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Das jüdische Literaturblatt · 1872-02-21 · N° 4. (21.2.1872) · p. Seite 14

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 4. (21.2.1872)
Date
1872-02-21
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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יו 1 £<׳ י- . זןסי-^״^ך עז* - י.־ ־ 5i:.i־^ .;* :■■• ־*׳ > 7. ״ פת לחשותZeit zum Schartzür". 4 Predigten: drei .über den Werth des SchwetgarS und Kitz Zügelung der Zunge Von «mvürdigeo Rü>en", 0 und eine über den Eid. X - Q."״ עת לחמהZeit zur Begnadigung", 4 Predigten über Wohlttzätigkeit; die letzte wurde zu Gunsten der Bedürftigen Hebrons am 1. Tage des Pesiachfestes gehalten. 9. ״ עת למפודZeit zum Klagen", 4 Leichenreden. 10. ״ עת שלוםZeit des Friedens", eine Berit-Milah- Predigt übenden Frieden. - DieseJjEß*) Predigten gleichen einander ohne Ausnahme in der^Mrnu Sn der Spitze steht gewöhnlich») ein doppelter Text, bestehend aus einem Schriftverse oder einem Theile eines sülchen GflFD) und einer hagadischrn Stelle aus dem Talmud oder den Midraschim (מאסר♦) Doch muß man hierbei nicht an einen Text im modern homiletischen Sinne denken, da von pner DurcharKeitimg und Ausführung desselben nicht die Rede ist. ES wird vielmehr die an die Spitze gestellte Midraschstelle zmpeist erst am Schlüsse der Predigt erklärt und. mit dem in derselben entwickelten Gedanken, oft auch nur mit dem zuletzt Gesagten in einm mehr oder minder innigen Zusammenhang Gebracht. Die an die Spitze gestellte Schriftstelle wird noch Weniger berücksichtigt und mit wenigen Worten -abgethan, di« eher wie eine Entschuldigung klingm, das um der Form zu genügen, gerade dieser Text gewählt wurde, als daß sie denfckben in einm organischen Zusammmhäng mit dem Ganzm zu bringm vermöchten. 1 * Die meisten Predigten haben eine Einleitung, die jedoch dm Zuhörer nur Kitt der Materie ~tm Allgemeinen bekannt machen und vorläufig Über manche in der Predigt selbst ab- Znhandelnde Hauptbegriffe aufklärm will, von einer Partition >md erschöpfenden Angabe des Thema's ist nicht die Rede; manche führen auch sofort in msckiss res. Die Einleitungm zeichnm sich durch gehobmeren, schwungvösten Schl aus. Der Uebergang von der Einleitung zztr Predigt selbst ist äußerlich picht kmntlich gemacht Md wird gewöhnlich durch die ErSKung einer Schriftstelle vermittelt, welche zugleich Ende Zer ersterm und Anfang der letzteren ist. Auf dieselbe Weise «erden auch die einzelnen Bestandtheile der Predigt mit einander verbunden und gleicht dieselbe einer Kette, deren einzeliie Ringe, aus verschiedenem Metall geferttgt,. die Eigenthümlichkeit haben, an dem Perbindungspunkte in das Metall des nächstfolgmdm überzugehen, bis der letzte wieder von dem Stoff des erstm mit diesem fich zusammenschließt. — .־ j. . 'י‘ (Forts, folgt.) Elses lericatifche Lemertumg. ״Das ש kommt vorgesetzt blos in dem poetischm שלהבת vor", — scsgt Ewald in seiner kn'ttschen Grammatik der hebr. Sprache (S. 261), und er sowohl wie alle Lexicographen und Grammatiker*) leiten dieses Hauptwort von der aramäi'schen Schafel-Form הלהיב “ שלהיב ab. Daß darin eh, gewiffer Widerspruch liegt, wird nicht gemerkt. Stammt das Nomen von der Schafel-Form des vsrb. להבdann hängt das ש mit dieser Berbal-Form zusammen und ist nicht praskorinstir beim Hauptwort. Sollte eine solche im Hebräischen einzig dastehende Wortbildung Grammatiker und Lexicographen schon von vornherein stutzig machen, so zeigt eine genauere Prüfung der Stellen, an welchen dieses Wort in der Bibel vorkommt, vollends, daß diese ganze Formbildung auf ein Eorruptel zurückzuführen ist. An drei Stellen kommt שלהבת in den biblischen Schriften vor: 1) Hohelied VIII. 6. 2) XV. 31. und 3) Ezechiel XXI. 3. Zur ersten Stelle macht schon Grätz (in seinem Commentar zum HL- Ä. 209) darauf aufmerksam, daß das ש vielleicht von dem vorhergehenden אש herübergezogen worden sei. Passelbe ließe sich aber auch an der zweiten Stelle (Hiob) sagen, woselbst dqs Wort תיבש vorangeht. Und was nun gar erst die dritte Stelle (Ezechiel) anbetrifft, — dieselbe lautet: לא תכבה להבת שלהבת — so sieht man auf den ersten Blick, daß das שלהבת bereits in dem danebenstehendm להבת das nothwendige Eorrexttv gefunden hat. Somit wäre die abstruse Form glücklich beseitigt; wenn man nicht überhaupt annehuien will, daß das ganze Hauptwort aus dem Aramäischen, — es kommt in den Targumim öfters vor, m. vergl. Levy's Wörterb. a. t. — entlehnt ist, und 01( den biblischen Büchern, in denen es vorkommt, den Stempel der Jugend aufprägt. p **) דרושים למעלת השתיקה לרסן הלשון בדבורים 0 ׳ . הבלתי' ראויים♦ *) 3*94 a- °• 0• scheint ein Erernplar mit nur 75 Predigten gesehen ju hhben. ©rünntr - Ausgabe beginnt den 2. Theil mit. Nr. 34, obgleich der erste mit 31 schließt, und hat daher in der Ueberschrift scheinbar «xi Predigten mehr, während sie in der Thai ebenfalls nur 76 enthält. Dieselbe Abnormität zeigt sich auch im Inder. Doch hat dieser nur 7ץ Nummern. Di« Lemberger Ausgabe beginnt zwar den 2. Theil richtig mit 32, doch scheint ihr Inder ein Abdruck der Brunner Edition jtt sein, defin er stimmt mit diesem ganz überein, so daß er im 2. Theil der Ausgabe immer zwei Nummern voraus ist. Unter 77 verzeichnet er Stellen, die sich theUS in der 7b. theils in der 76. Predigt finden. Die erst« Ausgabe ficht mir nicht zu Gebote. - *y Ohne Schrifttert find die Nrn. 6. 7. 22 — 25. 34 — 41. 61 — 67. ‘ ' ' 3 ׳ ■ ..74 .73 *) Hitzig'4 Ansicht im Commentar zu Ezechiel S. 142: ,,Mt להבה hat שלהבת weiter nichts zu thun, sondern er ist mit ולעמה zu combiniren" — verdient wohl keine weitere Berücksichtigung. •*) Zu unserer Recension des Grätz'schen ״Schir Ha-Schirim in vor. Nr. der ״lit. Beilage" haben wir berichtigend und ergänzend noch nachzutragen, daß die Worte 12V נכתב על an der bezüglichen Midraschstelle zum HL. 1. 1. sich zunächst nur auf die davidische Autorschaft der Psalmen beziehen, aber ohne Zweifel auch im Nachsatz (in Bezug aus di« salomonischen Bücher) daselbst supplirt werden müssen. Der Midrasch stellt nämlich sämmtliche Parallelen zwischen David und Salomo zusammm und führt sie dann einzeln mit Belegen näher aus דוד אמר שירים ושלמה וכי דוד כתב ספרים וכי דתהלים נכתב על שמו ושלמה וכי משלי קהלת שה׳־ש. ®" diese werke schon vorher als Belege für משלים ׳הבלים ׳שיריב' aufgesührt find, so hat diese nochmalige Aufführung als מפרים nur einen Sinn, wenn man נכתבים על שמו auä dem ersten Vergleichungsgliede ergänzt. Wir sind in unserer Recension, — wie man uns aufmerksam macht — den Beweis schuldig geblieben, daß Wortkritik, Conjecturen und VerSversctzungen, sich ebenfalls mit einem strengconservativen Standpunkte »ertragen^ Da verweisen wir nur auf die vielen כנויי) יקרי (כתיב) und תיקוני מופרים die ja im Grund« auch nichts anderes als variae lectiones sind. Und wenn sich auch sehr viele אל תקרי hagadisch und homiletisch erklären lassen, so ist doch an einer großen Anzahl von Stellen damit unzweifelhaft eine ander« LA. angezeigt, die sich oft auch in den Targumim und älteren Versionen wiederfindet. Beispiele wülden hier zu weit führen. Auch Versversetzungen kennt der Talmud (Sabbath 115); es sei nur an dar נ1ן הפוכה zu Numeri X. 35 und 36 erinnert. Allerdings beanspruchen solche Acnderungen nur den Werth einer Einzelmeinung, mehr aber als Erklärungsversuche schwieriger Stellen wollen und sollen Conjecturen u. dgl. in biblischen Büchern nicht sein; der massoretisch« Tert muß dennoch unverändert und für alles Halachisch« maßgebend bleiben. ׳ p

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