Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volkszeitung · 1921-07-01 · 25 (1.7.1921) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
25 (1.7.1921)
Date
1921-07-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/6682508-6377574-6450522--1552-4851200
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

€rit» 1 Jh. 25 Irdisch« Sodtjtihmg 1. Juli 1M1 \ % r f > G» «eche» wir Propaganda! Der „Vorwärts". Berlin, schreibt: Der Newhorker Korrespondent der nationalistischen „Lok.-A»z" schreibt über den Vortrag Einsteins in Amenka. den dieser io deutscher Sprach« hielt: Er »st keiue Frage, daß der erste bedeutende Deutsche mehr als irgend jemand dazu beigetragen hat. de« Deutsch^»« freundlichere Gefühle zu verschaffen — zur Verzweiflung der Gegner alles Deutschtums. Dieser Wirkung hat Deutschland ja mächtig vorgearbeitet. Erst machten antisemitisch« Studenten Radau in Einsteins Kolleg, und dann wurde ein Lebius. der zweimal zur Ermordung Einsteins ausgesordert hat. von eine» deutschen Gericht zu 10C0 Mk. Geldstrafe verurteilt- Da sage noch einer, daß wir nicht für uns zu arbeiten verstehen! Ei» jüdischer Gcout-Koogreß. Die jüdisch« Psadfinderorponisation in Antwerpen veröffentlicht einen Aufruf an alle jüdischen Pfadfinder« orgnifationen. Scouts. (Manderbünde) usw.. mit der Aufforderung. mit ihr wegen der Einberufung eines all« ältlichen jüdischen Pfadfinderkongreßes in Verbindung zu treten. Der Zweck des Kongrrffes soll die Schaffung t'ner allveltlichen jüdischen Scoutorganisation. Festsetzung eines einheitlichen Erziehung«' und ArbeilSprogrammS. Schaffung eines Aentralorgans. Vereinheitlichung der nationalen Sprache. Erörterung der Stellung gegenüber den politischen Organisationen usw. sein. Alle Anfragen in dieser Angelegenheit find zu richtea an Rosh'Haken. M. Kincler. 8t. -tue van Geert. AnsverS. Bi««. Richard ofntann, »urde fflr Dichkunz »Iaatod« Traam" »it dem alle 3 Jahre zur Verteilung gelaagenken Mtu»»ddrei» «ss^rzeichae». Sukarest. D,e ramLnische Zeitimg „Dem,«,jaka" bringt die ,»gla»d»iche Rachrichl. daß 460 jtdische Flüchtlinge an» der Ukraine u» MomerN. al» ge den Dajeßer übeffchreile» mollien. von rvmLailche» Soldaten winelZ Galoen di» ast den I eh len Mann effchoffe» »nrden. Darts. Ei» Teil der fraarößlchen Blöiter iß in der Dr»kvffion »der die Reden ttoyd George» bereit» dazu gekommen, arch m dieser I»gelegendell die Juden al» die Gchuldizeu za erilürea. Eie de» gegnet ßch i» diese» Belke den wir iene» polnischen BlLllern. die für die E»t»lckla»g i» Oberschlesien die Juden veraanoorNlch machen, »nd mit der a»deutsche» Presse, die iede» Unalück, da» Deotschlank trifft, de» Jude» i» die Schube schiebt. Tie sra»zosische Presse -hak drr»»sges»»den. daß da» e»zlische MlNschasNiche -eben unter jüdilche» D'N« steh« und »aß «och die englische Politik von Juden u» Austrag de» mter»Ltioaalea Kapital» beherrscht wirb. Der „Marin" steht a» der Spitze dieser Aktion und hat sich einen Herrn Maorice Peeoo« »erschneben, der i» vier Anikrla nachwnft, daß S>r Akkreb Mond. Herr Saffoo». Mofa» Jsaac» (-ord Readmg) usw.?lovd Ge»rze ihre Polmk aofoktroyiren. Bei dieser Gelegenheit kritisiert der „raatin" auch da» fra»zbstfch.engl>sch« Abkommen »der die Nord, grenze Palästtoa« und beschuldrgt Herrberi. Samuel, den er „Priuz »o» jitaH" nennt, daß er den Schutz der Bauffateressen l Hause» Gaffoen »bernommen habe. Parts» Einer Meldung an» Helsia^sor» zufolge. begau» »or de» rrvoloNoasren Tribunal in Moskau die Verhandlung gegen eme Reihe von Koerfeffio«soorsieheru und geistlichen vürdentrigen,. die »ege» gegenrevoloiwsrer Haudtungen rngeliagr worden, liebst vielen Rochts^subi^e» uvd »deren chiisiliche, Geisiltchea. sitzen auch b.r RabÜiiier Gl,»h»rg u«d Friedmann von der Moskauer jüdische» Oememde «ff der A»klaqebaok. K»»Va». Rach einem Bericht de» „Riewe Roiterdamsch« E««ra«t" ist kstrzltch durch Sir Herbert Samuel in Ierulale» die erste, dnrch bi« Pr^J,r»s«te».v«remiguna in» -eben gerifene KuosiaewertS AnsstrLtmg eröffnet worden. Ihr Zweck ist die iniL»disch« Erze»gersrenb< a»ch t» HmdUck auf die »berseeilche Ausfuhr zu hebe«. Die Au»stestu»a besteh« au» drei Abteilungen, die eine ist de» Vereine Jüdischer Kstnstler, die andere der mohawmedanischen «dnrst. die dntte der Pro-Ierisalem-Berecoiguog und den Wettbewerbenden fstr den Jerusalemer Stadtplaa stberlaffe» Unter den «nsaestkleeu Semslde» findet mau auch zahlreiche Ewsendongeu nicht i» Indsa «ffsffiger Kstosiler. La»d»« Die Bereinigung palästinensischer Schrift« stelle« und Journalisten verbreitet einen energischen Protest, gegen die erst jetzt in Palästina bekannt gewordene Be« hauptung, daß der Ursprung der letzten Unruhen auf jüdische Kom»«nisten Hrrückznführen sei. Diese Behauptung ist gänzlich unwahr. Die palüstinenfische Judenheit ein« schließlich der organisierten Arbeiterparteien befinde fich im stärksten Gegensatz zu den paar Kommunisten im Lande, die nicht den allergeringsten Einfluß auf das öffentliche Lebe» haben. Di« Unruhen in Haifa, die denen in Jaffa voraagingen und Angriffe, die darauf folgten, beweisen klar, dag diese Unruhen in keiner irgendwie gearteten Verbindung mit der Arbeiterdemostration vom 1. Mai standen. Sie find vielmehr da» Ergebnis der Tätigkeit einer Gruppe von picktischen Agitatoren, die darauf aus« gingen, das von England gegeben« Versprechen, der Errichtung einer jüdisch-nationalen Heimstätte, zu vereiteln. LtBerpnol. Rnbbi»er S«»uel Zacod Rabbinowih ist — ss Iah« al« — Verschieden. Der Beglichene war zuerst in seine» Sedurwland« Rußland Rabbiner (in Lleffad and in Sopolski») and begrLndete mit Rabbiner Reine» s. A znsammen den Misrachi. Er h«i die «eiste» zimostische» Kongresse 'besucht. Die Misrach,- K»»fere»z in Manchester (1918) »ühtie Um zu« LhrenprLstdnrk de» englische» Misrachi. Sei»« Serke sind: Anrach jchchor (SUaa 1914), -iwff«» hajom'm (stipegoak). Hadaa» wehalumiiau» (Saffchao 1S66). Re» Part. Hier traf eine »o» Dr. Ratha» Biruba um ct» Delepano« der Agnda« AiSroel eia. Der Delegario» ge- Rabbraer Dr. Hildesheimer, Versio. Rabbiner Temel »er. Kirchendoff. und Rabbiner Jakob Herrscher an. Dr. Btrnba»» erklärte den bei ihm erschienenen Vertreter» der Presse, daß dir Agnbah keine, agrefliraa Kampf zeaen die Zionistische Vra»»isatta». oder -ege» de» Misrachi ssthre. Die Agnda» Iisrael habe ihr einen-» Programm fstr die Pallksti»aarbect und könne ßch der Zionistische» Orzanisavan mch« aoschlteste». da diese arff eine» rrligronsrose» Rarionalism»» «ffaeba»« sei. Di« Aqudah fordere eine Bervrvmg in der cm Pal»stin» Mandat rargeseßenra ^Iewtlh AgrauH". lieber di, Abßchw» de, Delegation i» Amerika Lußerie ßch Dr. virnba,» PrrstishaUenb. sie »oll« »orlL-sig da» religWe Inda»«»» in Amerika organißerrn. Re» »»rk. Ar» PMstdrawa de» «merikmusche» Shipptn,- Board iß Albert stasker er»»»« morde». Er »ah» die Eruennnng a». stk»» York Harald «rittet, daß er der erste $»bt sei. welcher afam hchnttmsra Poße» ranrr der Rrg««r»»g H«di»-« erlawpe. Zenff«le^ De .Kölnische jtaamq” teilt stber die Pttne der Imenean Palestine Lompaay in Re»?)»rk. die di« mdnsttieUe EntmcMnng Pattstina» ersirgt. mit, daß nacb den Plönen ihre» Türeklor» Benderly die Geseklschaft unter anderem eitle Bank qrande» wird, die da» jtdische Haodelslebrn in PalL^ina fördern soll. Sie wird ferner die Ein uno Ausfuhr unterstützen. Eine technische Abteilung wird die Instandsetzung von Matckinen und die Lieferung von Ersatzteilen übernehmen und za diesem Zwecke -ager-öu.er. Berkaus». ftelen nad Ausbeffervngswerkstöiten einrichie». Ferner wird die Gelellichaft Aaskünie über bi« wirtschaftliche -age Palästina» er«.ilen. Sie besitzt nn Kapital von 5 Millionen Dollar». Deutsches Reich. A»»drr»«,e» dr» Audrigrsetze» ,»» 1847. In einer der letzten Versammlungen der Repräsentanten der Berliner jüdischen Gemeinde fand eine Bera» tung über den Stand der Verhandlungen wegen der Einführunq eines neuen Jndengesetzes. bezw. wegen Aufhebung der §§ 89 — 41 des Gesetzes von 1847 statt. Gleichseitig hatte die Jüdische Dolk-partei beantragt, zur Beratung aller mit der Äujbebung de- Judengesetzes in Zusammenhang stehenden tragen eine gemischte Kommission einzu» setzen. Tr fir?und gab. soweit es nach feiner Meinung für die Leffentlichkeit möglich erschien, eine kurze Aufklärung über die Beratungen wegen Aenderung des Juden« grsetzes. Er versicherte, daß die Arbeiten, soweit es möglich ist. mff größter Beschleunigung zu Ende geführt würden Er sprach fich dagegen aus. daß die genannten drei Paragraphen. welche besonders duS lvahlrecht und die Zusammensetzung des Vorstandes und der Repräsentanten-Ver« sammlung betreffen. auS der Gesetzgebung herausgehoben würden. Mit Rücksicht auf die zu erwartende Beschleunigung erscheine dies nicht nötig. Auch die Einsetzung einer Kommission sei im Augenblick nach seiner Meinung nicht erforderlich, da nichts Endgültiges in der Judengesetzgebung geschehen würde, ohne vorher mit den beteiligten Instanzen, insbesondere aber mit der Jüdischen Gemeinde Berlin. Fühlung genommen zu haben. Sobald der Zeitpunkt dazu gekommen sei. werde dem Vorstand, bezw. der Repräsentanten'Dersammlung Gelegenheit gegeben werden, sich zu dem ganzen Fragenkomplex zu äußern.- In seinen Ausführungen fünfte Herr Dr- Freund auch den bekannten Erlaß des Ministers des Innern an den Ober- Präsidenten der Rheinprovrn; wegen des Ausländerwahlrecht» und meinte, daß dirrch eine inzwischen eingetretene Kompetenzverfchiebung in der Behandlung der Materie die Hoffnung begrüudet sei. daß das AuSlünderwahlrecht nicht verkürzt werden würde. In der Annahme, daß die Versammlung rechtzeitig aus dem laufenden gehalten werden würde, gab sie fich mit diesen Erklärungen zufrieden^ Berlin Auf Anregung der Freien Jüdischen Volkshochschule Berlin wird geplant, einen Verband aller jüdischen Volkshochschulen in» Leben zu rufen. Der Zweck dieses Verbandes soll sein: l. Der Austausch von Erfahrungen über jüdische Volksbildungsfragen. 2. Die Ausdehnung des jüdischen Dolkshoch'chulwesenS auf die kleineren Gemeinden durch Vermittelung von Dozenten. 3. Gemeinsame Erwirkung materieller Förderung durch die jüdischen Ocganifationen. Bis jetzt haben ihre Zustimmung zu diesem Plan erteilt: die Jüdischen Dolksbochschulen von Berlin. Breslau. München. Frankfurt a. M. Mit den weiteren Vorarbeiten für dieses wichtige Kulturwerk ist das Sekretariat der Freien Jüdischen Volkshochschule in Steglitz betraut worden ' Kö»i«Sberst Seit einem halben Jahrhundert bestand in Königsberg i. P. neben der Shnagogengemeinde die Religionsgefellschast Adaß JiSroel. Sie hatte sich im Laufe der Jahre alle für eine orthodoxe Religionsgemeinschaft notwendigen Institutionen geschaffen. Ter Dunsch nach Wiedervereinigung mit der Hauptgemeinde blieb viele Jahre ein Ideal. Man kann es daher alein Ergebnis von weittragendster Bedeutung bezeichnen, daß es den beiderseitigen Bemühungen nach schwierigen, aber im Geiste der Versöhnung geführten Verhandlungen in den letzten Wochen gelungen ist. den Frieden wiederherzustellen. Die Adaß Jisroel geht in der Synagogengemeinde aus. Ihre Institutionen gehen auf die Synagogengemeinde über. S» st,» v», »er Se«ei»»e «lle »,r »e»tbere» B»rkehr»»ge» getroffe,, »eß »»ch »er ßre,ßste» Obsertzavz Geiüge gele-stet wir». Die Königsberger Synagogengemeinde darf daher mit berechtigtem Stolze aussprechen, daß nur eine jüdische Gemeinde am hiesigen Orte ist. der die Juden aller Richtungen angehüren. Tresse». Dke „Dresdener Lolkszeitung' berichtet: In der 22. Volksschule in Dresden»Neustadt ließ der Direktor Stecher durch Mädchen seiner Klaffe in den Knabenklaffen 1 3. Id und 1c ein Flugblatt „An die Tatkräftigen und Jungen' verteilen, besten Inhalt von der ersten bis zur letzten Zeile politisch ist. Und zwar ist es deutschnationale, antisemitische Politik, für die das Flugblatt unter Schulknaben wirbt — nnter Schulknaben vielleicht deshalb, weil unter vernünftigen Erwachsenen mtt diesen antisemitischen Gaukeleien keine dauerhaften Geschäfte mehr iu machen find. Und darum müffen nun Schuljungen lesen, daß es für „uns" eine Gemeinschaft mit Juden upd Judengenoffen nicht geben darf, daß .wir' jede Blutsvermischung ablehnen. Was sich wohl die Kinder dabei denken? Man weiß es: Kinder find grausam. Gelingt es. ihnen den Judenhaß einzu impfen, dann wehe dem armen Judenkind, das dazu verurteilt ist. in einer solchen Klaffe zu fitzen, die von ihrem Lehrer systematisch antisemitisch verhetzt ist. Unduldsamkeit. Haß, Grausamkeit — das ist die Saat, die diese Jugenderzieher säen, bewußt säen. Und das find die Verfechter des Religions- Unterrichts, sie maßen fich an. als Vertreter des Ehristentum» zu gelten! Halberstadt. Die hiesige Jüdische Volksschule, die im Jahre 1796 von Isaak Köslin gegründet worden ist. feierte kürzlich das Fest ihres 125 jährigen Bestehens. Fulda. In der letzten Stadtverordneten-Versammlung wurde bei der Etotöberatung der israelitischen Volksschule für dos lausende Jahr ein Zuschuß von 32 M3 M. bewilligt. Dieser städtische Zuschuß ermöglicht es der jüdischm Gemeinde, die persönlichen Ausgaben ohne eigeae Opser zu decken. Die erwähnte Schule wird zur Zeit von 102 Kmdern besucht. Die Fuldaer Zutung benutzt diese Gelegenheit zu folgender lehrreichen Betrachtung: .Die Bewilligung erfolgte ohne irgendwelchen Widerspruch einstimmig. Als Zentrumsleute halten wir dieses Verhalten unfern jüdischen Mitbürgern gegenüber für selbstverständlich. Daher bat die Stadt Fulda der jüdischen Schule seit deren Bestehen Zuschüffe gezahlt, obwohl es möglich wäre, die jüdischen Schulkinder in die städtischen Schulen zu übernehmen, ohne daß deshalb neue städtische Lehrkräfte angestellt werden müßten. Der städtische Zuschuß betrug 1896 700 Mark. Entsprechend den erhöhten Bedürsniffen stieg er im Laufe der Jahre. 1919 betrug er 7945 Mark, für da« Jahr 1920 waren im Etat 11000 Mark vorgesehen und für 1921 wurden 32 513 Mark bewilligt. Stuttgart. In der Rächt zum 11. Juni ist in unsere Synagoge eingebrochen worden. Es wurden drei silberne Garniturrn zu den Thorarollen gestohlen. Ezim. Taß und Zeiger. Eventuelle Nachrichten über den Verbleib sind an die Israelitische Krankenpflege. Stuttgart, zu richten. Lokales. Generalversammlung der Isr. Krankenverpflegungsanstalt u. Beerdigungsgesellschast;u Breslau. Unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder fand am Sonntag, den 26. Juni die Generalversammlung der Gesellschaft statt. Der Vorsitzende. Herr Eduard Sachs, erstattete den Verwaltungsbericht, besten Zahlen wir an anderer Stelle wiedergeben und erönnete die Debatte über die Anträge zur Aenderung der Statuten, deren wesentlichen Inhalt bilden: Erhöhung de» Beitrags und Eintrittsgeld» auf je 20 Mark. Erhöhung der Zahl der Dorfiandsmitglieder von 12 aus 14, und andere unwesentliche und stilistische Aenderungen. Zu 8 2 Absatz 6 war beantragt worden zu setzen statt: „Die Mitgliedschaft erlischt mit dem Aust.-itt auS der jädischen Religionsgemeinschaft und auS der Synagogengemeinde Dreslau" Das Mott .oder' anstelle von .und'. Hiergegen wandte fich Herr Schneller, unterstützt von Herrn Friedländer. welche darin die Absicht erblickten, bei etwaiger Gründung einer Separatgemeinde die aus der Synagogengemeinde ausgetretenen Mitglieder, trotzdem sie eventuell einer anderen jüdischen Gemeinde in Breslau angehörrn würden, an» der Gesellschaft ausschließen zu wollen. An eine derartige Möglichkeit hatte zwar der Vorstand nicht gedacht, nachdem aber diese Frage einmal angeschnitten war. kam doch die Ansicht maßgebimder Persönlichkeiten dahin zum Ausdruck, daß auch bei einem eventuellen Austnit au» der Syvagogengemeinde au» religiösen Gründen ein Verbleiben in dem von dieser stark fubvcntionietten KrankenverpflegungS-Anstalt nicht gut angängig sei. Herr Bankier Löwy gab sich damit als Führer der Ag2>aS JiSroel auch zustteden. nachdem vom Vorsitzenden, der gleichzeitig Vorsitzender deS GemeindevorstandeS ist. erklätt worden war. daß selbstverständlich ttotzdem jeder Jude auf den Friedhöfen der Gemeinde beett>igt werden würde, allerdings zu andereu Sätzen als Mitglieder der Synagogengemeinde. Herr Löwy betonte im übrigen, daß gegemoättig niemand daran denke, aus religiösen Gründen aus der Gemeinde auSzutreten. da wohl alle Mitglieder mit den jetzt getroffenen Einrichtungen für KaschruS etc. zustteden fein könnten. Daraus wurden sämtliche Anttäge >us Statutenänderung angenommen. Maren die vorhergehenden Eiötterungrn mehr theoretischer Natur, so hatte doch eine andere von der AgudaS Jisroel angeschnittene Frage einen ernsteren Hintergrund. In einem Schreiben an de« Vorstand der I. K. B. A. sprach sie diesem ihr Vertrauen aus und erklätte sich bereit, die bisherigen Mitglieder de» Vorstands wieder zu wühlen. Eie sprach aber oleichzeitig den Munsch au», daß aus dem Gebitte de» «aschru» und de» Schabbo» mehr als bisher nach dem jüdischen Ritualgesetz verahren werden möge, da — vermutlich durch Fehler untergeordneter Organe — aus diesen Gebieten bisher Verstöße vorge« kommen seien. Herr Eduard Sachs wandte dagegen ein. daß er bereits von derattige« Klagen, die in der Generalversammlung erhoben werden sollten, unterrichtet gewesen wäre und daß er deshalb die beide» Herren Gemeinderabbiner zu einer Besichtigung der Einrichtungen des Krankenhauses ausgesordert habe, die inzwischen erfolgt sei. Er rief die beiden anwesenden Herren als Zeuaen an. und tatsächlich erstätte sowohl Herr Rabbiner Dr. Vogelstein als auch Herr Rabbiner Dr. Hosfmanu,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.