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Jüdische Volkszeitung · 1921-07-01 · 25 (1.7.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
25 (1.7.1921)
Date
1921-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ftir .HLdische Volttznwuq" rl^hirt wSchenÜlch an jebeut Freitag and ton s,«otzr darch bw Post. «e »och durch vir GejchSfechßele zu« frrtr Mn ^erteltsthrtich «N. 4,50 braten weiten, bei »bhalung in bei Gekchst'llsteAt Wsf. 4,25. Emzelue SKnmner 40 Pf. S«ni(pr.-flnfd)im 31l Poftf4)e<k-Ko*to Breslau Tlr. )7M3 mtn 5. CiünflU e»ir<M ks «tMihMcIt 10-1. kn C4c*W» «-»L «inoich und Dvanersug II —I Uhl. »«zeige» werden «ach MAi»^ee« derechvei. Da« MitiweUr »ee acheaefyatenae« geüe laßei »0 fj„ Familienaogeigeu 16 »f. — Bei »teieetz»l»«g f Schristleitung. Berlag und Kklchäsrsftelle in Breilau I, Echweidnitzerstraße 37. — Zuschriften und Geldsendungen sind dorthin zu richte». Di- Veschüitsfirlle ist Sonnabends, st-i-itaqi und Sonntu,« geschloffen. — Für die mit R«»e» geteichartr» Aassttze. welche »ie persönliche Mei»u», des Strfuffcr» ,n» «n-drnck dri»,e». über»:»-: die Schristleitnng »»r die »reßgesetzliche Lerentwerl»»,. Nr. 25 Brestau, btn 1. Zull 192J. 3i|i|n| XXVII Der Orden Bue Briß und die antisemitische Presse. Bon Insiizral Tr. Dreifuß, München. Der Orden Bne Briß in und außerhalb Deutschland- Hat die liebevolle Leachtunz unserer antisemitischen Presse in Zeigendem Maße gesunden. Gegen einen besonderplumpen Angriff in Nr. 33 de- .Münchner (jetzt Völkischen) Beobachters" vom 6. August 1919 glaubte die Großloge für Deutschland durch Anstregung einer Beleidigungsklage gegen den damaligen Schriftleiter HanS G. Müller sich zur Wehr setzen zu müssen. Der beim Schöffengerichte München, der 3 Etraskammer de- Landgerichts München I nnd dem Bayrischen Obersten Lande-gerichte durchgeführte Prozeß endigte piit der kostenfülligrn Verurteilung de- Privatbeklagten wegen eine- Vergehender üblen Nachrede zu '>00 Mk. Geldstrafe, «ventl. 50 Tagen Gefängnis und zur PublrkationSbesugniS in zwei Münchner Zeitungen. Der Angriff auf den Orden, der in der Nummer 65 des .Beobachter" vom 26. November 1919 fortgesetzt wurde, stützte sich auf angeblich lände-verräterische Bestrebungen d«S Orden-, indem von einem Kardinal-Erzbischof Netto in Lissabon alS einem eminent deutschfeindlichen jüdischen Krrchenfürsteo gesprochen und behauptet wurde: .dieser Erzbischof war. als er in Btrgheim (Kreiß Rappolds- Weiler. Elsaß) noch in Fellen und alten Kleidern machte, ein bekannter Bruder der jüdischen Hetzloge Bne Brith, welch» Ms«W«e» aetzgls^vlmtzß^schr« lveltloge bekanntlich in erster Linie den gegen unß von langkr Hand vorbereiteten AuSrottungSkrieg auf dem schmutzigen Gewissen hat?" Ter Prozeß wurde vom Prioatbeklagten in erster Instanz uut der größten Leidenschaftlichkeit gestihrk Ter Privat» beklagte bot den Wahrheitsbeweis in vollem Umfange an turch Vorlage antisemitischer Druckschristen und durch den Antrag auf zeugschastliche Vernehmung der Rechtßanwoltswrtwea Tr. Liebknecht in Berlin. Tr- Haas« tu Königs» berg und der Witwe Kurt ElSnerS in München dafür, .daß ihre Ehemänner dieser Loge nngehvrt haben und daß die Deutschst indlichkeit dieser drei genannten Persönlichkeiten in der Orssrntlichkeit bekannt ist", sowie durch den Publizisten Professor Milhelm G»orgi in. Jena, der sich als Professor Dr. (Gustav Siebert in Lffenbach entpuppte, über folgende Behauptung: .im November 1916 haben die jüdischen Bne Briß Logen Deutschlands in Köln in einem für ihre Zwecke gemieteten Saal bei fest verschlossenen Türen eine Versammlung der angesehensten führenden Bne Briß Logen abgehalten Dieser Versammlung haben Redakteure der .Frankfurter Zeitung" und deß .Berliner Tageblatts", die größtenteils Mitglieder der Bne Briß Logen find, beigewohnt, ferner die Abgeordneten Haase. Cohn, KautSky. Bernstein und die Ausländer Trotzky und Lenin.' In der Derfammlung wurde erklärt, dar Judentum könne seine Ziele iu Deutschland nur erreichen durch die rücksichtlsloseste Unterstützung der internationalen Sozial» demokvatie". * Das klägliche Fiasko der Beweiserhebung über diesen blühenden, an die .Geheimnisse der Meisen von Zion' gemahnenden Unstnn kann man sich vorstellen. In zweiter Instanz vollzog der Privatbeklagte einen überraschenden, in der KampfeSweffe de« deutschen Antisemitismus allerdings nicht «ehr ungewohnten Frontwechsel. Er hätte die deutsche Großloge und die deutschen Einzellogen her Orden« Bne Briß ja gar nicht gemeint, .sondern di« Grvßlogen in Amerika. England, Frankreich usw." Selbstverständlich verfing dieser schlecht verhüllte und etwa« verspätete Rückzug in zweiter Jnstouz nicht mehr. D» Revision zum Bayrischen Obersten LandeSgericht verfiel dem Mißgeschick, daß sie ohne mündliche Der» Handlung durch Beschluß als unzulässig verworfen wurde, «A thrr SesetzkSveilrtzvng itift ^imrSchek» -eyvvplrt. tft Mahrhett aber die Beweiswürdigung der Tat lichter an» gegriffen worden sei. Besonders wertvoll für den Orden ist nicht sowohl der leicht vorauSzusehenbe AuSgang dieser Pieß Prozesses. als vielmehr'der auf Grund eines umfangreichen Schriftenmaterials uüd auf Grund der Dernehmusg von dem Orden ange hörenden Zeugen in vollster Oefientllchkeit von dem Prioalklüger geführte Gegenbeweis, den der Eistrichter in die Morte zutammeasaßte: .Die verbreiteten Tatsachen find nicht erweislich wahr; die für den Nachweis des unnationalen Verhallens der deutschen Logen porgeführten Zeugen Else Eisner und Dr. Gustav Siebert konnten Angaben, daß die deutschen Logen fich uanotioncl verhalten haben, nicht machen. Asch de» Feuilleton. Kundschafter. Betrachrunq zum Wocheuabfchnlir n*?!?- Die zwölf StammeSfürsten Israels zogen aus, um das Land der Verheißung zu erkunden. ES waren keine gewöhnlichen Kundschafter wie etwa die zur Zeit IosuaS, welche heimlich und verstohlen fich einschlichen, um die Schwäche deS Landes auszuspüren. Offen und frei ziehen fie ein wie etwa eine mutige Rekognoszierungstruppe. Die Schrift berichtet uns auch nicht von irgend welchem lviderstande. der ihnm begegnete. Der Schrecken GotteS lag auf den Bewohnern. Niemand wagte eS, den ech en Erbe» deS Landes mtgegenzutttten und ihren Schwierigkeitea zu bereiten. Alle zwölf Stammesfürsten unternehmen gemeinsam dar kühne Magnir. So verschieben die Stämme auch waren nach Anlage. Beruf und Temperament, der austrausenbe Rüden, die waffengewaltrgm Simon und Le»i. der löwenstarke, herrschgewaltige Juda, der Seefahrer Sebulun, Isachar. der geduldige Arbeiter und Land» mann, der listige Dan. der in göttlicher Schöne prangende Joseph, der wilde Benjamin, fie alle eint die große ge» »einsame Ausgabe, welche die Zukunft ihres Volkes der» bürgen, den geplagten Wanderern eine sichere Ruhe- und Heimstätte bereiten soll. Nach verschiedene» Richtungen spähen fie aut. Die meisten haben die irdischen Interessen im Auge, daß Land, bte Leute, die Städte, ob sich der Rauschtrank findet, der daß Blut in den Adern entzündet, die nährende Milch, die erquickend« Süße der Feige und Dattel. Nur zwei heben vertrauend die Blicke.gm Himmel. Mögen Riesm uns bekämpfm. mauernumgürtete, waffm» starrende Festungen uns dm Deg sperren, wir können gettvst hinausziehm- Gott will es. Gott ist mit uns. Ws brauchm uns nicht zu fürchten. Wir werdm e« schon schaffe». Und wie ist der AuSgang? Die än§fHi$ Sorgenden, welche kleinlich und ohne Verträum die wett» lichen Chancen abwägm. sie scheitern. Den gla»bontftarktn Helden blüht der Erfolg. Sie schauen daß Land. Könnte uns das nicht zur Lehre dimm auch für unsere Tage? Da« Land kann un« nur gegebm werden durch gemeinsame Arbeit der Slümme und Parteien Israel«. Es gilt Ruhe zu schaffen sih die Verfolgten und Be» drängte«. E« bedarf der angespannten Kraft Gesamtisraels. Marum sollten wir abseits stehen, well verschiedene Ideale die Seelen der Schaffenden erfüllen? Mögen viele nur teilnehmen am großen Werke, well weltliche Interessen und die Aussicht irdischer Vorteile die Kraft ihrer Arme beflügeln, well ftemde Ideale fie vorwärts treiben. Dürfe« vir nicht hoffm. daß daß heilige Land die unrnnm Gedanken verscheucht, die Herzen reinigt, die Seelen läutert? Sind wir der Uebeqeugu tg. daß nur mit Gott unsere Zukunft gedeihen wnd. was find wir ängstlich besorgt? Wir werdm e« vollbringen. Gott ist mit un«. Wir haben nichts zu fürchten, lrck Tilcwoh. A»»ßr»st„,»» i» einer kikltschr« Ztakt. Die Regierung von Palästina hat dem Uaioersttit»- museum von Penashlvanien di- Erlaubnis erteilt, Ausgrabungen bei der Stadt Beisan oorznnehmen. der didkschen Stadt Beth Senn, östlich der Ebene Israel und 20 englische Meilen südlich vom See Benejareth, Die Arbeiten solle» noch in diesem Monat antrr Leitung de« Archäologen Fisher beginne», der erCUtrt hat, er hoffe, di« lleberresti von mindestens sieden klsdten an» Dageslicht sdrdern gn linnen.' die nacheinander aus diese» Miche gestanden haben. Beth S-an ' «nch im Buch der Richter als Stadt der tianaaniter enoihnt, die die Israeliten nicht einnehmen tonnten. An seine» Mauern hingten di« Philister nach der Niederlage der Israeliten aus der Ebene Israel hie Leichen skinig Sauls n»d seiner SShne ans, und dir Stadt scheint oon den Israeliten erst t»r Feit Salomoa» erobert Mtbai at sei». Sie mtbt prr MuMniin jml »er g*tn u) »nch de» h, dann» gemerdene» «erhalte» »er Laae, t» SEI«, »itssrn »ie 8eh«»»l»»,e» als iMMtt »esetchnet ■ntoL*’ An anderer Stelle konstatiert bas Urteil: .Di« >r»G> löge hat wihreah des {trugt» -ine« Oa|arrtt|a« «ns» gerüstet, st« hat weiter stch Mih» gegede». in Imerisa, solange es sich noch nicht am Krieg« bemligt hat. n»d t» neutralen Ausland« den Lsgennachetchten oe» Feind» «nlgegenzulreten und sir da» denllch« Reich Krem!»» || werden." _ Aus aller Welt. Der Gtargarder Kall. Die Siegieruna kihrt eingehend« Untersnchnag. Dt» Wachleute, denen Mißhandlung der Ostplde» nachnewies» wurde, sind entlasten worden und «erde« tsstnAt W hat sich bei der Untersuchung u. a. ergeben, daß ein mann die Oßmden mit de» <st»«hrl»lb«» s» Mschlsß» hat, daß da» »«weh, «ntWei gesdrunae» ist, Di, UM» suchung ist in »ielen Punkte» »och nicht »doeschlost», «s muß jedoch anerkannt werden, daß sie »Ü der «NMI Energie g-jihrt «erden, um ähnlich« »eschlhnW, in für hinft ju verhitea, irishesonher« Mn oft Mull Mm Revers unterschreiben, worin siestch «irhstichM, Michhondlungen »n unterlostm. wchäuduug eiueS jüdische» Leiche«» wagrnS durch poluifche 3»f»r>eMd<^ Beim Angriff ans Loslau war de» polatschn I»> surgentensihmr Michalski da» Plnh,«t« dm» Lid» »schoflen worden. Er besohl, daß sei» Sä reit: »ß «ns HM jddischen Leichenwagen feierlichst bestattet w«M »Nh bjft di« jidischr» Bärget I« zu begleite» hätten, oll bte MM ton den Auirihrer» genommen war. Das ist, »i» Mststst» togsabgenrdneter Dr, Henschrl in der.brannte* teML' keine ersuadene beschichte sär dir leiser» Jngend, teckstb ein« von Zeugen eidlich erhärtet« wahr. Begehnhen. woran» man Mt, dn n»«ihe- » Brite». Mk m griechische» Zeit Sththqwlis genannt, daß sie um» Jahr bOO ». Ehr. m ba worden ist. Ihr arabischer Ram» ist Best«», Mb M Zeit der ttreuggig« bildete sie riae» vezir! hi» SbM*. tun» baliläa unter der Oderheil des RdnIarrichD Um*' salem. E» fmbra fich dort Raten eine» Drmtzris arid eines Amphitheater«, die aber nach nicht »äh« worden find. Der verkannt« Naddiuer. Durch Berliner Blätter geht salgnte schichte: Al» die Er-ropatrisr Rahtabsn» " bekanntenRodelprristräger» nah iadifchn« bilinat wurde, stellte i» Allgemeinen km einer deulschn Universität ein« sretdenstch» Antrag, den großen Man» auch g» ltem Alma Wate» sär einen Lorirag ju bitte». Der BteM-M, HM^te» Ram« vollständig sremd ist, gerät in primich» BalaPHMU. Er bittet,, Anflltruna. Da schallt 1» ihn NN» te» brapp» der Haknlrngl« «uräck: .Anslkänng NNNättg, Wird wohl irgendri, j »bischer Raddten stte. MW tragend« lehnen Antrag au» odlstsch-uatiäMMi UnMab Ledhaste Zustimmuu». Dntz «llar btentek tec Freideutschen wird uttet alademischn» DrnMste dchchteWAd Herrn Dag^ nicht eingulade», »eil sritl Bosach tetel dem Ernst der Zeit' noch .dn BeteaMA ßn hnGtest wird«' entspräche, — Ein ftfeUte iMHtb hah ßch schon oar Jahren jugrirogn. als sttektetenath XsEM dn Robelprei» erhielt. Damals träte stch hast, IBUMf .Deutsche BallsdlaU' darlber ans. M ns sstrri» nnas» din gs rin« Inden und »ach dM rinm IHMM» Bm» liehen worhn sei. Di« Lorlriag ' sozialn scheint die alldentich» i ädernomm«» zu hgbe». was ß« , weite» voa^hrä, Uedertegnhrit ,h»r- «ri|chjst'RsI« kW Maut «ollnstmen. r. - T"

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