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Jüdische Volkszeitung · 1921-08-19 · 32 (19.8.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
32 (19.8.1921)
Date
1921-08-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Die „JSftgche feottfuitng“ e^cheml »SchrnNtch an jede« Arettag tnfe tftmi dnrch Me Post, «c auch dnrch Mr GrfchSstrftrte zn» VrriLe »vn •trrtHAÄfrrfr^ Mk 4,50 trjtgm bei Abtzirimiq in der GeschSst-ßeLe Sit. 4.8b. Uillzri« ftonuan 40 Pf «4riWett»»* ul «erla*: fttnftKHtn Rtug 8016. •'ItiMM«: Rii| 872. •Ml««, kt GrichchBgeS« 10-4. Wt «»»LMU Kmtng. »UM nl Smnuu II —I D|>. Mtai M4lMmi UM Kif Mir Ir ■»OTMÜWini Arik Mn 70 «|, z-WÜMMri«» 4» Bt. -Sri «MM »rnl>l||iin ©ctjriftItilung und Beklag in Breslau. Kaiser Wilhrlmstrastr 8/7. — Zuschrift«» find dorthin ,u richten. Geschäftsstelle: S. Lilienfeld, s m. b. H.. Breslau l. Bchwridijitzrrstrast« 87. — Kür dt« »it R|»«| ßqetchnst»» AnWch«. welch, M* »ers»Nltch» Stttanri V« «rrsaffrr» in» »nSdriek drtiiri. »brpnlwwt die Bchrlstlritnng Iir dir »rrtzirsetzltche Brr«»twart»a^ m. zr Breitem, den 19. fluguf» J92J. 3«|r(M| XXVII Der Idealismus der Jude«. Al- Varon Hirsch die Erlaubnis der russischen Regie« n>ng zur Auswanderung russischer Juden nach Argenti. nien erlangen wollte, schickte er bekanntlich den Engländer Mr. White nach Rußland. Dieser erhielt, als er von einem russischen General Auskunft über den Charakter der Juden begehrte, folgende Auskunft: .Ich hatte während meiner langen administrativen und militärischen Laufbahn sowohl in den fü6> und nordwestlichen Gebieten, als auch in Beßarabien und Neurußland Gelegenheit, die Juden näher kennen zu lernen, und ohne mich zu den Philofemiten zu zählen, muß ich Ihnen sagen. daß mir die ruffischen Juden ebenso viel Mitleid als Achtung einflöß,n. Ich habe noch nie tin Volk gesehen, welches trotz de< entsetzlich,n Drucke«, dem eS seit Jahrhunderten auSgeseht gewesen, so ideal veranlagt geblieben, als ehen der Jude .Ideal veranlagt. General!.' rief hier Mr- White aus. .ist danicht zu viel gesagt? Jüdischer Schachergeist und jüdischer Idealismus — wie reimt fich das?' ..Ja. ideal veranlagt find die Juden." sagte der General mit starker Betonung, .und ich bin bereit, dies» Behauptung nicht nur zu verfechten, sondern Ihnen auch die unwiderlegbarsten Beweise von deren Richtigkeit zu liefe«." .Darags bin ich sehr begierig.' erwiderte mit leichtem Spott der Brite. Darauf erwiderte der General: .Wie nennen Sie ei« Volk. diS seit Jahrhunderten dem furchtbarsten Dnu auSastrtzt gewesen. d-s.dre unerdörteftap TBea, welche« mon-bistrM^WDM^ auljuTotUn, welches man . der eb_ Rechte beraubtkT-^kOA^WWWMMMMn^mif Faßen trat, daman in seinen heiligsten Gefühlen verletzte, und welchetrotzdem standhaft und treu au-geharrt. nicht zum Verräter wurde an seiner Religion, an seinem Gotte? >' Denn die wenigen Abtrünnigen abgerechnet, die sich durch weltliche^Borteile verlocken ließen, ihren Glauben abzuschwören. hat daS Gros des jüdischen Volkes auSgeharrt trotz aller Verlockungen. Und es genügten doch einige Tropfen Waffer. um den rechtlosen Juden zu einem voll« berechtigten Christen umzuwandeln, um aus dem Paria einen Braüminen. aus dem Heloten eine» Patrizier zu machen, c Einige Tropfen Waffer und aufgehört haben olle Verfolgungen j sperrweit öffnen sich die Lore des Ghetto, ausgenommen wird der Konvertite in ßte Reihen der Bürger. Nicht mehr braucht er den niedrigsten Handlanger der heiligen Hermandad zu fürchten, daß er ihn beim Kragen ergreife und ihm die ewige Frage zudocknere: Jude, wo ist dein Paß? . . . Einige Tropfen Waffer und affe Beschränkung»:: haben aufgehört. frei kann er das weite ruffische Reich durchziehen, die Schran' ken sind gefallen. Handel. Industrie und Gewerbe stehen ihm offen. Auch die Tempel der Wtffenschaft öffnen ihre Hallen vor ihm. vor seiner Nachkommenschaft. Gymnasien und Realschulen. Akademien und Universitäten. Konservatorien und vorstkorpS. Theaterschulen. Technologische Institute, in dieser bidahin nur verstohlen, einzeln oder gar nicht eindriijgen konnte, find ihm zugänglich gemacht. Er kann in die Oper, das Ballett, den dramatischen Musentempel frei und offen dringen» er kann Hänger. Schauspieler und- Tänzer werden, alle», was er bis dachin nur maskiert, seine Nationalität, seinen Glauben verleugnend, werden durste. Er kann in die Armee treten, io di« Beamtenhier-rchu. kann di« höchsten Stofen erklimmen (wie eS auch manchem Renegaten gelungen) »ud — er bleibt in der Liese, im Dunkeln, gehaßt und verfolgt, gleich dem wilde» Tiere gehetzt, rechtlos und erwerbslos, der hombi pathifchea Rechte beraubt, die ihm selbst daS Gesetz, diese fast vogelfrei erk ä> >ente» Und HAttz^neqml und gl will der Jude derlich wählerisch Ziel zu erreichen. Konzeffion zu m Vinn" ist kann schmäht «4; er „fanatiiiche Anhänge! nicht um alle allem, nur nickt alten Hofen. so unbarmherzige Stiefmutter, gewährt, c^Lflove eines jeden niederen Polizei« vwürfte doch nur etlicher Lrome» d?» t*%l _itn an d«n> Bankett des Leben«. _. >e ließen. Und selbst diese» klein« Cpftt )t bringen; n, der sonst dach nicht sonin den Mitteln ist. um da» anaesteedt« kann nicht schlüssig werden, diese kleine lhchen ■ n. der sa »gierig ans Grldgrsa wenig sa diel lausen, und verder .oerkdrprrte Materialismus', der r de« Mammon', will lein Gewiss«» itder ird« orrkausrn; er schachert mit mit seinem Glauben; er hausiert mit egten Westen, schwindsüchtig«» Frack». abg! (ti lebensmüden Btirseln und verzweifelt«» Hüten, »der seinen Gott »erkauft er nicht, de« dseidt er treu, »dglftch ihn derselbe nicht immer «ft GlarRhandschuhsn anftft lut nicht», er hat nun einmal «ft seine« alten Gift einen Bund sür ewige Leiten g,schiosten, und wenn auch mancher jüdisch« Kaufmann seine Wechsel protestieren lgstt, so honoriert er stet« die Unterschrift, dir sein« Ahn»» ihrem Goft geben kr bleibt ih» treu, selbst wenn jener ihn ausgegeben zu haben scheint, sich tcn ihm abgriv«. bet. ihn seinen Feinden preisgibt, kr Iaht sich durch solch» Widerwärtigkeiten durchaus nicht detrren, soudsrn harrt treu au», bi» ihn wieder au» den düsteren Waiden _ de» Unheil» die goldene Bonn» der verhetstnng anllichokk. ke harrt au» aus seinem Posten und desertiert nicht. Und wie « auch in der tapsersteu. drffdtsziplinintM Arme« Feiglinge gibt, Uedertüuser. Verräter, so gat und j gibt e« solch« m der «rosten Legion de» Judentum». Dich da» sind nur orrriuzrlt« Abtrünnig», und. selbst auch diese wenigen Deserteur» haben nie »an» dt» vrrdindnng »ft - ihren ftüheren ElammeSgenosten abgebrochen; st« h«» wahren ihn Lieb« und Lnn«. leidst wenn st« di» DH»»; Binsen der hierarchischen Leiter erklommen. Uni««» sie auch manchmal ihn einstigen Brüder Ueesotgen «ft ihn« Hast, so tun st« e» nicht aul Bchiechtigkett, Ion»«» au» innerer Wut. dost st« nicht «ehr »n dem alten Bund» S“ in. Dies» Auibrüch« der Jntoienmg find ntcht , intensiven Haffe», sondern Resultat» «erschWüstftwj: Der Jade hat einen ' “ .. tmucU^n BimMHi «mi imiiIBb. Ihn, m* sagen Bi«, mr dwr! Sfafni BoÜ». de» Bi» nun jeglichen JdMilwnS : sprechenk Mein« innigste Uchergengung ist. «ast dt, Juden tue idealst« Kaff«»« Seit find. Wer nur «inj»» Drops«» Waffer »egen soduldet und ertrügt, wie »er Jude, der solcher Folter und Marter, solchen Bersolgu»» gen nab Quoten, solchem Hast and solcher Verachtung stch »»»setzt, «bdrend er durch ettich» Wort», durch »Mae Dropsen Baff« dies» unertrbgiich« Bürde ooa sich »»- schütteln kdnnl« der ist ideal dnanlaat. de« stestt da» Ideal stdher al» di« MMchleit. dem len» und darf ich mein« Hochachtung nicht oersastwt . . ufnMtaSräi i.fciT3SL-Wi( Feuilleton. Höre Israel! Heirachtung zom kSocheuad<chnin Nicht ohne tiefen innern Grund ist d.is .Höre Israel" zum Bekenntnis unserer Gemeinschaft geworden. Es ist duS Kennzeichen unserer Eigenart. ES stellt den Unterschied lest zwischen unS und den anderen. Die Menschen differenzieren sich nach der Art. wie sie sich zu der Welt da draußen stellen, die sie umgibt und einschließt. Es kommt auf den Sinn an. mit welchem sie die Welt vorwiegend ersoffen. Es gibt Menschen, die vorwiegend sehen, andere, die vorwiegend hören. - Die. welche die Welt mit den Augen aufnehmen. berauschen sich an der Schönheit der äußere.: Dinge und suchen sie sich - anzueignen und zu erebern. Di« Liatur wirkt in erster Linie aus dar Auge. Dem Ohr bietet sie kaum etwas Einschmeichelndes. FeffelndeS, Harmonisches. Daß Brausen de- MeereS. daS Heulen deS Sturmes, es kann uns auftegen und erschrecken Air werden e« wohl kaum liebe» und begehren. Was unser Auge schaut, was es reizt, frffelt und erregt, begehrt uns« Herz. Wa» wir sehen, vollen vir besitzen. Unser Auge beherrscht unsere Wünsche und unser verlangen. Wir bilden nach den äußeren Erscheinungen unsere Begriffe deS Ichönen. Doll, kommenen und Guten. Die Außenwelt gestaltet unser Innenleben Er wird bunt, wechselvoll und vielgestaltig wie das Leben da draußen. Wechselnd und zahlreich wie die äußeren Eindrücke find die herrschenden Gedanken, find die Gottheiten, denen swir unS beugen. DaS Auge kann uns kein tiefes und einheitliches Innenleben schaffen, bin« einheitliche Weltanschauung gtfrtn DaS Auge macht den AftufHar, der von Eindruck zu Umdruck, von Erreguug zu Erregung flattert. Die Böller, di« vornehmlich mü dem Auge lebten, haben Küustler geschaffen, aber keine Propheten. DieSseüSmenfche», aber keine AmseiG» Brc u! draus«! u trn> m ch künder An unS so recht und ga schließen. Wohl Rauschen und Mannigfaltigkeit schwindet. Es wi doch Einheitlicheswattigen da Geheimnisvolles, schied zwischen A hört d,e Stiinmen hört, gespannt mi der da sieht und Körpers, sondern die der Augenmei Hinter den Stimr i die Gefallen und Welt, nicht «irklic > Welt, die größer Sinne. Aus sein' sich die Ivelt. schen- Er ist und leben ein einheitli, wächst, die er ah> vernimmt. So ist .Hbre Israel Ewige ist einzig." erfaßte, erwuchs an den einheitliches Israel hörte und Uche Offenbarung nab unsere Aus nun-, nicht den und schwankende» schlofftnr« Raft lausch«» hrn gdttlit «n usgäd. «Iging btt Ruf: hdr« Jßrarl! (B«i cj hd«n will. d«i must di« Augr» »rinimml ri auch da» Hrulrn und s«n braust«» Abrr di« Bunthrit und >«r mit d-11 Aug«n grschautrn Wrlt d «twa» oirllricht oft kiusdrmigr». abrr Nrlxu dr« Laut«», Mächtig«». G»- r vrcmmml mau «twa» Btillr». Lrisr». Raunen und Flgstrrn. D«r llntrr- und Jnnr.uorlt Hirt aus. Man brr S«lr nnd dr» Grift«». W«r da grschloffrnrm Aug». wird zum B»h». schaut, abrr nicht mit d«m Aug« dr» Bi 1 t»m dr« Grift««, kr suht Ding«, al» tdricht und unwirklich hiußrllt. rn. brnrn Irin, B«l« lauscht, suhl er dir Wesen Sie find nicht oau di>s«r den Binnen. (Sit diltrn eint hbhrr» Wirkllchkeii brfitzt al» di« Well unsrer ,1f 6«lt heran» grstaltrt und schafft «r listt stch nicht oou der Weit brhrrrwird ihr Herr. Und wir sein Brrlrn- 4«< ist. so auch bi« 8«lt. di« aa» ihm nach den Bftmoun. die rr IWN ihr di« unmiltrlba« Folgerung au» dr« Wort: „Der kwitz«. unser Gott, der Stil 3»tad di« Wrlt mit dem vhr» ihm di« llrbrrMiguag und der Glaub« «, Gott der «inhritlrchrn Wrlt. Weil , u hdrrn vrrstand. ward ihm di« adttch, teil. Dies«» Hdrru ist uusr« Gabe Drum ergeht an uns dt« Mahnachzugehrn und den »andrltarrn lsrlüftru dr» H«r^n». sondern «ft Qf «drtümmrrt nm 3«U nnd Well »u Btimmen. Hbrr Jsrari! lacti Ulcneo. Aigrn Die Lkwcktarier. 9m »Mttun fe. »«IblchMwl, «chtch. Bm -etz«1agz«t> nfe a» BehMpMWg «w-W«. daß M wak i Die, . . . wntnMif* trifte, herrfche». ik cstMn. Etefe pt»M mOttcht ßch tan btn nff b«riWt, «4 et» G»zchichWchOE^mWitzW«M mi>We. »eil we etnzeloe» liwUillMuni ' W DfchWIiche «MwiAdm-dSe « h«, rim Fmge. »er« ttfug \p |«ml _ _ _ M rechstr Ufer «J hm tiukm .oeimowt «dm «MßwchM. »«S». w aMfan#ri»e*Ö«if< M M« Aoftchrnug 1MN». Mi MM M. Um »UUfri t» rin« lau «a*Me rmloche. 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