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Jüdische Volkszeitung · 1921-11-04 · 41 (4.11.1921) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
41 (4.11.1921)
Date
1921-11-04
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Är. 41. Leite 2. Jüdische Volkszeituag 4. November 1921. ^«la»gen .Bit nicht. Dir Natur kennt keine Saison, sie rst nicht nur in jeder Jahreszeit, sondern in jeder Stunde «der», aber fie schließt nicht ohne llebergänge ab. sie ruht nicht, fie schaltet nicht au». Zeugen und Welken, Leben und Sterben find hier keine Gegensätze Im Sterben der /keim de» neuen Leben» und im Leben ist ein Se» Sterben und Vergehen. Diesen Prozeß sehen wir in allem geistigen und seelischen Leben. Auch da ein ewige» Blühen und Welken. Gebären und Sterben. Leben ist ja Stoffwechsel. Kunstprodukte aber, namentlich sslche. die in» Gebiet de- Luxus grerfen. muffen ihre Saison haben. Hat man da» Judentum zu einem LuruS «stallet. zu einer Sache, die nur lose mit dem Leben zu tawmenhüngt. zu einem undefinierbaren Etwas, da» man mit dem schönen Worte .Pietät* bezeichnet, dann darf man sich nicht wundern, daß es den Weg aller LuruS- «rtikrl geht. .Die Zeiten sind anders geworden! ' Das ist daS Wort, womit man allezu erklären, alles zu entschuldigen glaubt. Was ist die Zeit? Doch nur der Ausdruck de» Lebe«» der Gemeinschaft. Nur wenn wir uns ändern, ändert sich mit undie Zeit, und nicht umgekehrt, wie eS der lateinische Spruch sagt: Ahn Schneider und fünf gfitbrifantm machen die Mod« und Millionen gehorchen Mavifch ihren Befedlen. Das ist im Reiche der Seele «icht ander» Ein Reklamegeist posaunt seine neuen er lbsendea Gedanke« au», und die große Maffe der sogenannten Intelligenz nimmt es wie eine Offenbarung auf «ab gibt e» als den Geist der Zeit aus. Ein schlauer Buchhändler gibt ein seichte» oder maniriert paradoxe» Buch ol» den Inbegriff aller Eeelentlese und Originalität «B. und einer spricht dem anderen nach. daS Luch muß man lesen, da» neue Große muß man kennen. Und morgen werden fie erkennen, daß diese .ewige Wahrheit bereit» überlebt ist. und sie werden auf einen neuen Schwindel hereinfallen, und unsere westeuropäischen Juden, die nur von Nachahmungen leben, natürlich in erster Reihe. Sie sind ja die Priester der Mode geworden. Ist da» der Weg de» Leben»? Ist da» unser innerer ' Berus? Dir waren schöpferisch in der ethischen Kultur, tu der gewaltigrn Austastung de» sozialen Gedankens, wir Boren unter den alten Völkern die einzigen, die eine Welt- «fchauung mit Ewigkeitswerten geschaffen haben. Vielleicht . ist e» nicht unsere Schuld, daß wir unfruchtbar geworden find, neue G^anken zu erzeugen, — vielleicht fehlt uns bas Große, da» fich mit un» vermählt und Tiefe» in «t auögelöst. Gewiß hat die lange Geschichte de» Mar khrium» und da» Ghetto auch viele» Ungünstige erzeugt. Der ganze Mensch im Juden mußte fich darauf konzentriere«, da» Dte zu erhalten und zu schützen. Angriffe abpaoehrrn und die armselige Existenz zu retten. Wenn I» UN» noch vergönnt ist. eine Lebenserneuerung zu erfahren und Große» für UN» U7id die Welt zu schaffen, fcnm wohl erst auf dem Gipfel einer langen Entwicklung der Freiheit und der Entfaltung aller inneren Kräfte. Borlüufig scheint e» unsere größte Aufgabe zu sein, da» z» erdalten, was die Väter un» vererbt haben und e- Möglichst zu verliefen und mit de« neuen Deltanschau- «Ng«, m Einttang zu bringen. Dann bleiben wir wenigstens tzfM Wen mit ganzer Seele. Lieber in einem altmobischen Hause wohnen, als ewig neue suchen, in denen »au nicht heimisch wird. Unsere Zeit charakterisiert fich «f allen Gebieten al» eine Zeit de» Ueberganges. die »eisten» wohl neue Anregungen, aber nicht» Vollendetes. Ubtzeklärte» bietet. So bleiben wir im Rahmen de» Möglichen umb suchen, unsere? eigenen Natur treu zu tkeiben rznd nicht au» ewigen äußeren Rücksichten alle» Starke und Große in un» zu schwächen und absterben zu kaffen. Denn nicht alle« trügt, so ist der Offen — der Welt «»b Europa» — dazu berufen, uns eine Gesundung zu brftegen. E» gab eine Zeit, wo viele auch im Osten glaubten, vom Westen lernen zu müffen. Heute erkennen alle, die sich ernstlich mit jüdischen Problemen beioffen, baß wir vom Osten lernen müffen. wer! hier trotz aller Schäften, noch immer ein gesunde», kräftiges Leben vor^ Händen ist. Wo Leben ist. da kann man vieles berausßestalten E» ist ein Irrtum, wenn man glaubt, daß die westeuropäische Judenheit moderner und weiter in der Entwüüung ist al» die ostjüdische. Don erner Entwicklung, wenn auch nicht immer auf gerader Linie, kann man Überhaupt nur im Osten sprechen. Nur die Ostjuden können, wenn dit äußeren Hemv-niffe beseitigt sind, neue Wege und neue Formen de» jüdischen Seelenlebens finden. Und nur fie werden die westeuropäischen Juden aus ihrer Lfthargre wecken und mitrnßen. Da? .Saisoniudentum wild erst schwinden, wenn wir ein wirkliches jüdische: Zeitalter haben werden. Blitzlichter aus aller Heit. 3. F»l«e. Die Film-Propaganda hat besonders in den West staaten beispiellose Triumphe gefeiert Tie unglaublichsten Seschehniffe — ich erinnere nur an die angeblichen Deutschenawuel in Belgien — wurden im Film vorgeiührt Tie DÜjhrnk des Films ist eine wunderbare, ne macht da- Unglaubliche im Bilde zur Wirklichkeit Es fehlt nur |a Erfinder, der er ermöglicht, die Gedankensprünge der Menschen bildlich im Film festzuhalten. Eins aber erreicht der Film! Er bringt un» fern Lebendes nah. \ Greifbar nah. Er macht un» Riegefchautes zum Erlebnis. * Gicht rat zum Erlebnis de» Auge», sondern zuweilen auch M» Erlebnis der Seele. Diese Aufgabe des Film» wird 4S. leider zu wenig beachtet Da» Erlebnis erwarte ich vom Film .Schiwat Zion". Die Rückkehr nach Zion, der im Aufträge de» Jüdischen Nationalsonde» von der Firma Beudow in Jerusalem hergestellt wurde. Die Preffe in Prag schreibt: E« handelt sich in diesem Filmwerk mUr um bal Hrranjf mmt nnf» arfcbidtm Regisseur». noch um die Kunst qeschminkier Mimen, sondern um Ratnraufnahmen au» dem wiedrrqefundenen ..Alt-Reu. land" der neuen Heimai'larie de« >übischen Lotte» — Paläsiina. Weder Szenerien noch Pertonen wurd.n :.qestelll". Lester at» alle, von redegewandten Diplomaten oder geschickten IournalUsten aut purer Bezersternng um der Zache willen oder au» Gründen de» Ehrgeize» erbrachten Nachweise für die rrsolzreiche Arbeit der Kolo, niiatorrn und Kolonisten, sprechen die aneinander zereidttn Bilder zu un». mir der Stichhaltigkeit und Schlagkraft de» pulsierenden Leben». -atäSlna» zischrumbrandele Iel»küften bei Akko oder Jaffa. d.e Hauptstadt Jerusalem, die Svnagoze und ..Kla-zemauer", der heilige Oelberg. Liberia, die lebendigen Wahrzeichen de» neu erwrchlen -eben» (ich meine die Farmen de» illdrsche» Rat,snalsoab»i. Stätten, von denen die gesamte Kultur de» Abendlandes und man tana rudig behaupten der ganzen Dell au»g>ng.. wechseln mit Szenen au» der kalurellen >Lusgrabonaen der Synagoge bei Tibena. mit den interessanten Kunstdeokmälern au» der Zeit de» löblichen Reiche»), der politischen (Empfang de» ersten jüdischen Gouverneur». Sir Herbert Samuel, jüdische Legion. Lord Thurchill» und Radum sotolow« Reden aus dem Oelbergz und winichaslichea Renaissance de» Lande» ad. Die fest,lndsten Silber find jedenrall» die letzteren. Dte Straßen- und Teraffenbanten lübn'cher Arbeiter, da» Pfianzen von Oelbäumeri «üdlscher Kinder aus jüdischem Soden, da» Spiel in der Arbeit, all diese Bilder in ihrer pittoresken Buntdeil rm Milieu und dem ab. wechselungsreichen Belkergemilch von Juden. Arabern, Türke» einers«ill und Abendländern andererseil» wirken deweistrSsttg genug, um an den Ernst de» Willen» und an die Zuverlässigkeit der Lat. resümiert pn der Beständigkeit und Dauerhaftigkeit der Resultierenden beider, de» Erfolge», glauben zu lasten Ob wrr diesen Film anch in Breslau zu sehen bekommend! Unter der Aufschrift „Riesen der Demokraten" bringt die Reichspost am 27. Oktober einen Artikel eines gewiffen I. Genähr über die von Henry Ford, dem bekannten amerikanischen Automobilfabrikanten. in den beiden Büchern .The International Jew" und Jewisch ÄctioitreS in lhe llyited LstaleS" niedergelegten „Weltwahrheiten" Bevor wir dem Reichsboten das Wort erteilen, einige aufklärende Worte über Henry Focd's Antisemitismus! — Also Henry Ford ist ein tüchtiger Kaufmann, daß muß ihm der Neid lasten. Ein unermüdlicher, ffetßigkr und mit Ideen gespickter moderner Amerikaner. Besonders in den ersten Jahren des Krieges verdiente er ein Heidengeld, so viel Geld, daß er seine Unternehmungen, dem Gedanken RathenauS folgend, vom Rohstoffbls zum Endprodukte auSbaute. Aber dann verdiente er noch mehr Geld! In« zwischen war Amerika in den Krieg eingetreten. Da reizte ihn der Gedanke, auch in der Politik eine Rolle zu spielen, eine Rolle, die natürlich überragend sein mußte. Er lernte eine geistvolle Jüdin kennen, eine gewisse Rcl'a Tilscher oder Fischer — der Name ist ja gleichgültig — die den Einfluß Henry Fords überschätzte. Sie war eine überzeugte ehrliche Jdealistin. Pozifistin. Ihr gelang «4. den amerikanischen Millionär zu überzeugen, daß die Welt auf den FriedenSbringer warte, auf den MelfiaS. Das war übrigendie einzige mögliche Stellung, die Henry Ford, der erfolgreiche Millionär, eionehmen konnte — der Messias Aus einem mit weißen Wimpeln gefiaggten Schiff verließ Ford in Begleitung von Rosa Tilscher oder Fischer Amerika, und landete, begrüßt Adr? den Pazifisten, angefeindet von den KriegSverlüngerern, in Stockholm oder Amsterdam. Es ist .nicht bekannt geworden, welche Versprechungen ihm ferne Rosa gemacht oder welche Unterlagen er für die Anbahnung von Friedensverhandlungen mitoebracht hatte. Tatsache ist. daß die Diplomatie ihn sonst aber entschieden obwies. Kurz — es kam zu Streitigkeiten zwischen der Mesnasverkündertn Rosa und dem Anwärter auf den Mttsiasposten. Henry Ford mußte mit seinem weißbeflagqten Schiff heimkehren und die Friedenswollsadrt löste sich in nicht endenwollendes Gelü^ter auf. Seit diesem Tage ist Henry Ford Antisemit' Dem Menschen Henry Ford, der. rost'seinem maßlosen Ehrgeiz abgesehen, seine Kraft dem Friedensgedanken, der Dölkerversöhnung gewidmet hatte, ist von der Welt Unrecht geschehen. Wäre er konsequent gebieben, Henry Ford hätte viel Gutes stiften können. Tie bei den limbischen Staaten akkreditierten deutschen Botschafter und Gesandten werden wohl über diese Geschichte ausführlicher berichten können In seinem Leibblatt ..The Tearbor Jndepent — das eine zeitlang verböte:; war — feiert per rv Ford die schrecklichsten Autodafes! E( gibt keine Unwahrheit. es! gibt kein Unglück, es gibt überhaupt nichts auf dtesir j Wett w'ran die Juden nickit schuld und. Wir setzen! unlereii Leiern eine kleine Kostprobe rn der Uebertcagung ' der gleichgesinnte:: Reichspost vor. erinnern aber daran. . daß nicht nur in Amerika, sond rn auch in Deutschland. Oesterreub. Rußland. Frankreich und England die Juden iür den Ausbruch d.S Krieges und auch nir die verunglückten Friedensschlüsse von den Antisemiten verantwortlich gemacht werden. dem zweiten Such, finde! fich ein Kavitel mit der interessanten Uebenchritt ..Der Umfang Ce. Alleinherrschaft lDictatorshivl verluden io den Bereinigt n Staaten In dieftm Kapitel wiib der überall herrschende Glaube zerstört, als ob Wilson irn Kriege die Rolle eine« - Diktator» gespult, al» od er von niemand Rat angenommen Hane j and eiqeofinnig leine eigenen Wege gegangen wäre. Da» könne nur von solchen geglaubt werden, die keine Ahnug davon batten, welche! Rolle die Juden, die ,üd>>ch, Gebe,mreg,erung >m Kriege gesv'elt. auch in Amerika, sei doch der Präsident Wilson ganz rn ibren Händeir j gewesen, deftändig von ihnen in allen Angelezeohnten beraten worden. \ E» in zwar wahr, »aß der Präsident fich nicht um den Kongreß qe- | kllmme.t habe, e» sei anch war, baß er die M.tglreder leine» Kabinett» l kaum ie zu Rate gezogen, und endlich In e» edensull» wabr. daß er , beim Frredeosschluß den Senat der Kernmgien Staaten wie Luft > behandelt Hab«: aber e» In nicht wahr, daß er ohne Beratung gei tzandeit und daß er fich aus sein eigene» Urteil verlassen bade, al» 1 k» sich darum handelte, ob Amerika am Knegr teUnehmen solle nicht onb al» der Friede geschloffen wurde. Der Mann, in deffea Häoden Präsident «Man im Kriege sich befand, der Mann, der in den Bereinigten Staate» im Kriege die Alleinherrschaft au»llbte. war eia Jude von der Wall Street in Reuyork. Man hat ihn den ..Prokonsul Juda» in Lmenka" genannt. Er selber soll einmal, indem er auf fich hinwie». ausgerufen habe»: „Siede, der D'»rael von den Bereinigten Staaten!" U,-d vor n»e» ausgesuchten Komitee de» Kongresse» der Bereinigten Staaten hat dieser Mann den Aus'pruch zettrr: .Ich batte im Knege vermutlich mehr Macht aiS irgend eia anderer Mann, ha» ist zwrifeUo» wahr! Da» war keine Uedertreidung. Le batte mehr Macht al» irgendein anderer. -Sie reich'e in ,ede» Heim und in >ebea Laben. ,ebe Iabrik. ,ede Bank. ,ede Eiienbahnresellschasi und ,ede» Sergrverk. tz,e setzte Armeen und Regierungen »n Bewegung. Jetzt solqt ciit biffel Gesalbaldete der Reichspost. dann heißt es weiter Rikmand ander», al» der auch in Deutschland seit 1917 nicht unbekannte Bernart M. Sai uch. ein Jude au» Süd . Karolma und Graduierter der Universität in Rewvork. deren Präfident Dr. S. E. Meze». ein Jude und -chwager de« dekann'en Oderfien E M. Howe, ist e». Was un» hier alle» mitaeteilt wird, beruht nicht aul Höre»« sagen oder aus voreingenommenen Urteil, sondern aus Tatsachen, die durch eine aerichtlich gesübrte Untersuchung gesetzlicher Beamten der Bereinigten Staaten an» Licht gebracht wurde» Zwei Jahre ehe Amerika IN de» Krieg eunrat. UN Iabre 1915. da war der Jude Baruch ferner Sache lo gewiß, daß Amerika mit in den Krieg hindingezogen werden würbe (nur Baruch und erst im Jahre 1915? Anmerkung d. Red.), baß er eine Unterredung mit dem Präsidenten Wtlion nachlu.l-te. um ihn ,u einer Mobilisation der Indnstrie zu bewegen, dam» die Berenigien Staaten lucht uuvordereitei in den Kneg kinzuttelen batten, tm er bestimmt kommen sah. Bon der Kommission gefragt, ob er bei ie. er Unterredung, die. wie gesagt. fiattsanb. dem Präsidenten je:nen Glauben, daß die Bereinigten Staaten mit in den Krieg hlneingez^en werben würden, de-zubringe» gesucht habe, gab Baruch die Sniwon: ..LS ist wohl möglich, daß ich da» tat Ich dielt daliir. daß wir mit in den Krieg bineingezogen würden. Lange ehe der Krieg kam. glaubte ich daß er kommen würde." Al» der Jude Baruch v.m einem der Unterfuchungsdeamten über den Umlaug der ihm >m Kriege vom Präsidenten öerlieheneu Machtdeiugniffe gefragt wurde, gab er zur Antwort: ..Ich hatte allerding» etne deirächtilche Mach:, da» letzte Wort hatte ich immer zu sprechen, od die Armee oder die Flotte etwa» baden sollte, lag bei mir. od die Eisenbabnvenvaltung etwa» haben sollte, lag bei mir. ob die AUilktten oder ob General Allendp Lokomotiven bekommen sollten, oder ob diele in Rußland oder in Iiankreich oeiwendet werden sollten, alle» lag bei mir" War es wirklich nur der Jude Baruch. der den Krieg vorausgesehen batte f Ter deutsche, englische, französische und auch der amerikanische Generalstab. haben diese zu 99.99% christlichen Herren den Krieg nicht vvrauSgeiehen. ja bis m das kleinste Detail vorberettet? Uebligens. wir in Deutschland haben einen Mann aus den al! dieses was Ford schreibt aus das Haar paßt. Statt Jude ist das Wort Protestant, statt Baruch — Erich Ludendorff zu setzen. LieS statt Dtsrael — Napoleon! Und selbst den Amerikanern m Fords Antisemitismus zu viel geworden Der öffentliche Ankläger in Chreogo hat gegen -rt» anttfeaU tlsche» Blatt „Deaborn Jndepent»" „n, scharfe Ankla^.-schnft au»ge. arbeitet und da» Blatt wegen Veröffentlichung aufrel-euber Anüet gegen die Juden vor Gericht zitiett. — Dte Reichspost darf aber ruhtq weiterhetzen! Ter ivdi'che Iinanzlachvetkandige tnt amerikanischen Staatsdeparirmmt. Hr. Her>n> Klein, veröffentlichte dieser Tage die Ergebnlffe seiner Untettuchung über die Zahl der amenkanische» Millionäre wie auch Über die Größe ihre» Pennegen». Im Berichte Mr. Herrn- Klein» wird eine L'ffe von 50 Millionären angeführt, deren Bermögen nicht unter 40 Millionen Dollar geschätzt wird. Aus dieser Lifte befinden sich nur drei lüdische Namen: Jakob Schiff. Meier Guqgenheim und Benjamin Altmann. Was diesem Berichte weiter zu entnehmen ,ft. tft Cif Tatiache. daß die von Henry Iord und anderen Apoffeln de» Antis mtnsmu» ausgestellte Behauptung, die Juden kontrollieren die Banken, die Bör'en und wichtigsten Industrien, wnt von der Wahrhe» ent'ernt ift. denn die Bermogen kommen nicht einmal dem Bermögen de» bekannten Multimillionär» Carnegie oder Werhäuicr» gleich, geschweige denn dem Roekeleller». Tie jüdische Ardeitersürssrge. B»chum Zweigstelle deS ArbettenürsorgeamteS der Jüo»Organisattonen Deutsch« landS. Zentrale Vertln. ist in der Lage, für jüdische AuS« lünder die Beschaffung von Heimatpäffen in einer Reihe von Fällen zu vermitteln bezw. zu erleichtern, sowie auch dte Legitimieruug durch deutsche Personalausweise zu er» möglichen Die Sprechstunden der Arbeiterfürsorgestelle finden täglich außer Sonnabends von 9 — I Uhr vormittag» und von 4 7 Uhr nachmittags sSonntags von 10 — 11 Uhr vormittags) Wittelebacherstraße 5 statt. Lokales. Aron Kober srl. A. Ern schwerer Verlust hat unffre Gemeinde und die gesamte Judrnhert betroffen: Aron stober ist nicht mehr. Wre ein Lauffeuer dutckeilte diese Trauerkunde am Montag, den Ml. Oktober unsre Stakt. Mitten aus dein Leben und aus der Arbeit heraus hat ihn der Tod ereilt. Wir wollen versuchen, den Weien und Wirken dieses seltenen Mannes gerecht zu werden. Aron Kober stammt aus einer bekannten alten oberschlesischen Familie. In fernem Geburtsort Kieserstädtel wirkten lerne Eitern rm altiüdischen Sinne Nach dem Tode des frommen Vaters wrdmete sich die Mutter mit Hingebung der Erzrehunz ihrer Kinder, und ihr ganze» Sinnen und krachten ging dahin, fie im Geiste ihrer Ahnen zu frommen Juden heranzubilden. Die» ist rhr auch in vollstem Maße gelungen. Mit ganz besonderer Liebe htng dte gottessürchttge Frau an ihrem Sohn Aron, den fie. um ihm eine recht ftomme Erziehung zu geben, m Halberstadt die Schule besuchen ließ. Dort lenkte er mit großem Eiker bei dem verewigten, hochverehrten Rabbiner

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