Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 33 (26.8.1921)
- Date
- 1921-08-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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36. «»P« 1331. IWtWe daß man Person», die notorisch ßaalenlos find, die aber zufällig ' noch Arieolfcfemn nach Deutschland gekommen find, nur mit geonffea Einschränkungen, wie da» Arbeiter« fürsorgeamt fich an»drückt, Legitimationspapiere mit der Bezeichnung .staatenlos' erteilen will. Der Minister setzt sich selbst in» Unrecht, wenn er hier objektiv die Berechtigung solcher Legitimation»papiere anerkennt, die Ausstellung aber, oder die Form der Ausstelkuna davon abhängig macht, ob derbet'-effende Ausländer tu die Kategorie der Staatenlos» füllt, die vor oder nach dem Kriege nach Deutschland gekommen find Da» find willkürliche Unterscheidungen, die in einem Rechtrstaat nicht Vorkommen dürft». Wir fordern da» Arbeiterfürsorgeamt auf. mit aller Energie bei seinen weiter» Verhandlung» von der Negierung eine befriedigende Regelung dieser beid» Punkte zu verlang» Aus aller Welt. Die „Weisen von Aion". Die sog»annt» Protokolle der .Weisen von Zion', die in der antssrmrtisch» Agitation der ganz» Dell seit einiger Zeit die Hauptrolle spiel», find seinerzeit von der .Lime»' trotz ihrer Sinnlosigkeit ernsthaft behandelt und besprach» worben. Die .Deutsche Loge-zeitung' hot sich damal» ausdrücklich aus die Autorität de» englischen Platte» derus« und damit die Aufmerksamkeit begründet, die sie dem Machwerk zugewandt hat. Alle deutsch-völkischen Zeitung», die Der sechirr von Ehre. Treu« und Zuverlässig' keil, diese strahlenden Sonnen der Wahrhaftigkeit, als deren Symbol da» Hakenkreuz gilt, sie alle haben mit Schmatzen und Wohlbehagen ihren lieben deutschen Mitbürgern diese Protokolle als Wahrheit vorzesetzt Und so manche» Blättchen. da» im Zeichen christlicher Menschenliebe erscheint, hat sehr durchsichtige Bemerkungen hinzugefügt, die mit dem Gesetz von der Nächst»» und Menschenliebe ga»icht harmoniert». Die .Limes' ist e» jetzt, die feststellt. daß es sich bel dem Buch um eine ziemlich einfältige Fälschung handelt. Da» Buch war im Jahre 1905 von einem russisch» Beamt» Sergius Nilus verbsi»tlicht Word», der de» hauptete. von einem Freunde die Protokolle eine» geheimen Kongresse» erhalten zu haben, d» eine jüdische Organisatron in Pari» abgehalt» hat. die sich zum Ziele gesetzt hatte, die bestehende Zivilisation zu stürz» und eine jüdische Weltherrschaft zu errichten. Durch Zufall ist jetzt der Koustaativopler Korrespondeut der .Lime»' zu der Fest« stellung grkomm». daß dir Protokolle nicht andere» find. >>»*• nur die N-r . xt.-xu v :>:• .e >."! tr . .. J-*>; /rä»vi*liuLi : i "•* - x.;.Uin - 4'.. •S -ntf V,-. ui*. oti '..i (U- ,. at; XIX. Siede. hu* un contemporam.' («io Zone, gespräch in der Unterwelt zwischm'Mochiavel und Monte»» quieu. oder die Politik Machiavellis im IS. Jahrhundert. Don einem Zeitgenoffen') Kurz nach dem Erscheinen de» Buche» wurde von dem P«iser Polizeipräsidenten Haußmann al» Berfaffer da» Pamphlet» der Pariser RärtSanwalt und Publizist Maurice Ioly ermittelt. Und Foly erhielt 15 Monate Gefäigni». Ein Exemplar de» Buche» befindet sich im Britischen Museum. Ulf» wieder ein so sch»«» Agitation»«ittrl dahin I Ach. Herr Pros. FreytaUh S«inghvv«. ans wo» kann »an denn jetzt noch bauen, auf wen jetzt noch vertran». wenn selbst die .Weis» von Zion' kaput gegangen find. Der Nnmerns clansnS an der Wiener Universität Der Drill» btt ottbijiniltben FatuULt bet Wiener Unioerfität tri 4SI (olgenbe Kundmachung? .Im Wintersemester 1921-—22 beginnen bie Jnstriplionrn fQt Inländer am 86. Centembn 11,21, fit VulMnbtt am 10. Oftobet. tttflnt JRongel* an aulttiibmtbtm Unftrrichi»- material in bet Ünatamie Dttbtn in ben rtftrn Jnhrgong nicht rnrht all 100 Einbirtrnb« ansgrnommrn werden. An» dem gftichen Grunde kann jrnrn ausländischen Siudieeeftden be» ttfttn Siudienadschnitftä. bi« tt|l im Sommeesemestn 1821 ihm Sludftn begannen haben, «ine Wftderaufnahm, im Bintersemefter 1821—22 nicht oetblegt werben ' Daz» schreibt bie .Wiener Margen-Zeitnng' r Der Delan will also ba« Programm Wader» auch an bet Universität sortsähren <t lägt Ctubenten, bie mitten in bet SCcbeit stehest, fftt ba» Wintersemester nicht zu und he» brotzt Susländee in dem Weilerstubium. Die Univerfilüt kommt gang aus den Wader. Dabei schnorren diese Gesellen aber reden Juden an, wo immer sie seine Adresse ersahren. Bald bei Rothschild, bald in Amerika. Und die Jaden geben noch Geld s»r diese Leute! Die antifewitischnn Mitglieder bet Menso erhalten billige Poft bei bet 34bin Echwaezwald! Die Universität will seht ein Ehrenzeichen stiften Wir schlagen da» Hakenkreuz vor Okerschlefischen „teolscheu" Aabrikherre» zur Nachahmung empfohlen; Eine edle Toi müssen wir dem Atzdnikee Fabrik» befitzer Hanse nachrühmen. Haas« ist. nachdem sein Bahn während de» Ausstande« sein Leben lassen mußte. nach don Reiche verzogen. Die Fabrik steht seitdem still. Daneil die Arbeiter durch den Gtillftand nicht in unoerschuldete Not geraten, hat Herr Hanse die Lank angewiesen, seinen Arbeitern, soweit, sie noch keine andere Beschäftigung gesunden haben, ftüchentlich 100—150 Mk.. je nach der Arbeitlbauer, zu zahlen. Den besonder» langjährigen Arbeitern hat er in hochherziger Weise noch eine Abfinbunggsumme ist Hühe von 1000 bi» 9000 Mk. zukommen lassen. Die Gtebeudüraer Orthodoxie gegen den Zionismu-. Aus dem Anlasse, baß die Sieben btrger Zionisten in ■e -<» einen Kongreß abhallen wollten, haben II der anehentzsten orthöstePn Dbmabtinen 6iebenbtegenl und luuetungacnt, die sich weit Iber die Grenzen de» einstigen Ungarn hinan» allgemeiner Hochachtung und Anerkennung erfreuest, eine Proklamation an ihre jüdischen Mitglieder erlassen, in der Ire den Ziani»mu» al» »»jüdische» Gedanken al» eine Gesahr sür unsere Religion stigmatisieren und erklären, baß der ZioniZmul die Grundlagen bei jäbische» Glauben» schwächt und nntergräbt. Eie sorbern schließlich ihre Glauben»brttbee ans, offen und ehrlich gegen den 3iani«mm» zu protestieren und ihn weder moralisch noch materiell i» meierstgtzerr. Linen ähnlichen Ansrns Juden dort gehalten In Jemen zählt man heute etwa 12000 gläubige Juden, die ihren Typus rein und unverfälscht gegenüber den eigentlichen Etborabern bewahrt haben. Eie konnten die ganzen Jahrhunderte hindurch wit den Glaubenlgenossen in anderen Teilen de» Orient» Berkehr unterhalten, blieben auch im Lefitz der jüdischen Literatur und Sprache, haben aber eine politische Ralle nicht mehr gespielt. Die Berüffenilichung de» Pias. Mvbeeg wird weitere» Licht ans jene Lorgänge de» letzten Berzweislungskampse» Wersen Nebenbei lernen wie hier die Quellen kennen, au» welchen der Reiigion»stifter Mohammed seine Äenntni» de» Judentum» und de» Christentum» schüpftei er bedurfte dazu keiner Reisen; beide» hatte er im eigenen Lande. Bücherdesprechnng. ..lag" . Cine besonder» den deutschen Männern. Fennen und - Kindern.— denn bi» in die Kinderstube tragen die Deutschvölkischen da» Gift de» Gazänl» — empfohlene Schrift hol der rührige Philo-Berlog lLerlin 588 68. Lrndenstr. IS) untre dem Titel »Die deutschen Inden al» Soldaten im Kriege 1911-1918' Mrauigegeben. Diese statistische Studie ist von Dr. Jacob 8 e galt versaßt und «it einem Lorwart von Pros. Dr. Heinrich Silbergleit, Drreftoe de» Statistischen Amt» der Stabt Berlin eingeteilei. Wir entnehmen dieser Broschürr solgende Zusammensaffung r 1. ca. 100 000 dentsche Juden haben am Feldzüge leilgenornrnen, da» heißt die jüdische Bevdilerüng m Deutschland hat restlos den aus sie entfallenden Anteil an KnegtftUnehmeen gestellt. 2. ca. 80 000 jüdische Kriegsteilnehmer find an der Krönt gewesen da» heißt, '/, aller jüdischen Felbzugbleilnehsteee, und zwar nahezu gleichmäßig in ollen Pern-inzen »nb Stanken, haben Var dem Feinde gestap.lxu 3. ca. 12000 jüdische Kcieg»teiln»hnrer Haler, dir Hr-mat nicht wiedergesehen, da» heißt, die deutschen Juden haben Llntopser gebeucht, die nach Lage der Dinge ourchaut ent- Pmchend sstch. 1. ca. «000 find krioglbaknriarts M aO t.tdrtmt warben, darunter mehr al» 2 000 zu Offizieren, da» heißt die jüdischen Kri»g»1eiluehwcc haben an den Srsatgen kriegerischer Leistungen in einer dem Durchschnitt Mindesten« entsprechenden Weise teilgenammen. Diese Tatsache» werben natürlich die Lügen und Lerleurnbnqgen unserer Gegner nicht verstummen machen. Aber der Welt werden fit den Lewei» geben, daß wir Juden unsere Wichten zu erfüllen wiffen. tat |»t|«i: Pt» ttrJfafrt »cfchtchpr. flBcfai n» ««fvem. 8dt>«nl^. firtt SR. 11— In her Diükuffiv», die sich in Bezug auf die palüstiuenfische Kolouisatton »n jüdischen Kreisen Iber Me Frage bet Nationalisierung bei Loben» und bet sozialen Probleme, die damit zu Zusammenhang stehen, erhöhen hat, fehlt e» leibte gänzlich »st jener wissenschaftlichen ßnndiernng und gründlichen Kenntn!» der Tatsachen, die znr Lntscheidnng eine» derartig schwieriger- Problem» notwenbia ist. ll« diese mchr auf dem Boden gesühldwüßiger Erwägungen stehenden Erd rt eräugen eine wrffenschnftliche Grundlage zu geben, hat de« «erlag die gleichzeiita »dermtttftte Schrift don Nathan den Nathan, »Die Ltchpncht', Geschichte, Wesen und Reform, herausgqeben. Da» Buch, in dem die palästinensische Frag, Überhaupt nicht behandelt wird, bemüht sich, Geschichte n»h Wesen der Erbpacht in wiflenschaftlich einmnwbfreier Weift darzustellen- Die saust vor! regende Literatur llber die Erbpacht ist mehr o!« dttrftig. Die «chliststeEer, die sich bilher mit Metern Thema oesaßten, behandelten e» nne beiläufig im Zusammenhang «ft anderen Themen. Hier aber ist der verlnch gemach«, llber d^ Wejen der «eb- »ach« durch llntersnchang ihrer histartschm Formen Klarheit zu gewinnen. Die Peinztpien. ans denen die Erbpacht all saem brächen maß. werden klar Da» »ach alsa hat die von allgemein »iffenschaftüchem Wert >» Metten» gleich»«, dft «enndla» eine veenllnfti» DiäknsfioaeinerbrenmndenpalästtneißlchenSewgenbMg» hat nach der wekSerühmte De«ftr Rabbi Jecheslr, Paneth an die vethadazen GiebendOrgen» gerichtet, indem er jeden wahren Inden mit größte» Rechdruck warnt, stch non der Zionistenpersammlung ftrnzuhalten- ‘ Die „tolschewistischen" J«»e». Laut »Pest« Llotzd' ist >» der Märttzrerstatistik zur Zeit de» ungarischen Kommunitmu» die dortige Judenheft mit 11, b Prozent vertreten, obgleich die jüdische Ledblkermeg im Allgemeinen nur 5 Prozent der Gesamibeoblleermg ansmacht. Auch daran» läßt sich schließen, wer unter der Bolschewisten Herrschaft in Ungarn nm »eisten gelitten hat DrotzN« Frivoltttt. Teotzki hat hem Moskauer Rabbiner Mnze »itgeteill, daß seiner Ansicht stach nMigenfalflbt* gange jäbische «oll dem Gelingender kommunistischen Jtoetn neapfert «erden müßte, and daß e» sür ein Ball {eine schtznere Ausgabe wäre, al» sllr ein so hohe» Ideal zu sterbe». <Rabbiner Maze hat offenbar Trotzft erneut ans Me Gefahren ausmerksam gewacht, die dem jüdischen Botte vorn Kommuniämu» her drohe») Wall Whitmau — et» Salyter. Daß alle Nntiftmlien sehr dumm, sehr unwisftnh nah sehr ungebildet find, daß ist eine Tatsache, die schon Rttzfche sestzuftellen de» »stem, Gelegenheit hafte. Bil zu »elwe« Grade oder dieft anttlemüilch-denqch-vällilche Diunmhe« und Unwiffenheft geht.-davon kann sich nur der einen Begriff machen, der stch zuweilen Me Mühe nimmt, eine» gelehrigen Hakenkreuzter zuzuhdrrn oder einen Blick in eine der onftftrnitischen Zeitungen zu tun. Go staden wir z. v. in der .Wahrheit', einem Schwesterblatt bar .Deutschen Zeitung' und der .Täglichen Rnnbschan' (Re. 30 vom 21. Juli 1811) saigende Notiz: Die .Eozialisttschen Monatthefte' deschäftigen einen Dauerdichter.Walt Whttrnan'. der vermntlichWalter W^i^mann heißt. Er entringt stch z. B. svlgente .Ich finde, ich hnde Gneis in mir, Kahle, langstdiiel Moo», Früchte, Korn, eßbare Wurzeln, Und bin »U einer Stuttntnr von Bmslßlern und Bügeln Iber und Iber bedeckt.' Zoologie auch mangelhaft, lieber Wetßmann: ivft Tierchen. Me Gie offenbar meinen und dft in Ihrer Heimat sich großer Verbreitung erfreuen sind — Sechlsttßlert Diese Oeben. deutsch-oäwschen, echt-germanischen Herrschnften halten all» Walt Whitman sür eine» noch s' mit 8dnta beMMen, gnlVfth-fttdtsMn. »an den llstischle ManÄlßeäen engagierten Dichterling . Me nicht, Ms» jeder KmlKrWUmtz, MO» jede ßdßsüe % schlftrin, daß Wall Whitman nicht nur der grüßte Dichter Amerika« war and ist, sondern vielleicht die erdhie tkscheinnag. Me Me WÄkiteratur seit Goethe gesehen Hit, mit Homer, Dante und Shakespeare in einen» Ate» zu nennen. Sie mtffen da» nicht, man hat et ihnen nicht gesagt, und sckbst dft Größe und Gchtnhett Whitmanscher Berft Epfinden, dazu sind sft natückich zu dumm und zu — nnd sa patsch« sft mV der Ihne» anzeierine» .«ültischen Ehnzpe in dft Blamage httwin. Welch ein Feld eedffaet sich hfte Mr «ttsemittschea Damm- und Fevchheftl Wft wäre «1, wenn dft Ritte» der .Wahrheit' einen Streitzng durch die Weist» Gebiete der Wevlitömtne machten, dft ihnen ja esftuter Sollft stch nicht nach erprobter eim ftrra incognlta ist, Sollft Methode ieststellen laffen, dah Homer den Bornemeu aistentüch Dantele« hießt - Itßt doch s- Isidor trug und da» Dauft Seine bedenklich gebogene Naft läßt doch da». Gchlimmpe, nermnten- Krisch aus als» zar srdhlichen Jndenjegd tu ' den nneegr« Wachsten Eftstldeu der WEftvetn e l Wot sür Angen werden dft .WnhchMnchee' machen, me«, sie finden, daß dft htlste der Weltüteraiar pan .Jnd enfitmmllngen' stammt, daß Geethe eigeiiiich K:anks«tee nnd daß Inder da» ist nun wcrÄich mahri der Sitftee der dentsch-nällischeu Ebristenrrligian nicht Jesn«, sandmn Jeschna Davidiahn hieß. I »art IMrtaik I Sei . I.ni j «G«Ma» mLtb. SM i» Am» im im St tl icbcaM.i SLSSSStSSSJA Wna itelaäa ciMMb Mm »wtewmlmstchm «chtzwmg getan« rt feä'je »MnM- M-MPstgml, ,bft M. lwe ß« puage ueem wochM. stnuchwltm aee bern «Memnunäeuch w»«e er neten Mm Ww GchckbewaanMM »»eiesckeiMe ge noch der »wUeU,, notzm er pwen gvoMeepepM ea, bchM ftfBtft äav mm OMWsA» sLtft- —itJ—