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Jüdische Volkszeitung · 1921-03-11 · 10 (11.3.1921) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
10 (11.3.1921)
Date
1921-03-11
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Hi. 10 C«U 2 V ajoll&jttluno ii. vtitt ldsi. j Der Anteil der Inden > «« oberschlefischen Wirtschaftsleben. tv I» nnfem Nummer 8 bradjtrn wir einen Sritfel mit sicher Ueber'chrift. der lerder einige Uugenauigkeiten «Sthieit und selbstverständlich aus Vollständigkeit keinen A»spnich erhob. Im Hinblick auf die Wichtigkeit des Thema« veröffentlichen wrr gern dtn nachstehenden Brief, j» dem Herr Lippmann Bloch auf Grund seiner gediegenen Oachkemttnis zu unserem Artikel Stellung nimm! .. . . So dankenswert eS im Interesse der Fötterung der Kenntteis über jüdische Leistungen auch rm Wirtschaft«' lebe», insbesondere auch über Pronierarbe.i ist. auch im «gnövärttgen historisch bedeutsamen Augenblick über den U«teil der Juden am oberschlestschen Wirtschaftsleben sich «terrichlen zu können, und diese Kenntnis auch in nicht- Mdihhen Kreisen zu verbreiten, so bedenklich ist e». durch Mgenoue und teilweise auch unrichtige Angaben über ein salches Ziel hmauszugeben Zunächst rein formal die Bemerkung, daß die im ersten Teil erwähnte Lberschlefijche Ersenbedarrs-A G. in Wirklichkeit Oberschlefische Eisenbabnbedarf« AG. heißt ES hmrdelt sich um d»e bekannte Frieden-Hütte. Es ist wohl richtig, daß zu den Organisatoren diese- >»ter«ehmeaauch Montz Fnedlünder gehört hat; wo aegeu aber die beiden anderen genannten Herren meine- , Mffens in di^em Zusammenhänge überhaupt kaum genannt »erde» könne». Eine .Eisen- und Stahlindufiru-A. fH- *, von welcher •» Veginn des zweiten Absätze« die Red« ist. ermiert »echt. Der rn Verbindung damit genannte Rudolf Prmg« hei« war wohl Begründer oder Mitbegründer de« ehemal« Kheinsche» Eisenwerkes in Zrwodzie bei Kottewitz, das fpdt« zu einer .Ersenrndustrie-A -G Ferrum" und schließlich V»r etwa zwbls Jahren in dem Konzern der e-ngang« erwähnten Friedensharte aufging Dagegen ist Radolt Pringtheim der Pächter und wohl auch AuSgeNalt. r der «derschl^iichen Schrnalspurbahnengewesen. welche ulip.üuglich i» Betriebe der sidlalischen Eiienbadnoerwaltung standen u»d schließlich auch in deren Betrieb vor etwa« 12 bta IS Jahren wieder zuruckgekehrt sind Gänzlich fehl geht die Behauptung. daß die berühmte Zinkrndustrie Oberfchltstens ihre Begründung dem Kammann Hermann Roth aus Breslau verdankt Ter Genannte, »^cher übrigenseinen Vornamen mit Hermann bezeichnet, j verlegte seinen Wohnsitz auch erst vor zirka 30 Jahren £ mndj Breslau und war ursprünglich rn Königshütte wo { er im Jahre 1834 geboren wurde. Es sei diedeshalb erwähnt, weil die Begründung der * oberschlestschen Zinkindustrie, welche seit vielen Jahren «sschließlich von der Fürstlich Henckei-TonnerSmarck schen s Geiuraldirektion in Neudeck, der Gräflich Henckel'schen? •fluralbirtftion in Carlshol bei Tarnowitz. der Bexawerkt-, t Gesellschaft von Giescke's Erben. Beuthen-Bresla». oer »> Gchlesijchen A -G. für Zinkhültenbetrieb in L.pine und der Lberstslefifchen Zinkhütten-A-G. in Kattowitz und den r Hahenlohrwerken A.-G. in Hohenlohehütte betrieben wrrd. ^on im Jahre 1800 in Lberschlesien begann Die an * sittest« Stelle genannte Oberschlefi'che Zinkhütten A.-G. Kattowitz ist identisch mit dem von Hern?. Roth begründeten U«tm,ehmen. In diesem Jahre wurde in Westola der erste Zink-Destillationsofen rn Betrieb genommen. Im l Ischre 1808/09 wurde auf der Königshütte die fiskalische ) Thbognia-Zinkhütte m Betrieb gesetzt und ist 182! erni gegangen. Es kamen dann die Earlsbülte m Ruda. die Siegmundshütte von Gie'che's Erden, die Geor^shütte in Mrchalkow'tz rn Bau uu> späte: v-i) einige ander«, und bereit«!82'i wi.r>eu ,n Obench'ei.:« Tonnen Rohzink bergesl«-lli IN« t bi.K-tV 1u- Z"kiiiüu iri« hatte im Jahre .in« lNi>nuf;ui rj, 4.59 Tonnen und damit etwa 1 * f>« WUrpro7ukiia.' . Die Namen d>r führenben Mämcr itn Holzhandel stnd in dem Artikel itchug erwrhnr. irUerdln^s rn den führenden Persö ii11? tim unoaflftänfiu "! Aus öem fluslanöe! CtnÖrin» .\brrife nach Amrika Proteffor EinNei,, lull seine:-i«i'e nach Jlutertta. bie er auf Einladung der Zionist.fü^n Olgai«tia:>on zur Vorbereitung der Iudr'cten UuuxMi'ä; m Ietufalem unter» nimmt, am 2j. März ob RoUi-rd in: an iSr wird von semcr Gattrn Se*ilr:tx 1; die Abrufe n'vlgt an' Sem Dampfer .Rotterdam' der ',5oÜ>ii d'Amkr!k>.llN!e. .'n Plymouth besteigt Dr- Weizminn. der Präsident tcc Z-onistrschen Organiiatloi'. »in cn igcii Hc:r«'' ba -utsilichen Zentrale gleichfalls dir .Roitutam'. uni mit Piosisior Einstein gemeinsam für öu Oruchtung der Jüdischen Universität in Jerusalem und die fonst'g.n Z-r-ck« te-r Palästina» Grundfonds zsteren H-i'ifod) derZiou.sli'ch»' Organisation zu wirken. Pro'r"'or Einstein b ■' d e Teilnahme am Solvay tiongreß >-> Biül'el. zu de:» cr als einziger Deutscher «ine E,radu:,g erhalte hnte infolge inner AmcrUarei'e aufgegcb 'l t'lacl. f*1 rr: Nluckkehr au« Amerika wird er dre ubelnonimenen Vorl-surlaen au ber Untorrfitäl Ley'en baltcn >«». Lkii rtiiurii rcrqk b-n fia d«r ljm-qrationl. straui. k,r fi>h von idrüriaUi'ii tukiv ^i.i i:r rwä) »menfj nchkei. lies« iranärmtqraüei' fui das italiftni&f Iud.'iuum vrllig unvordfreu«! aetimdkn r «.'»bald wort, t n tk>»' r. in.-n an!on:llch taü fnn« oraonifittJ.- ■bi 1, t.fiei. «5ni k^’ ro•:-t* -m iimatatisn»* amt tn Itkapel cr.-;ani«t^:i: in iueft irar cm ftlches t.bon v.rdanten and m vi,nuo w.rb rveiuo d<ki,n l?nfrnuna da!L nt ajpftrOt Int ntc i'.'fbitfil frt Xtan'fintjravtfu *inb ufrain-ld» Juden, tie vor io Tarnen ftflCuiifc na<t 'ar^eniirteit und Brasilien grixn Do die iivi iedr Zrrß iü. d'lLiah man, die fceien-ftaiefiobtammlun^ auf fcrri ilfonate eujafiellen und die igeltet iur tie Emizranlen zu veeverren. K««. Ei::e aratze Sn;,Kl uib;<twr äitiwilmqc 0114 kesiaradnn ‘ tft loetfii« in Neapel und anteien naUen.'che« >;avn einaettcffen. T»« it'xn io qr»tzer 4ivi »1 d iann»i>widrraeu i'erdL'.imizen. wLtarrd di« Äesahr beliebt, daß die UJlieniiden ^.aie« fut die vrin.jrantrn* durdrei'e ar*Pml rrk'den L«os<»> Tu Slfiend Mond, von »einer Nene au» kalä-tina nad London zurückaekedrk. Lußerkt sich einen, '."b'ardeuee der..Lvenma- Standard' Uder i-a Lisiina t.Uqendermaven i-aiosiina taim Miüionen von Sedeirern. die da» t'and wi.der aa'oa^en wollen, au'nehmea. Ere; I,<eoe> wird a:S Lerkmi^ in-iSrunki ter europa.sLen und onenlaiischen Luliue dienen. Tie dc-isichewisiilchen Ldeanen haben 'im t^ande keine Sndanqer. die kooverane^n Virnntprinziinen aber find im «anzen -ande »erdreiiei. RnL ieifte Ävnd dem qenamiien Mttarbeiler mit. daß er m 'Hclilaa eine Schiuab tue die >5lriLlllna einer Privaitommerfciiche aekau-l Labe. L«od»u. Bor kurzem «ra' n 'pekiua tee nea^ewab^ie Lber rabdi.-ier Zt i'.rfi mit le,..er .Kamille e:n und w.irte oi'ii seiner isememde nnt lieitTtlun anderer WemeniJen m Ehi.-a nu‘ großer Hernicdkrit empwnaen. Man crt-onl v,ti f:m neu .gründeten Cberrabbmate eine Ersiariu::; der Judenb-'U n: Netv-Vor«. i-i,n 1^. di» ju. Januar b--U di? Xr.tuiive de, Misrachioraonisalicn von Smerika eme rion»ien; ad. Sn ter tonfeien; nadmen aarv die illuaiieter der ialainna-^r^annanon und de» Jinanz. und ierovaqanSakonineeS teil. Xu' llnterbandlnnqen dcebien sich um die dkonom sche und erzieder:tche Vaqe in i-alaüu.a und nadm man tju «»zahl »dolntnwifn tWr die »iszobe be» Rrsroch« t* PalLitiaa und Iserita a». K»ch «der diejerugev ans der traferen» de« Ittion»f:mitef« der AwnrRifcheo Sritorganifattoii marde »id odpro^n. Der wichtig»« velchlot »ar da» Irtuchen an da» 9n*e Nkliemßkomitee, «daß m Err» Iisrvel kerne uomki^chen Handlimoev vorgenowmm werden dSnen. die ü» Gegerrka, zur iSdilche» X'atuwa sieden. Aus Palästina. riU»>a»er»»,. Die dnrchtchmnliche monatliche iimwanderong m 1>alSst>aa betrag, zurzeit 1000 Personen- Der Etzef der Ei» wat>derung»depanemems der Zionisi Commiffion erwarle« mädrent der nächster» zwölf Monate erwa 18 MO—.O 0>X) Emwanderer. Eä»vse »ik den Krater». In Jerusalem trafen bennruhigeNde Nachrichten au» Xransjordaoien em. demzufolge zwilchen den arabitchco krammen im Distrikte vor» Kerak schwere Kämpfe ausaebrochen feie», denen bet den ersten Gefechten '02 Araber jum Cpfer gefallen find Ke«r«nnHterns| Ve« tzesrnischen Vbei«f»il»e{enl. Der Abendichulrai m Jern'alem defchloß. em Zetilralkomiiee für btr palästinensischen hebräischen Abendschulen za bilden Ta» vom Education Departement bewilligte Budget wird von dem neuen Zentralkomitee verwaltet Neue Abendfchulen sollen eröffnet werden. Di« kchulen besoffen sich in der Hauptsache mit dem Unterricht d« Hebräischen ferner mit der berust:chen und wiffenschafilichen lat* biidung. | Aus öem fteiche t 999«999999999999999949999999999999499 9U drutlchr» Audru anb {ialiftiaa. In einer Versammlung dl« ..^ldera'en Vereins zu B'.rlln" sprach Rabbiner Tr Baeck über die .Stellung der deutschen Juden zur Palästrnasrage' Der auch für inchlltberale Juden höchst brmerkeniwerte Vortrag enthielt u a folgende Gedanken: Tic Riformbewegung. der Ztonieulu« unk die Neu« otihodorte sind von Deutschland au-gegangen. Diese große Tradition d'd deutschen Judentum-, da« jah,hundertelang die sikinige Rührung degesamten Judentums gehabt hak. vi-rpflicktet die Generation der Gegenwo-t zu Taten, die tbier Vergangeuhklt würdig sind Man könnte da« Iudenilinl in ieiner älteren Generation als ern .Judentum unserer Großväter' ansprechen. während tm Gegensitz dazu ein starkes ..Judentum unserer Ktndcr^ heute seine Gegenwart anzeige. Das poelische Blib von. den Toten« gel'kiiiiti. dtr ourcd den Geist Gotte« zu neuem lieben werden ist beute vor unser aller Äugen stnnsüllig. Wir müssen die Zeichkn der Zeit erkennen und mit allen Kräften an der Errtchlung de« neuen Palästina initatbntcn Wenn die 500 iX-O Jaden Deutschlands sich van den Millionen Juden der Welt abschlreßen wollten. '0 wurden sie damit nur sich selbst aurschließen. aber Nicht den 'Aufbau Palüstuias verhindern, die olne st» ebenialls erfolgen muß. auch wenn alle deutschen Juden ihre Mitarbeit versagen würden. Dte geschichtlich traditianelle Bedeutung des deutschen Judentum« erfordert aber feine eifnge Mitarbeit. - Gs wäre' falsch wenn man mit humanitären Maßnahmen die Iudensroge lösen ober Palästma aufbaueu wollte, nur landfluchtige Z gcuner können wrr mit humanrtören (Gründen emtrefen. für Juden können wir nur aujüdilchen Gründen tätig sein T^s Judentum bört nicht an den deutschen Grenzpiädlrn auf. Jüdische fragen müsse« wir vom fudischen Gesichtspunkte aus. deutsche vom dtutschen Standpunkte aus lösen Wt r m üffe n ohne Vorbehalte an das große Werk Herangehen und für das große Werk auch große Lpter bringen. i Vollendunq. BetraLmng zum tB«fcenaMänm 'Tlp£ Dre stehen wir zu Gotte- Wort und Gotte- Gebot? Für den folgerichtig denkenden Menschen kann darüber kein Z»eifel herrschen. Da gibt e« nur ein Entweder Oder. E»t»eder es gibt ein Gebot göttlichen Ursprung-. Dann haben wrr uns zu beugen und e4 mit peinlichster Gewiffenhastigkett zu erfüllen. Oder alleist nur Menschensatzung, «sonnen zu menschlichen Zwecken, wie vernünftig und Notwendig sie auch immer sein mögen, zur nationalen Selbstbehauptung, zur Erhaltung völkischer Eigenart, zllr sittlichen Vervollkommnung und Zügelung. Dann mag es gelten, laß fahre» dahin, laß fahren? Dann rufen wir «nsire» aeisttgen Führern zu: Eure Väter haben uns ein taNT*» Joch auserlegt. Ihr feilt w uns erle chtern. vielleicht gibt es einen Mittelweg. Vrelleickt genügt »4. das göttliche Gebot nur im Geiste zu erfüllen. Vielleicht gibt undie Gottheit nur den Plan, die großen, allgemeinen Richtlinien Der Menschen Sache wäre es. sie »ach ihr« Kraft und Fähigkeit durchzusühren und zu ver- Mrllichen Run gibt es ein Gebot, bp. dessen Erfüllung un« ttje solche A»ffaffung noch am ehes^n wahrscheinlich sein würde. Et isi das Gebot der Errichtung eines Heiligtum-. Sollte da »icht der Schöpfer sich begnügt hoben, uns einen Plan, algemeine Umrtffe und Anweisungen zu geben? Wo gäbe es «ne lohnende Ausgabe für des Menschen Geist. Phantasie u»d Erfindungsgabe? Wo könnte er eher feine Liebe und Hi»gabe an das Göttliche au« eigen« Kraft beweisen? llnd doch gibt uns die Thora, die bei andern uns viel wichtig« «scheinenden Geboten so knapp und karg mit de« »orte ist. bi« nicht nur den Beiehl zum Bau in breit« Ausführung, in umständlicher Anführung all« Emzelheiten. sondern sie «zählt uns mit gleich« AusfÜhäichkeit. wie alle» nunmehr auch gemäß der gegebenen Amoeifung ausgeführt wurde. Wie ein Leitmotiv fi»det sich «aut wieder das Wort: Und sie taten, genau so wie der Herr dem Mose geboten. Sollte das nicht gewiff«- waßrn eine Richtichnur'^.sund rin Vlaßnab iur uns« Verhalten dem göttlichen Gebote ge>:eiml'cr ictn? /l!s der Bau der iidiichen Weit durch dte Gottheit vollcnder war. da h''ß e«: Und Gött sab allcS. was er getchafjeti hatte. u»d siehe, es war sehr gur. Im gleichen Sinne finden wir hier da5 Wort: Und Mose sah das ganze Werk, und siehe, sie hatten l« vollführt. wie de: g)err es gcboten. Sc hatten sie e« volllübrt Ta segnete sie Mote Erdcnsohn. dein Lrbenswrrk ist per Bau ded göttlichen Heiligtums Arbeite getreu an dem Herligen Werk, wie . das lflesitz es gebeut. Rur jo wird es dir zum Segen t gereichen. Rur so wird edir gelingen, den ragenden Bau dir zur Höhe zur DolleriLung zu führen? I T. Erlebnisse eines Deutschen in Ungarn 1 Anfang Ma: IVt^U trat ich al4 Praktikant eine Stellung in einer der grvßsten uno bedeutendsten Weingroßhandiungen Ungarn« an. um meine Wirnrkennttnsie rn ungarischen Deinen durch prattljche Arbeit in einem großzügigen Kellererbetriebe de« Produktionsgcbrete« zu «wettern. Ich gedachte dort, dre Kellern befand sich rn einem Vororte Budapests, «n Jahr zu arbeiten und dann >n meine HeimatSstadt Brerlou wrcd« zurückzukehren. Wie ick ab« von den ungarischen Behörden gezwungen wurde. akS lästiger Ausländer das Land vorzeitig zu verlosten. will rch rm solginden kurz schildern. Ach: Monate war ich bernte tn Ungarn und hatte mich auch gut erngerrchtet. als rch ernes Tages zu meiner -zuständigen Polizerhauptmannschaft bestellt wurde, wo man mir einfach mrtterlke, ich sei verhaftet und man werde mich nach Prliscfaba ins Internierungslager bringen, von wo ich dann p« Schub üd« die Grenze geschafft w«den würde. AlS Grund wurde mrr ostizrell mrtgesiilt. daß nach einem Erlaß des Ministenums des Innern sämtliche Ausländer jüdischer Konsiffion ausgewresen werden müßten. Es gelang mir zedoch. »och eisen Aufschub von einigen Tagen zu «wirken, die ich dazu benutzte, mir mit viel« Mühe eine ausnahmsweise Ausntthalts«laubms bi» 1. Juli 1921 zu »«schaffen, da ich doch nur zu Studienzwecken und auch nur vorübergehend in Ungarn weilte und mich auch niemals politisch betätigt oder unangenehm bemerkbar gemacht hatte. Eine Woche nachh«. es war am 21. Dezember 1920. wurde ich aus offener Straße verhaftet, zur Hauptmannschast geführt, und es wurde mir gesagt, daß das Ministeriu« Aufenthaltserlaubnis wrde«ufen Hütte und rck sofort ins IntkrmerungSlog« überführt werden müffe Wann mn» Transport rn die Heimat erfolgen würde, könnten sie mir natürlich nicht sagen, ein« sofortigen Abreise nach Deutschland könne auch nicht statlgegeden w«den. trotzdem mein Paß vollkommen in Ordnung war. Mir wurde bloß ein Urlaub von einigen Stunden bewilligt, um unt« Begleitung «ne» Polizisten meine Angelegmherten zu ordnen und meine Each«r zu packen. Ich benachrichtigte sofort die deutsche Gesandschaft von dem Vorfall telefonisch und erhült von iqr oen Bescheid, .daß natürlich alles getan werd«r würde, um mich sofort zu befreien So wurde tch also am Abend dieses Tages noch gj* jammen mit einem jüdischen Ukrainer von einem Gendarmen nach Piliscsaba gebracht.?D« erste Eindruck dort war furchtbar. Ick wurde in eine Baracke geführck. in d« e»o zusommengeps«cht Männer und Frauen mit Kindern wr» Säuglingen hausten. D« Raum wurde nur durch eine stark ^ißende Petroleumlampe erleuchtet, dre Luft war dumpf, feucht und schw«. Kinder schneen und Frs»e» weinten. Alle sahen bleich und abgezehrt ouS. Ich »utb* sofort mit Fragen bestürmt, was es draußen Neues gäbe, ob ich Zeitungen mltgebracht Hütte, ob ich nicht wüßte, was» die Transporte gehen würden usw. Die Internierten find von der Außenwelt vollkommen obgeschnitten und könne» nur Post erhalten od« absenden, die vorh« von Poliziste« zensiert wird. Besuch dürfen sie natürlich nicht empfan-m. Mir wurde «n Platz zum Schlafen angewiesen, d« aus '/, Strohsack bestand. Di« Wochen brachte ich m» in dieser Baracke zu. Meine Lerdevsgefährten wäre» Münn« urrd Frauen aus I^ißland. Ukraine. Rumäme», Bulgarien. Kroatien. Pole». Galizien. Tschechien. Oester* reich et;., alles »nt Jude», btt ßch «ichü». gannchü» -vtz»

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