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Jüdische Volkszeitung · 1920-02-06 · 5 (6.2.1920) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
26 (1920)
Issue
5 (6.2.1920)
Date
1920-02-06
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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« {Maut XM* fc;. - -ur— -X-* -»- ♦» t . X. . i BtjBS, M (WM WM fip| flqBM(a HUM MD Wt iwr |n »toffrn iß. d^ ß» i« gevze» Reiche U» 3»tfUft»e iu sicher fte**fe*»*fc ge§M nfm F«»de Wktt LeL« de» ficcUaf bet Bofcnfatnft «ö* «M berichtet: A» einer große» vets«»«li»g de» Zevtrvlvereiig deutscher Etaatsdürger jüdische» Glevbevl «urd» die Stellweg der ArdeiAeschast zu» Remise»:Li»«uZ von d»i derusnre» Mitglieder« der Li»Vp«rtrie« erörtert. Der Gmeralsekretär des Allgervemev GYeNdahUerverdnde». Mitglied der demokratische« Graktum der Prrutzsche» VndesversawmUmg, Oswald Riedel. dr»nd»arkte den Antisemitismus als -eiche» der Ü»kultur und als politische Gefadr. weil er den Wiederaufbau Deutschlands hemmt und die Verhetzung an die Stelle der positiven Arbeit fetzt. Früher war der Lntise«rtis»us in Deutschland «es den Mittelstand beschränkt; zwischen de« Lrdeitrrßand rmd de« Antisemitismus stand trennend die Rmktio«. Der Lrdeiter kennt die Reaktion bester als irgend ei» andrer Teil des Volkes Leder P»gr»«sch,ß iß ei, Sch,ß «ege» di, Lrdeiter. Der Arbeiter weiß gena». daß die Reeklwn s«n Todfeind iß. auch die deutschnationalen Arbeiter »üste» erkennen, daß die Reaktion die Lodfeindi» aller Arbeiter iß. Auch Aabeiter können einer stet,» Agitation zum Opfer falle», wen, di, Agitation die niederen Instinkte, wie Haß und Reib, entfacht. Dieser Bruch teU der Arbeiterschaft sollt, lledevken. daß niemand so sehr wie der deutsche Arbeiter am eigenen Leib de» Zustand von Rechtlosigkeit und Avsmahmegesetzqebung erfahren hat. Das Unrecht, das er selbst erlitten hat. wird er nutzt anderen Lolksleilen zu» fügen lassen. Aus diesen Gründe» werden Arbeiter den Antisemitismus nicht nur ablehnen. sondern ihn auch PvftKv in entschiedener Form bekämpfen. weil der Anti» semitiswus nicht uur ludenseindüch. sondern letzte» Endes a»ch arbeiterfeindlich ist. Stadtrat Adolf Ritter. Mitglied des Varteivorstandes der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. -Nanute dre Antisemiten die Hyänen des heutigen pvlitischen Schlachtfeldes. Heute versuchen sie ihre Ideen in di« Arbeiterschaft za trogen. Die Arbeiter sind durch die preußische Volksschule schon bis zu einem gewissen Grade zu» Antisemitismus erzogen worden. Wenn eine» Jungen i» der Volksschule die Paffions geschützte in üblicher Weise erzählt wird, muß sich in ihm ein Judenhaß entwickeln, der sich erst im Laufe der Jahre legen kann. Die sozial« demokratische Partei hat es von jeher abgelehnt, in Rastenhaß z» mache». Ganz abgesehen davon, daß die Begründer der Partei vielfach Juden waren, ist es vom politische» und staatsrechtlichen Standpunkt aus eine Dummheit, jemnden für den Zufall seiner Geburt verantwortlich zu «achen- Die Gleichheit vor de« Gesetz muß jedem gewährleistet werden. Der Arbeiter steht politisch zu hoch, io» sich in das Gchlrppia» btt Reaktiv» nehmen zu lasten. Ar weiß genau, daß es nur gewiss« Teile i« Volke find, die den Antisemitismus fördern, um wieder an ihre reaktionäre Herrschaft zu gelangen. Die sozialistischen Parteien, in denen die Mehrheit des deutschen Volkes »rganifiert ist. werden es zu verhüten wißen, daß der Airtisemitismus eine Gefahr für die Ration wird. Ich bi» dom Parieivorstand der sozialdemokratischen Partei de» Sarg zu trage», der. von de» Lichte der Fackeln »«flosteu. hoch über den Häuptern des Volkes erhoben, die »nendlich schmale Gaste dahinschwebte. Endlich öffnete sich das Feld, die Menge flutete auseinander, und ein kühler Wind strich aus der Wüste her. Halsbrecherisch Fvlperten wir im Dinkel über Hügel und Gräben. In Grabtücher gehüllt, versank der Leichnam, von den verlöschenden Lichtern beleuchtet, und während ich o» der »stenen Grude dem Toten einige Warte nachries. wvrd« er i» der Liese mit gebrannten Lonziegeln übermavert. Stur» wehte und ein heftiger Regen begann zu stürzest, als wir endlich i« Dunkel aus der Düste nach Hause bapptro'. DaS Buch. Für meine Seele kommt Besuch: Ern schönes, wahlgewachsenes Buch. Zur Lampe trag ich's sorglich hin. Vielleicht steckt auch ein Mensch darin k Doch Menschen blüh'n in dünner Saat. Vielleicht iß's nur ein Iiterat? Dach nei». bei Gott, wer hätt's gedacht. Ei» Mensch ifl's. der da weint und lacht. Schon »eilt er mir leibhaftig »ah. Lebendiger noch, als stü»d er da. Mir wird Erkenntnis, wird Bescheid Von fremder Seele Wunsch und Leid. (Das wird nicht allzu ferne sei» Dan eigner S«le Lust und Peor.) So fühlt sich Leid van Leid bewegt. Wie Woge sich zu Woge schlägt. Und wenn die letzte Schranke fällt. Rauscht ans der tiefe Strom der Mell- Mit wunschgefstlter Seele Dank Führ" ich den neuen Freund zu« Schenk Dort ruht mir Freund a» Fand gereiht. Wer \pny 5 w« Gi,sa»kait. OMn?. «■Mbd: W| tok iWMC» EU* “ ~ ‘ > «fco, gÄ|(H jür * Ub4i svziättßljche Partei. Der BttM, to f sagen Mt J»de» m verhetze», iß M» da» (in wchdertzott ««acht «oißa» Unter LeÜwag setzte die verlmer JndachGe et». Die wmaftuk «rbeiterschast hat M Seit En* se« titschen Setzer dortbi» «schickt, «o st» lüwUm. Al» 6a|uQ>Mubatn. glriJuiUt* *k Mchch»ii»s»t>alist« 0U1 UMtttoM'. Hab« mir ann kit liMte a«f dies« gn^t tkfoit turfwrf}» grauet. «Haft Hetz» gilt nicht um d« Juta», fwten anch umftna Ardeitrr». Di« «igtntlugm Hetzer steh« i» Hinftrgrnnd» »ab ged» »ur « gwß« Matzstade bi» Mittel. De» ungchenm Mittel gebt»»» dazu, diel« AgÜatia» zu ftißreu, I» vorig« Iah« sollen »nt »bä »»ei Milli»»« Hetzblätter unter bol voll gmotf« »örb« sei»., «t »loar Nicht nur in die Wohnung« der Irteite«. soude« oor all« Ding« in di« Aasern« und aus di» Arbeitsplatz», Die Flugblätter richt« sich an di« »iedrigft» Justiukt« der Meusch«. In einem der neuest« Flugblätter wird ausgesordert, sich aus d« l. März dorzubäeit«. Aus Ardeitrrkrcksen, und zwar au» Aidertslesm und d« Nennst« der Inn soll sich ein Verein gebildet hob«, der schon »eit über 100 000 Mitglieder zählt. Uni ist hier nicht» davon beknnul, im Verborg,»« kan» ein solch großer Verein aber nicht ezistier« und ardeit«. Dieser Verein soll gejchmor« haben, hah, aran di» Juta» am I Märj Dnitschland nicht verlass« habe», an diese» läge «in 8 l u t b » d unler ihnen »ajuricht«. Man steht, wie verrüstt diese Mensche» geword« K»d , , Du» Irren> hau» märe die des!« lliesreiuug von dieser Pest »nd dieser Aulturschaude Deutschland», Di« Gegeuredelutre» ist mit dieser P«gr»Mheh« ri| derdu ude u. Wir Sozialist« lehu« dies« Aullurschand« mit «Oer Gutschiedruheit ab Di» jüdische» Bürger müsse» «ergijch für ih, Hecht einirrt«. — Der Natioaaloersammlung liegt e,ne Anfrage oor, ob rl der Rtginuig Maat ist, und weich« Schritte sie ru unlernehm« gedenkt daarg«, daß «in Deil der Juden sein« Rom« takelt. Diese jüdisch« Mitbürger liefet» ihr« Feinden, den Antisemit«, und mal »rm Antisemitismus gebiet, die Staff«. (Sehr richtig. Die Schristl) El ist Ausaade der jüdisch« Ltrger, derartiges in Zutuust »ach Mdgiichkett >u »er» hindern. Wir find an Aamps gernshnl, rntr find nnser Leb« lang durch Kamps hindurchgegang« nud »erd« im Kamps« alt. Wir fteh« Ihn« als Sogialist« in diesem Kamps zur Seite, A» Ihn« liegt es, di« Bahn frei zu mach«, ut zeig«, daß Sie bereit und gewiAt sin», für Ihre Rasse und für Ihre Religion ebensolche Opfer ui bring«, wie Sie sie in h«rv»rrag«dem Maße mich in den Jahren des Kriege« gedacht (mtat. Eine Ubhaste Debatte folgte dies« Red«, — Or. Wiener mochte tulrajante Mitteilnng« Dom ontisemifisch« Krieglschauplatze El hat sich eine n«e atilemitiiche Darte, gebildet, di« sich .Deutschjaziale Freiheitlpartei' n«nt und mit riesig« BeldmMeln an die Deveinnung der Lrberterschast häongeht. Außerordentlich bedenklich ist die Zunahme der Hetz« unter der Jugend, Dem .Schrneigestreit' in Halbeistadt ist «in gleiches Vorgehen in Augsburg gesolgl, wo sich de« christlich« Schüler einnsalls weigern mit ihr« jüdisch« Mit» schülr« zu sprechen. Die Nachrichten, die »us Hamborn »orliegen, zeig«, daß der d« dortig« Plstudernnge» hanptstchlich jtzdtsche »eschtste detroff« rnirrdm. Auch Berichte aus Ostpreuß« demeis«, bis zu Welchem Drude iu dieser Pro»«« die atisemitische Hetze gediehen ist. Die dringende Mahnung.an alle jüdisch« RUdürger, sich ohne Unterschied der Port« um den 8«tr»I»ere>n zu schar«, beschloß die interessant« Veranstaltung, zu der das Zentrum üdrigms dir Entsendung eines Vertreters ubgelehnl hatte, weil die Zentrumssraktren. wie sie uritteilte, dem Antisemitismus in jeder Form absolut fremd gegenüber strht und deshalb glaubt, es nicht »dkg zu Hab«, ihr, Stellung noch besonders zu beton«. Rundschau. P«« 3rstr«l*mi«. Berlin, 2. Februar. Der Zeutroloerrin Deutscher Staatsbürger jütisch« Glaud«s, Berlin, bittet uns um Ausnahme folgender Zeile»! .I» einer iu Von» erschein«»« jüdisch« Zeitschrift ist das Gerücht verzeichnet, Herr Geheimral Di. Eugen Fuchs habe sein Amt als UarsitzAlder des Zentrolvereius Niedergelegt, weil er sich mit der .«gtrrm« Richtung', die der Verein in der letzt« Zeit eingeschlag« hat«, nicht mehr deck« kdnne. Diese Nachricht ist durchaus uurichtig. Leider ist der Gesundheitssustaud des Herrn Geheim«! Fuchs seit lüngrrrr Zelt so, daß es ihm »NM»glich gewesen ist, seine Ehrenämter zu behalt«, Gr hat deshalb nicht »ur de» Varfitz im Zmiinloerei». joude« auch das »on ihm seit Jahrzehut« bekleidet« Amt eines Mitgliedes der Vrüftmglkmnmistio» für die große Staatspäisung niederieg« müfi«, Jrgendeoeiche Aeüdiinnge» i» der Politik des Vereins sind nicht eingetret«, HerrG«HRm«t Fuchs war und ist mit der Aussostung u»d mit dem Ziet Setzei« >ifi>ilg»<l«di des Zeutraloäreus tu aleuPnecks» mDsä »d dotzWändlg riMerstmchme. Wg ßgk DgltzthM khm And dem .♦sttHS f U iUnsiwr t» Vwßv. ■iti, m. yamm. Der »iraiuisch. PreßchieA» maldal: Odessa ist W» uftaiuisch« Lrapp« «iug,»,»>,, seaeßM. Wg »» waltuug dm »tadi Hot «tu Momtte« gm, Mraium», Rnst» »ad Jude» überuomm«. Ordnang, Es herrscht „llkomM« ««W am K, 3KI1 pBOfOMH. WM He» Hg»pztz«!sL««k»»gRgg «tzs^AA AögWedwete» te »P alt« ihr» Gdlkgieit für di» Haichä Di« tza»peu»»s»»»»»s»-g des tzstegtAUpet dos daoiW» Lute», di« am 30. Rmiuniu >. >. ytk stVftstS» soll«, »dm Mg« der Veifthrgschmiinglllt« «ffagt gg» mußte, soll auch d«> U»»W«hri^, «kichl»ß dM «isgOtauqchusses M vmd udm «■ 1 Mot stettstndi», Wg für d« »rsprünglich« veueuuoog« »an »dg Oruautsation« behalt« veelammluug. »«, Jisroel-Wach« »er »gudaä. Di. »nss^tich für Mitte Schenxrt oorgejehe», Er« JisrneichAeche der Aguhgch Jisrnel, di« aus intern« »rund« »erschet« megde» mußte, findet nunmehr, wie uns die PaÜsttomAWft« der Aaudas Jisrrnl mttteiu. um di» PurtmM SL Eiutzekhett« «der das Progvamm und Ml gttkmaSm wert« »och In Kürz« mitgeteilt werti«. «tu «ereil »« Dempeldieaer». Di. Dieoer »gst altstüdtlsch« Lempels i» Lodz hat« mirtschasivch« staeßW» nngen ausgestellt. Rach»«, da« Schrckk.aL. diej« nicht stnttgitzet« hatte, find fU in Stmik limtak & ganz« Frnge soll zum Gestand« «wer gemacht werden. Eine jüdisch« Delegraphen-Agatnr. Wie di« g Waeszamdka' meldet, wir» i» Warscha» Delrgraph«-Lz«tueentsteh«. (ZAT.—Znl rckegrastäna). Di» fnünb der Agentur wk» in sei», wo stk mit einrm Kapital nanHoo eingetragen ist. Weiter« Zweegnie Londoner Zentrnle in Jmisalem und Die jüdisch« «a^tnPaltstin». Die-AualoPelchim', di. .Jüdisch« 8nT gaumt hnt t» «>Wm in dm letzt» Seit ein« g»»ße Dätigknt -ntwiEckt, wie «tM|| teckung« der ZtontstourUmMm, pt erinhm Ist. WK die «nvnte die »mm«mg in die An* Mpt ' * ' Pie Hn Npednni in Jassn mch «hm Fvichtz tm Mieder mü «ller K« st mchnßWgi. Die iWUm bnA M«fa chtns» »nd klein, tegiehantz» mit Argtzpt» wieder kesn« teilwets« euch d« Aps Landwirt« pmuM, „eiche ms dich, 4M« dis Steinlohl«. Petneioem chm. dekm» hob« sich in d« derschie»«« jüdisch« Grupp« geiildet melche susmem« mit , di« Vauk »erschnsft« Gochchüst«, pflnuzung »nt S«»t mhalM» I bei der Sank »ach groß« »etrtg» depmiech. «am H» dm t!Si M MH lk»- mm. »stzüch rnochmr - Aus der Keichshauptstadt c. Ans ei» «meihnndertjthriges Gastet Halt« n nfm r M ist tarnt ta! «erll». kann die ckdlick«- ättesteR Die Ausstattnng Oes Pta all e» sronnnes. Gatt hchpnti trachtet ward«. Branlansstattn drüderschaft «hewra Kndischa) stud stets Mc i tätigkeftsamichtnng« gewest u. die dm, i n« begründet«» Gemänd« ins Leb« Di« tzmsellsthast .Hmhnassath Anlaß der zweidandertjtdt^« W, ,ründuug»tuge« ein« Jubtlt»i>gst»ds t» begr u» schwer« Vota», di« der unselig» Wieg Mentchenlet« gotaüet hat, »ns d« leiper zahd tritt« an» unserer Religionsgemeinschaft, ist die' diese» nusemsVeeeirn. der süs tat Amtdeftanddet eintritt, »« htchster sozialer vedentmg. Unter schaftlichem Drncke ist es für nntemlmta Mo chrner, ei»» ag«« Herd z» grünte». Di» veihUft» sind bet dem gchnakene» geworden, -Das Judtlän« des Bernius jM geb«, die dizherrg« Anti rßltzangsftmlptat echtst«, sodaß »ii Hilft dettchchmstm «g «eihilft» »a» l»00 Stark cher mch «sßö ., währt rnerdm känneu. Inch in dieftm JnhM Verein sehr s«g«srach gernipv. Es »mste, m b Vrnutansstattmg« tailfigt Der «tz« «llschast .Hachmssach «sich' ist r» mächtz«, mit räch« Mittel» in ta» dritte Jchshmmmt ßehtLs mchsefft. Verltn. Redtinerjntiltum, Mchsttmt Knenigsderger tagiug am l- Fedrnm Ml » 0taSta«ita« H NHt’ «m m m Uta i

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