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Jüdische Volkszeitung · 1921-03-11 · 10 (11.3.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
27 (1921)
Issue
10 (11.3.1921)
Date
1921-03-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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A. . 2*22^22 v^.-t 'pnm jppm -VV2 V"nt' o'Vrtfcrn .■tjn oVii'*? .Und die Wersen werden leuchten wie der Glanz de» Himmel» und die. welche viele zur Gerechtigkeit führten, ■w dir Sterne immer und ewig.' Rabbiner Dr Rosenthal ist von uns gegangen, Rach langem Todetkampfe ist er am 6. März im Frieden des Tabbothmittag» auS seiner vielgeliebten Gemeinde in die Ewig'eit adberuse» worden Obgleich Dr. Rosenthal seit einem halben Jahre in den Ruhestand getreten war. betrachtete ihn doch jede, mann Nach wie vor als befl geistige Oberhaupt seiner Gemeinde. Wenn Dr. Rosenthal trotz der Beschwerden seine- Alter» iit der StorcKsynagoge erschien, dann zwang ein tieieS Gefühl der Eriurcht jeden Besucher der Synaaoqe. von seinem Platze aufzustehen. Denn der greise Rabd'nrr seinen Platz recht» neben dem Almemor einnahm, dann zog erst die wahre Sobdathweihe. der echte Feiertazsglanz m die Synagoae ein. ..Die Weisen werden leuchten wie der Glanz de» Himmels..." Don diesem Manne ging ein Sttom von echter Würde au», der jede» vorlaute oder ungebührliche Wort unmöglich machte. Wer mit Tr Rosenthal sprach, der wußte, daß er vor einer hohettsvollen Persünlichkeit. vor einem Rabbiner im wah.ei'"Iinne de» Worte» stand. Da» war nicht bloß die vrrnehme patriarchalische Erscheinung, wa» jedermann zu ehrfürchtigem Schweigen zwang, da» war die große, liefe Menschlichkeit, die au» seinen Lugen leuchtete, va» Wissen um Leid und Kampf seiner Brüder. Und da» war es auch, wa» seinen Predigten die große Wärme und die ungewöhnliche Zündkrost verlieh. Jeder Zuhörer hatte da» Gefühl, daß der Grei» aus der Kanzel all da», wa» er sagte» tausendmal durchlebt und durch« litten Halle. Doch Hand in Hand Mit der tiefen Mensch lichkeit seiner Worte ging die Urkraft seine» jüdischen Empfinden». Da» Judentum war für ihn die Luft, die er atmete, e» durchdrang ihn bi» in die letzten Fasern seine» Wesen» Der Jude Rosenthal und der Mensch Rosenthal — da» war ein». Und dadurch erhielten seine Reden die Ganzheit und Originalität. Dr. Rosenthal gehörte nicht zu denen, die durch den formalen Schwung der Vortragsweise die innere Leere und Hohlheit verdecken Die Sammelvormundschaft. Die Repräsentantenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde erörterte in ihrer letzten Sitzung ein Problem von außerordentlicher Bedeutung. Dir jüdische Lolkspaitei hatte folgende Interpellation eingebracht: .Ist dem Vor stand« und der Repräsemantenverfammlung bekannt, daß sich noch etwa 40 jüdische Kinder, die ocn der Sammet« Vormundschaft der jüdischen Gemeinde untergebracht find: in christlichen Pflegefiellen befinden? Wa» gedenken du Gemeindebehörden zu tun. um die schleunige Unterbringung dieser Pfleglinge der Sammelvormundschaft der jüdischen Gemeinde in jüdische Pflegesteklen zu veranlassen ' Dr. L ö b (jüd. Dpt - begründete die Jnterpefiation seiner Partei. In letzter Zeit ist im Kreise der Gemeinde» Mitglieder Beunruhigung dadurch hervorgerufen worden, haß man von 40 jüdischen Kindern in nichtjüdischen Pflegesteten sprach. Erfreulicherweise find inzwischen 10 Kinder tu jüdischen Familien unter gebracht, doch besteht immer »och dir Notwendigkeit zu einer Aulsprache über diese Angelegenheit. Zwerfello» hat dir erst seit acht Jahren bestehend« Sammetvormi »dschost große Schwierig letten. ihre Mündel, die vor dem Bestehen der Samnzelvormnudschast von ihren Vormünder» i» christliche Pfiegesteüe» nnter» Gebracht waren, in jüdisch» Pflege |» überführen. Dre «Mgchse Zugehsngleit tot i» snemden Pfleg,stillen nntermüssen Er *r auch ni.t>i y.i denen, die ein Prillonls.'urrw«-! k >unr zii^Ücheii il nntniise b>ecn. die von Midrasch zu Midra'.ch hupfen. um den iMlschen Anstrich jf ' der Predigt zu w.Uiren. Er brau tt« den jüdischen Girnd ton nicht gewaltsam an d-e Odeiflüch« zu bringen. Mit eme« einzigen Lotte » s.ier »kt Tkllsk Bibeloxndung neistai-c n ««, und die Herausgabe des Sefer ho so schar von Rabbenn MM mit gelehrten Anmerkungen. ... und die. welche viele zur Gerechtigkeit ftßmh leuchten wie die Sterne immer and ewig' Wm.ßM tielsten Grund im Wesen Dr. Rosenthal» erkenn« der darf nicht nur seine östenlliche lätigkrtt n»h ß>M wissenschaftlichen Verdienste ins Ang« ziehe», sondem WU allem sein mildes Dirken in der Sülle, das. was WM .praktische Seelsorge' nennt. Und dach. hierüßW.WM fich am wenigste» sagen; diese Ding« kann «« AM. j erleben. Man muß gesehen haben, wie Dr. R^mGEß» * mir von wenig-n Vertrauten unterstützt, für die SchWüchstA und Bedrückten gesorgt hat. wie er es verstanden ha^ fft» humomtüre Zwicke zu werben und in kurzer Zeit WWWp Eumvien zu sammeln, wenn es galt, Wunde» |S H»EW und Gebeugte aufzurichten. Auch persönlich übü» M WohllüliLkeit nochder Vorschrift, daß »a» gleichsam mW geschlossenem Auge geben soll. Es soll vvrgekamme» sM>^ daß er buchstäblich die Kleidungsstück« seines flÜnbiGM Gebrauch» au» dem Schrank sortschenÜ«. Dach noch al» die materielle Gabe bedeutite die mild«. ßsEM: Art. in der fie erfolgte, da» Wort des Drostes oft hfc.. Biüderlichkeit. mit dem er es de» Arme» Sab« anzunehmen. Gerechtigkeit «nd Fried» in den Herzen seiner?lnMd)tigni zu entfünden und wach zu halten Und Nlfie Flamme u.rd weiter breni.en und leuchten wie trr Glanf vunmels . . . Doch nicht nur m Wr eigentlichen Predigt, sondern anch »m halachifchen Lehrvoitlage leistete Dr, Rosenthal oorbildliche Arbeit Wer ieinen Drotchaus am Schabbos hagodaul und am Echobnor «chuwoh lauschte, oder wer bei ihm aa einem T^lmu-schiur teilnehmen durfte, der hatte das Geiühl. einem Sachkenner gegenüber zu sein, der au» einem fnst unergründlichen Quell rabbrnischen Westen» schöpfen konnte. Do» gelamte jüdische S<hrist« turn, ebenfir wie die ari.-chiich-bellenifiiiche Wteratur war für Dr. Rosenthal Hei natsboden. Doy seiner misten» schoftliLen Lütigkei» zeugen zahlreiche gelehrte Schriften und Werke, von denen ol» wichtigste nur angeführt seien« Da» l- Makkabärrbuch. Leipzig 1867. D er apokrtzphische Bücher au» der Zeit und Schule Akiba'». Leipzig 188L d>e flamme jüdischen Fohlens | Ar« und Reich. Inng und AU. Wohl jeder geh, achten Kinder ist aus» schwerste gefährdet. Es ist unbedingt Sache der Gemeinde, diese Pstegünge bei Inden unterzubringen. Zweiiello« herrscht Not an jüdischen Pstegestellen. die durch eine großzügig angelegte kÜtran beseiligt werden muß. E» genügt nicht, wenn durch Zeitungs» inserate Pstegestellen gefucht werden. In Derbindnug «tt ollen in Betracht kommenden jüdischen Organisati»»»« muß versucht verden. diesem Notstände sofort abznhüse» D'« Referenten de» Gemeindevorstandes erwidern, daß von der Sammeloormundschott jüdische Mündel j» chrisftichen Pflegestellen überhaupt nicht untergebracht find. Allerdings befinden fich noch Mündel der Sammelvormundschaft in nichtjüdifchen Pflkgestellcn. wo fie von >h en Vormündern unlergebracht worden find. Einer weiteren Befferung der Loge steht zunächst noch der Mangel an jüdischen Pflegefielen gegenüber, nach denen rastlos "wcitergesucht werten wird. Selbstverständlich darf die «ostensrage für die Er« Haltung eine» Ilindt» keine au»jchloggedende Rolle spielen, doch muß immerhin darauf hingewieien werden, daß die Unteibr'ngnng der Kinder in jüdischen Pflege stellen außerordenilich t.ohe /losten veruijacht Die D«rv«tttu»g wird auch in Zulunjt bestrebt sein, die Zahl der jüdischen Pflege stellen zu vermehren. In der Aussprache macht ». a. Dr. Klee (jsd. fM) Wfl bisher w der Sammelvormundschnft herrsch»bni Geist Jude hat einmal mit angesehe». wen» De- RvseAtß» i Sabbath und Feiertag nach Schluß der GtznvG de» .Storchhos' in seine Wohnung gi»g: wie er von einer riesigen Schar froh bewegter Mensche» i war. de» fich alle drängten, ihm die Hand z«! ihm ei» herzliches Wort der Verehrung z» sage». jrprm virs nw o'Vrrom I» Jij erzühtt. daß ein Edelstein am Halse Abrahams ht»tz. Kranke», die ihn sahen, worbe» durch de» Anblick gch Als aber Abraham starb, hängt« Gott de» MeGel» das Sonneurad. Der Glanz der von Abraham a»st leuchtet Tag für Lag von nem» empor, wie dis «chfi > wiederkehrende Sonne. Der Glanz der Gerechtigkeit und M Fried«»», der NB z Dr. Rosenthal bei seinen Üeb-eis» a»s,t»g. »ich M «Isschen. Lag für Lag wird die Saat, die er gesät hst h»! Herzen seiner Gemeinde ae»e Früchte reife» lasse». Dr. P. £ , ttr die gerügten Zustände «rankwarMch. Dieser 1_ soll nicht einzelne liberale Persönlichkeiten treffe», s» t fich gegen die gesamte Weilanschanung. welch» hislh der oettung der Gemeinde zum Ansdrnck kam. Os I sorgfältig jeder Einfluß der nichttiberal Lea'endo» . fern gehalten. Die Verwaltung hielt fich gs zionistischen Mitarbeiter hermetisch abgefchlofsew l Pßlogmnne« der Sammttvormnadschaft arbeitet weise nicht eme einzige zionistische Fra». Er s aus den seiner Fraktron nahestehende» Kurse» Kräfte nachzuweisen. welche genügend Ppegestellm te) Hücksern beschaffen ksnuen. Auch Lerzte und Päd, »ästen in der Samrneloorwundschast stärker ve Professor Dr. Soewe (Dpt.) erklärt, daß «arfaH Gemeindeverwaltung erst spät begriffe« habe, daß Mitwirken der Zionisten für die Gememd«arbett NB L. ist. Von liberaler Seite wurde früher planmäßtg Mttardett von zionistisch« Männe» und Fr»»« ' hindert. Der zionistische Rabbiner Emil Eoh» < M«gsweise aus leine» Amte «Masse». G, ' «Lmer wurden auf besoldeten Stell« nicht , Mttardett in wiffenschafttich« Kammiffimw» verhM Schließlich gelangt ei» ßonservativer Lntmm. deo l Gememdevorfiand «sgibt, t» -«kn^t tüdischstAMr, in jüdisch« Gßegeßell« mtteq»brt»g«. MAmichm,

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