Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- 1 (7.1.1921)
- Date
- 1921-01-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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7 3*kuu 1821 Vellage zur Jüdische« BolkSzeit««g. Das Palästiua-Maudat. tekrnf. Die BAlkeebnudve^Mtettatang »aha, >»r bkeuutuiä, dah da» Paodat hhe» vhlaftiu« d»rch de» Bdlkerd»»drat geregelt »erd«, -lach «latifiiieramg de» Aried«»»»ertrage» »it der Diirkr, tritt der Maadatsvertrag «»»»»»tisch i» Ikraf«. _ Leopold Laudau gestorben. Berlin. A» LS. Dezember ist W«hei»er Mediziaalrat Profefser Dr. Leapold Vavdaa i» 73. Lebensjahre gestorben. Landau wurde am 16. Juli 1848 in Warschau all Lohn nnft allen GrlehrkeasamUir geboren. Er studierte in Breslau. Dürzburg und Berlin Medizin und habilitierte sich 1872 in Breslau. 1876 in Berlin oll Privatdozent 1893 wurde er;nm außerordentlichen Professor ernannt. Trotzdem ihm alb Juden mancherlei Hemmnisse bereitet wurden, stieg er allmählich alt Gelehrter und Forscher immer mehr empor. 1892 er öffnete er in Berlin eine eigene große Frauenklinik, wo er seine Vorlesungen abhielt und neue OperationSmethvden audblldetr. Die Landausche Privotümik wurde alS nne Musteranstalt Jahrzehnte hindurch von vielen Aerzten des In» und Auslandes ausgesucht. In den Kriegen 1870 und 1814 stand Landau alS Stabsarzt im Dienste de- Vaterlandes. Mrt besonderer Hingabe betätigte sich Leopold Landau im jüdischen Leben. Einige Iah« gehörte er al« Repräsentant ber Berliner füdstche» Gemeinde»Verwaltung an. Mehr als ein Vierteljahrhundert wirkte er in der Bewegung für die Kolonisation Palästinas. Er begründete gemeinsam mit anderen Berliner Universitätslehrern die .Kurse für ausländische Studierende', die den von der Berliner Universität aus politischen Rücksicht«, ausgeschlossenen ausländischen jüdischen Studenten die Müglich' Crit wissenschaftlicher -ortdüdung gab. Die letzten Arhre seines Leben« widmete Landau de» Ausbau der Akademie für die Wistrnschait des Judentums. Das jüdische Leb» m Deutschland hat durch den Tod Landaul einen schwer» Verlust erlitten. Eia Großer m Israel ist von »»4 g«ga,igen. _ Die Judenverfolgungen in Pole». Auf das Schreiben eines englischen Komitees a» die polnischen Delegierten auf der Bdüerdund Versammlung in Genf, in dem ans die Verfolgungen und Bedrückunaea der Juden m Polen hinge»iesrn wurde, antworteten vre beiden polnischen Delegierten mit einem aussiührliche» Schreiben, das folgende Stellen enthält: .Die Unsicherheit web nicht nur von der jüdischen Bevölkerung empfunden. Die wirtschaftlichen Bedingungen in Polen find höchst beunruhigend. 40 Prozent der diesjährigen Ernte find von den emgedrungeoen Knuden zerstört oder weggenommen worden. Dir Nahrungsmittel find knapp; die Hungersnot bedroht unsere Städte.' Daö Schreiben schließt mit der Versicherung, .daß die polnische Negierung keine Anstrengungen und keine Opfer scheuen werde, um im Gebiete der Republik einen soliden Frieden herznstellen. nach dem alle guten Menschen so ernstbast streben". (Eine merkwürdige Antwort! D. SchrisUtg ) Die Berliner Prügelszeae vor Gericht. Berlin. 1. Januar 182l. Die antisemitischen Ausschreitungen am Kurfürstendämm im August des vorigen Jahres beschäftigten die l. Strafkammer des Landgericht» lll unter Vorsitz des Geheimen Iustizrats Vogel. Auf der Anklagebank saß der Kaufmann Artur Zucker. Die Anklage lautete aus schwer» Körperverletzung mitte!« einer Waste. Der Vorgang dürste noch in der Erinnerung unserer Leser sein. Am 13. August ISIS sah der Angeklagte vor de« alten Easö des Westens eine große Menschenmenge, in der ein Zeitungthändler daS Kuuze'sche .Deutsch« Wochenblatt" mit eine« cutti» semitischen Artikel autries. Der Angeklagte fragt» den Zeitung-Händler, ob er sich nicht schäme, solche Blätter zu verkaufen. Im Verlaus» eines Wortwechsel» wurde Au«r von der Menge schwer »ißhandelt und dann unter dem Geschrei: schlagt den Juden tot. verfolgt. Rach anfängliche« Schreckschüssen gab er einen Scharfschuß ab. der einen Verfolger verwundete, dann erhielt er selbst einen Schuß und wurde von der ihn einholenden Menge mißhandelt und schwer verletzt. Roch eingehender Beweisaufnahme, die zweifelsfrei ergab, daß der Angeklagte sich seiner Der» fvlger nicht anders erwährrn konnte, beantragte der Staatsanwalt 200 Mark Geldstrafe jvegrn fahrtäsfiger Körperverletzung Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee beleuchtete in feinem Plaidoher di« seelische Verfassung des Angeklagten, der als KrirgSfrrrwiLiger am zweiten Kriegslage in da« Heer eintrat, bis zum Kriegsende im Felde stand, mehrfach verwundet und verschüttet worden sei und durch da» eiserne Kreuz und andere Ehrenzeichen ausgezeichnet wurde. Es gehört keine desvndeie Psychologie dazu, u» zu verstehe», daß der Angeklagte über die antisemitischen Plakate nnd die vom Knüpvelkunze verlegte und vom Zeilantzßhändler auSgerufene Zeitung empört sein mußte. Aus die Anklagebank -«hören nicht der Angeklagte, sondern Knüppel kunze uud di« anderen Urheber der Pogrvmstimmuno. Männer, di« sich nicht geschent haben, durch ein GeschäftSunternehmen die Verwirrung in Deutschland zu vermehren. Besonder» verständlich wird die Entrüstung deS Angeklagten, wenn «an bedenkt, daß NeichSwehroffiziere in der Bang» »ithetzten. Nachdem der Angeklagte ans roheste Weis» «Wandelt worden war und sich in ernster Ledenögesahr befand, war sein Waffengebnwch selbstverständlich Nach diese« ein» drucks vollen Plardoyer nahm das Gericht a». daß Notwehr vorlag und erkannte auf Freisprechung 3m der Urteilsbearündung verwies der Vorsitzende auf de» bedrohliche» Lhorakter. den die Szene angenomoryr hatte, in deren Deelonf die Polizeiwache, in welche der schwerverletzte Angeklagte gebracht wurde, gestürmt wurde. Die Kost» wurden der Staatskasse ausnlegt. ♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ »♦+-»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦<>♦♦♦; Aus dem Reiche : Berit«. Dirtttcr a D, Michas HoI. IN 2 n bgrät m diesem Monat seinen sechzigsten GebuNttag, 1848 in Ofteowo gedae.It betuchte er oon I8k>4 bei 1862 dal Misth-Iheologisch« Semioar zu Bretlau. 1866 wird« er alt Uftim deajHedrüifchen an di« Lehrerbildungsanstalt in B«elin beeuftn und bald daraus »1« Lehrer an der Ataatxnschule der jüdischen Gemeinde angestellt. Bald nach dem Lade von A. Haemitz wurde ihm die Leitun« der Knabenschule der Lehrerbildungsanstalt übertrage». Wahrend seiner Amtiert wurde die Prädarandie all Vorstufe pa LehrrrbiGim^austait eingerichtet Die eiuheftlich« Orgoutsaftou dieser drei Vilduuasaiistalt« der jüdischen Genie, ted» ist Hoizmon« Werk. Er Hai « vertzoudeu. sie zu modernen Schulen auszubauen. Auch als Achtzigjähriger oldmele Michael holzman der jüdische, GemedeeenvaUueg noch sei.« Mitarbeit. Ja Schul- und Lalmua Lhara-Vorstand rft sein fachkundige« Votum auch heule noch auejchloggedend Brr wünschv dem verdienst»«!!«, Mann« Noch einen longa. ungchGlttea Lebensabend Berll». Ja Anschluß an den Lhealerfkaadal bei der .Lell'-AussMuug de» Schauspielhause« am 18- Dezember 1818 hatte Albert Bassermaun sich riium Jntervlewer gegaütier dahin geäuhert. haß nach seiner llebert«gung der Aanda! von bezahlten. lmtisemitrschen Ruhau- Müchan urszeniett worden sei. Aus diese Aeußerung hin war ih» van der .Deutsch« Zeitung' der Vorwurf der uuqualistzierbar« Berleumdung geuiacht ward», wai wiederum Basteraann veranlage, di« Prioatllag« zu erheben. In der gestrigen Verhandlung vor dem Schdstraaricht verün-Mitte wurde der Redakteur der .Dröschen Leitung' n**m dstentticher Beleidegnng zu 800 Mk. Gelb straft ev 80 Lagen Gesünguii aut zur Tragung der Serichtskosten »erutteili. fteistsi« gut da» israelitische Kraukaheim wurde ei» Dohliätizkettoseß veruustuliet. dä» sich eine» ßarle» Besuche« asreni«. sttr de» ,nttn >»»<i «ade er» schtaer fiuangwler Ersolg erzielt. Au diese» Abend wacht» ch, tzaA «uem Mitglied« de« Verwaltungürate« aaslifiete» PrAchaazD nwa, Wanderspeudenbuch str da» Krunlenhee» sein» nünhwmg. wobei bedeutend« Suaaeu gezeichntt wurden- Bei Dder schlichen Gelegevheii in jütische» Kreise» wird m» jcht an regelatstig dieses Buch zirkuleereu. HeitelberU. Dr. Arnold Auge w Heitelberg, der berüchtigt« Pogre» Hetzer, degr. wie wir s. Zt. berichtet habe», wegen unglaublicher Anpbbeiuugen und persbvlicher Berbüchtrgungeu gegen den Aeiter und bi« Vrvscheveuschasi der Uuiverfitüt Heidelberg sowie das badisch« Kultaeainisterrna di» verri» legendi entzogen werbe» autzle, hat n» Unioersiiaieseirr am li- Dezälber dazu beuntzt, stch wieder iu Sriuueruug zu bringe». Er lieh gegen Mitüw ta alte» Kvllegieuhnuse Flugblätter verteile», di« »an Keleidiguugai strotzten. Dee Uederschttst lauteiei .Di» 18 »rurrgr» Prosessoren'. die lluiersihristi .Dr. Arnold Bug». Privatdezrnt an ber llniverfiltt Heidelberg, z. Ztchinsvlge jütische» Lerroriltnu» ln Abhülten >m SstUfuttn verhindert.' Ale Dr. A. l-ersdulich in ber Vorhalle laut ans seine Kegner zu schianftn begann, gal H rintn Auflaus, in besse» Folge 8 zu LIAtchintt» kaue, woraus der Swreusried au» bat Huuse aeweesa Malt. Der ngratau Siudeuieuaueschu st hat Wth »m ber Irgeie^uheit beschäftigt, »ab. tretzdem er ja Wahl uuch «ft. natiouallstischer Beßnuung lau» verdächtig sei» dckrste. foltnb Eutschliehuug gesoßt I .Der Allgeweiue Gtudntten. »»«schuh »rihbilÜgt aus» schärfst» da» Nrrtzaiftn de» Harn Dr. bftüzr bei der letzte» lluiversttäieseier »»d wendet sich gegen die Beleidigungen der philosvfthische» Fakultät und der jüdlscha Lftchota, ehn» z» de« Streit unischg, Dr. Auge nnd der philosophischa Fakultät suchÜch SftEung zu uehwen ' Sehr »ngihalteu über hi« Heidekberurr Studenten wird nun Wahl di« .Datsche Jeiftag' sein, die über die Vvrgänge uuter der Gpitzurarke: .Dr. Arnoit Auge» Kamps um sein Recht', berichtet Danftg. Du» «rautet der jüdischen Deleraftemn In Pari» hat der zuständiga sechsta ürarmisfieu »»« »ktertuudeä er» ReMerrakua überreicht, t» de» M, «»• där^run, der tu »unft, tebeuda Inda »satat.wi'». Di« Eingabe prvtestierl euerglsch gegen die van ber Regtealew des neuen Freistaat«« gepaute» Hewwuna« g»G» h> Ratnralisativn von vstjuben. Di» Denkschrift der jübischeg Delegationen sordett ferner für Danzig di» AnertauMh der SchutztestimmuAg für national« Minoritäten »»d sh». Anwendung aus die hiestga Juda. Ir»»kastei» I. Schl. Am 8. Januar kau» fmt Alezaudrr. der alt Lehrer. Kantor und Prediger i» unserer Bemeind» sungiert, aus eine Ledenüdeuer »e» 70 Jahren zurückbluka. Als Mitkümpftr im GdrRtz» Jägerbataillan hat er in mehreren Irrsten der Krtegg» john 1870/71 ahmreicha »«teil genommen. Ml Mch dunh Verleihung der Qrdentauüzeuhnung für KrweHgHb seiten« der Behbrden anerkonnl wurde. Di» letzte» sch»»» Jahr« stnd auch hei de» Jubilar nicht sstarla« »er«E>» gegovgm. Ktrneriiche« Leid. Faailtasarga deduüMm schwer sein Gemüt. Mdg« ihm ein senniger LebaOchaw beschieda sein, aus dah er noch viele Iahe« segadatch A seine» Amte wirte uud schass», zua Lohte s«i»«r,>»»>»W» Mitglieder, di« da La, httueü 70. «Mrtttigw fstr.dM JÄ« bttott«. -hronall ».ZS-?-.««»» A»kWt>t Wt OßM WIHIW »» der »der di« Grenze» setner l >»>i>n Hei aut hiunuü^stft» kannte nnd von allgemeiner Verehrung gettngww Jakob Opplee, dessen Heianan, nicht nur An, Faaiüenire!« seine« etzraürniga Obahaustte« sondern «uch «iua schwer« Bertnst für uns»«» l bedeutet, di« ohnehin im letzten Iahe» insetg, buk l Wonbiengen durch da Wegzug utmer f verri »geei hat. Der Heragegängow t Ausäuzn» durch istchtij«. von gibie^ntt 1 erfüllte« Btrrba fa einer »achteten C g«f4Btmga hatte, war in setmr |n|itl und SestenAssthrun, «in echte« und «Mac s »tnliesett« Iudmüua«. in be» n att j Hingabe wurPlte, schlichte fHit f ' Menschenlieb« vereinigend. Ja . . tvouberi und dnech da ih» nnn beei!. liehen« Maran-Litel angämtchmt, wtdnwte a bte> seine» Alten« vtllia der «esaschnn, »er fromm« Werben- Mit Ihm schte» «tew Ment» voll« Perstnftchlett von hinnen. Mita! Geaetftd« stend und nah Bei f" seh« gawh. Bei de» Aeicheni_ Beteiligung «ln Schichten la Basti schilbew lindbinn Dr. Gilteetir!,- «Ldvcha Sebasgan, dr« ' ' de« Gerechten tteit» Mi Failleton »uftrer henttg« *Graa!^ «»ir ' ' aUMWee etn. erAärnnga d»«B»rstoebi>wü; bt» eiste hnftbM lwM t «ochenattchwitt. ». Gchtepttg) llus dem Ausland« «-p-ch»»« . i. Saut Baten, ran «an Rom Oebterreich nnsüstiMA BaiMr da tnwnis chen nun k dm, Otztienteteh«. k. t ‘ . Stna««te>a M cdU__ . _ dteft IMtanan, fb tfe KÖHrt« anka^Tin " * i ihn« InftnchM nk ml »trß öfter Ob ftftwii i« i «inet, in ola ffUm irnJStVm «uw«»» in Inka. Mt »Hat «kali KrjMüNst «attM« Batate Um mm «radtetkn jükisch«D!MMtb«n'uht^ll nate-reu, »nwglga » temwiteiwtt Gebiete k stchtt« ksterreichtsche - tetn iteftstt. ko ktest »» stchea. Men. Di« Rrlinie nM itzn, «amtnde hat« beschiß,w in kn ihm Ferdernuga, ka Wim kte Ih %f*jg *"u. Eta FatnStt Rt tzte Iichatua« >st an ke« Ute nischq »nta, aetchtet Werda. Di, amt »n» kb I «■».**** fr - OBI HpM|H9BL W OhMH MR I - ■ - - .LteBne I Ink »hktt MM ftte kte «Mia rchtzSam och » ■»« ü f üuiam m«MMI yMM In WM-M» MPMM Rn »et CtUx » Strang echte» ch» s . fllt« - “• MMLAWM SWP7S M M» W«wR|H 28. Mate 78 Iehe» *B Stenn« ~Ttilr%r kte gnin' unk MtetztnvBttschnsten tni , , , ... Heft« nute» «an Ptüstkinten Rief,»eit tei l ft«-i»ei»i kB Hanke!« iow. M»>chM HO { nk MM nk rettewk »ch. Mt taafte f nf Raaihl mb kte " ' hat nch jetzt