israel, ersehen wir, daß der Vice-Rabb. Melli ist Triest eine italien. Ucbers. des Buches herausgiebt. Red.) Notiz. (Ein merkwürdiger Stein.) Ein Unterbeamter deS . französischen Consulates in Jerusalem, Herr Clerrmont-Ganneau, hat, wie Pariser Blätter melden, einet( viereckigen (aus Einem Steine bestehenden) Säuleuschaft entdeckt, der von dem salomonischen, durch Hcrodes den Großen wieder ausgerichteten Tempel in Jerusalem herrührt. Der Säulenschaft trägt auf allen vier Seiten in prächtigen Lapidar-Buchstaben eine ziemlich lange In- , schrift, welche den Heiden das Betreten des Innern der geheiligten Tempelräume unter Todesstrafe verbietet. Die Inschrift ist in griechischer Sprache sbgcfaßt, die. damals die unter den Heidnischen Bevölkerungen Syriens allgemein verbreitete war, und ihr Inhalt stimmt vollständig mit den von Flavius Josephus gegebenen Andeutungen überein. Wie verlautet, hat der Pascha von Jerusalem diesen merkwürdigen Stein sich angeeignet und schickt stch an, denselben aufs theuerste zu verwcrthen. Anzeige neuer Aücher. Groß» vr. Siegm. bisuadsm bau Sarolc. Mit Berücksichsigung sein« Vorgänger und Nachfolger. BreSlau, Skutsch, 1872. Der Jla«. ' Eine Skizze aus dem galizischen Volksleben. Thorn, 1871. Zunz. Nachtrag zur Geschichte d« synagog. Poesie. Berlin, Adolf, 1872. (76 S.). Frankel. Zu dem Targmn der Propheten. (S. Eorresp. Breslau im vor. Bl.). Druck und Verlag d« Hos-Buchdruckerei von Earl Friese in Magdeburg.