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Jüdische Volkszeitung · 1918-08-23 · 34 (23.8.1918) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
24 (1918)
Issue
34 (23.8.1918)
Date
1918-08-23
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Stern konnte sie den 12. Platz und 81 Mannschaften belegen. Die Per«in»m>tglied«r stehen alle noch in jugendlichsten Hlter, da die älteren Mitglieder seit langer Zeit eingezogen sind. _ Rabbiner - Rabbiner De. SMf Stofenuneta.1 ist am 16. 8. in Jtolbetg, wo er zur Erholung weilte, im Alter von 67 I. verschieden. Die Berliner Gemeinde verliert einen beliebten Kanzelredner und Seelsorger, der allg. Verehrung genoß. Er war der älteste der Berliner Rabbiner. Am 20. 16. 1850 zu Turbossin (Ungarn) geboren, hörte er an der Berl. Universität philos. Borlesungen u. promovierte 1875 über die Bücher Esra und Rehemia. Schon in Eisenstadt (Ungarn) war er Schüler Hildesheim», in Berlin besuchte er die damals neu begründete Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, von der er als 1. d. Rabbiner-Zeugnis erhielt. In Pafewalk, Birnbaum, Teplitz bekleidete er Rabbitutte. 1887 wählte ihn die Gemeinde Berlin zum Nachfolger Frankls. Hier gewann er sich durch Kanzelberedsamkeit, wie durch wohltätiges Wirken die Belehrung einer zahlreichen Gemeinde. Reben seiner seelsorg. Wirksamkeit entfaltete er erfolgreiche wisienlch. und schriftstell. Tätigkeit auf verschiedenen Gebiewir und veröffentlichte viele wertvolle Beitrage z. >üd. Geschichte, so: ,D. paiitifche u. religUfe Charakter ke* Flaaia, Joseph»»-, »lieber da» Iahrhandert noch dem bab^on. Exil", »Ierusate» und »aesare»-. In zahlreichen kleineren Schriften hat er wertvolle» Material über da» soziale, religiös« und wirtschaftliche Leben der alten Juden zusammengetragen u. so der süd. Archäologie iniereffanle Anregungen gegeben. Am bekanntesten wurden feine Arbeiten »Geselligkeit und Geselligkeitsfreuden in Bibel und Talmud-, »Kleidung und Schmuck im bibl. und talmudisch. Schriften-, „Da» Auge in Bibel und Talmud". Bi» zuletzt hat er die zahle. Psliästen eine« Rabbiners e. Großflemeinbe ausgeübt. Die Nachricht von feinem Tode hat tiefe Trauer hervorgerufen. Die Leiche wird nach Berlin überführt. Die Gemeinde wird ihren Heimgegangenen Lehrer durch eine Trauerfeier in der Synagoge ehren. Isr. Allianz Wtsh! Pappenhaim mit dem Sekr. Dr. Kaminka, von der türk.-isr. Gemeinde. Präs. Moseo de Mayo, Borst. Lozar Suffin, Tempelvorst. Hassan, Sekr. Dr. Marzell D. Halfon, Rabd.-Asp. Ovadia; die Obmänner der Bereinsbethäuser, die Religionslehrer d. Mittelschulen, die Direktoren u. Leiter der isr. Wohltätigkeitsanstalien und Vereine, Kantoren und Abordnungen von Körperschaften und Bereinen usw. Der 1. Kantor, Marya», stimmte, begleitet v. verstärkten Ehorpersonal, die rituellen Gesänge an. Dann wurde der Sarg aus den zweispännigen Leichenwagen gehoben u. in den Stadttempel gebracht. Dort hatten sich eingesunden: in D. de» Unterrichtsministerium» Sektionsrat Dr. Rittner, i. B. de» Bürgermeister» Gemeinderat Dr. Ritter v. Schwarz-Hiller, >. B. des Baron» Louis Roihfchild Prok. Richart Bettelheim, Präs, der k. k. evang. Oberkirchenrate» Herrenhausmitglied Sektionsches Dr. Wolsg. Haas« mit dem Super. Dr. Schack und Borst. Dr. Förster, Borst, der Kultusg. Gänserndorf Leop. Fleischmann, Rabb. Dr. Kristianpeller (Linz), Präs, der Kultusg. Pretzburg Krau» mit Rabb. Dr. Funk, Borst. Ungar und Sekr. Grünfeld, Gemeinderat Neustadt!, Bizepräs. de» Kantorenv. Is. Löwit, Präs, des Pestalozziv. iLemberger, Adv. Dr. Leo Landau, Pros. Kanitz, k. Rat iZittig. Präs, der „Einheit" Hofbauer, Prof. Nasche; Herrenhausmitgl. Dr. Phil. Ritter o. Gomper», d. Hosräte Dr. Wilh. Binder u. Prof. Pollitzer, Prof. Dr. Ludw. Braun, die Oberstabsärzte Dr. Heinr. v. Neumann und Dr. Protznitz, Dr. des Isr. Blindeninstituts auf der Hohen Warte k. Rat Heller, Bizedir. der Universitätsbibl. Regierungsrat Frankfurter, Baurat Kempler, Rabb. Dr. Fischer Budapest mit Sekr. Pramer, Präs. d. K.-G. Trieft K. Schitz, eine Abordnung de» isr. Gem.- Borst. Baden, die Schulräte Prof. Dr. Tschiaßtry u. D. Weiß, Prof. Sulzer, Dir. des Baron Springerfchen Waisenh. Alex. Hecht. Großindustr. Goldstein. Dir. de» K. Franz Ios.-Iub.-Waisenhause» Rud. Kohn, k. Rot Arn. Ascher, Konstantin Noske, Gem.-Präs. der isr. Kultusgem. Abg. Dr. Wender-Ezernowitz, für das Mädchen- Waifenh. Fr. Mieses und Fr. Merores mit Zögl., Fr. Kadifch i. P. der isr. Volksküche. Fr. Solo Cohn und Tochter. Bprsi-Siellv. d^Gem. Klosterneuburg Erben, Sekr. Siegst. Fleischer von der Isr. Union usw. Oberrabbiner Pros. Dr. E h a j e s hielt feinem Borgänger e. formvollendeten Nachruf, worauf der Sarg auf die isr. Abteilung de» Zentralfriedhofes gebrächt wurde. In der Zeremoniehalle hielt Rabb. Dr. Bach einen Nachruf. Dann nahm in bewegten Worten der greise Prät. der (gemeinde Dr. Alfr. Stern von dem Toten Abschied. Es sprachen noch: Rabb. Dr. Fischer-Budapest, Dr. Mark. Spitzer für die Ehewra Kadischa. Wilh. Pappenheim für die Isr. Allianz. Dann erfolgte die Beisetzung in der Familiengruft. Die Trauerfeier war um ’/, 1 Uhr nachmittags zu Ende. Lchr« nutz KMtort*. In Würzburg starb die Lehrerin Sophie Goldschmidt, früher an der israelitischen Bolksschule in Kitzingen. ' flatf tBWwniifl 1. 8. 'SsShr. AmksstMl.' Lkhrer' Jona» Hecht, früher in Schmalkalden. In Ze»ipelb»rg starb am 2. 8. unserer langjähriger Repr.-Borst. und Rendant. Lehrer Louis Lewy, der sich um die Förderung des Religions-Ueterrichts große Verdienste erworben hot. In Bafel starh am 3. 8. Oberkantor Sigmund Drujan nach lang. Krankh., 54 I., nachd. er am 15. 2. f. 25j. Iub. gefeiert. Berdienftkr. f. Kriegsh.: Haupilehr. I. Wolfsdruck- Emmendingen: Rote Kreuz-Med. 8.: Lehrer u. Kantor D. Regensburger-Aschersleben. DttfOMlittt. Berdienftkr. f. Kriegsh.: Berlin: Obering. S. Rosen (tein; Dir. d. jüd. Lehrerbild.-Anst. Dr. Gutmann, Zeich.- Lehrer Otto Geismar; Dresden: Posffekr. S. Guter <u. d. Albr.-O.j; Dartmund: Kfm. D. Eloeffer, Leipzigerftr. 12; Hatmpper: »arl Spiegel, beeid. Sprochoerst. d. Handelskammer; Maßdebprg: Rent. Benno Basch; Hess. Kriegsehrenz.: A7 Stein-Seligenstadt, Leop. Stern Il> Schotten (Ob.-Heff.) ' Rate Kre>ä-Med. 8.: Rabb. Dr. Marx-Straßburg, Beeliehen b. T. e. Kommerzienrat» d. Deinhdlr. u. Magistratsrat Leutn. d. L. Wilh. Kahn in Wllrzburg. Berlin. De Silberhochzeit beging am 20. 8. der Syndikus der Berliner jüdischen Gemeinde, Iustizrot Leo Lilienthal und seine Frau, e. Schwester de» hek. Literarhiswriker» Jul. Bab. Berlin. Der Syndikus des Zentralv. D. St. j. Gl. Rechtsanw. Dr. Ludwig Holländer, w. durch die Rote Kreuz-Medaille ausgezeichnet; er begleitete den v. der Sroßloge f. D. U. O. B. B. gesttsteten Lazarettzua. «eriin^chöneberg. Hier starb im Alter von 84 I. da» älteste Mitglied des Schöneberger Religionsoereins, Isaak Isaak, welcher auch der Ehewra Kaddischa von Gr.-Berlin angehörte. Die Beerdigung fand unter großer Beteiligung am Sonntag statt. In der Halle d. Friedhofs Weißensee hielt Rabb. Dr. T t k 11 n die Gedächtnisrede, (Tontet David reettierte das EI mole racha» mim. Ehorgesang erössnete und beschloß die Feier. Zssbisch« DoltsIMn. aus der Feder des bekannten Komponisten Rosst i n ist abermals eine Reihe von intereffanten jüdischen Bolksliedern erschienen. Auch diese neuen Arbeiten tragen neben wertvoller musikalischer Forschung jene bestechende jüdische Eigenart, die wir in früheren Werken Roskins bereits hervorhoben. Auch beim Studium dieser neuen Werke merkt man bald, daß Roskin ein gediegener Kenner des jüdischen Volkstons ist; er versteht es, Rhythmus und Melodie zu veredeln, die Umrisse zu vergrößern, er zaubert an vielen Stellen jenes harmonische Halbdunkel hinein, das alle Empfin- - düngen imbeiflibt, die unser Herz bei dem (Erblingen solch jüdischer Weisen bewegen. Der technische Slufbau zeugt von großer Intelligenz, aber fast in allen Teilen imponiert, neben dem Respekt vor der Form, die Ehrfurcht vor der Tradition, alles ist. ohne hyperdrastische Kniffe, voller Wirkung, die Technik ist nie Selbstzweck, sondern steht stets im Denste der Idee. Roskin kennt die jüdische Tradition im „Singen und Sagen", seine Phantasie ist von ihr und den wechselnden Stimmungen des heimatlichen Ghettos befruchtet, alles scheint ein Ergebnis von Gesühlseinslllffen und damit parallelgehender musikalischer Reflexion zu sein; da gibt es nichts erkünstelte». nur echte Natur, die mit elementarer Kraft jüdischen Geist findet, wo sie auch anpocht. Es ist oft rührend, wie an ganz primitiven Formen der Klangpoesie Roskins Sinn zu haften und andere zu fesseln weiß. Wir denken hier besonders an das „Traurige Lied" oder an das „Wiegenlied". Unbeschreiblicher Reiz spricht aus den zwei Liedern mit Klavier und Violine; besonder» „« Mutter Freid", das so stilvoll mit der Tonfolge de» Ischtabach-Steiger» <G Boss») einlestet, -und mit schlagender Prägnanz die Besühlstnomente de» Textes musikalisch untermalt. Welch technische Fertigkeit und Hohe Gestaltungskraft trägt das Tenorlied „Jankel geht in Schul", wie tief wehmütig klingt das für Baß gedachte „Aheem"! Als Eharakteristiker zeigt er sich besonders in des „Millners Thränen" wo es ihm weniger an Klangreiz, mehr an scharfer musikalischer Illustration gelegen ist. , w Wer Roskin's Eigenart belauscht, der muß ergriffen sein von der hervorragenden Bedeutung, die er silbischer Musik einräumt. Seine Kunst ist geeignet, jüdische Art so zu charakterisieren, daß sie andern,Völkern gegensätzlich gegenübersteht. Das dünkt uns das wertvollste an diesen Litdern, und muß ganz besonders in einer Zeit hervorgehoben werden, in der krasse Ignoranten an her Eigenart jüdischer Musik zweifeln oder rütteln wollen. Mögen Roskins Arbeiten bald Gemeingut aller Freunde jüdisch-nationaler Musik werden. Ober-Kantor Singer, Kattowitz. Aufruf: Zn der Zeit »om 22. 8. di« 5. ». ISIS findet Me trft 8rt$> fanet mtft statt, für die der Besuch von »ehreren tausend Meß fte»den erwartet wird, von denen auch sehr viele >u»ILuder sein werden. U« muß damit gerühmt werden, daß sich unter diesen auch Agenten der nn« feindlichen Mächte befinden «erden, die den ftustrag haben, nufere «ilitätischen und edenfo auch unsere wirtschaftlichen verhäitniffe nnrneVnfen ri*i. anauiknndlckaiten üietin lient eine nrnke «efokr fnr ,0“'n_ """ Flugzeuge« beioorgeenten. Ich richte deshalb insbesondere auazukundschaften. Hinin liegt eine große Befahr sür unsere ldrieg fßtzrung, für unser Sirtschaftsleben — auch für die Zeit nach de» Kriege — und endlich .auch für jeden einzelnen deutschen Soldaten an der Front. Des« Befahr läßt fich nur durch die grißte vorficht begegnen: DerfAriegtiMt ia allen »MSrischea. mUitArtftf» «ichugra iw «irlfchaftichea viige» D Pflicht jede« Einzelnen, jede« Meßdesnchers, jede« Aussteller« und aller dnjenigerr, die mit den Meßbesuchern in Berührung kowweu. Jedermann muß fich stet« gegenwärtig halten, »aß auch die kleinste, anscheinend unwichtige Nachricht für den Feind „n großer Ferner Bedeutung sein kann, daß jedn Vorteil, den dn Feind erreicht, dasiponönn» «m Annotuürole-.eä e>ü»'»e>" 's - -» Leben von vielleicht litt«. Hunderten denisther Bolteten au de? Front vam. ".Ctii Schwe.dtubanrtr. 53 bedroht odn vernichtet. ra<au^.»tnt,r,^ Ich ermatte daher, daß jedem,«,» in Mllitättschen, militättscht ftrttlXzUlsklIA wichtigen und wittschastlichen Dogen die grdßteBnschwiegeuheit beodachttt jg««nr. «nmb.bar.nnr. Srealan, den 19. August ISIS. Akk ßelintretkihk $iiaii>irr(rir driftil ro- Trtilm »«n C|MT«Ma. general der Jusauteere. Mrll«st»»cl>«llg. Ich habe Vnanlaffuug. Im eigenen Jainrffe der Bevdikerung erneut ans «eine Anordnung nam S. 7. iS — II fl, Nr, 8«S3« — betr «ßefigt« vetrrtr, »all 5l>gpllltzea und nnbefngle« Hnan gehen an außerhalb de» Flugplätze« nwa niedergehende oder ausstergendel,nei>r Flugzeuge diuzuweisen Jnsdesoudne Hoden in letzt« Zeit in d« Nähe nncS Landekreuzes spielende Kind« ernste Befahr für fich und die In au alle Eitern, Erzieh« usw. die Mahnung, ihren Kind«n ttndttnglichst die Befahren varzusielleu. die ein zu Lande in Bewegung befi»dllche« Fingzeng sür nndefngi fich ihm Nähernde «st fich dringt, und bemette, doh die Milütrbehdrde jede B«antwort nng ablehnen muß sür Unfälle, die durch Nichldeachtung d« vdrng ennnnten Anordnung drronioßl w«den, Sresian, den 17, August ISIS. An fttllirrtrrtnlf $i«iiilirrriir (Srirnl Trtr. »■ ElMfMttl, Se°«al d« Jnfaulmie. r»r NlbstttiadlfW Mn« Ctttrt M. C. d. <3—«bifast. d. Jüd. Tournttc. Jüd. KflmmL mekt StAÜ.fMdT«leh. Art OflL feftrd. d. 0«MhlflMt 1 Jüd. YtfaMit uL 8. C OmtlctaU tayfttkatvm. Fwteh Lara» la Irtsiaa In ick» such „JMkcha V« CaM a. k*». Om Ta Back I» ^Jiriinnl S. I—« Tack«. M> KiimaM, Condltorti, Sonnenptntz. OandMoimiam cneckpintr », T*Mo»2»9 .IBffldfni sSaitte>«»-cn«, kch!teidai»erst. 28 Cnrt (Mar, Sattenstr. 87. liegt die ,^ddUobe Tolkezeitnng41 ans an folgenden Stellen: „ -Teckckckdatr. «4«, (k. termr. «UttUantr» FiMrick 'Wtta^tr. 1«1. Sedowaatr» AkadeenlKke 11 iiltlimii (Um-! rarmttl). tao»«a»»i WallMi. ». _TaMBtatemer. 12. BlarMalan nun Mn. Ktokb CaN rakitn. eloeel Wl jk Hot. He« fhimaM m.T^ Oie mm Nr. rnntt» «ckoock» tbn. aM lacke amt mt rnm I,.Weda»,«es (Voekackaballa». Aosknnftei „Gourier” 7606 Tel. 7606 Sehweldnitzantr.'27 Tal teenflber dem Stadttbnter. nad nrrarllttli A«*k«nft md Rat* scbUg ta aUes prWmtea ftschftfttfdten end PamlUeuiiffdeffeabeite». ftber Penooea. Hrmea SUftaocen, Vereine» Qemetnden, BeMrden. 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