Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 1 (1872)
- Issue
- N° 2. (17.1.1872)
- Date
- 1872-01-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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׳׳<ל?*׳יןןך'־^י־ :1872 Israelitischen Wochenschrift Rr. 3. Magdeburg, den 17. Jänuar 187Ls. *! tu lenchal. Uebet baS Liter bet Gebetkdrmel 1 des polizeigesetzeS. Reue evangelische «Irchen-׳Zei1ung. Littvraturbericht: (Recensif>nen.) Schriften bei «etein» Mekize Rirb^mim. 4. Zahrg. 5629—31. Inhalt. Wissenschaftliche Aufsätze: Genesis und Zenbaveff^. (Schluß.) Von I. Fre! NV'lVkl הנותן♦ Journal-Revue: Gartenlaube. Im neuen Reiche. <5jin Paragraph Wisienschaftliche Aufsätze. Genesis und Zeadavekir. (Schluß.) Dir Traditionen,! welche nach Spiegel der Genesis und dem Avesta gemeinsam. zukominen, sind folgende: Wie in der griechischen und indischen, so findet sich auch in der altpersischen Litteratur die Sage von den vier Weltalter», während deren die Menschheit aus deitr Zustande höchsten Glückes und größter Sittenreinheit zu dom Elend und der Verderbtheit der späteren Verhältnisse herabgesunken sein soll. . Diese vier Weltperiodxn rechnet Spiegel in folgender Weise auch äus biblischen Äigaben heraus. Von Adam bis Noah — erste Periode; vonNonh bis Abraham!— zweite Periode;' von Abraham bis zuiy Tode Jakobs"— dritte Periode; von da bis Moses — vierte Periode. 'Außerdem! beruft sich Spiegel auf eine Entdeckung Wi»i»schnlann's, daß zwischen Adam und Noah zehn Generationen liegen, eben so viele wie zwischen! Aiwa und Thraötaonst, daß zwölf Geschlechter zwischen Sem! und Jsaac sind, wie aftch zwischen Thraötaona und Manuskitra! und daß endlich zwischen Jsaac und David, wie zwischen^ Manuskiira iwib Zayathustra, dreizehn Generationen liegen.! Wie haltlos abet solche Gründe sind, hebt Müller sehr! entschieden hervor. Erstlich wird hier Noah mit Sem. ver-! wechselt. Zweitens kann U>ma ifichl mit Adam identisch sein,! weil er nicht der ecftl Mensch gewesen ist, sondern eine lange Reihe von Erfahren hat. Thryetaona zeigt allerdings mit! Noah einige Ae^nlichl nt. Wie dieser, hat auch er nämlich —! drei, Söhne. Da er in Uebrigen aber nicht! mit ihm verglichen werden kann, so wird auch dieses Beweis als ein sehr starker nicht bezeichnet werde 1 können. Endlich giebt die Bibel keinen Anlaß zu der Einthci ung Spiegel's oder Windischmann's, die durch ihre verschiedet e Zählung sich gegenseitig widerlegen.. Nur die ersten zwei Perioden können als solche angesehen werden; die zwei letzten, von Abraham bis Moses, dürfen mit diesen unmöglich auf gleiche Stufe gestellt werden, weder was ihre Dauer, noch die Zahl der Geschlechter, «och ihre Wichtigkeit betrifft. Was Spiegel's Annahme aber noch unglaubwürdiger macht, ist der Umstasid, daß die persische Lehre von den vier Weltaltern in ihrer bestimmten Form höchstens bis ins dritte nachchristliche Jahrhi ndert sich zurückverlegen läßt, eine Entlehnung derselben in der Genesis also fast zu den Unmöglichkeilen gehört. Etwas triftiger« Gründe bietet die Schöpfungsgeschichte Spiegel dar. ״Die Bibel erzählt, daß! die Welt in sechs Tagen, das Avesta, daß sie in sechs Perioden geschaffen sei, die zusammen ein Jahr ausmachen. In der Genesis wird der Mensch zuletzt geschaffen, dasselbe ist in dem Avesta der Fall. Daß Hie beider! Berichte in allen andern Punkten von einander abweichen, g!ebt Spiegel selbst'zu; aber in der Geschichte vorn Paradiese sollen sie wieder übcreinftimmen". Die Etymologie der Namin Pison und Gichon zunächst soll ergeben, daß der erste der Indus, der andere der Jaxartess sei, was mit persisch« S igen über diese Flüffe gut stimmen soll Auch hierbei muß sich aber Spiegel auf der; verhästnißmLßff jungen Bundehesch stitzen, was der Beweisführung jegliche«, Werth nimmt. Die Schlange ferner will Spiegel mit de»' bösen Princip Zoroas ter's, dem Ahriman, gleichstellen,wei dieses zuweilen in persischen Schriften dm Namen ״Schlaugk' (Azhi'Dahäka) bekommt. Max Müller" aber weist nach,.das beide m Wirklichkeit mr eine scheinbare Aehnlichkeit mit eh, - ander haben. Die eiaschmeichMde Gestalt der Schlange uri > der Fluch, der übers dieselbe m' der Genesis üusgesproche 1 wird, ist dem Verhältniß ganz entgegen, das j zwischen de»l^ guten und bösen Princip bei Parsis und Indern besteht.'11 der Genesis tritt ein (Geschöpf Gottes auf, das durch List da > Weib verführt; im Avesta herrscht ein vollständiger DuaÜSunü; hier steht die fu,chtbcre Macht der Finsterniß ebenbürtig dir Mach: des Lichtes gegenüber. Spiegel spricht dann von den zwei Bäumen ״der Eikenntniß" und ^des Lebens" und vergleicht folgende erLniscke Sage; die einige Ael nlichkeit mit der Erzählung der Gmefi s hat. Ein Baum steht im See Vouru-Kasha, der ״Schmerzlos " heißt und auf dem ille Arten von Pflanzensamen wachse«.( Ein Vogel komfnt, nimmt diesen Samen und mischt ihn 1t das Negenwasser, mit welchem der Same herabkommt und die Erde! befruchtet. Ei i andrer Baum wächst in der Quelle Ardvwüra, der weiße Haoma-Baum.. Wer von seinem Saf t genießt, wird unsterblich und durch ihn werden auch die Tobt n zur Zeit der Auserfehung wieder-lebendig. Diesm Bau« umkreisen nach dem Bundehesch fabelhafte Fische und nach ein»; andern Sage behütet ihn der Held Alten-Tata. Wie m« die beiden Bäuine der Parsis den in der Genesis erwähnte« eniksp^chen sollen, so werden die Cherubim mit diesen Fisch« oder mit Alten-Tata verglichen. ,In einem Punkt« ist eine Uebereinstimmung nun allerdin zS anzuerkennen, in der Erzählung vom ״Lebensbaume". U«d ist diese Uebereinstimr 1ung keine zufällige, so beweist sie, biß eine dunkle Sage von Baume des Lebens zu den Parfis za-, drungen ist, di« von diesen dann in einen freilich sehr! abweichenden Mythus nmgewandelt ward. Sonst ist durch» «I keine! Aehnlichkeit» zwischen der biblischen und der alt-persffchm Erzäjhlung.aufzmfinde 1. Der Baum ״Schmerzlos" hat fei ite