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Das jüdische Literaturblatt · 1872-01-17 · N° 2. (17.1.1872) · p. Seite 6

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
1 (1872)
Issue
N° 2. (17.1.1872)
Date
1872-01-17
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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6 *4 t ne; וו nb n>4 Mft; _b x € p! da j nti 11 «ר ft# C p! ttlb zn rf! Enfäg tu b ftb, «toc ch' juifi in «4! 1ab bt "ri< )\ lichkeit mit btm Baum« b«r Erkrnntnkß; ein See unb Quelle sind (Kn Garten Eben; Fische sinb keine Engel der Held Alten-Tata ist kein Cherub. Bon der Sintfluth istweder in den Schriften der Parsis in ber.ältern indischen Litteratur die Red«. Jüngere indische en haben sie nach derwohlbegyündeten Ansicht Bltnroufs, Müller zustimmt, erst bin Semiten entlehnt. Nun)leitrt »gel freilich den Namen Ararat aus dem Persischen ab, früher die Namen Pison und Gichon. Das beweist aber baß die Bibel, wo sie von fremden Flüssen., oder Bergen t, fremder Eigennamen 'sich bedient, was man auch vor i^gel wußte und wozu es des Auftvandes von Gelehrsamkeit Scharfstuy nicht bedurfte, den Spiegel an diese Etymologien!hwendet.^ Bon den Argumenten Spiegel's hält somit keines ruhiger Mg Stand. Ad<pasönlicher Berkehr zwischen Abraham Zoroaster ist unerweislich, wie bas Zeitalter Zoroasters ify, über das die bewährtesten Forscher um die Kleinigkeit von 4000 Jahren auseinandergehen. Denn während Spiegel zum Zettgensssen Abraham's macht, läßt ihn Bunsen hen 5000—6000 vor Ehr. leben, während Danker ihn b ereit von 1300—1250 setzt. Von als den verschiedenen hrüngstzunkten, welche die Schöpfungsgeschichten der Bibel der altperfischen Litteratur aufweisen sollen, verschwinden leisten gänzlich, andre heweisen eher, daß semitische oder itger hebräische Ideen zu den Parsis gedrungen sind, als die Bibel von zoroastrischen Ideen mythisch gefärbt ist. Nachdem die vorstehenden Bemerkungen längst niederge-׳ sch m den, zum Theil bereits abgedruckt waren, ging mir bas ne leie!Werk Spiegel's zu: ErLnische Alterthumskunde I. Bd.' Le pj ig, 1871.. Auch hier bespricht der gelehrte Mann das Be rf ältnist״ zwischen ErLniern und Semiten. Er macht Max MUer, ikieist stillschweigend, manches Zugestäridniß, bleibt ab r im wesetztlichen bei seiner früher» Ansicht. Offenbar hält «r fick in wichtigen Punkten für besiegt, aber wie ein tapferer. F« Lherr giebt er bloß gänzlich unhaltbare Stellungen auf, um sie auf weniger allsgesetzte Punkte zurückzuziehen, die er durch neue! Bertheidigungsmittel zu befestigen sucht. ';.Zunächst heben wir aus dem neuen Werke den Satz her- סס ,jbajj wir ״von der ganzen Lebensgeschichte^ Zarathustra's nu: das als sicher übrig behalten, baß er einmal wirklich lelleK Von dem Freundespaare Abraham und Zoroaster, de: en religiös-philosophischen Gedankenaustausch nach Spiegel's fri herer Ansicht die Genesis wiederspiegelt,' kann demnach nicht ס»»« gesprochen-werden. Auch eine directe Berührung von Er laiern und Hebräern, wird aufgegeben, vielmehr sollen die Sr schauungen, welche das eine Volk dem andern entlehnt hat, au Vermittelung der Assyrier (10. bis 8. vorchristl. Jahrh.) zu ückgehcn. Die meisten Anklänge an hebräische Erzählungen siv s^t Spiegel fteilich erst im Bundehesch, der nach dem Auftr ten des, Islam abgefaßt ist; andre bei Firdost, der im 11 Jahrhundert gelebt hat und der Avesta selbst ist."frühestens im 4. vorchristlichen Jahrhundert niedergeschrieben? Scheint nu>1 aber demnach eine Entlehnung persischer Ideen in der G! nesis unmöglich zu sein, so will Spiegel diesen Einwand dusch die Behauptung entkräften, daß die ״Achämeniden doch 2-mlich das glaubten, was im Avesta steht", ja, ״daß System ober wenigstens einzelne Theile beffclben in noch e Zeü zurückgehen können". Wenn aber mit solchen M i^lichkeiten bas Alter und die Entlehnung einer Lehre erwieset!׳ werden kann, so darf man sich kühnlich vermessen zu . bemonstriren, daß Moses den Platon gekannt oder den Tzetzes ausgeschrieben hat! Höchst beachtenswerth ist ferner, daß-Spiegel jetzt selber einräumt, was noch Müller nicht zu behaupten wagte, und was ׳ sich uns bei unbefangner Betrachtungder Streitfrage von selbst ergab, daß eine wirkliche׳ Uebereinstimmung zwischen .Genesis und Avesta die Entlehnung semitischer Ideen durch .die ErLnier erweist, nicht aber das UiPekehrte. In dieser Weite giebt Spiegel freilich' diesert Satz nicht zu, weil damit seine^Hypothese gänzlich umgestoßen wäre. Er nimmt vielmehr an, daß ,chiese Entlehnungen doppelter Art sind; theils haben die ErLnier von den Semiten, mehrfach aber auch die Semiten 'von den ErLniern entlehnt". Es fiib aber grade die werthvollsten Anschauungen, welche nach Spiegel den Semiten zu verdanken sind, wie die Lehre von der Schöpfung aus Nichts, von der Schöpfuiig durch Einen Gott, von der Stufenreihe des Geschaffenen und Andres. Wenn hiermit das Gebäude Spiegel'scher Hypothesen durchaus erschüttert erscheint, so sind die von ihm angeführten neuen Beweisgründe nicht im Stande,, den morschen Ban zu stützen. Da äußere Gründe es nicht gestatten, sic an diesem Orte ausführlich zu widerlegen, so sei an. einein Beispiele gezeigt, welcher Art sie sind. EsSst oben hervorgehoben worden, daß zu dem Vogel, der som Baume ״Schmerzlos" den Samen aller Pflanzen nimmt und ihn mit dem Regenwasser über die Erde streut, in der Bibel kein Analogon sich finden ließ. Mit dieser erLnischen Anschauung will jetzt Spiegel eine Aehnlichkeit in der Gem ll, 5 gefunden haben. Hier heißt es, daß ״noch kein Gewächs auf der Erde war, denn nicht hatte regnen lassen Gott der Herr auf der Erde". ״^>ie Frage, woher denn der Same der Pflanzen 'nach Ansicht des Erzählers in die Erde gekommen sei", so sagt Spiegel S. 467, ״hat die Ausleger mehrfach beschäftigt, gewöhnlich ninlmt man an, daß er in der Erde liegend gedacht wurde und daß ihn der Regen hervorlockte" (und kein Unbefangner wird anders urtheilen). ״Ich (Spiegel) aber möchte glauben, daß auch hier eine erLnische Ansicht angedeutet sei, nach welcher im Regen der Wanzensame^ der auf dem Baume ״Leidlös" wächst, auf die Erde herabgesandt wird. So sagt schon der VendidÄ»: ״Gereinigt stießen die Gewäffer aus dem'See Puittka zu dem See Vouru-Kafcha, hin'zu dem Baume Haopa, dort wachsen meine Bäume alle, von allen Gattungen, diese lasse ich dort herabrcgnen als Speise für den reinen Mann, als Speise für die wohlgeschaffene Kuh". Sind das Gründe, mit denen ein Sprachforscher ersten Ranges, ein Historiker von der Bedeutung Spiegel's, so folgenschwere Behauptungen erwiesen zu habenglauben darf? Wahrlich, derartige Scheinbeweise können^ der so schön erblühende» vergleichenden Religionswissenschaft nicht förderlich sein. Sie können auch ihrerseits Anlaß geben zu Aeußerungcn, wie sie in allerjüngster Zeit eiqem Herrn Faucher Unwissenheit eingcgeben und Judenhaß formulirt hat, ״daß der hebräische Nationalgott von allen Seiten zusammengeborgt" habe, daß ״die ganze jüdische Kultur und Litteratur aussehen, wie ein Trödelkram, errichtet im verlorene» Winkel, im geographischen Ghetto des Morgenlandes, zwischen den eigentlich die Kultur schaffenden und tragenden Völkern". Bei Urtheilsfähigen aber wird eine derarttge Beweisführung die Ueberzeugung von der Ursprünglichkeit der biblischen Anschauungen niemals erschüttern! I. Freudenthal.

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