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Das jüdische Literaturblatt · 1872-01-17 · N° 2. (17.1.1872) · p. Seite 7

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 2. (17.1.1872)
Date
1872-01-17
Page
Seite 7 (sequence 3)
Language
German
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Arber das Älter dir Gebetfsrmel OTH הנותן• I Zn Nro. 50 de ״Wc!chenschrift" haben wir (im Leitartikel) gelegentlich ü> er da- Gebet dannvlken tescdua gesprachen und kurz bemerkt ״dasselbe sei »och nicht einmal im Schujchjan aruch und! von dessen Ergänzet erwähnt, könne höchstens 300 Jahre «ckt sein und stehe wahrscheinlich in keiner Ausgabe des Gebetsbuchs vor dem Ende des 17. Jahrhunderts." Gelehrte Ausführungen oder auch.nur derartige Anmerkungen halten wir von (dem iHaupthlatt) der Wochenschrift fern, wir haben daher jenen Porten nichts hinzugesligt; da aber die ״Ungjüd. Wochenschrift" die Frage eingehender bespricht ist hier der Ort Kor allem müssen W." unsere Aneit zu beten, ist und uns eines Besseren belehren will, so noch einige Worte Darüber zu sagen, wir dagegen Protesten, daß die ״U. j. merkung: ״Der Gebrauch für die ObrigS uralt, es handelt sich nur um die Formel", ignorirt hat. Sie hätte dann nicht nöthig gehabt uns »ich ihren Lesern zu sagen, daß man schön vor mehr als 300 Jahren für den Landesherrn gebetet ^abe. Sie belegt dies mit Abudrahäm, welcher den Gebrauch! erwähnt; M>er wir brauchen dazu nicht, auf einen Schriftsteller des 14. Jahrhunderts zu reCurriren. Elieser Landshut .wsist in seinem allbekannten Commentar מקור ברבדז sehr richtig darauf hin, daß istr Bliche Barnch 1, 10- 12 von Opfern; und Gebeten, welche für den König von Babylon dargebracht/und gesprochen wurden, mit deutlichen Worten die Rede ist. Daß dasselbe sür die Perserkönige geschah, ist aus dem Buche Gsra bekannt, ebenso daß Irrem. 29, 7 solches Beten vorges hrieben ist. Aus Josephus, Philo und dem Talmud wissen wir aus das Allcrbestimmteste, daß im Tempel zu Jerusalem für den römischen Kaiser Opfer und Gebet veranstaltet wurde. (Citate siehe a a. O.) Das Gebet für den Landesherrn reicht also, wie nur irgend ein Thesl der Synagogen-Liturj ie, in die Zeit des Tempels hinauf und es ist ganz unnütz, 2 budraham zu citiven. Aber es handelt ich um die Formel hannothen teschua. Wir wollen nicht un lütz Citate häufen ur b nur das Röthige anführen. R. Josef Karp und R. Mose Jssabi erwähnen die Formel nicht, abe: ebejnso wenig der sonst in Hinsicht aus das Ritual so exakte sind Vollständiges bietende R. Mord. Jaffa (לבוש) um 160b. Dagegen ist die Formel im מנ׳אבר׳ (ca. 1680) citirt uni) dort wird auf מאור ש(ים verwiesen- Dies ist die älteste )Ouelle, und darum ^aben wir von 300 Jahren gesprochen. Die,;U. j. W." erinnert nun dakan, daß Manasse den Israel vas Gebet dann. t«8eh. in seiner ״Erklärung an die Revsthlik Englands übersetzt und als in den gedruckten ^Gebetbüchern befindlich bezeichnet. Die betreffende Schrift Manasse's ist 1645 verfaßt, (vgl. Jahrb. f. d. Gesch. d. Juden II, 163) es ergiebt sich daraus allerdings, daß das Gebet schon im 17. Jahrhundert gebrüht gewesen ist, aber ein Alter von mehr als 300 Jahren wird dadurch nicht im mindesten bewiesen. In welcher Ausgabe, es zuerst gestanden, oder um welche Zeit ungefähr es Aufnahme gefunden, wissen wir nicht, erfahren es aber auch nicht c)us der ״U. j. W." Den Ausdruck ״zusammengestoppelt" hatten wir in Betreff des bann, teseb. gebraucht, weil es, wie jeder sieht, meist aus geläufigen Bibelstellen zusammengesetzt ist, und daß dessen Verfasser keine besondere Kunst in diestr Mosaikarbeit bewiesen hat, wird wohl allgemein eingerüumt werden. Die Ansicht der ״U. j. daß das Gebet für den König ursprünglich vor dem für die Gemeinde bestimmten gestanden habe, weil Abudr. schreib : ו*ותכ מברך את המלך ואת הקהל und weil Manasse bm?Israel so angebe, lasten wir auf stch beruhest, glauben stber keineswegs, daß jenes je auch vor dem zweiten יקום מרקן' gestanden habe. Hätte es aber auch vor dem מ׳ שברר לקהל gestanden, so ist der Schluß/ daß es nun auch älter ׳als diese bereits im äV erwähnte Formet sein rstüsse, ganz Unbegründet. Uebrigens wird sich der Streit durch Rachschlagey sin asten gedruckten oder geschriebenen Gebetbücherm, die ja nscht si», selten sind, leicht Entscheiden lasten ■ , .! נייתי ספר מחזה• Journal- Revue. Die grobe Feindseligkeit gegen die Juden ist aus de! anständigen und beachtenswerthen Presse Deutschlands ziemliö verschwunden; wollte man aber alles registriren und auch nu ganz , kurz beleuHken, was in Zeitungen, Büchern,-Schrift« jeder?Art von Geringschätzung und Mißverständniß des Juden! ) thums, von wegwfrfeiwen Urtheilen über dasselbe fast tägli«! gedruckt wird—!so köstnte damit ein besonderes Blatt gefüllt werden, und ein solches dürfte nicht bloß einmal wöcheytlil s erscheinen. l Bon Zeit zu Zeit? werden wir jedoch einige Proben, mr! - theilest und dabei in der Regel nur auf weitverbreitete Schrfftk k reflecnren. , ^7 p5Mr beginnen schost wieder mit der ״Gartenlaube". S e : enthist't kürzlich einen!interessanten Artikel über di? Refor»? beweaung in Indien Und über die Ansichten des Reformators Chuyder Sen und seine Stellung zum Chriftenthum. ^S wird hervorgeHoben,?daß dir Lehren und Dogmen bS, Christenthums hen Indern nicht zusagen. ״Was dagegen de centralen Lebensrvahrhstiten betrifft, die Christus verkündet!: ״Du sollst lieben Gott, Deinen Herrn von ganzem Herder» voy ganzer Seele und von ganzem Gemüth" und ,,Du soM Dein«! Nächsten liebest, als Dich selbst", so wird es kein!» Mann in ganz Jndiest geben, der auch nur für einen Auge 1blick seine Zustimmung zu ׳solchen Lehren verweigern würde Also das hat Christus gesagt! Jener Dorffchulmeister׳ setzte feinest Jungen und Mädchen auseinander, daß. die Sonne nil jt auf- und untergehe, sondern daß Tags und Räche durch Uk 1- - drehung der Erde entstehen. ״Eure Eltern wissen das freilich nicht, sagte er, aber ich habe es entdeckt und sage es euch'/ Der Stifter des Christenthums war freilich nicht so dumm, wih jener SHulmefster und wie seine Nachfolger; er hat nicht ge sagt, >aß jene, Sätze von ihm herrühren, oder daß er sie,(־ seine Fundamentalsätze erkläre. Die Zeitschrift ״Im neuen Reiche" brachte einen Artike? über H. v. Treitschke. Der Verfasser Herr Dove, nennt seinen, Helden den ״Propheten" des neuen Reiches und vergleichst ihn allen Ernstes mit den Propheten Israels. Die t Parallele geht uns hier an sich nichts weiter an, wohl aber interessirt-die Charakteristik der Propheten. Sie werden als Volksmänner, Volksredner bezeichnet, und ihre Größe besteht dari! t, daß sie dem Volke stine Aufgabe verkünden,^ und diese beste! « in Herstellung der Volkseinheit. — Daß hierin ein Fünkchen Wahrheit liege, indem die Propheten allerdings gegen Parteim g und Zerklüftung it|1 Volke , Anlehnen an fremde ^Staate t, 7 Großmächte, gegen Rachahmen fremder Sitte u. d. m. gered ck . haben, ist nicht in Äbrede zu stellen. Aber wie werden hi!r - die Propheten die Verkünder des Universalismus, der Äkensch« >-

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