Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- 38 (22.9.1916)
- Date
- 1916-09-22
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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JWt» PHqdf» «r. « 9min, fei 22. StfeMfet Mb •krMcm. Pb foNiataKnMltu« tz-i tw i%r wa btt Medizt»alatlftl»»ü M her ZüeilverwaUuvg fbn> fuMrn tafnift om kic jüdisch« 0c»6HcT»Eg. tnf Redlichkeit t» achte», »» damit der Berdreilratz »»steckender Krankßeiie» e»tpege»z»»rdeile», de» Ky»ag»ge» »ad de» Raddirai zur Per- >«ilL»g a, die jüdisch« Be»dlker»»a über gebe», Das Radbinai erhielt Bo» Zivilflavdesa«- de« Magistrat« die Lerfägtuig, daß aas jede» Schein über di« Gebert eine« jüdische» Knaben der Harne rat die Adresse derjenigen Persv», di« die Beschneid»»- »algoge» hat, ragegede» sei» »ah. — Ileder Aariiüisetzaeß »er -ade» drrrch die Wake» deschrärr« sich i, der Warschauer <tadt»«rord»eteu<Bersa»»l»»g a» 4,9,6taM». Adv, Prtziucki: .Obwohl die Larschauer Jude» 40*/, der Bevölkern»- bilden uud 90*/, der Steuern zahle», habe» sie vou der stüdtischen Wirtschaft »uraertu-euRutze». Uuter den Magistrat«, dem»««», a» die jährlich et»a l Million Rudel Gehälter bezahlt »erden, besdldet sich teil eiuziger Jude, udgieich die Gleichberechllgu»- der Jude» sch»» 1881 auerkauut wurde, Ebeis« ist e« de« »er ver»>altu»g der Wasserleitung, in der Feuerwehr, bei »er Aaualisatia». Kür da« Schulwesen sei«, über 3 SRilisnnt Rubel eingesetzt, M» denen dieZ» d «n »icht« bekam»«». Eud« Aug»st wäre» >6 Gin sch r elbestelle» für die städtische» Schule» erisftlel, bau denen nur 3 i» jütische» Lezirken lagen. Lo» diese» wurde, wieder jene a» der Rowaiipkistratze, als sich 1500 jüdische Kinder gemeldet hatte», einfach -«schlosse». Dle jüdische Lalkipartei tverde s» la»ge gegen Anleihe» stimme», bi« der Magistrat sein Bethalte» gegen dt« Jude, ändere.' — Jüdische ^«»dertzeim«. Sie di« verwaltnug der Geseüschaft .Ardeiterhei»', «erden in de» deide» »engegründeten ttiuderHeime» Kinder bau 4—«Zähre» der Mitglieder de«Nrdeiterheim« uud derBernsa- »erei»e »»fgenamme». ifnntw. Bau der jüdische» Lebe»«mittelgenasse»schast. Am Montag sind die Grü»du»g«»ersammlung der bei der >üdtsche» Leih» und Sparkafi« gegrit»delea Kvvperalkve statt. Die Mitglieder werde» »»rz»-«»«tst mit Kanosteln »ud Kohlen versargt werde». Wt»dgi». Der Rabbmer erliest eiuen Unfius in jüdischer Sprache, in dem alle J,de» augewies«» «erde», sür die Sanderhalt»»- ihre« Körpers. der Kleidung »ad >u«kä»imeu M Bart- und Kapshaare« Sarge >» trage». Es wir« ihnen auch empfahlen, sich »otfal« eioer Euilunsung in de» Krankenhäuser» freiwillig zu uuterziehe». — Zur Vergrößern»- der Mittel de« jüdischen WohUäÜgkrittaerei»« wird hier eine Lotterie veranstaltet. Sie zählt 4000 Lase, z» 2 Rubel da« Lat. Der Hraptgewiu» beträgt 1000 Rubel. . Mialpstat Pra Allerastet» »er üidische» chemei»»« in der Mi»«kerstraste ist eine der älteste» vahlfahrtileinrichlunge» in der Stad«. Die Nein«» Häuser, in denen da« Heim nntergebracht ist, liegen »»mittelbar am alten jüdische» Ariedhos in »er Ktrchhafftraste. Die stiäumlichkrite» stad durchweg in Ordnung gehalten. Gegenwärtig erhalten hier l 12 Personen, 10 Kraue» rad 42 Mä»n«r, »»entgeltlich alle«, wa« zum Lrde» natwendig ist. lleber de» «eisten Letten hänge» kleine schwarze Halztafein mü Ram« nud Alter der betr. Person, vie der Lenoaüer de» Heu»« «erstchert, hat «i»er der Männer fast da« 100, Jahr erretcht. Kür den Unterhalt diese« Heim« sargt die jüdische Gemeiude, anch die Stadtverwaitnng unterstützt die stnftalt durch ein« Beihilfe. I» de» Rebengebände» befinde» sich die Küchenrtume, eiae kleiieWaschanstalt uud eine sauber eingerichlete Babestute. Mit llnterstiistrag der Stadtverwaltung wir» «er Bedarf «» Ledendmitiela zu »»»ehmbarrn Preise» beigeschafft. — Arsteitost»!«» für MIdche». Ru» find auch in Bialqftok >rbeit«staben in« Lebe» gerufe» worden, wie sie schon a» anderen Orte» jetzt i» Kriege eine heilsame Tätigkeil entfaltet habe». >llerdi»g« loniten die Gmrichtuage» erst tu beschränktem Umfange getroffen werde», werde» aber vervollkommne! und erweitert »erden känneu, wenn sie in «er Bürgerschaft genügende Unterstützung vor allem durch Bestellungen erhalte». S« find vorerst zwei Arbeitsfluß« eingerichtet, ciue «o» der jüdischen und ein« »an der katholischen Gemeinde. Die Arbejtsst»de» der jüdischen Gemeiude siud im Hause Kausmaanftrast« I »ntergebracht und beschäftigen vorerst 50M1dche», 91 find vier Sbleilungea eingerichtet ward«», für Tnchschvhe, für Gamaschen, sir Strickerei, tu der vor olle» Strümpfe und Handschuhe hergestellt «erden, und für Näherei. Gegenwärtig find »mH Lerhandlunge.-! im Gange, um für die Arbeiten»»«» auch ein nahrhafte« Mittagessen au« einer der dillige» Küche» za beschaffen. Pro»»«. Am 22. 8. wurde ia der Talmud Tora durch de» Schuldezernentea der Verwaltung, Hauplmanu Thiel, im Beisein de« Stadtschulrat« Hauptmann Bthre ein Kortbildu» g« k urs u« sür jüdische Lehrer und Lehrerinnen eröffnet. Der Kurs»» soll die Teilnehmer ia die deutich« Literatur eiusühre», im schriftlichen und mündlichen Gebrauche »er deutschen Sprache vervollkowmenen, in »er praftischen Lehrtätigkeit au«- und weiterdilden. Die HO Kuifisten, größtenteils Lehrer in hiesigen Schulen, werden von dratschen Lehrern in 3 Gruppen unterrichtet Die Dauer ist aus 8 Wochen mit je 8 llulerrichtäftunden berechnet. — In der Begrüßungsansprache erinnerte der Schuldezcrneak, wie die preustijche Regierung schon erfolgreich bemüht gewesen, da« arg dariiederliegeade Schulwesen in dem ihr durch die 3. Teilung Pole»« zugefallenen Ländergebiet zu heben. Durch Errichtung eine« Lehrerseminars i» Lowitsch ward für einen brauchbaren Lehrerersatz gesorgt, durch Bereitste!»»- verhält- »ismilstig großer Geidmsttel die Gründung von Schulen nach Mäglichkcit gefördert. Dank dieser umfaffende» Aürforge war die Zahl der Aaalphadeten 18 lö aus 3ö*s, gesunken. Bezeichnend für die folgende ruffische Herrschaft ist, vast 100 Jahr« später, bei Errichtung de« Generalgouvernement« 19lü. 72 */, Uualphadeten im Lande waren. Die alte Tra. dition hat dre deutsch« Herresverwaltuug in dem von ihr desetzten Gebiet sosorl wieder ausgenommen. Roch i« Dezember v. I. wurde» durch Erlast des Oderdeiehlöhader« Oft grundlrgeude Richtlinieu sür die Wiederbelebung de« Schulwesen« srftgesetzt. Der Erreichuug de» dar«, gesteckten Ziele» soll auch der «hrerfortbildungskursu« dienen. Mögen die Erwartungen, die die devlschen Behörden und die Teilnehmer au den Kursus knüpfen, in vollem Maße erfüllt werden. — Der Hilfooerci» .Schaar Hoestv' (Erbseugaffe) verteilte vom 3.-9. 9. an 800 Kamillen mit 2432 Personen 8475 Pfund Brot. 127 Familien erhielten Geldunlerstützungen (180 Mk.) ^ida. Anfaug April dildetc fich in Lido unter Rithilse de« Deutschen Bürgermeisters eine jüdische Kommiffion znr Gründung einer Boiksküch«, die Mitte Juni ihrem Zweck übergebe» wurde. Ei» leerstehendes Gebäude, am Mark! gelegen, nahm die Wirtschaftträume der Küche auf. Erklärlicherweise ist da« Effe» nicht sehr adwcchsluagsreich, trotzdem wird es arm gegessen« holen fich doch täglich 700—800 Personcu ihre Mittagsmahlzeil. Eine Portio» kostet 10 Ps-, nur die Hälfte dezahlt de» Preis, während die Armen ftei verpflegt werden. Damit die llnterbllanz der Bo ksküchc. »icht allzu groß wird, gibt der Dramatische Verein von Zeit zu Zeit kleinere Theaieraussührungen im Jargon-Dialeft. Der Reinertrag stiehl der Küche zu; dazu kommen freiwillige Spenden von Bürgern. Ein Teil der großen monatlichen Speud« de» Hilssvereini der deutschen Juden wird zur lluterhaltung der Bolksküche mitverwendet. Lowitsch, Am Sonutag feierte unsere Stab« die Eröffnung des jüdischen Kinderheims .Schalem Aleichem', das sür unbemittelte Waisen uud Kinder der Reservifteusrauen bestimmt ist. Das Heim ist vo» I. Krone», berg gegründet. An der Eröffnuagsseier beteiligte sich der Kreisjchulinspeiior, der eiue Rede hielt, in der er die Aoweseude» zur Unterstützung der neuen Anstalt aufforderte. Ferner sprach«»: Zeillin-Warscha», Kroueuberg, Zilberberg ». a. Spende» für da« neue Heim wurden gesammelt. Hfetrila». Vom Militärgericht de« Bezirkskommaudo« wurde ein« Etraftach« einer Grupp« von Juden aus Suleiow verhandelt, die augeklagr waren, im Laufe einer längere» Zeit allnächtlich die Leichen an anfttckeuden Krankheiten verstorbener Juden ausgcgraden und nach dem jüdischen Ritus .gemangelt' uud anders bekleidet zu haben Durch diese verböte», Handlung haften fle die Krankheiten weiter verbreitet. Dos Gericht sand di« Angeklagten de« Bergehens sür schuldig und oerurteifte: den Rabbiner zn I Jahr Gesängni» bezw. 1000 Rbl. Ettafe, zwei Mitglieder der Gemeindeverwalluug zu 8 Man. Gefängnis bzw. 800 Rbl-, 6 Totengräber der BegräbuiSkongregatiou (sog. heiliger Bereinj zu 4 Man. Ges. dz. 300 Rbl.. 10 Augehdrige dct ausgegradenen Toten zu 3 Man. bz. 150 Rbl. Die Angeklagten hatten bis zur Verhandlung 3 Mouate in Haft gesessen. Rach Bezahlung der Sftafc wurden fie enilaffen. Zketriüa», In einer Versammlung der jüdischnationalen Vereinigungen wurde beschloffen, di« Einigung aller jüdischnaftonaleu Zirkel nach dem Muster der Warschauer Volksgruppe gemäß deren Programm durchzuführen. In einer 2. Ve-sammlung kam es zu einer Einigung der naftonaleu und der demokratischen Gruppen auf Grund einer Veieindaruug, daß nur solche jüdische und christliche Landidoten für den Stadftat ausgestellt und unterftützl werden, die iffenllich und schnstlich die Erkltruug abgeben, daß fie die Rechte der jüdischen Minderheit in kultnreller und wirtschaftlicher Hinficht verteidige» werden. Es wurde auch bejchlvffen, ein« Konferenz der jüdischuattouale» 'Führer in Angelegenheit der Wahlen »ach Ludlin einzuberufen, Hfadianice Der Verein .LinasHazedeek' hat die Erlandnis zur Wiederaufnahme seiner Lciftnslätiakcit erhallen. U«»«mtzice. Ein jüdischer Wohltättgkel««verci» wurde hier gegründet. Kuwallii. Am I. 9. fand unter Lorfitz de« Kreishaupimann« die Sitzung des jüdischen Armcnkomitee« statt. Außsr internca Angelegenheiten wurde die Einrichtung einer jüdischen Volksküche in Euwalki beschloffen. Rabbiner Schapiro aus PrzeroSl wurde in das Komitee gewählt. Kemulchaw Zn der I. Sitzung de» neuen Vereins .Hasomir' wurde beschloffen. eine Bücherei ZU errichten, zu welchem Zweck die Verwaltung 100 Rbl. bestimmte. — Am 1. 9. wurde das erste jüdische Kinderheim sür >00 Kinder ertsfnel. ffAikra. Der jüdisch« Handwerkerverein eröffnetam >5. 9. Wilnaer-Str. 8 eine Verkaussstelle, in der nur von Mitgliedern hcrgcstellle Arbeite» zum Verkauf kommen. Ja Fällen driageuder Rot kann den Handwerkern eia Vorschuß von 25*j, des Verkaufspreises gewährt werden, sonst erfolgt die Adrechnuug mit den Mftgliedern zweimal wöchentlich. JdU»«t»-zA»k«. Am 21. August wurden vom Hils«- verein der deutschen Juden sür die hiefige arme jüdische Bevölkerung 3000 M. überwiesen. — Ein jüdischer Turn- und Sportoercin wurde hier in» Leben gernfen. — Ebenso sand die feierliche Eiöffaung einer jüdischen Volksbücherei statt. Dem Lerftn. der die Bücherei untcrhäli, gehören 200 Personen als Mitglieder an. Gesammelt wurden bereits 300 Bücher, Der Kaffenbestand de« Vereins beträgt 100 Rbl, Ausland. LAPlAA». Pt« A«*e» t» 2» UnlerhauS wie« der Shgeordiele Ktua darauf hia. -atz oerfchtedeue ruffrsche Jude» fich zu« Dieust i» der Notte «eldelen, aber zurückgeunele« wurde». Er fragte, od augeficht« de« >utrage«, daß all« llatert a»e» derveroä^delen LLudrr t»»üitärischr» Liter deportiert »«de» solle», die fich nicht freiwillig stellten, enicht »ünscheuSweN sei. dies« Lu-llnder det der Mariae aazunehwe». Marinesekretär Mac Nawara a»t»vrte1e nur. daß dies »icht geschehe» Hm tu, da ■kt gedorrne englische llutertaaeu i» der Klotte deenea dürften. -- Nach einer DrahtweUmag a»S Lrnrdon sollen i» Laufe dieser Loche die Vertreter der ruffische» jüdischen Vereine in London fich per« sawwela n»d fich »der dir empu>eh«e»d« Haltung gegenüber de» Plan der britische» vegierung fie a» Rußland auszullefer». schlüffig »erbe». Der Londoner Korrespondent des »Manchester Guardian^ schreibt, dah der Versnch der Regierung, roff'sche Irden m daenglische Heer etnzureiheu. »ißglöckte. Unterdes geht die Red« »vn eine» vergleich, wonach die rnffischea Inden nur. in England rerwaabt weide»' dürsten, wowit je« doch die Lornehwsteu ihrer -ützrer fich »rcht eiapersta»dßn erfiläre». Die Lage wird noch schliwwer dnrch die Tatsache, daß die russische Regier,og de» Ldgesaadteu de- Lwencan Irwtsh Relief.Cowtree (Jüdischen HilfsLa-schuffe» au- Lwerika). Dr. M a g n e der über diese Angelegenheit unterhandeln wollte, de» Zutritt in» Land versagt hat. was in Lwerika die tztiwntnng gegeu Rußland «nd dessen Alliierte» nicht günstig deeiafiuffen ttd, da Dr. M a g n e eia sehr angesehener Mann, eine gut besoldete Stellung als Raddinir ausgegedeu Hat. uw fich der sozialen Tätigkeit zu widwea. '. Mir bitte» »»serr Are«», dt« .Jüdische JMb* ztttturg' überall in AoÜate» »nd ans den Mchntz-fe», in Lesehalle», Aaseo. chaßtz-fe». K^ts«tzL»ser». Merei»e» und A»§«, »» oetta»ge», »wch i» Made- Grte» «d A»r,Wstntte». vo« der Herberge der Zreihett. Unter diesem Titel schreibt die .Köln. Atg.': Lus der englischen Lügenküche in Amsterdam war eine Erklärnng dedeutschen Kaiserverbreitet worden, daß die in Deutschland seit einer gewiffev Zahl von Zähren ansässigen Ausländern ihrer Staatsangehörigkeit ent* kleidet und indeutsche Heer eingestellt werden sollen. Al- Gewährsquelle für die Rede de- Laiserwar die Kölnische Zeitung angegeben, die nie ein Wort enthalten hat, das solcher Dentung fähig wäre. Außer dem stetwirkenden Trieb, Deutschland draußen zu verleumden, haben solche Erfindungen oft den Zweck, englische oder sonst feindliche Maßregel» ähnlichcr Art schon im voraus als die Antwort a»f ein deutsche- Bor» gehen z« beschönigen. Die Anwendung liegt nahe: fie richtet fich auf die Behandluug der russischen Flüchtlinge in England, die zu» Eintritt ins Heer gezwungen werden, mit der entsetz» Uchen Aussicht, im Dergcruugsfalle der bekannten russischen Gnade überliefert zu werden. Scho» mehrmals wurde dieser Hohn ans den englischen Lchützer* und Freihertsruhm erwähnt; »n seiner neuester! Gestalt ist er durch den Abgeordneten M o r e l» der noch ein Gefühl für diele Schande hat. de« Unter» Hause eiugeriedeu worden. Morel wandte fich mit allem Eifer gegen d<ä Vestreben des Ministerin»- des Innern, rnffisch» jüdische Flüchtlinge i« wehrfähigem Alter vor die Wahl zn stelle», ia daenglische Heer einzutreten oder riach Rußland Verschickt zu werden. Der Minister habe kein Recht, die politischen Flüchtlingen von jeher gewährte Zuflucht in England ad^schnetdeu. Diese jüdischen Flüchtlinge seien her» üdergckommen. um der rufiischen Herrschaft zu entgehen, und we»n der Minister seine Politik durchführe, so begehe er eine der größten U edeltaten, die eia Mann seiner Abftammong andern Zßiden zufügen könne. Der Minister — Herbert E a » u e l ist sei« Rome — ist in der englischen Heuchetkuuft genugsam bewanden, um seinen Lu-weg zu finden. Gewiß habe England seit Jahrhunderten die jüdische Bevölkerung mit vollkommener Gerechtigkeit und Gunst behandelt. So »üffe diese auch bedenken, daß der Aennß vou Rechten eine Beteilignng a» dev Laste» erfordere. Eß sei kein Grund vorhanden, weshalb ein politischer Flüchtling au- Rußland nicht i» englische» Heere dienen solle. Die Regierung sei nicht gewillt, Leute gewißermaßen aufzusordern, fich als polUische Flüchtlinge zu erNären. uud fich dadurch der Wehrpflicht zu entziehen. Solcher Vorgang könnte im Ostende Londons zu Ruhestörungen führen.; (!) Indes werde er die Angelegenheit einer sorgfältige» Er* , wäguog unterziehen. Der Abgeordnete Trene lyaa fragte, od den ruffischen Flüchtlingen fretgestellt werden würde, nach Amerika überzufiedeln. Der Minister Samuel sprach seine Zweifel darüber aus, ob -aangängig sein würde, versprach aber, fich den Vorschlag' zu überlegen. Daböse Gewisse» d^ Unterhauses verriet fich deutlich in der völligen Schweigsamkeit gegen die haarsträubende Verletzung de» politischen Gastrecht-, welche die Furcht vor dem russische» Unwillen dem sogenannrcv freien England auferlegi. Roch bot wenigen Jahren hätte eiue Regierung, die mit de« Gebanken solcher englischen j Seldftbeschimpfnog vor das UvterhanS getreten wäre, keine Lierreistunde «ehr der allgemeinen Entrüstung standzuhaUen Vermocht. Bei der versprochenen Erwägung de- Herrn Samuel wird wohl nichtherou-kommen, als eine Au-flucht der Regierung. Jener Anlchlcg gegen die völkerrechtliche^ Stellrm^ nicht eingebürgerter Ausländer, den die englischen Schwindler in A.rnsterdam dem deutschen Kaiser aufbürden wollten, wird schon allein dadurch der englischen Regierung zugewälzt, daß/ diese offen ihren Beschluß zogebe» muß, fremde Etaatsanget hörige zum Eintritt in die britischen Truppen zu zwinge». / j Bcftdbmge« auf das lößklch t »«l ersitzet«»-« gotftr volksblatl (Jiddisch) zum Preise von M. 2.M) mo»atlich (von jxder Rr. ab) übernimmt die Unterzeichnete Geschäftsstelle, ebenso auf das Marschaner Tageblatt (Jiddisch) ’ zvm Preist Don M. 1,50 monatlich, Hvivt 70 Ps, moiL sowie alle andere» Zeitavgc» 38MM< voürzMu« Br-slra I S^«e>»«i»erstr, 27,