Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 32 (19.8.1921)
- Date
- 1921-08-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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6fitf 2 Jfr. 82 Jüdische Lolktzeitung 19. «igof 1921 Die „Schlesische Zeitung"! Die .Schlesische Zeitung" hat als einzige der hier erscheinende^ Tageszeitungen die Erklärung des deutschvölkischen .Schutz' und Trutzbunoes" über Angriffe auf Hakrukreuztrüger veröffentlicht, nehmen wir an im guten OHauben, daß dies« Erklärung den Tatsachen entspricht. Der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Ortsgruppe VreSlan. hat daraufhin der Schriitleitung der .Schlcnfchen Zeitung" dos ganze ihm zur Verfügung stehende Material für die tatsächliche Bewertung de- Haken kreuzeS mit der Bitte um Veröffentlichung zugeheu lasten. Trotz wiederholten Ersuchenist dres nicht geschehen. Hierdurch zeigt die ..Schlesische Zeitung".- was dem Eingeweihten allerdings schon längst klar war. daß sie ihre Politik mit den Mitteln de- RadauantifemiUsmuS. der Hetze. Lüge. Verleumdung und Gewalt zu verfolgen gewillt ist. Einen Beweis hierfür bietet wieder die in der Nr. vom 11. d. Mi«, erschienene Notiz betreffend die Vorgänge in Memmingen, welche das skandalöse Verhalten einer von antisemitischen .deutschen Männern" ausgehetzten Volksmenge gegenüber einem Einzelnen — e4 dlerbe dahingestellt, ob er schuldig oder unschuldig ist — .eine gute Lektion" nennt Einen weiteren Beweis stellt in der Nr. vom 13- August das Eintreten für bie antisemitischen Zettelankleber in Bad Altheide dar. wobei die Bodeverwaltung deshalb getadelt wird, weil sie sich gegen eine derartige Hetzpolitik in öffentlichen Anschlägen ver wahrt und die Hetzer verwarnt - Die ..Schlesische Zeitung" spendet also der Lynchjustiz und der feigen und verleumderischen Zettelhrtze ihren Beifall. Angesichts dieser Pvbelhaftigkeit wird man wohl nicht Lmhln können, endlich einmal öffentlich die Frage zu disktsinren. wielange noch jüdische Mitbürger Familien- und GäsHüstSanzeigen diesem Organ zuwenden werden. Es muß sestgeftellt werden, daß sich hier Schuldige in allen jüdischer' Parteien finden. Vielleicht bringt die öffentliche Diskussion Abhilfe. Dir veröffentlichen im folgenden wortgetreu die der .Schlesischen Zertung" zugegargene Erklärung: Sehr geehrte Redaktion' 3n der *r. »Kchiefi chen Zettuni" oom .11. Juli L. 3». bnnga^Cif unter der Ueder'wrifi „Angriffe da« Hakenkreuz einige Bvrfääe zur Sprache, in deren kiele- Abzeichen seinen Trägern gewaltsam abgenommeu wurde, sie knüpleu daran die Bemerkung, dal Hakenkreuz sei ein ura'ie« Koludze:chen und werde auch von Knslägdern getragen; Träger de« DavibstenieS noch nicht avgeqritten worden. Hierzu gestatten wir un«. Ihnen folgende« muzuteilen: Tie Auskchrettungen und Gewalttaten geoen Träger de« Hakenkreuze« stnd durchau« zu verurkeilen. So bedauerlich sie sind, so begreiflich werden sie „doch für den. dex. weiß daß geiade unter de« Zeichen des Hakenkreuze« gegen die jüd-ichen Mitbürger Gewalt ge- »eahigl und auAqesibt wird. Info-ern ,8 e« durchau« v«tehrt. den Pauidnern mit dem Hakenkreuz in eine Reihe zu stellen. Denn noch ute hat ein Träger de« Tasidsteme« da» gleich« gegen Anbei«- gläubi,e getan oder >.ew»llt. Daß da« Hakenkreuz mit Stecht al« Abzeichen der Gewa'tanwendung gerade gegen Juden gilt nnd dafür selbst in den Kreisen der deukichnationalen Volkspartei gehalten wird, wogen folgende einwand«ire> festgeste-te Tatsachen beweisen: 1. -Lud« Juni d. I«. durchzog eine Seldstschutzabre.lung Kreuz- . barg L./L.. die m.l Hakenkreuzen versehen war. nne Kahne ou: > einem großen i>akenkreuz sich vorantrage': ließ und dabei antisemitische , Lieder sang. , 2. Ende Inni b. Z«. waren ■ >ne inzahl Keeikorpsfübrer im Hotel .Kaiferhok" in Neiße zuiaininei. d:e sich lau: dahin aosließen. daß .Polen und Juden kein Pardon gegeben werden solle. solche ’ Elemente müßten in ihrem eigenen Blute ersaufen". Anstelle de« t Koppelschlosie« trug eine Anzahl dieser Personen ein Hakenkreuz aus I Messing. I 3. Ende Juni d. I«. wurden :n .'keustadl L. C von Angehörigen süddeutscher Kreikorp» Häu er und Zäune Mit Hakenkreuzen rerleben. hinter denen di« Worte ',.Tod den Juden" stand. Herr Sladlpsarrer Hübner wie« damal« in de: Kirche ans die Niedrigkeit solcher Handlungen brn. 4. flm 20T Juni k. 3«. versammelten sich m Revdork Kreis Rosenberg e'wa Angehörige de« Selbstschuhe» - in der Mehrzahl Studenten - um den Wagen zweier iüdilcher von den Polen ver ,rieben,r E.nwobner und bedrohten sie m.t den Rusen ..schlagt die Juden 101 . ferner bemalten sie den Wagen mit diVem sah und mit Hakenkreuzen. >». Au' der Kadrt nach Lber'chlesien liegen gegenüber den mitfahrenden Pa>"rg>eren Angehörige de« Ireckorp« Obeiland. die sämtlich Hakenkreuze trugen. dahin auS. ..Erst lagen wir k>e Polen rau«, dann schlagen wir die Iudenkvpf.' e:n". 6. Am 20. Juni d. 3». zog Genera! ho»er de, einer Besichtigung eine« Lazareii« in Reustad: C. S. einem Angebörlgen des Kreikorp« Oberland da« Halentreuz an» der Nniloem derau». m:l t«u Worten: „®ti stad doch Nicht dazu da. hier llnem-g'e.i zu läen. sondern Einigkeit zu stiiten". 7. T't Propaganbaadteiluiig de? Seldst'ch.itztS .e^chlesiei. ltzrurpe Sderlant vertreten durch Hauptinann Römer, bat unserer Lnsgruppe München mit der fVt„ um weiteste Verbreitung folgende Erklärung abgegeben ^Dl, Gruppe Lbeelank de? seldst'chuye« Oberschlefien bat Ikde innerhalb ihrer Kormnio-: getriebene Propaganda ntij »orp^efek vom 11 3 -Ni v.-N.-oten. Die Entfernung der Hakenkreuze auf den Sialilbelmen ‘:n:ur SderlSndter wurde mit gl'ichem Bekehl aitgeocdnet'. Hieraus geht beraor. daß aub Gruppe Oberl Nit da» Hakeutreuz al« Weichen de« Radaua>::.'eui>tiSmu« ansiebt Au« deu oben angeführte: 5a»a.r>m ergibt sich ferner, daß der Korr-be-ebt unbeachtet blieb. -. Zn der Anlaae uverreich-n wie eu, Klugd^ltt m>l der lieber' schritt Macht ganze Arbeit m-l den .'luden! Bestien reizt man Nicht, man koket sie" Diele« Klugblair entnimmt semen Inhalt den Schilf en den Hakentreuzverlrge« -n LreSden-HeÜervu. r«. Der Deuliche Zugenddand Billnarck lagt in seinen Statuten: „Dir verurte-Ien au«s schärfste f,de Heye gegen Kremdvolkilche. Um auch den ger-ngsten Snlcheu« -d i'en zu vermeiden, bnten wir nnlere Mitglieder brS Hakeekreuz nuvt gleichzei'ig im» unieiem Bund>-rabzeichen zu iragen". H'er w-rd von teutlchnationaler Seite da« Hakenkreuz alte al« Zeichen der ^erdeyung bezeichnet. 1<*. Der Berliner Buddhistenbund hat bereit« während de« letzten Gin'ere eine Erklärung veroffeiiklichr, daß er da« von ihm bi« dahin al« Bunde«adze:chen getragene Hakenkreuz ab.ege, da e« in Deutschland für die Zwecke voiiii'cher »nvaltpropaganda mißbravchi werbe. 'I I. Besonder« ,n den ieyien Wochen find zahlreiche Hiiu'er Breslaus, darunter auch die Neue Lvnrgoge, nacht« mit Hakenkreuzen bemalt worden. Wü'de M« Hakenkreuz nur al« ein uralte« K iliabzeichen angesehen, fo wären bikie Bemalungen unverständlich. Wie envarien van Ihrer Lovaiilär die Lusnahiiie der o.'rsteheiiden Erklärung in der Annadu». daß Ihnen an der Keststellunz der Wahrheit liegt -Hochachtütigsvoll Zentral Berem Deuncher Staatsbürger lüdischen Alanden« Lnsgruove BreSlau. Was .Treue zum gegebenen Wort in den Kreisen der Schlesischen Zeitung" gilt, möge folgendc Tatsache illustrieren: - In Breslau sind die Zeitungen einen Burgfrieden eingegangm Bei der Atnoesenheit des Reichskanzlers in BreSlau haben die Parteien und mit ihr die Preffe im )ntereffe Deutschlands diesen Burgfrieden erneuert- BiS jetzt ist eS allein der .Schlesischen Zeitung" Vorbehalten geblieben, diesen, gegen die gute Litte de» IournallstenderuseS verstoßenden Burgfriedensdruch zu begeben, zu einer Zeit, wo alle Kräfte zufammengefaßt. zufaininenqeichlossen sein sollten, zum Wähle Deutschlands! Das ist die so gepriesene Vaterlandsliebe dieser Herren' Die Wahrheit über die Vorgänge iu Memmingen. WT V. veröffentlicht über einen organisierten antisemitischen Aufstand gegen die Juden diesen Bericht: Me««iage». 8 August. Am Lonnabend abend kam es hier, dem ..Memminger Dolksblatt" zufolge, zu stürmischen Szenen. Eine Volksmenge zog vor das HauS des KüfehändlerS Wilhelm Rosenbaum und verlangte von ihm. daß er die Mtlch billig für die Stadt liefern soll. Rosenbaum erklärte, daß er die Milch täglich nach Nürnberg sende und daher nicht in der Lage sei nach Memmingen zu liefern. Es müßte ihm erst von der Landesf«rtl?tefle eine Einwilligung hierzu verschafft werden. Rosenbaum versprach, seinen Eivfluß bei den Käsern geltend zu machen, um billige Milch in die Stadt zu liefern. Die Demonstranten sandten hieraus eine neuerliche Deputation zu Rosenbaum, die von ihm die Zahlu»g einer halben Million Mark für die Armenkaffe verlangte. Während dieser Verhandlungen halte sich die Menge vor der Villa Ro'enbaums auf mehrere hundert Personell erhöht. aus deren Mille Rufe laut wurden, wie .Heraus mit dem Schieber" .Heraus mit dem Juden!" .Anden Galgen!" Die Deputation kehrte unverrichteter Dinge zurück und suchte die Menge zu drschwichtigen; ti war aber umsonst. D:e Leu e schrien: .Alle Juden gehören an den Galgen' Damm begab sich eine Deputation zum 1. Slaalsaitwa l und verlangte die Dirhaftung RojenbaumS. Bar der Villa erschien Bürgermeister Braun, um die Deinonstcanten zu-beruhigen. wa< jedoch auch ihm nicht gelang. Tie Situation wurde immer be* drohlicher und, ats daun der Haftbefehl des Staatsanwalts. emtraf. forderte die Menge, daß Rosenbaum her- •’ji, rtri)£'m 3iiq« wurde R. durch die ganze Ohne mit Vaterlandsliebe Y ..- und Beschwerden und Kränkungen zu achten, die 9' Juden für unser Eintreten für Dei'klck^'nd mefr' l - :;'U ul.l , den Keinden de? Deutschen Re:,., gerade aus den Kreisen, zu denen dir . Lchlesitm sich daS zweifelhafte Vergnügen macht, zuzur^iynets füllen wir Juden unsere Pstichten als deutsche Staats bürger weit über das Maß e:nen von unparteiischer Se..e, einzeleiteten Vergleich Über die Leistungen ruhig und bescheiden lebender deutscher Staatsbürger jüdischen lsssarckens. die als Kausieute. Gelehrte, usw. oder als Studenten ihrem Erwerb, ihrer Famikie oder ihrem Studmm leben, und der Kreise der um die ..Schlesische Zertung" gelagerten .Vereinigung blasierter Besierwisier. Nörgler und Hakenkreuzler" zu ziehen ,Pfi unt »t ror - .i yece 6)\' alles . ^bekaKgltiv— aufblet«. daß bracht Die Schutzleute mußten Es wäre einmal rntereffant , Ro enbaum Nicht erschlagen wurde. stach dieser Demonstration begaben sich die LebenSuntteldemonstranten zuin Pferdehändler Max Guggenhclmer und zum Hadernhändler David Sommer, um auch dort Rodau zu machen, trotzdem die Letztgenannten mit dem Handel von Lebensmitteln nichts zu tun haben. Die Demonstcatronen scheinen von langer Hand vorbereitet zu fein. Wie ieststeht. ist die treibende Kraft ein gewisser Dr. S-ciuS. ein in Memmingen ansüfftger Arzt, der ¥ > Markthalle Nom« war der Gruiidlvpu« der ersten Kirchen, und dadurch wurde der HoNesdienst verallqen,einelt und auf bie ä'-'ßt Masse de« Volke« avszedebrn Eine gleiche Erscheinung bietet >m« die Bewegung der Reformation. Die Bibel, bislang nur im Dienste der Seistllchkeir. wird durch die deutsche Uebeveyunitzkurber« Sememqat de« ganzen Volke«. Mit Bewunderung siebt der einiachk ',-dlichte Mann, dein da« Buch der Bücher bisber ein mit sieben Liegeln verschlosieneS Aedeimni« war. eine neue un.eabnie Welt sich eröffnen, er steht den großen Schatz geistiger Tätigkeit inu ieinen Augen unk erkennt auf einmal daß er durch lange Zabrbunderl« am Eangeißaode der Plaffen geisihrt wurde. Der Wellenschlag dieser Brwegung verSrniek fich über ganz Eurava und;» t-,n von (Gebirgsketten um riaglen Siebenbürgen stauen sich keine Dellen und geben beste bcber. Di« letzte Konsegueu, au« den tllßliei: Werten Luther« und Ealvin« zieht die unitari'che llirche. die tm Sz< Neilaiide entstanden ist. Die toleranten Gesetze, welebe die -reie NeligienSubong in S>evenbürgen ermöglichten, standen damals in Europa einzig da. Ein „der durste da« Evangelium nach 'einer Nunasiung verkünden. Zwangsmittel tollten zur Vekehrung de« Belker nicht angewendet werden. ..stutemalen ibr Gewissen dabei nut: derubig» tft-. Iobanne« Vlandrata. der Kllbrer der Nonarier in Polen, desteundel sich mit Kranz Davidi«, dem Hof!aredkger de« Kürzen Job- Siam, reu Slebenbürge!: und begeistert ihn für die Lache de« U>,,tari«mu«. Dar nun da« starre Trinitalsdogma in Siebenbürgen geschwächt und der Luiorität de« neueu restawenie» die de« alten mrgegcngesetzt. so warnt alle Grundbedingungen gegeben für eine Sekte, die zum alten Testament und späteihin zum Zudentmue zurllckkebre« sollte. Diese Sekre ist die der Sadbataner. die in deu drei Epochen ihrer Entwicklung sich allmählich dein Iudenlume nähert, um endlich m demselben völlig aufzugehen. ^rctz der bärtestnrwBersolgungen. bie ste zu erdulden hatten, hingen sie mit der Kestiqsteit der lieberzeugvng an ihre» Glauben und ertrugen die hanesten Verfolgungen für deuiekbeu. Der Mann, der die redren de« Kranz Tavidi« weiter entwickelte und somit al« Begründer de« Sabbararienums derrachkr« werden kann, ist Andrea« Ecffi. ein bochadeliger. begüterter Lz^kler- Iu seinem -eben hat ihn da« Schicksal >chwer deimgesocht: er »crlar stühzeilig seine Krau und ferne Kinder. Am Abend seine« Gebens lag er gelähmt daruieder. und m einsamen Stunden verneste er sich in die -ehren der Bibel. Er gelangt« zu der Erkenntnis, daß die gewaltsam unterdrKckten -ebren der helligen Schrift die nnzrg wahren, aber noch immer nicht vollkommen wahrm sind- So legte stch der einsam schlicht« Mann ein ganze« Religionsktzstem« zurech'. Sei» dirch keine theologische Bildung überbürdeter Geist hat die Watzrtzesten, d«e a erkannt, desto Heller begriffen und desto deutlicher " E» rühwt stch deffeu. daß er »«der Rhmorü nach „da Hoben viele Sprachen" studiert, daß er keine Theologie getrieben I bat. kenn nicht dann besteht da« wahre Heck: I Wei«hen. die von Äcil un« ward, genügt un«. Wir brauchen nicht der Menschen blöde Weisheit.^ , Tie Lndanger^eine: Üehre waren die Bewohner seiner Herrschaslsgüter. die mit idrem Herrn zugleich den lüdischen Ruhetag in Ehren t hielten. Da« war d e erste auffallende Rtiierung de« nene- Religion«- stifter« und darum erhielten sie den stkanien Sabbalarier. Eoff, hatte! einen Adoptivsohii. den späteren Kanzle!- von Siebenbürgen. Simon I Pechi. der mit den Besitztüinern «eine« Pstegevaler« auch Inn geistige? Erbe iibernahm. der der neuen Sekte eine solide Bast« verschafft, ein eindeitliche« Gepräge« gegeben und es dem Iudei>rum nähergedrachr hat Allein diese Tängkeit Pichi «. die allerdings untere Aufinerkkamkeit verdien:, wirb gänzlich verdunkelt von einem Umstande, der nt der ganze« Geschichte der Menschheit deisvirllo« dasteht. Snnoit Pechi« der Kanzler Siebenbürgen«, der als Berttanler leine« Kürsien in die Ereigniflc de« dreißigiährig n Kriege« entscheidend eingegnffen bat. der Manu, dem be> dem Hainburger Nnterdandlungen vom Kaiser Kerdinand ll. der Zürst-'^ibron Siebenbürgen« in Aussicht gestellt wurde, venie«! fich in die Schniien de« raddinilchen Judentum. übersetzt die Bibel. koiiinilMiert die P'almen und die Sprüche der '?aier In «»liieir trieg>'besthlen zir„r: er di.- Weisen de« Talmud». übersetzt da« iepharbiswe Gebetb.ich. den Mibchar Ha-Peninim Gadirol«. da« Mille L'Abolh Iolef Ebaiun«. die Örchcth Chaijim de« Rosch. macht Auszüge au« Tue- und Lcholchan-Az»ch. und da« alle« m ungarischer Sprache. Dahrlick. eine bei'piells« dastehende Erscheinung Allein Nicht lange 'ollte der Glückästern der unter Pechi« -eitung stark angewachsenen Srele leuchten. Der mackmge Kanzler hatte den Hodepunft seine« Glücke« erreicht. e< sollte der Sturz kommen. Lhne von 'einer Schuld eine Ahnung zu baden, wird er aus Befehl de« mißtrauisch gewordenen Kstrsten Bethlen Ende Mai oder Anfang« Iun. de« Jahre« 1621 in Großwardein verhaftet. vm> dort in schweren Ketten in v« Kestung Lzamor-Ujvar gebracht, wo er mit Grausamkeit behandelt wird. Rach einer beinahe vierlhalblährigen Haft wird er am 22. Rovember l 624 gegen Bürgschaft da Stände de« kande« und fast de« ganzen Hochadel« defre» Bon ‘ sftoen konfi«ziertev Gütern w-.rd ihm nur rin«. Szeitt-Erzsedet zur-ckgegrdei^ da« er fonad ni«be verlaffen durfte. Da von seina Hohe io jäh gestürzt, Staatsmann ueht sich vom öffentliche« -eben und sucht i« der oben erwähnten w'ffenschaftliche» Tätigknt Troß gegen de« Schicksal« Tücke. Er tntt im geheimen m Verkehr mit den iephardischen Juden, bie dawal« die Erla,bni« erhielten, sich i» -Siebenbürze» ntedazalaffen. und sielt sei» Gebet- «nd Ritualien- Vuch nach ,tzre» Musi« in unganftba Sprache zusammen. Rack de» tote Bethlen« wächst paar sein Einfluß wieda. allein »w monal erklommen» Ssirfe sollte « «e »ehr erreich«». E« ist aber a::ch kaum aazunediuen, daß ihn die Macht nach den traurigen Erfahrungen, die er etic&t haue, nsch besonder« angrzozen härte. Durch -eine vornehmen Be:7»and.'ti und durch seine »ttlvazwngte:, Verbindungen war er 111 geachteter und g-'nch-a Parteiaänger für den Kstrsten Georg Rako^i l. Sobald ad.-r dieser habgierige Kürst ftrun Thron gen tuend gesichert w-ßt?. :st er «uit große» , Ernste zur Autrettunt der Sektion geschritten 1 hierbei bandelte ei J sich für ihn in erster Reihe uw die Koiifizierunz de« vermögen der So brt:e 'x denn auf de» Landtage zu Karlsbarg. der im Jahre 163h nzie. eine Kommiffion entkender, die am I. Juli desselben Jahre? IN Dee« zusammeatrai und über alle, die sich t« kei.iel der geleyluch anerkannten Religionen bekannt hatten. abuNeUen solt- ..Zadenier" und m9MUxcxm wurden am festgesetzten Tage vor die Kommiffion geladen und mußten nach Konffszrering ihre« Vermögen« einen Reversi au«stell.'n. in de« sie sich verpflichtete», die ^Irrlehren", die sie bislang befolg», abzuschwürea und sich einer der gesetzlich anerkan >te« Kirchen anzulchließen. Dieser attscheidenhe Schluß, der alle Seltierrrei zu vertilgen d.-ftimmt war und der viele» ( Hunderien da« Vermöge», und die Kreiheit gekostet hat. war .eigentlich - gegen die Sadbakiner und ihr geisiize« Oberhaupt, de» nach de» / Tode B tble'i« wieder zu Vermog'n gelangten Swoon Pächi. I ger chte:. n5.f diejer »om Krankenbette nach der Fesiimg Ktva« ' geschleppt, zum Tobe verurteilt, dann wieder begnadigt wirb, u»; iVm einst 10 glänzende« -eben in dürftigen Verhältnrff" iw Jahre 1643 zu schließen, gehott zu den gemeinsamen Zügen aller Mänyrer. Da« Herrenhaus, da« er ernst beseffen. »nd m welchem eine Synagoge sich befand, ist heule eine Lagerstätte der Zigeuner. Seche Schriften, die er zur Verherrlichung seine« Gla»den«bekeunwifle« versaßt, smd noch handschriftlich vorhanden se» Kommentar zu d«» Psalmen dürfte in kurzer Zeit al« Denkmal der nationalm kiteeat« von der ungarischen Akademie der Wifleoschasten ediert werde». Seit semem Tode zeigt un« die fabbalansche Bewegung da« Bild de« all^hlichen «ersalfe«. so daß heoie nur noch drei Ka»rlie» sich zu ihr beftnnen; der größte Teil derselben ist im Jahwe 14-8. wie schon emganq« erwähnt wurde, zum Judentum übergewetta u»d bildet beule die Proselytev-Gm-eiade zu tzozck Ujsalu 1» SzerÜer. stöhle ttdvarheiy. Die« ist in kurzen Ilmrrffen da« Bild einer Bewegung, dt« derspiello« ,n der Geschichte der «eligionea dasteht. E» jeder, der de» Kamps der Ie«e« ein I»terefle entgezeuhrm-t. dürfte 1» di^er Bewegung ein anziehende« Bild erblicken. Da« Bild objektiv bärgest, lll zu haben, ist da« große Verdienst de« versaffer«. der -ich» und Sch«tteu >» richtige» Berhälinifft aiszetragen »nd z»r Reltgions- und Kuliorgeschvchtr der letzten drei Iahchnnderw etnen lowreflaMe». d,» »»u nur we»ibeachteten Beitrag getzesen hat.