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Jüdische Volkszeitung · 1921-04-01 · 13 (1.4.1921) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
13 (1.4.1921)
Date
1921-04-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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, *i. 13 6eiU 2 IlwirLe SMdintuaa 1 Apr.l 1921. IdMTTogmbcn Snötenftf betonte auf .bem Gebiete de» Hnagogal« Gesänge«' und die Neudeiedunq de« ftoltw: teufte* durch die Orgel Seit der Zerstörung des Tempels «irden Instrumente. die vorher nie gelehl: hatten. nicht gch-rt. Die Feier schloß mit einem Konzert, tci^ nur «A LeWondowskiS weltliche» Kompositlvileri L-vga: der philharmonische Chor war erschienen mit fernem dertehmteu Dirigenten Äegfrred Ochs, der dir i>fa!u<f n ^«Positionen, den 84- und 131 selbst dirigierte Mlthl!, Wurde» ihm dre größten Ehren zu teil und wir können fit» Bedeutung als Komponist daraus errätst'«. dost Oßiiftler. die nicht nur in Berten zu den ersten zählt«. f«der» sogar Weltruf hatten, seine Werke auf solide W«e Wchrdigt«. Leide, konnte er sich nur noch wenige Iadre a» seinem Künstterruhm erfreuen, denn am 3. Februar 1 Rard er. Kurz nach seinem Jubiläum batte er iii von p»t Amtstätigkeit zurückgezogen Le»«»dowSki war auch der Hauptdegruriüer des Instttu'-: ßgr alte und «ue Musik, eine Einrichtung dir unter seiner Weitung sehr gefördert wurde. Seine viele» sonstigen Mr»angeme>ts über alte hebräische Melodien 'ür Chor. Gesang und Orgel sind meisterliche Erfindungen und DWchnen sich durch tiefe religiöse Empfindung und grüßte WZckachheil au«. Um die Erforschung de« jynagogalen Gesanges, der für die gesamte Musikwifsensch.ifl non ja ««ßer Bedeutung ist, haben sich in letzter Zeit namentlich AteSsohn der kürzlich verstorbene Ed. Blinouiim. und tenptsächllch aber tn den letzten Jahren Arn» Stadel, in Berlin mit seinen Konzerten und Vorträgen über spnagogalk Musik so viel Erfolg hatte, sehr verdient gemcuLt Dir große Rabbinerkonirrrn; in Jerusalem. Die »m Lberkommiffar Samuel einberuk.i e -riereuz der Rabbiner Palästinas fand in Jerusalem nu grasten Gaal deS DaisnhauseS .Zion" statt. Nachdem alle Delegierten. Rabbiner und Laien, Aschkenofim und Gephardim. sich versammelt halten, erschien der Oder kmnmiffar in Begleitung de-; Leiters des Iustlzwcfcn-.. Morman Ventwich. de- Distriktgouverntiirr Genera! GtorrS und de« Adjutanten des Lbelkoministars Lor? ^igh. und wurde von allen Anwriendei. stürmisch legrüßt »rman Dentwich erönnet die Konferenz mit iolgendeir Aorten: .Rach der Rückkehr auS Babylon wurde das Synedrio., Palästina gegründet. Un« liegt es el>. ai'ch bei der teigen Rückkehr nach Palästina für bu (51jtc unserer Wkigion zu sorgen, wie es seinerzeit Nehemra getan hat". M erteilt dem Lberkommifsar das Wort der die ersten Götze seiner Rede hebräisch spricht. AuS der Rede Samueldringen wer ^re rvichie-.sten Stellen: .Ich treue mich, einer Lert-immlung der Per Weter der' jüdischen Gemeinden Palästinas bltizuwohneu. die eine verantwortungsvolle Ausgabe zu lnullen deiuien fab — die Schäftung eener neuen Veisast'nn-z rui ib'.e ■Mer« Angelegenheiten. Sofort rach der Ein'ltzung der A»ilverwaltung « Palästina habe ich .ü -ür nötig gehalten die Frage zu erörtern, ob das Amt de-: Ehacham Pusch: auch fernerhin bestehen bleiben könne und foLI3 nicht, was fftx andere Bedingungen geschaffen werd»:« mußtet' G-cinast Den PerwaltungSgrundsähen der englischen Neuerung « bet ganzen Welt möchte ich den religiösen (firmelnden sttb'l. hie m:t der Regelung ihrer inneren Angelegenheiten ver- I bundeiie Leranlwociung überlassen. Es war also nötig, ene testimmte Körperschaft ins Leven zu rufen, der man die Verantwortung für da« Rabbinat sowie für die anderen züdtschen Gemeindeangelegenhelten überlassen könnte. Ich habe daher vor einigen Monaten eine Kommission unter der Leitung des Vorsteher« de« IustizwesenS. Herrn Ventwich. eingesetzt der die Hroq« zu prüfen und Vor« schlage zu machen batte. Rach Anhörung der Meinung der Vertreter verschiedener jüdljcker Gemeinden bat die ttomnuffion vvrgp'chlazeü. ec;;# Rabbinerkonserenz einzuberusen. die als höbst- Instanz für die religiösen Angelegenheiten dienen soll Die Kommission hat ferner vorgeschiaqen. dast e:n achtgliedciger Ausschuß, bestehend aus vier sepbardinr und vier Atchkenasim. darunter zwei gleichberechtigte Vorsitzende lein Atchkenaie und ein Sephardel. oewählt werden tollte. Die Wihl dieses Ausschußes ist dre eigentliche A::'gve der gegenwärtigen Konferenz Auster dieser Wrgl werden Ihnen noch andere wichtige Angelegenheiten' zur Begutachtung unterbreitet werden. t*e bandelt ftd> um die palästmenstschen Bote Dinim iretiglostn l^erichtef und deren Ausbau Eine vom Leiter des Iustrzwes-NlS ei::gk?eyte ttomm'.ßivii beschäftigt sich fetzt nrtt der Au^ordeil.ing von Reformen >m Ehe- und Fun'>l>enrecht '.“'“"'te- Tie südliche Gemeinde hat dar-tln gebeten, da»; diese Angelegenheiten der bisherigen Ikornrettnz der m^dummedaniichrn Gerichte entzogen werden fallen ^ur die Turchiudcung diei-r Anregung ist aber notwenvidaß d'.e '^erichttverfcffung fcwie das betreffende Gesetz unter Juden selbst volles Vertrauen gcncestt. Eist also notwendig, dost die Einsichtigeren unter Ihnen sich .inrer züglich mit der Reform deS Veih-T'n besuffei-. Ebenso waren rmr nnschluffrg über dre Errichtung eines Appell ition4geru1>te-'- für sämtliche jüdischen religiösen tstenchi-.bo'e «Bat-. 2::;iail in Palästina. Es wurde der Vms.hlag ge:»a!.l -us d-eienl A-Tterausschuß ein oberstes lellgw'e-r Gericht;ii gründen, das als Appellationegerlcht kür sämtliche p.ilästuienn'ben Bäte T'vlm dienen sollte. Zch unt-rsttitz» die'en Varschlaz. weil ich der Ansicht bin. dast dcsien Aniubine das Veitrauen der füdrfchen Ve^ vöikecung z-:n- Bety Tin stülkemwird. Ich dedaure sehr, daß mal- «s noch nicht sur möglich luelt bos CbfrrabhirQt eine!» Vorsitzenden anzuvertrauen, und das die stvn.inrfflrn der Ansicht ist. daß die augen- Kufluku BerhäUn>''e die Cluenuunq zweier glerchberechtizten LderridlM':. erncs Sepharden und eines A'ck-tenaien. forderi« Ja, hoffe zuversichtlich, daß der Tag nicht mehr 'ern i'l. all dein d:e oberste rettaiö'c tstc:oalt ln Palastin.l. wie ri: der Vorzeit, urit.r. Hinr anrehung der unwesentlichen Unterschiede die Emigler: der judischeii Raff? in den Augen de« jüdiichen ^lke« sowie der ganzen Wett r wt.np.rn wird Palästina und Ierrisaleru i-thmen de» ucchiigsten Platz nr den Ge'uhlen der Mil'i e:n die e >u öcr ganzen Welt verbreiteten l t ^-.llluone» Jude»!:eger». Taher Nluß Pilästina -rum die Grfuble der Eh'.'urcht rn Anspruch nehmen können. Dre St-.r.ti..k>iten u: Ierusalcin rn''en ein ähnliche? Echo rn der ganzen;ud:schen Welt hervor. Einigleir und lener Wille m Palästina iclbft sind die ersten Schritte zur Turchfetz'.ing des Pri>:zips der Em>.',?eit und der Wllentt'tärke innerhalb aller Schichten des zerstreuten Volke-.. Vioge Eure Tuligleit zu di,fern großen Ziel iübren." Alsdann erstattet tcr Leiter der Iu'lirmesenS. Rorman Bentwech. Bericht über die vom Lberkommiffar eingesetzt, Kommiffron zur Regelung der RabbinatSsrage in Palästina. Er schildert duS Entstehen des Amtedes Chacham Laschr. der bis fetzt auS sephartrifche» Kreise» hervorgegangen war. war in Zukunft. angestchtS des Erstarkendealkenafifchen Elementes, nicht mehr angängig sei. Bezüglich der Autorität der RabbinatSkonserenz äußerte Ventwich. daß die Ent Wicklung de« Leben« eine Entwicklurrg unü Reform des jüdischen Reckte«, insbesondere d^S Ehe- und Familienrechte«, bedingt. Tie Rechtsprechung muß auf dem alten jüdischen Recht baßeren, aber ßr muß auch mit den modernen Begriffen der Gerechtigkeit und Emanzipation »n Einklang zu bringen sein. Letzteres verspricht er ßch besonders von der Mitarbeit der Laien die modern geschulte und zugleich talmudkundige Juristen lern müffen Im werteren Verlaus der Tagung schildert Rabbiner Kuk ausführlich die jüdische GerichlSverfaffung im Laute der Jahrhunderte unö bringt anschließend daran einen Antrag betreffend die Organisierung der RabdinatSgerrchte ein. darunter einen Paragraphen über d»e Mitarbeit von Laien, die .ab und zu za Rate gezogen werden können, denen aber keine Rlchterdefugnrffe zuffehen.' Nach dem Referat d>e« Rabbiners Kuk entspann ßch eine unerquickliche Debatte über die Wahlen zum Permoneuzausjchuß. in den oie Rabbiner kerne Laien zulasien wollten Tie Gegensätze zwischen Rabbinern und Laien, welche den ersteren Machtgelüste vorwersen. spitzen fit m d,n weiteren Sitzungen immer mehr zu. Tie« zeigt ßch besonv.rin dem Augenblick, wo zur Wahl deS AulichusseS geschr.tten werde» soll Auch da wurde wieder di, nrage der Kompetenz der Laien aufgeworfen. Die Laren forderten, daß ihre Vertreter (drei gegen acht Rabbiner) gleichberechtigte Mitglieder de« RabbinatsgenchtS sein sollten, während die Robbinir ße nur .im Bedarfsfälle zu Rate ziehen wollte»!, in den Angelegenheiten, die das He’efe mrfct tangieren'. Tie Laren schlugen einen Komprom'v vor. und zwar wollten ße b»t letzten Worte folgendermaßen geändert sehen: »rn Angelegenheiten, die dos rituelle Gesetz -Tivn tid'K' nicht tangieren'. Die Rabbiner wollten aus diesen Kompromiß nicht eingehen und. da ße die absolute Mehrheit hatten, wurde ihr Vorschlag angenommen. woraufhin -ämtliche Laien de» Saal nach Verlesung folgender Erklärung verließ-n: ,W>r Vertreter der Städte und Kolonren ßnv nr :>tadblncrkonserenz gekommen, um das Rabdänat zu stärken, nicht um ezu schwächen. W;r waren drber zu ze^em Kon'promrß geneigt. Leider haben w.r tx>r der ^eg-militk keine 'Neigung zu Kompromissen geiundc« I»'vlg«deffcn ntib wir ge« zwungeu. die Konferenz zu verlaiie'! und :ede Verantwortung nu ihr: Vrichluffe abzutehnen qez. Tr. Klausner." Rabbiner Ku! fpncht äußerst .rregt über da« Bestreben der L-iic-;. das fudi'che Gesetz zu rr'orni'er.al. rrv.zn bte Rabtnncr fich mcrnole hergeven iriirten. Ti? w.gend.' S.tzllirg stand noch nn Zeichen iVi durch das Ausscheide» der Laien heivorgeiii'enen Erregung. Tank den Bemühungen detz Herrn Ventwich der erklärte, daß der Ob rk,inmissar da« »eugeichaffeue Rabbrnat nur dann rnerkenneu wurde, wenn es -luerserts die gesamte füdischc Bevölkerung r-eiernigt. und andererseits d,e Laren dauernd beratende Mitglieder des Rabbinat«» und und nicht nu: ,'ni Vedar sjalle" von den Rabbinern zu Rate gezogen werd.'u konnrn. ist es gelungen, die Laien, außer Tr. Klausner und Sch. Pen zur Teilnahme an den weiteren Sihiingen zu bewegen Lchwcigkn. l Vetrachiuvz zum We-cheuadlchu-n! Denn sonst wohl ein Pater zwei blühende Söhne an 1 einem Tage verlieren würde, wie würde er klagen und itsnsent. Aron schweigt, als Nadob und Ablfu ihm Mrben. Wenn diese Söhne kluge und wertvolle Vtenschen rrn. würdig, seine Stützen und seine Nachfolger zu ■erben, würde da« nicht feine Klage noch steigern? Wenn fca|u solche« Leid ihm an seinem Ebrentac, widerführe, f» würde sein Mund von Lauten des S.chnikrze« überj jbbmen- Aron schweigt. Es ist ern hereiiches Schweigen. *on oetk uafert geschwätzige Zeu lernen könnte. Wenn fett königliche Denker über feine Zeit klagt. Ö.R in ihr feai Büchermachen kein Ende nehme, io dürfen wir m Klieret Zeit Klage führen über den uvendlichen Strom feer Rede, der die reichen Genlde des met.ichlechen Innen- \ leben« überfdjroemmt und verheen. Der -iußerüche Mensch redet sich den Schmerz vom Herzen. Ter wahre Schmerz r»ht tief und stumm in der Seele. Nicht die Lieb« ist die heißeste, welche in blumenreichen Phrasen schwelgt, sondern die. welche sich rn wortloser Hingabe opfert. Dir sollten unsere großen Lehrer der Vergangenheit weniger d»rch gelehrte und begeisterte Worte feiern und mehr nach üfrem Borbilde leben. Dir sollten den erhabenen Meistern der Gegenwart weniger wortreiche Anerkennung zollen und m^r treue Gefolgschaft leisten. Auch die Jugend wird in ei» geschäftiges DereinLleden hineingezogen. Sie lernt Nedm schwingen und in Dorten schwelgen, verlernt aber »»ist. »ai ihr am besten steht, den schweigende» Gehorsam. Dir Marksteine der jüdischen Zukunft find Kongrrffe u»d Versammlungen. Doch hört man weniger von ernster Ofeferderritschaft und echter jüdischer Lpfertat. Wenn man mit Reden und Schreiben töten könnte, so dürste unser Gqfei»d längst nicht mehr leben. Versuchen wir es ein« »ml wie unser Lehrer Mose mit der stummen Gebärde fp»|ta(oj(t Gottergebenheit. Unser Feind ist unser Schick- M. kragen wir eß und schweigen. Wen» de« Hohen- Pgteßor sein Liebstegenommen wird, so die,t er weiter und schweigt. Gott ist sein Alles und Liebstes. Israel. . Hoherpriefler der Menschheit, diene deinem Gotte und j schweige. Dann kann eine Welt von §e:nden dir nichts nehmen; denn dir bleibt alles. l. 1. Bismarcks Ltellunk zum Judentum. In dem überfüllten Horjaal d,r Hochschule für die Wiffenschast de« Judentums zu Berlin sprach Minifferialrat Tr Otto Iöhlinaer der ßch speziell mit der Erforschung Bismarcks als Staatsmann an Hand der Original-Akten unü unveröffentlichter Oucllen beschäftigt, über dje Stellung des Fürsten Bismarck zur fudischen Frage D,r Redner kam dabei zu einer ganz neuen Beurtertung des Füstien Bismarcks. Wahrend man gemeinhin angenommen, daß Bismarck em F<:nd der Juden gewesen sei. zum mindesten aber der antriemitifchen Bewegung jgmpaihisch gegenüberstand, zog Tr. Jöhlinger aus dem Material, das er eingeiehen hat. ganz andere Schlußfolgerungen. Man kann die Tätigkeit B'Smarcks von seinem ersten Auftreten 1847 bi« zu feinem Tode im Jahre 1895 auf wenigen Gebieten einheitlich beurteilen. WaS der Junftr von Kniephen gesagt hat. unterscheidet ßch erheblich von dem. va« der Staatsmann BrSmarck getan hat. und wie Ziegler mit Recht darauf hingewiefen bat. daß der Bismarck, der nu» Frankfurt a. M. kam. ein anderer war als der BiSmarck. der nach Frankmrt a. $t. ging, so ist auch in der Stellung BisaiarckS zur Iudenstage eine Wendung eingetreten. In ^rankßlrt a. Di. hat Prswarck die Juden kennen und schätzen gelernt, und daS ist von erheblichem Einfluß auf seine ganze Gesinnung gewesen.'und so kam Ministerialrat Jöhlinger zu einer Einteilung in der Beurteilung Bismarcks in verschiedene Zeitabschnitte. In der Zeit bis zck feiner Berufung nach Frankfurt «. M. ist HiSmarck kein Juden» fteuvd. ja er fiehr den Juden stellenweise sogar direkt ablehnend gegenüber. Aus seiner Frankfurter Tätigkeit haben wir öffentliche Kundgebungen über die Juden garnicht. Don dem Augmblick seiner Berufung in daS Preußische Ministerium bis zum Rücktritt hat BtSmarck amtlich gegen di, Juden überhaupt nichts gkiagt. und auch m den Akten, die Tr. Iöblmger burchgearl»!tet hat. findet ßch nicht», was irgendwie auf eine Gegnerschaft Bismarckgegen die Juden schließen logt Der Redner verweilt längere Zeit der dem Gesetz, das den Juden d>e gleichen bürgerlichen Reckte verleibt und da» die Unterschritt BiSmarck» trägt. Dieses Gesetz ist mit den preußischen Stlvimrn angenommen worden. Dagegen stimmten im Nord» deutschen Bundestag nur die beiden Vertreter Mecklenburgs. Der Redner charakterisiert dann dre Stellung Bismarcks zu den einzelnen Parteien, seinen Kamps mit den F«r» sinnigen, der ja im Jahre 1863 seinen Höhepunkt erreichte und der BiSmarck dre dauernde Feindschaft der Freisinnigen tinbrachle. Man darf aber den Gegensatz BiSmarckS zu den damals gerade nicht weitsichtige» politischen Führer« »rchl als Gegensatz argen dre Juden auSlegen ES war t:ne reine politische Antipathie, wie BiSmarck sie ebens» sehr gegen Eugen Richter wie gegen Bebel hatte. Gegen» über dem Kampfe, den BiSmarck gegen LaSker. Bamberyer und andere führte, steht die ungewöhnliche Hochschätzung. die BiSmarck für Laffal« empfand. Der Rockrus. den BiSmarck Laffalle widmete, legt hierfür beredte- Zeugnis ab. Vielleicht hat BiSmarck zunreilen der ontiiewlttfch« Bewegung nicht den Widerstand entgegengesetzt, den ma»che Juden gewünscht hätten. Aber auch hier muß man sich rmmer wieder die politischen Zwecke vor Augen halt«, die Bismarck verfolgte. Für BiSmarck waren die Partei« nur Mittel im Kamps. Er benützte sie und ließ sie naG der Benützung achtlos liegen. Diesem Schicksal find auch dre Antisemiten nicht entgsng«. und BiSmarck hat ver» nrchtmde Worte »der die Antisemit« und ihre Füß« gesund«. Aus Grund der Akt« über die Anttsemrt« zog Ministerialrat Dr. )»h1inger die Schlußfolgerung: BiSmarck ist den Antisemit« nicht zuzurechmn. DiSmarck- Feinde find auch die Feind« der Iudm gewef« Dir dritte Periode ist d,e Zeit i« Gachfmwalde »an 1-90—1-95. Hier hat BiSmarck deutlich zum Ausdruck gebracht, daß er eine Akung der Iudenstage nicht auf bas < Skfe steht, den die Antisemiten «deut«. Br»««ck f»G

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