Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 12 (24.3.1921)
- Date
- 1921-03-24
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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5h. 12. G«ie i ltn. Ufoft a»S politischen ®rünbf» ftie jüdische Schule •§. Cafcemfriii »rirb der Religionsunterricht an den össeatlichen Schulen mit «ueschluß des Hebräischen erteilt. Räter diesen Umständen bleibt die Unterweisung in dieser Sprache, von Privatunterricht abgesehen, den nur klüterte Cttmt -eben lassen können, den ReligionSschulen vorbeoalten. Dach »ährend die allgemeinen Schulen von den Kindern besucht »erden müssen, sobald sie das schulpflichtige Alter erreicht haben, ist e§ den jüdischen Eltern völlig anbeimgffstellt. wann sie ihre Kinder in der Relrgionsschule an »elde» wollen. Da^d ie Eltern leider nicht olle werden, die glaube», daß ihr Junge. wenn er seine Barmizwah gehabt hat. genug Hebräisch gelernt habe, so ist mitunter die Zeit so gering bemessen, daß es schon ein pädagogische« JbmföAtf de« Lehrer« ist. wenn er dem Schüler einiger' »asten geläufige« Lesen und eine mechanisch eingelernte Übersetzung weniger Gebetstücke beiqebracht bat Denn Han grammatischer Schulung kann unter solchen Umständen nicht dir Rede sein. Dir wollen kein Dort über den Wert eine« solchen Unterrichte« verliere». Ellen Key sagt War einmal: .Bildung ist. wa« vir übrig haben, wenn wir alle« ver> Wessen, wa« wir lenken'. Aber der. dessen Kenntnisse ssetß so gering waren, daß er nicht« zu vergessen hat. kann nicht einmal aus diesem Wege jüdische Bildung erhoffen. Um die Geduld unseregroßen Lehrer« Hillel auf bi« Probe zu stehen, kam einst, wie bekannt, ein Heide zu br» großen Meister und forderte von ihm. daß er ihm de» Lchrinhalt des Judentum« entwickeln solle, solange er ans eine« Fuße stehen könne Hillel tat e« mit dem Hinweis aus den Satz der Thora: .Liebe deinen Nächsten wie dich selbst'. Hillel kann sich glücklich preisen, daß er Nor vielen, vielen Jahrhunderten lebte und nur Heiden kein« Geduld auf die Probe stellten. Der weist, ob er diese Prübe heute bestünde, wenn er e« mit modernen jüdischen Eltern zu tün hätte, die am liebsten verlangen Möchte», daß man ihre Kinder das Hebräische lehre, solange sie auf einem Fuße stehen. Doch Venn Eltern ihre Kinder auS der Religionsschule ittmen, bevor der lehrplonmäßige Unterricht abgeschlossen ist. so sind diese allein die Leidtragenden, da die Schule jede Verantwortung für ihre nicht genügenden Kenntnisse ablehnen muß. Anders steht e» dagegen mit dem ver späteten Eintritt der Kinder in die Anstalt. Hierdurch wild der Unterrichtsbetried empfindlich gestört. Denn keiner RrligionSschule kann zugemutek werden, daß fie in ihrem Lehrpläne nach den indifferenten Kreisen der Gemeinde sich richte, e» sei denn, daß eine Anstalt gerade die Aufgabe P> erfüllen habe, bei diesen da« Interesse wieder zu erwecken. Denn zu einem gedeihlichen Unterricht ist eS erforderlich, daß die Altersunterschiede der Kinder nicht zu -roß seien. In einer Ansängerklasse von Borschülern Müssen sich Quartaner langweilen, ganz abgesehen davon, baß solch ein Junge bereit» aus der Unterstufe tzarmizwah »Erde. Zur Uebeilastung eines Kindes führt es nicht, wem» es frühzeitig anfängt. Hebräisch zu lernen. Das ist »it Sicherheit dagegen der JaD. wenn es in der Quarta ober Untertertia hiermit beginnt. wo bekanntlich in der Schule als neue Sprachen Französisch und Griechisch bezw Englisch hiuzutreten Diejenigen Eltern gehen am sparsamsten mit der Zeit ihrer Kinder um. die fie so früh wie möglich der ReligionSschule zusühren. Rur wo tn übergroßer Eile ein Pensum dwoülligt werden muß, tritt llebeibürdung ein. Wo mit Ruhe und ohne Ueberstürzung planmäßig die Grundlagen -elegt »erden können, da macht der Unterricht Schüler und Jüdische Vokttzettuag '' Lehrer Freude, und da wird auch der Erfolg nicht au«' bleiben. Darum sorget daiür. daß eure Kinder spätesten« mit dem 8. Jahre in der Religionsschule angemeldet werden | Aus öem Auslande : z irdische »i-rcktipa in Amerika Wie aus Washington gmeldet wird, hat vir vereinigte Senat und Kammerkommission den Entwurf de« Senats angenommen, der ab 1. April die Zihl der Einwanderer fimt Ration aus beet Prozent der Zahl beschränkt, die ihre Volksgenosse l im Jahre 19!" in den Bereinigten Staate» zählten Al« Dauer de4 G.-ietzes wurden fünfzehn Monate bestimmt. Dte Nachncbl genügt noch nicht, um die Einzelheiten de« künst>ae>t Gesetze« zu Überblicken. — fie genügt aber, um mit d.r erhebltchen Einschränkung der Einwanderung ob tritt einer Tatsache iu rechnen. E« ist nicht aniltnehw.en. daß im Reprä'entantenhauS nd im Senat da« Plenun. zu einer wcienll'chen Aeuderung kommen wird. — und der neue Präsident, -earding. hat bereit« den Rur. daß ,-r sein Amt konsiit-iliouell auffaßt. und so dürfte auch er. trotzdem er der jüdischen Bevölkerung freundlich gegenübersteht. dem neuen besehe seine Unter' schritt geben Die zahlreichen Proteste aus den Reihen der aaienkan schen Judenhki! haben demnach nicht den gewünschten Erfolg gezeitigt. Erst jüngst hatte die lHebrew Immigration Aid Society), die über 121000 Mitglieder zählt, eine R-esenversammlung veranstaltet Es sprachen der bekrnilte Rabbiner Stevhen W>'e. MaSliansky und der Präsident der Qrganiia'kon. Bernstein. Nach den Ausführungen des letzteren sind wahrend der letzten «0 Jadre 2 061 672 Juden in Amerika einyewandert. gleich 8 Prozent oller Einwanderer In l tzten Jahre wunderten 6.'t O0<- Juden ein — oavon mindesten- •/»<» 1" ihren Verwandten — und es wurden vo:i den EinwanderungSbedörden nur 12 ziirückgemiesen und auch von diesen 12 nicht ein einziger wegen Unmoralilät. Kriminaloerbrechen oder Radikalismus. O»v«keß. Der bekanrttr pävfilicke Prälat und Adq. Ir. «:riwkiii führte iflnqft tn rnirr Parl.i«enl»r>d, morihd) au«: .Tie in unserem cfleinlu-en reden berrickent« Noten fnßt sich m die Seelen ei« and errqifttt sogar die Herzen der ümdrr Al« Beispiel fflher it» die in der vergangenen Werde »ergesallene Ve§edendeil an- Tie Eller« amgen au« und tiefen ihren vreizehniLbrlgen Iuuqe» mir emizen seiner EpielkoSege« z« Hauke Bei ihrer RSrNebr landen sie j ihre» Lohn an der Türklinke aufgeki-llv" tot fcÄngr». Tie Jo»gen j hatten „Heija«- zeipiell. wobei dem einen die Rolle de» Jure» zussel. der gehLngl werden mvsiie Sie knüptten td« jedoch!» >ege!r,chl auf. da« au« dem Zcherz Ernst wurde und der Junge. de, übrigen« au« guter chntlich-r Emilie ist. »en ''ür die Juden destiinmlen Tod gehmde» bar - O»H«d'ß. Tik brestae S!adt»er«>al»ung ketckloh, baß Illden IN den bauptstSdiischeu Martrhallen Nderbaupk keine Berkau'sftLnbe erdalren und deballen dürfen Ter Anirag »uide mir großer Mebrben angenommen. Karfchn«. Ta« Palasimaami m Larfchau erhielt die Ber- SSnklg»»g. oah da« iialiemsche Konsulat infolge der unter den Ewigranren au«gedr»chenen «pidemischen KranktzFte» d>e Erteilung der Tranfti-Bkfa durch Italien für die Dauer »on 6 Lochen ein» ( gestellt bade GleiLzeliig wurden Triest, »re «uch alle aiibere« ' iralirni'che» Häsen, fBr die Emigranten gesperrt Die Palaftma- E>nwand«rn«g an« Polen muß daher, da ihr derzen ausschließlich der Weg über Iralien oste, ßehi. fllr die Dauer »on 6 Docken ein. gestellt werden. Tiejenige, E«,graulen. die bereit« italienische Bisa defitzen, könne« ihre Reise antreien. müssen sich »eboch an der iralienischeo Olrenze >» Tarvi« einer Tesin^eNion anierziebe«. *u.rnwam ®tri4««. D« Cnfak der jllhtzche» «kwiabt hat «sf skrirr itngftni Sch»»» hefchloß«». dt» MauiU, «ollchrw» trx. Sozaa»»ki ■» de» Darlchauer Wabferaai zu Wut»«. Dr. Poz»a»«A ff»rt |i ke» »icht sehr zahlreichen jevrsche, Sefehtle, die ihre w>ffe»sch«ftlichen Redeten auch i« hebräischer Sprach« verlsseulliche,. 8»»»»«. tn Böllerh»»d«rat »oh» eiuen Rn'raa Balsom« au. wonach die Behaudlu«, der Vraudate A, z» welche» tot ValL»««' Mandat ßehön. dt« zur nächsten Seffr« de» VSskeebunbe« u» Lprü ausqelchobe« werde» soll. Z,r VegrLndung slldne Balsour an», daß drr neue Tolomalwinifter CdurckiR im Begriff sei. zum Studium der Mandaissrage »ach Negyple« zu r.-ise». »nd daß un:er diese» U»> Huken eine Bertagung erwünscht sei. Im englische» U»ierho»se teilte Diurßer Bonar?aw mtt, nach Lnschanung der Regiern»G seren die Mandate entsprechend wie Staalsverträge zu behänder». Da« Parla»e»t habe daher da« Recht, die Mandate anzunehme, oder »n »erwerfe». »»»>»». Rach luRge» Berhanblmtaen ist endlich de« »»» Iewrstz Board os T^puiir« ausgegeden« Plan zur Schaffung einer die euglriche Iudenschosk r,präsentierende» Institution zur BekLmps»»g de« L»»>ei»ill«»»« j,stunde geiomme« In der letzten unter de» Borßtz^ord Rothschild« stangesundeven Sitzung de« Borberettung«' kowitee« w»rde der definitive U. iwurf dieser Institution, die de» Ra«e» ..Vereiaigle« Preßko»:tee" tragen soll, sertiggestelli und dedars nur noch di« Srnehmigunz der deteiliz'en Organisationen. Diesem Entwurf gemäß wird sich da« ^Joint Preß Committeeau« ,e »ter Bertrrter» de« Iewish Board os Tepukre«. der >nglo-Ie»ts^ Assonation and »er Vraaae ef British Je»« und eventuell au« i« zwei Srvtrrttni »«derer Organisationen, die da« Komitee znr Entsendung ihre» Serireier ernioden wird, zu'ammensetzen. Bon der letztere» stad vorläufig sollende Körperschaften zur Enklendung ihrer Vertreter i« da« Joint Preß Committee etnzeladeu worde,: .Bne- Brith". die Jüdische Historische Sesellschasr and die „SSaaataau»" Re»-00«. Paderrwlkt. der am 13. Februar in Re»-f)ort erntras. erktärte in einem gleich «ach seiner Ankunft gewähnen Interview. daß stch die i!age der Juden in Polen gedefferl habe. Dte Regie-ung trachte nach Mogllchkeii. zur Beff.-rung der verbälturffe beizuitagen. Ralstrlich gebe e« infolge Äongel« an?edrn«mittel« nicht genügend Platz skr die au« Rußland and Oesterreich zustrdmendeii Jude». Dre polnische Regierung bedauere aufrichiig die frstderrn Borfäle. b,e ohne iht Zutun geschehen leien. Tte Iude»- srage in Pole» lei nur eine «konomi'che, vnb die Regierung verhandle mir einer jüdische, Benretung. nm zu einer Verständigung zu gelange«. Er selbst stehe diesbezüglich in briestichem Verkehr mit Vncre» Dois E« sei sicher, daß dl/ Zukunft der Juden in Polen eri» günstige in. und die Regierung werde ihr Beste« rnn. um die Minoriiätntrechie sstr alle Rationen >a Polen zur Turchsührung zu dringen. Aus Palästina. Ott Widerlt,»» k(r Ag»da Wie bereit« bekannt, wurde auf besonderen Wunsch des Oderkommissars. Sir Herderl Samuel e,n Komitee gebildet zur Wahl von zvkt Qderra'.'d'nern für Palästina. Alle Parteien tntfanMtn DiiluliePa tit diese- Komitee. Nur die Führer der Aguda- Ji^roel Rabbiner Tis-, km und Eonnenjeld — nahmen ati Pen W^blen mdjt teil. L>tz!ere ersuchten den O&rrfoimutHar tt): r Geniktnde als separate Gemen de. die in keiner Beztehun; mtt der aUgememen Gemeinde PaläsiinaS m Betdmdung fleht, anznerkennen Ihre LsiNe wurde vvü S>r Herbert Samuel abgeschlagen Es wird berichtet daß die Rabbiner daraushin erwiderten, daß dt« Frag.- der Organisierung de» Rabbinat« ntchl im Bereiche de» i?deckomMifiarS läge. Sir Herbert Samuel erwiderte, daß. obgleich diese An gelegenhkil ihm ntcht unterstände, es ihn doch freuen sollte, fie befriedigend regeln zu können Tiefer Zwisu.ensoll erregte allgemeines Aufsehen m orthodoxen Kreisen, und einige Gesuche, von Rabbinern und Lehrern untersckrteben. wurden dem Lberkommlssar zuqesandt. ihn bittend, die Bemerkungen der Rabbiner Tlstktn und Eonnenseld nicht altz die allgemein herrschende Ansicht der Orthodoxie zu betrachten, und sein Wirken zum Wähle der jüdischen Gemeinde sortzusetzen. Ltändigrs Feuer. Znm Dochenadichmt« n Es ist die Tragik des menschlichen Leben«, daß die «oßen und gewaltigen Stimmungen, die Momente hoher Vstgeifterung und starker Qpserwilligkeit nur kurz find. Lakd kommt der nüchterne Alltag, der mit der Asche der O»»ohnheit da« heilige Feuer der Begeisterung erstickt. So konnte Israel am Sinai, von der Macht der göttlichen Erfchtinung überwältigt, rufen: .Alles, war der Ewige «oredet dal. wollen wir tun.' Doch e« war nur sie ein Wiaufch. fie ernüchtern und verfallen in den Dienst des tzokdrnen Kalbe«. Deshalb geht unsere jüdische Religion »icht in erster Linie darauf au«, sie Seele de« Menschen in Verzückung and dithyrambische Erhebung zu versetzen, obwohl fie auch diesem Bedürfnis de« m*nf£li6tn i-efühls- U6enJ zuweilen gerecht wird Ihr Hauptziel ist e«. den ARtag zu verklären. Sie will ein ständige« Feuer an« zünden, da« nimmer erlöschet. So hält fie sich gleich fern »on jenem FanattSmuS. der in hochaufzüngelnder Flamme den Körper »erzehrt und die Se^e aufreibt. wie von jener matten Kälte und Gleichgültigkm. wo kaum noch ein ver» lorme« Fünkchen unter der Asche glüht. Der Dichter de« Hohenliedes fingt von jener Liebe, welche auch durch müchtige Wasser nicht verlöscht wird, die auch der Strom der Heit nicht zu ersticken vermag. E« ist jene Gottesliebe, welche der Verfasser der Herzen«- pstichtru als da« Hochziel jede« jüdischen Menschen hinstellt. Heiße Leidenschaft tobt sich au« im wilden Rausch und oerstiegt in der nachfolgenden Ernüchterung. Wahre und echte Äebe zeigt sich in stetem und geduäigem Werben, i» langsamen Umfassen und Erobern de« innerste« Wesen« de« Geuebten. So müssen.wir auch da« Göttliche stetta «ttb geduldig umwerben, un« chm langsam und allmählich »bhern, um rt tu seinem Kerne zu erfassen und zu Da« ist der lange und doch kurze, «eil sicher Htele führende Weg, den da« Judentum beschreibt. 'L Die Fülle der Pflichten vom Morgen bi« zum Abend, von Eabdath zu Sabbalh. von Feneskreis zu Festeskreis erhält uns in unablässigem Verkehr mit dem Göttlichen. Etz bildet sich eine traute Gewohtihett. eine sanfte und innige Gemeinschaft. Wir find stet« bei ihm. und so ist es stets bei un«. So glühet die heilige Flamme auf dem Altar, glühet und verlöschet nimmer. I. T. An der Chaussee im Tale Israel. (Vn/f eine« jLdischen Etzaluz.) Wir find im Tale Israel, in demselben fruchtbaren Tale, da« immer der Schauplatz der palästinensischen Kriege war. Hier hat >Deborah gemeinsam mit Barak Gisra geschlagen und das jüdische Lol \ vom Joche JawinS besre t Nicht uait von unserem Lager aus einem Hügel find noch die Ruinen de« Hauptquartiers von SiSra. dem biblischen Eharoscheth Haqojim. zu sehen. Da« Dorf trügt noch jetzt den?tamen Charoßja und ist ebenso schmutzig wie die meisten arabischen Dörfer ttt Lande. Lehmhütten. Löcher statt Fenster, keine Vegetation. Unser Lager ist aus einem Hügel ausgeschlagen, gegenüber der lanaen Kette de« Karmelgebirgt«. Unten dehnt sich da« Tal bi« nach Dscheda und weiter. Die Chaussee, an der unsere Chawerim orbeitrn. schlängelt sich vom Gebirge rn« Tal hinab, von wo au« fie sich wie ein weiße« Band bis zum Horizont hinzieht. Unser Lager besteht au« mehr als 50 Zelten, die reihenweise aufgeschlagen find, sodaß fie gewissermaßen Straßen bilden, die auch ihre Namen tragen. In der Mitte beendet sich ein Riesenzelt. dessen eine Hälfte als Speiserimmer dient, r« dem bi« 200 Mann zu gleicher Zeit abaefertigt werden können, während die zweite Hälfte für Lorttüge. Tänze »nd sonstige Veranstaltungen reserviert ist. Bei Tagesanbruch, sobald die Bergspitzen am blassen Hi»»el zu erkennen si»d. beginnt da« Leben im Lager. Die Chaweroth bereiten da« Frühstück in der Küche bei« Scheine von Pttroltnmlampen Gruppenweise betreten die Chowenm da« Speifizelt. jeder trinkt seinen Tee. nimmt Brot und Jam mit. hängt ei» Trinkgefäß mit Tee an den Gurt, und so begeben ste sich an ihre Arbeitsstätte», dewasset mit ihre« Arbeitsgeräten Der Morgen ist noch ziemlich kühl, »an steht noch bie Sterne Singend gehe» die Chawerim zur Arbeit, man ist noch frisch von der Nachtruhe, und der kühle Wind läßt die kommende Hitze noch nicht ahne». Manche Chawerim haben ei« pa« Kilometer bi« zu ihre« Arbeitsplatz zurückzulegen. Diesen wird ihr Mittagbrot zugesandt, damit fie nicht in der Mittagsonne de» schweren Weg nochmal« zu mache» genötigt find. Sie bleiben bi« znm Abend on ihrer Arbeitsstelle. Diese Morge»fiunden find die beste Arbeitszeit, bevor die So»ue zu br.nnm beginnt. In diesen 4 Stunden wirb mehr Arbeit geleistet al« in der ganze» Übrige» Arbeitszeit. Allmähuch stngt die Sonne immer höher, die ganze Landschaft bekommt einen anderen Ausdruck. E« verschwindet die für die palästinensische Morgen- und Abenddämmernng charakteristische Melancholie. E« ist d-Dg still ringSu«. v»r unser Traktor, die Da»ipfwÄze, der die Chaussee stampft, atmet schwer. Au« »e» Scharnstem steigt Rauch, der Traktor beginnt seine tägliche Arbeit zu verrichtm. Aus den seitwärts gelegenen Feldern zeigen sich einige Fellache«: fie beginiw« zu ackern. Die Ochsen find gm unb kräftig, der Pflug aber klei» und schwach. E« iß eigenttich nicht »ehr als ei» spitzer Keil; die Erde wirb durch dieses Eisen »ur sehr wenig gelockert. Alle vonw» und Unkraut bleib« aus de« Felde. Der pflügende Fellache grüßt uns freundlich und bem»»t feine melancholische Weise zu summen. EZ ist in Palästina kaum ei» Arad» zu finden, der nicht bei seiner Arbeit fingt, und diese Lieder find, wir die palüstinenfischen Abende, »oll Melancholie und Wehmut. Um halb zehn atterbrech« wir die Arbeit und lass» uns an der »öchste» Quelle nieder. Es ist die Fett dck