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Jüdische Volkszeitung · 1916-12-21 · 50 (21.12.1916) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
22 (1916)
Issue
50 (21.12.1916)
Date
1916-12-21
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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thUtitUmt. Brttku, Öen 21 v«ze«b« 19(6. «t sö | Daran iubeit nicht« kic karsache, dad die Iad^päeuipaMisch J duechmeg in ankern Sägern stehen, stk unsere Ideale her . Recht»- unt Srammedfreiheir «eist wenig verfttnknis «eigen. I Hier handeil e« sich nicht um Reizungen und Abneigungen, I sonder» um Gerechtigkeit. Ai« Vertreter de« Rechttpringip« I können wir nicht «»geben, daß jüdische Soldaten, welche irmer-; halb de« deutschen 8»lk«heere< in diese« Eristenzka«ps UUj jweitelhast ihre Pflicht tun, durch eine, wenn auch gut ge» I meinte, alieroersehite Maßnahme tief gekränkt werden. Do« .striegöministerium solle die Versüguug Ichleunigst rückgängig Niachen. 8» darf sich sonst nicht wundern, wenn trotz seiner! loyalen Erklärung die Verfügung in gerecht denkenden Kreisen angesehen werden kann als eine unwnrdige ktonzesstou an die Zuftinkte derer, die blind ihren Leidenschaften gehorchen, die Kerechligkeil aber gering schätzen. (Io wohl eine nnwürdlge Konzession!) Burgfriede« Unter diese» Xitel gibt Richard Mahin der ,Boff.-Atg.'. beachtenswerte Ausführungen wieder. Ec schreibt u. a.: Aarisemittiche Auslaffuugrn gehören heute vollend« gerade (bei der .Deutschen Tagesztg.') zu einer fiündi«» 9U6m. Rur ein Beispiel für viel«! Ll« eiue Synagoge in Berlin eingeweiht wurde, schrieb fie hämisch dazu, die Steuertraft der Suben wäre aSor^icg« im Kriege bekanntlich ge stiebe», »ährend die christlichen Kirchen sich keine neueu Gotte-Hauser bauen I könnten. Auch sie hätte erfahren können, sobald e< ihr ernstlich daran lag. dag die Mittel für diese Synagoge bereit« vor dem Kriege bewilligt waren und daß die jüdische Gemeinde ihre Steuerquote mit Rücksicht auf die Kriegsautgabe» fast u» die Hälfte hat erhöben müffev. Luch in ser Frag«, »er sich jetzt bereichert hat, hätte gerade ein agrarische« Blatt doppelt vorsichtig sein muffen. Die .Kreuz-Zeitung' knüpft, ri liegt schon einige Zeit zurück, der Geist ist aber leider der gleiche geblieben, au eine« Fall von Kriegswucher an und fugt de» Gerichtsbericht hinzu: .Bon der Art, wie Handel und Gewerbe ihre fich au« der LrftgSr'agc ergebenden vaterländischen Pflichten erfüllen, wird auf lange Zeit hinaus die Wertschätzung dieser BerufsstLnbe in Deutschland und der E.uflub abhänge», den sie auf unser öffentlich.'« Leben ausüb.'n werden." Gewiß waren e« Sorte aus eine« Erlaß de« Handelsminifters. aber ihre Zusammenstellung mit einem Bericht über Wucher war de« kvuservative» Blattes eigenste« Werk. Denn man von wenigen Fällen abfeheu will, so »ar hei allen Purteieu wenigsten« im Anfang der ehrliche Dille vorhanden. den Burgfrieden auch seinem Sinuc gemäß zu halten. Eine Ausnahme machte von vornherein die autffemttische Preffe. Eine Briefkasten-Notiz der .Deutsch-völkischen Blätter" au« den erst » Kriegsmonaten, wonach ste von diesem Lölkerrtngen eine Förderung ihrer Partei erwarte, zeigte deutlich geaug. mit welchen Empfindungen unsere Annsemite« den Ka»ps gegen die äußeren Feinde aufnahmen. Em deutsch-völkischer Schriftsteller, der Herausgeber de« .B^lkserlieher«' Schmaner, wandte fich gegen besonders unsympathische« Lreibe» und schrieb: ,E« ist unehrlich, wenn ein bekannte« Aatt'emitenblatt zwar die jüdischen Händler und betrügerischen KcieaSliefnanten N.immer für Nummer namhaft «acht, aber verschweigt, bah wiederholt Landräte ^anze Lauernbezirke öffentlich tadeln mußten, weil ne Zehntansende v,n Zentnern notwendigster Nahrungsmittel amtlich nicht angemttdel hatten, obgleich fie dazu nerpfiichtet waren.' Kennzeichnend ist es auch, wenn ein antisemitisches Blatt kürzlich sich darüber beschwerte, daß Iatlowker bet eiue» 8ohltötigkeit«kon;crl sang und da« eine deutsche Michel« nannte, wahrend cs jede antisemittsche Aüölaffuvg de» vor wenigen Monaten naturalisierte» Engländers Houston Stewart Ehamd§rlam beifällig obdruckt. . . Dir brauchen e« auch nicht mehr zu betonen, daß die Konfessions-Schnüffelei mit de» Smn und Ge-tt de« Burgfrieden» nicht« zu tun hat. Keine Friedhofsruhe ,tt es. die wir i« Annern vertavaen. aber wie wir selbst unsere Dünsche nach einem freiheitticheu Ausbau de« Reiche« Zurückgestellt habeki, bi« oer gemnusa«e Frind niedergerungen ist,'so können und «üffen wir auch von allen anderen verlangen, daß da« Trennende beiseite gesetzt wir«, um da« Gemeinsame scharf zu betonen. Hrrichtrsaal GeOeutkiche -»llkage »ege» de« ptnmf» .^rOMo- «erger'. Bor dem Amtsgericht in Charlottenburg fand heute vormittag eine Lerhaudluug statt, bei der die Staatsanwattjchasr wegen öffentlicher Deleidtgung Strafantrag gestellt hatte, weil ein Eck ander eine t Zahnarzt öffentlich als .Drückeberger' bczuchnett. Der al« Bühucnschrifsteller bekannte Zahnarzt M. kom mit dcm Schneider Rökisch auf de« Kurfürstenda»« i» Dortw.chftt. in Jeff a Lerlauf Rönsch den Zahnarzt, der jüdischer Konfe sten .ist. durch anttiemittsche Redensarten belmdigre mrd ihm zurief: liehen Sie lieber iv den Schützengraben. Eie Drückeberger." D.. der alsZahnorzt bereit« lävgere Zeit i» Felde stand, mel-ere diesen Borfall der Polizei, und ber Staatsanwalt erhob Aull,ge. Zu -er Vcrichtt.Kertzandlnng wurde durch Zeuge» die veleidigende Aeußerung bestätigt, Mcht»a»«alt Dr. Neumond hob Heros.', e« »uff« mit dessuderer Geuugluuug erfüllen, daß die Staatsanwaltschaft in diese« Falle zur öffentlichen Anklage geschritlen sei. und zwar gerade im Hinblick auf die tonfessio.ielle Berbrömuug. mir der der beschimpfend« Ausdruck Drückeberger gebraucht würbe. Doge da« Gericht de» Si.me de» Eröffnung-beschluffe« gerecht »erden, so köunte e< nur durch eiue cxemplattiche Bestrafung de« Angeklagten aeschehcn. Gerade i« vorliegrube» Falle, wo sei» Mandant für dks Barerland schwere Dienste geleistet und krauk «ms de» Felböienst heimgek-hrt sei. zeige'es sich, »elcher Unfug r. »it de« Ausdruck Drückeberger getrieben werbe »üb wöe uvtwendrg es sei, ausreichend Schutz bagegeu zu gottm. Da» Geriebt verurteilt« den Angeklagten zu hnudert Mock Geldstrafe und sprach de» Zahnarzt S. GublttativusbafuguR bv« ÜrtrÜs z». Bei tzer Arbeit, str ö« voNnvohl. DezewZer l»l». Vs» Regler. (Rachörucku-r^ote») Dir find au der Scheidegrenze eine« der ereignisreichsten Zahre angelaugt. Zwar ist da« fcheidenbe Jahr zur oritten Rangklaffe de» Weltkrieges zählend, aber e« ha: sich daftir einen unvergeßlichen Abgang gewählt. Da» neue Hilfedtenstgefetz. da« nach Helferich — einen eiftrnea Rinq! u« die ganze Natto» spauoeo svll. ist Tatsache ge.vor den. uns j wird für spätere Zeiten de» Chronisten al» wichtigster B'- . standteil ber an »ichttge» Ereigniffen keiu«»»egs armen Krieg«- j zeit g-lten dürfen. De» deutsche« Bolle ist neben de» unoergleichlichen Heer — eiue Hauptrvlle an den noch ko»«endea Geschehniffen zngewiesen. Die Juspiratton Hindenburgs war ausschlaggebend hierbei; wollte da« Schicksal nebca de» Ertzebevdvn als Gegea'atz »och Absurde» setze», so ist e» ih« gelungen. Talleyrand« Ausspruch „Dorre sind dazn da. u« Gedanke» zu verbergen", findet auch ln der Gegerwart noch seine Begründung. Um de» Unmut weiter Kreise über »angelhafte Rabruagsmittelvrganisatron in andere Lahueu zn lenken, har »an nach de« aie versagenden Mittel, einen Sündenbock zu suchen, als paffendfte« Objekt die — Juden gefunden. Diese bösen Buben fitzen vollgepfropft iu Z. E. G. ..sie allein find natürlich für alle Mißgriffe verantwoniich zu machen. Denn« auch nicht sti«wt, tut nicht» — der Jude wild verbrannt!" Nach dies?« bewährten Rezept zn »rberteu hält nicht schwer — ei« Versagen ist auögeschloffen. . . Daß darnnter die an der Front befindlichen jüöischen Mltstrrtter. welche gleiche Losten trage», gleichen Grau» und Lob erleide», wie Irie anderen Kämpfer — besondertief getroffen »erde» — da« läßt da« Häufiei» der Schüler von der Rotte Korah völlig kalt. Sie anaullteren den Heldentod vieler Helden, die still «it ihren Genoffen iu de» Gräbern ruhen. De»» ein Jude i» schweren Dienst an der Front einen Knex , erhalten und «uvmehr nurgarnisondievstfLhig ist. et»« gar nur \ »vch al« Schreiber verwendbar — bau» ist« natürlich ei» Drückeberger, dem die konfessionelle Zählung sch,» die Augen tffaen wird. Obwohl viele Tausend» anderer Konfession aus aleicheo Gründen von ber Front enthernt werdc» — da« tut ber „jüdischen Drückebergerei" keinen Avbruch. Wollte »an doch diese« SchmLhhelden. die fern vom Kriegsgrau« Heldentaten »it spitzer Zunge und gespitzter Feder verrichten, sagen : Do wären wir. wenn wir nicht im Kriegsamt eine» Raihenau hätten, deffe» geniale Orgauisativa de» ganzen deuttche» Volke zugute kvwmt, wenn wir der bahnbrechenden Erfiadunge» auf anffenschaftliche« Gebiete i» der Bakteriologie, Ehe» ie, Chirurgie, in der Kunst, Zu dustrie, Fiaanzwirtschaft »nb besvnder« i« Deithaudelsverkehr entbehren »üßten, deren Hauptträger jlldische Raweu aufweise»? Ferner denke «an daran, wie sehr »an die Juden in ihren Beziehungen zur Wohlfahrtspflege schätzen muß. L« sind nicht nur Plutokrate», weiche da« Weltmeer überbrücken, auch die Pfadfinder »iffenschaftlicher. technischer Ziele find e«, »eiche de» Krieg gewinne, helfe». Letzten Ende» »nß ber Dohlfahrtsbestrebuugen. , der grvtzzömgen Dshltätigkeitsorgauisattoueu Erwähnung geschehen, deren Geranftalter. Förderer, Arbetter die Juden Deutschlands in hervorrageuder Zahl sind. Lina Morgenstern, die Uivergeffei.e; die Begründerin der Berliner Volksküchen. Embindangsasyle für notleidend« Ehefrauen, der Pfenuigspar. btchsen und noch vieler anderer Einrichtungen, di« Wohlfahrt der llr»eren Lvlkskreise durch Don nnd Schrift (Hausfrauenzeitung) zv» Lebenszweck sich stecken. Lina Morgenstern war auch die E.i'le, welche mit raschem Griff,«ie Speisung der dnrchziehende» Soldaten i« Kriege 70/7-1 unternahm. Z» Verein »it ihre« Gatten, dem Warschauer Throdor Morgenstern, den Kaiser Stlhel» l. ein- »al. bei» Smpiang Lina«, scherzhaft ßhren .Abendstern' nanrtte — hat diese seltene Fra» Monate hinbnrch auf de« Berliner Schlesischen Bahnhof dieburchzlehenben Truppe» verpflegt, gelabt. Sie ka» wochenlang nicht uu» dea Kleidern nächtigt? in kalte« Räumen; schuf au« de» Ri ch t s da« Nötigste, llad jetzt! Da besvcht« ich vvr wenigen Tagen die neueröffnete 106. Mittelstandsköche in der Kantstraße. Berlin W. Der Schöpfer dieser bie Hundert bereits überschreitenden Sprise. anstatten für die Minderbemittetten der Reichshauptstadt, H:rr Her». Abraham, hatte durch Aufruf in dea Zeiloncen Mitarbeiter gesucht. 75 Damen aus den Berliner Gesellschaft-, und Bürgerkrttseu waren de« Rufe gefolgt. Der aue Herr erlänterte rn kurze«, klare» warmgetönten Dorten die Aiele und Zwecke >er von ihm ms Leben gerufevea Anstalten. Dischönen. neuAtttich ausgestattete» Räume der Mittelftandskuche. »it den weißaedeckten Tischen, den darauf prangenden Blumen, den farbenreichen, geschmackvoll arrangierten Puddings und So- .laten, me Kompo^c — verliehen den Ausführungen der Redners Vas paffende Relief. Es ist ein Lebenswerk von grotzzügigstec Beranlagung, da» de» Zuhörenden sich aufrvllte. 40000 Menschen erhalten Spei'uag au» 70 Küchen.?o Speisekammern enthalten die Bvrröte an Reis, Mehl, Graupen. Hülsenfrüchteu, Dörrobst usw. 140 Aufsichtsdamea üben die Aufsicht über Personal nnd die vorhandenen Vorräte au». Natürlich ist eine scharfe Aufsicht voouoten. damst nicht die so schwer und knapp herbeiznschaffenden Nahrungsmittel in «nrechle Hönde geraten. Z» den Kontrollen. Küchen und Büro» find 1b—1800 Personen tätig. Bei allede n ist da» ttebevvlle jedoch anfmerkfame Auge der Hansstauen a!» Wächter wirksam. Die oft ereignet es sich z. B.. daß das Personal verschläft — das gibt bann bei» Andrängen der Gäste leicht Hemnuioge». Sb Küchen gebe» an 85000 Kinder Suppen ad. dre ans 9000 Pjd. Knochen bereitet wird. \ Serr 25 Fahren bestehen die Kinberspetseanftalren. Mit * 2 Kindern sing Herr Abraham an — jetzt sind « 2S 000?... « Bon der kgl. Vetzörde werden jetzt, nach de« Iikrafttreten de« f Hrlfsdienstgesetze». auch die Schwerarbeiter ihm zngewiese» »erden. Diese Leistungen des Juden Adraha» fte^n einzig da! Biel jüdisches Geld, jüdische Arbeitskraft ist hierbei embezogea. Eia Blick in die Taqeszeituvaen belehrt »ich, daß die Sammlvugen für di- Deibnack>tskisten nach der Front ebenfalls vorzug»weise'von Juden gezeichnete große und kleinere Beträge aufweisen. Die Anstalten für blinde Herre-augehörigc. für Kriegswirwen und Waisen und sür viele ähnliche Zwecke,.sind zum großen Teil jüdischer Tatkraft und Menschenliebe zu verdanöen. Wenn bei zunehmender Verärgerung und Verletzung einmal die Spenden von dieser Seite spärlicher fließen, die Ardettekräfte weniger angeboten würden — wer Hütte den Schaden zn tragen? Man rechne es sich aus. (Rein und tausendmal nein! Das jüdische Herz läßt sich nicht .verärgern'. Israels Lehre sagt: ,Du sollst Dich nicht räche» und nicht Rache «achttagen*. »Da» Du nicht willst, daß «an Dir tu, füg' auch keine« andern zu', das lehrte Israel» großer Lehrer Hillel. Danach wollen wir uns richten! _______ Schrift!.^ Recht »Aff Recht blekbett'j. Bva d» d » t - «Iper». «. *. St. )n der Rovembertazring des Reichstag- «ar eine Verfügung des preaßitchen Krieg-minrsters Gegenstand lebhafter Er-tternng. deren Fottletzung in ber Preffe auch heute vocb nicht zu» Abschluffe gekomwer. ist. Roch dieser Verfügung soll die Zahl nnd die Lerweudnng der Juden in der Armee ftstgestelir werden. Heber die Veranlassung heißt es ia derselben: »Fortgefttzt lauftu bei» Kriegsminifterium aus der Bevölkerung Klagen darüber ein. daß eine unverhältnismäßig große Zahl wehrpflichtiger Angehöriger des israelittschen Glaubens vom Heeresdienste befreit sei oder sich von diese« unter allen nur möglichen Vorwänden -rücke.' Biele sollen sich — so heißt e» weiter — auch auf ungefährliche Posten zu bringe» wiffen und '>-^ven solle eine Gtakistck ausgenommen werden. Der & : « :cr des Kriegs- »inisters Oberst v. Drisberg erklärte im P.e: um de- Reichstags dazu (Rach Ltenogr. Ber. S. 2^3): .Diese Verfügung hat nur de« Zweck gehabt, statistisches Material zu sa»mel«. und Lorw^r-':, digegen die Zude» erhoben worden find, diesseits vrüs<u zu können. Antisemitische Adfichtea sind durch diese Verfügung selbstverständlich in keiner Leise verfolgt word-n. Die Verfügung ist ergangen, bevor die Sache hier im Plenum angeregt worden ist.' Es stcht danach außer Zweifel, daß die Absicht des Kriegsministerö eine lautere gewesen ist. Wenn man sich iodeffen die Durchführnng der augeordneteu Maßnab«e vergegenwärtigt, so muß erwogen werden, ob nicht iw Iurereffe der Einigkeit hinter ber Front eine andere Art. die erhobenen Beschuldigungen zu prüfen bzw. zu entkräften oorzuziehen gewesen wäre. Da wird der jüdische Soldat, der sein und unser Va^rland verteidigt nicht nur in der Etappe, sondern, ebenso an der Frvnr durch bie Zählung aus der Reihe »ttner Kameraden Herausgeboben: die Zählung bringt ihn in B.nehnng zu den bekannten Beschuldigungen; er fühlt sich gekennzeichnet, gekennzeichnet an eine« Orte — wie oft im Bereiche der unmittelbaren Kriegs- Handlungen! — wo es nichts andere» als treue Pflichterfüllung unter Einsetzung von Leib und Leben gibt. Die Wirkung auf den Seelenzustand des so .Gezahlten' läßt fich denken. Das aber kat der deutsche Jude nicht verdient. Auch aus der jübifcherr Jugend sind bei Beginn -es Kriege* tausende in edler Begeisterung binausgezogeu zur Beneidigung des Vateilondeö. 8500 schmückt heute dos Eilerue Kreuz Klaffe. 80 da» l. Klaffe.") Die viele fübr'che Kämpfer deckt der Rasen! Aus de» Reichstage zog der iozialde»okrattiche Adq. Frank freiwillig ans. beim nächsten Zusammentritt des Reichstages huldißU da» Hohe Haus de« Andenken de« gefallenen Httdca. Dill nun das deutsche Volk seinen jüdischen — gefalleuea uud lebendigen — Verteidiger» lohnen, in de« eihre Glaubensgenoffen im Schützengraben .zähst'? Die Absicht des KriegsmintNenums in Ehren. Dill es zugeben, daß im. deutschen Heere )ie Soldaten jüdi'cher Adkunft .sich drücken"' können, glaubt es. entsprechende Feststellungen treffen zu sollen, so blieb eben nichts übrig, als alleÄ,gehörigen des Heeres a» der Front u,d in der Etappe nach religiösem Dekenntmffe und n^ch Abkunft zu zahlen. Auch nach auocrer Richtung im de» Slnädrungs-Raß« nahmen) find Beschuldigungen gegen Me Huden erhoben worben. Man mag ihnen nachgehen und. find sic o.s begründet crwieleo, die Schuldigen mir ganzer Stteuge de« GejcpeS ttefien. H.er abe' handelt e» fick um eine Maßnahme, die augeordnel out Grung unerwiesrner Beschuldigvngen. gerichtet gegen tei'.- ienigeu Teil der Juden, der feine Pflicht tut. nach dem das ganze deuttche Heer durchdringenden Geiste tun muß. von allen Betroffenen als uiveidicate fernere Kränkung empnrnden wird. Bon koujervattver Geile wird eiogewandr. gleiche Festftelunge» seien gegenüber der dekaupttreo Vroorzuzung Seö Abels gefordert uud gemachl. Oer Einivar.dtst nicht stichkalng. denn die Bttroffeneu tjulta hier »im: mir ehrenrührige» Beschuldigungen /Feigheit im Kriege!) in Berdindung gebracht, di« als 'cbnKie ft anlung empftiaden ronden müff.n. 7.'S jaiche aber wird dre „Zahlung^' von den jüdischen Soldaten uua ihren Angehörigen bitter empf'.uden. Ein Sturm der Ealrüstnng geht durch dre »entschen Zudeu. Mir scheint: mit Recht. In uojerLM Ha-rnoverlaude gab es früher nur w^nig Juden. Sie führten ein stilles, ordentlichcs Leben. Klagen gegen sie wurden nicht laut. Denn ihre Söhne beure zu Unrecht gekrankt werden, so haben fie Anspruch auf unsern Schutz. *) Sie gebe» diese« zoerft in see ^Deutsch. Lolftt'S Ctfcn der DsMsch' Hannoveraner odgedruckten Artikel gern aock, n unserer Zeitnng Kaum. Schttftl. **) N«ch N»«i»de des Neichswosodaeordneten »»«bei,,. (Aut Grund der Vsrsffe^tlichungen der »Aüdtsch. rftlksjeitiinz Z.tzk sind e» sch»-, »der S«0 (ll) de». Üdse ICO (T). «chnftl:.

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