Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- 16 (17.4.1916)
- Date
- 1916-04-17
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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p WW MWWWWMWWW »WWW »«sch« vott^etk»-. Polen unter deutscher Verwaltung. dmtn, 6«a |t. »Mil mllr. ,6 „SMks Sit »ich fcatf* MtarttPw?" Bon Blfrtb Schlensaaee, g 8»- t» Otau Ei» deutscher gtlbgremer, bm arge* Zahnweh »eirigte, lief 4a feine» Daalm ja« nächftm -eingeborenen Zahnarzt bet tlciam lilauflchm Stabt, ia Me tr foebm all goutier eine« Landsturm balaillou» erngertdt mar. Dir AUfc brr Mrtteffiich arfetlrtra aab behanbetubm jabadrjüiebm Abteilung brr Etappe staub ihm za Bebate Dach brr bohrmbe kchmerz i» Kieker not« ih» ^tzst lleberlegowg Sr ftürztt aaf bas nächste -Pitttung wiwkmbe Schild las. Der Zabuarzi war — »ir »ahl hier i» Osten — eene Zahnärztin, eine blühende, junge, llab »ührmb bie.Bohrmaschllie lchaanlr fragte fit jählings: -Balm £it »ich bratsch uuterriehtm? Der braar Fourste — seine« Heichm« Schriftfteler — jueftt heftig jufamam. Isewiß vor Schwnz; bas wühlende Eism taftrir nach bt» Rer». Dach auch bar ßiaunnt. Dir Bitte tanntr «r aichi erfüllen, tr hatte täglich 2258 hungrige Mtulrr zu sättigen. Dos -neinschaaerz« ihn. brau rs erschirr ih» tiekbmlsch. »it aadrrabr» Bargehen kultunlle Gr. abemngm.zu verbiubm. Doch bir Pflicht sprach ihr gebiet, nbrs 8rio. Dirsr mimaitttltt fragt ist typisch für bir fiiagm Jübinum brs Ostens. Sir Mrb hnnbrrtmal gestellt an bir Mbgiaacn, ir btrtr rin, burch »acht geübte Sagen nntrr- Rüger, fast ralrägbarcr Schaft bir -Jrttellektualität' wittert Jp bkn Beschtflm, ir bmm fie karsm, ir bm Barraas, Kit bm Berkehr »it brr einheimnischm Bevöllemug btbingm, lüchell immer mitbrr schm maartargtrafl bir fragt: ,»aüra eit »ich bratsch unternchtm I' Picht algn Unfig kann bir Baathrrrg «rrbm.»Drr Dimft fordert srirm Maar, Aber bann aab »aar ist es wähl doch grschrhr», baß arsrrr Osstjstn aab gebilbetm S*»»nschastm tat eine» flriara halbhrle» Zurmerehm sangen Mübchm gegonübersaßm nrb ir-br» Daniel brr mgm bn»psm Stabe bir hellstm Lichter deutsche» weiten rrinm Beiste« mtjünbetm. In birsm Nunrlgm sehieksajssehioerm Hditerzimwem haben Boethe nab Schiller^ Heine aab sa »archer Dichter brs Loge« eine östliche Stillte brr Lieb« grfnnbm. tlnb bir Kannen glühen mb bir klagen Eiimer brr Plübchm leuchten. I»»er hat bir fragmbe Schwestern nab Frmabinne» »itgrsührt zu be» spmbrinbea Barr dänischer Schbührit. Rach bi« Reilerm, gtbmgit Mensehm »it ihren »an Lebmsnot «er nagten Zügen, kowwen in ihrer unhörbarrm bescheibenen »rt ins Sonach, setzten sich bewülig a» Cfm nitbrr nnb lanschrn ernst, in Erinnerung «trfnrfm nnb finnrabm Hoffeu« »all. I» Lichte brs flrtr«i halbblinbm Fensters aber steht > ine Hahr leibnmkrünzte Kenn, bie bmtsche stnltnr, nrb lächelt, als atat fit, bah ihr Jahrhundert bäwwere au« Blut «ab aus »naben. Diese jungen russischm Iübinnm begehren bm brntschm Unterricht »it biese» scheuen Ungestüm nicht aas brr Sucht eine günstige Belegen Hot bet Schicksal« zur Barvalliawwuang unzolängltcher Sprachkmntnisfr andjnbratm. Der Quell ihrer Bitte enttpringl viel tieferen lauterer Srünbm: er entrinnt etntr ahm ngshafim aiavistischm Seht, sacht nach be» Kn htm ans e>n»en birstr Männer t» graue» Ehreukläibe. Sr hat ftarkfilbwenbe geheiwumvolle gtsuichtlichr anb seelische Zu. ftüfse- , Zndürberstmstamwt dieser Bilbungsirstb ganz allgemein be» ost-jüdische» Drange zur Bilbung, za» Wissen, zumal in Litauen. Bo bm „2ii»alm* ist Bilbung mb Belehrst!takelt bbs htchfte Bat. Die Bezeich„nrg .Larnbrn' sBelehiter) trügt e» Mann mir eine unfichlbare Krone. sEgiab i»t,e.) Kst llaal»bürgerlichen Anteeestm »er -Atze» bt letzten Gtne bbotbanag bat» »ech-e», JUiM«. Pin, 22. März. An» be» Knegspreffeynarrin wirb geweibet: In hetz letzten Logm würbe vom Felbmarschall Srzhozag Friebrich eine »borbnnng de« bsterieichischen Zentralkomitee« inr Wahrung bei staatsbürgerlichen Inter rssm ber sübischm sevölknung j» nördlichen Kriegsgebiet emplangm, bie be» «tjherzag »ebrere bie palitischm nnb kultunllen Interessm Ui Jüb.» I» Okkupationsgebiet betreffen be Wünsche aniarl itttr. Der &tu Lt»«oberka»»nnbant, brr bie tlbarbnung > Wos ' " - . . . - .. in hulbuollfa Weise empfing mb i» Verlause ber Ru beeng lebhafte« Interesse auch für alle Singelheitm ber einschltaigm Klagen b.kanboe, anerkannte in war«m WoNm bm Paloatis- ».<!, bm bie jübische Bmtlkemng Baliziens nab ber Bukowina »t hrenb be« Felbznge« bewiesen hat, nnb unterließ auch nicht, ibacr Leiben wähle,,b ber inffischm vkinpalion in herzlicher Stilnahwe zu gebenkm. Der Erzherzog erklärte, bah, obgleich ,u Sinne ber Haager Kanoeniion bas okkupierte Seblet ans i'ilanb ber msstschm Besetze oerroalt« werbe, ber Brunbsatz to Bleichberlchtlgang aller in Oefterrelch-Ungarn anerkannten tzil tigionsbekenniniffe vom >rmee,berio»manbo kurz nach »ktinie- >l.na ber l. n. k. Mllitür»«Wallung mit ber Berorbnnng vom 1. Mürz 1»15 proklamiert woibrn sei mb seither in »oller «tlimg stehe. Dierwik sei migtgm all n anbtimritigm Be. Häuptlingen ber srinbllchen, ja sogar ber »mlraim frtfit »an bei in ber Haager Laubkriegorbnnnp (»rtikel stz) gebotenen »rwtchtignpg «ebranch g>»ocht worben, i» Faste nnbebingter lln»»glichkot non ber »nwmbnng bei Besetz» be» Laube« i» oskopierlen Bebiete sthftaab za nehmen. Eine solche ubi bebingte lln» öglich kl i I habe ebrn biebfterrochlsch-nngarische stl.ilitätbetwaltnng in ber >n Werbung »an tusnah»«. gehen aegrn eine bestimmte Peligion^eselsebast erblicht. Die Mitglieber ber Deputation, bi« zur »iltagotasek bei» Eizherzog zugezogen wutblU, hatten auch »elegmheii, sich i» Hanpiguartier heu »aßgebenbm, »it her Mtlilürbowastung Nnsffsch»Polm« besaßt,u Fnultionärm roip, stellen, »nch biese Persbnlichkeiten haben Bestreünngm be« ltomiiee» i» Sinne be« Pechttschatzos, ber Bbeichterechlignng mb ber inl. tnrellrn Hebung »er jübischm Bentikrmng bes Okklipation«gebiete« bie Fürtzoenng b« Laga»e bei l. u. I »ilitümermaltung zugesagt mb ln Eusjlcht gestellt, bir insormattoe Sütairtnng bes Ko»ilees nach De bars in Anspruch zu nehmen. Marschan wir» nun enblich eine frei gewühlte Stabtuerneältmg erhallen. Wie unser gesch. Mitarbeiter bereit« in letzter Pr. bmchtet hat. hatte bi« bmtsche Behbrbe in varschm bas Bürgeriowitee bmachrlchtigt, ste sei prinzipiell bamit einoerftanbe» baß an Stelle biese« Komitee« on »an ben Bürgern ber Stabt freigooählter Bemeinberot trete. Do« Bürgerkomitee i »nrb« unfgesorbert, bB zu» >0. b. Mt«, «um Entwurf.' b«.! treffen» bie bei ben Beweinbewahlm zu befolgmbm Brunb-! süße, sowie Borschläge über bie Orgmisotion ber knnstigm Stabt- »ertretung zu untemrestm, bah« aber auch baranf zu achten, > baß asten Bürgern ber Stobt nnter Berüchfichtignag ihrer Ber- »bgenüperhältniffe, ihre« vilbnngsgrabe« mb ihrer Berus«, stellnng bie Miglichkrit geboten «erbe, sich in bm einzelnen Wahlknrien an bm Wahlen in ben Bemeinberot ln gleichem Maße zu beteiligm. Da« Bürgerkomiiee hat «inen Ausschuß tat «n«arbfitnng eine« Organisationsentwarss nnb zur Feststellung ber Lahlrechtsprtnzipien eingesetzt. chrabno. Einige Damm ber Brobnoer jübischm Boueinbe haben unter tätiger Mithilfe be« Herrn Dr. Anzelewstsch in ber Bankstraße 8 (Haas Aschkmastz) ein j ü b. Speisehau« eingerichtet, ba« in 1. t. Mt«, zu» ersten Mal aebffno war. Die Mitlagiftmbm stob auf bie Zeü »on 12 ois 8 llhr festgesetzt. Da« Effm wirb zu bem nltbrigra Preise nn burchschniMich 80 bi« 40 Psg. cbgtgtbm. Jttmui. Durch ba« Enigegeuiommen ber Stabt»er>»altnng ist rs »er jübischm Bemeinbe ermbgllcht worben, sich sowie bie Bewein b« her llmgegenb »it einem bm rituellen Ansorbernngen mtsprochrnbrn Osterbtote »osorgen zu können. Das Ausbackm be« Brote« geschieht burch bie Beweinb«, wofür etwa llv Büchereieu besonber« eingerichtet »orbm stab. Den Berkans besorgt «ine Kauzlei i» Hanse ber Lubenbarffkiche, Ecke Polizeiftraße aub Barbestrahe. Ausgobestellm befinbm sich I. an ber Ecke Michaelnnb Eichhomstraße. 2. in be» Hause gegenüber ber früherm DominiiUuerkirche nnb 8. Wilkomirchauffee nnb Kaiser-Wühelmstrahe. Die Konagogen nan fi«l Man schreibt nn«: Heber zwei Drittel ber Bepölkeruug von Pinsk bestaub unter ruffischer Herrschaft aus Zuben, beim Botteshaut sich stolz nab mächtig über ba« Gewirr ber grüugeftrichmrn Blechbtcher ber llwgebung hinaus erhebt, ohne allerbrng« bie Beziehungm zur llwgebuug zu »erfieren. Die alte »Stznagoge, lue ia Polktwunb bie .kalte Schnl^ heißt, weil ber ö000 Mmschm faffenb«, große Saal ln bm bitterkalten Sintern nicht geheizt werbm kann, steht i» .Schulhof', nnb jeber Iahe, bm man hart trifft, betont »it sichilichnn Stolz, baß ba« »erkwürbige Bebäuhe »it bm »eterbickm Sänbm über 800 Jahre alt sei. Mm steigt »on her Straße ans eine Anzahl Stufen in bie Synagoge hiunnser. nnb burch bat Dieflegen be« Fußbobm« ist im Innern bei Kanne« eine Höhe mb Weite geschaffen worben, bie ln manche» boch wieber an bi« Wucht nab Bröße ber christlichen Kirche» erinnert., King« um bie große Synagoge hem» stehen ein paar kleinere.' Dmn bi« Schnether nab Schuster, bie Fleischer unb Pelz Händler, alle bie einzelnen Bewerbe befitzm ihre eigenm Synagoge» >u Pinsk; bie gebilbetm Schichten, bie kein ~ in ber Klaust chr gesonberte« Botte«. Botte«bimst hier keine Prebigi kmut, Samstag nachmittag nach einem gutrn Mittag-ssm nnb än«giebigm> .Schahbes-Echllfchen' in beschaulicher Ruhe genieß/ gibt es zubem noch eine eigene .Prebiger- 8naagage‘. AlläWstje Heineren Botte«Häuser stütz freilich höchst belcheibeue Holzbubrn, bie fich im Arnhem kaum »on ben Wohnftättrn ber Brnölkeneng mterscheibrn. Ulamu. Der am I. Mälz begründete Knl turne rein zählt bereit« 180 Mitglieder mb hat eine Bibliothek nutz Lesehalle eingerichtet. $u»atli tDa» Pllrimfest). I» Hinbrnburgsaal faub oarmüttag» «ine Feier ber jübischm Schule statt, zu ber bie Spitzen ber Verwaltung erschimen waren. Puch einer Ansprache be« Schulleüei» Wolfs «echstltm Ehorgesänge mit Eiupelnorträgm ab. Dm Mittckpunkt bildete ein hübsche« Dheuterstückchm »Pesesch Purim'. Am Familientisch erzählt ber Barer ben Kinbern bie alte Beschichte ber schönrn fangen Königin Esther. D« Kinder lauschen in atemloser Spannung bm Berichtm »»» bösm Hamau, »o» tapferrn Morbachai, »ou Lieblichkeit und Büie der zum lhrone Erhobrnrn. Da »eiben stch nor bem Lore burchreisrnb« Schanspstler nutz bitten, eine kleine Vorstellung geben zu bürsrn. Hab es treten nun bst Personen ber allen jübitch«, Begebrnheit auf unb lassen die fignrm be. Erzählung leben big werben. Diese Beschichten finb unsterblich an Leibenschast, Haß, Säte unb Milbe, weil alle« in iharn so menschlich, allzumrnschlich ist. Dm Absehluh nutz, pigleich bm Höhepunkt der Feier bilbrle ba» .Meersteb' be« Jehnba Haleoi, bae eine kleine Schülerin mit glockrnreiner süßer Sttmme unb rühernber Schlichtheit oorstug. Dieser Sonntag war ein Ehrrniag ber jübischm Schule, ber Ber. »altmg, bie die Schule eingerichtet und aus diese Höhe gebracht hat, her Leitung und ber Lehketschast, unter ber besonder« die Lehrerin Frl. Anna Braun stch burch ble Einübung der Thoraesüuge nerbimi gemacht hat. Nachmittags fand in bm Arknbia. fiUm eine össrntliche fei er zu» Besten ber Armen statt. Auch hier waren bst kpitzrn der militärtichrn nutz Berwollungtbehöebrn erschstnrn. Die künstlerisch nusgeführtm Programme »ll hochtalentierim Malerest» der Schülerin Braun fanbm eipm eritzen den Absatz für wohltätige Zwecke. Dst Leistungen der Abilnrimtm unb Abitnrimlinnm übertrafen bei weite» bst bered« hochgespanntm Erwartungm. Dm Mittelpunkt bildete ein breiakdge« Drama ogn Schalem »eiche», des grafen Echilberers öftluhrn Lehms, .Zuseit und Zusprell' l,Front und zerstreut'), netto Schalanl ist reich gewortzm und an« seine» Proulnzftäbtchm in eine große Stabt Sbergestebell. Dstst aber greist »ll gierigen Hünbm nach stinm Kinbern. Der eine Sohn wirb Zionist, »er zweite Sozialist, der dritte Spieler. Auch seine beibm Dichter wandeln nn» Wege. So ist Schalant «ine« Dag«» »st seiner Fron allein: D« Monist »ht noch Bewerbe treiben, Hab Han«, unb ba »an j sauber» bie Predigt Jerusalem, der Sozstlist in« Besüugni«, der Spieler geht du Sstubel de« grnhm Lehm» unter, «ne Lachter läuft »ü ihre» Beliebtm davon, bst zwelle geht nach Bem ans bst llnioer. sittt. «u lebmswahre« Bild an« der grohm Krtsls de« östlichen Jubentn»« de« 20. Iahrhnnberli, eine gewallige Lragik. — Dst s<ha»spielerischen Leiftungm gingm weit über den Dilettantismus hinan». Dieser Lag war ein Festtag jener ho hm Macht, bst über Pot und Sorgrn unserer schwerm Lage erhabrn »ersöhnmb schwebt, der Kunst, ein Ehrentag BMoalki«. Fomolchow. Die jüb. Bemeinbe erhüü Ostermehl vom Lobzer Pabbinat. Die Bevölkerung erhtü bst Mazza« zu» Selbstkostenpreis. An bst arme Bevölkerung, welche in ber Volksküche gespeist wirb, werben Mazzos von der Bemeinbe uneutgeltluh verteilt. Dst Volksküche verabfolgt jetzt i800 Mittage täglich. Da« Pabbinat hat einigen Fleischern bm weiteren Fleischverkauf bi« auf weitere« untersagt, uachbe» fich herausgestellt hat, baß bieselbrn nlchtrlluelle« Fleisch als «löschetfleisch verkauften. pmgro». Mit Erlaubnis M Kreischef« hat fich ein Hiissausschlnß zur llnierstützung der jüb. Kriegerftaurn mit Betb und Lebensmitteln gebildet. Pitna. Der Magistrat bewilligte für ba« jüb. stäbt. Spital eine'monatliche llnterftützuna von 2000 P., der -Hilfsverein der bentfcheü Juden' 5000 P monatlich. PUu. Am 28. ML» ist ein Silnaer Opfertag veranstaltet worben. Junge Mädchen gingen znm Besten der Armen und «rnben Wilna« aus bm Straßen Belbspeubrn sammeln und all Entgelt und zugleich Anbrnkrn eine Pabel »ll de» Wapprn der Stabt verteilen. Wir hoffrn. baß de» wohlttttgM llnternehmen ein voller Erfolg beschiebrn gewesen sein wstb. Aübische» Mereinoüranümtzan«. Mlna, l. April. Der jübische Verein -Mischmere« Ehoilim' unterhält in ber Kiewer Straße ein Krankmhau«, da« Armen und Bedürftigen jübisehrn Blanden« Ausnahme gewähtt. Es find etwa 40 Bellrn vorhanden, bst hauptsLchliih mit »perattontbebürftigm Kranken belegt find. Aerztlicher Leiter de« ganzen Belrsthe« ist Dr. Petscher. Für die Aufnahme zahlt jeder Kranke >—4 Mark für bm Lag. Im Durchschallt erhält bst Krunkmhausverwaltnug >,ö0 Mark pro Person, während ihre Koftm nngesähr ö Mark betragen. Der Fehlbettag wurde bisher von der Besellschaft ausgebracht. In letzter Zeit gewährst bst Stabt Unterstützungen im Besaattbetrage von ungefähr 2000 Mk. Ploelawest. Im Lokal be« jüb. Lumverein« fand eine allg. Versammlung statt, welche fich »it der Tätigkeit der Lee- Halle für Heimatlvse top rrn) befaßte. Der cond. ing. Karsejewskh hielt eine «öffnungsansprache. De» Kaffrnberuht erstattete Herr Michalowskl. Während der II Wochen seit der Begründung wurbrn 22000 Blas Lee unb 10 000 Brotportionen zu 2 Pfg. verabfolgt. Die Leehalle beschloß zu» Frühstück eineu Deller Suppe »ll Brot zu 8 Psg. zu verabfolgrn. Sbraota Polo 20 jüb Arbeiter find bei der Alahustütion beschäftigt und verbstnen > Pub. bm Lag. Aloeze» <B»UI. Kalisch). Unter Leitung de« Herrn Lewkowitz bilb^e fich hier ellt brawattscher Klub. Ans der allg. Bersamnunng der jüb. Leih-Bibliothek würbe beschloffrn, eine Lesehalle zn eröffnen, ferner sollen Abrnbkurse und Vorlesungen (ingcrii^td Bxrbcit. An» jbsrfatrt. Zu» llnitthalte ber jübisehrn Schulen wirb eine besondere Steuer, die Lichtsteuer, erhobrn. Da an» läßlich be« Kriege« viele jüdische Schustn vorübergehend ringegangen warm, so war auch bst Lichtsteuer ins Stockm geraten. Jetzt schreitet bie kibansche Stmerverwallung auf« neue zur Einführung dieser Schulsteuer, ba bst jübisehrn Schulen l» volrn Umfang» »ieberhergestellt werben sollrn. > Jüaa. «ne der Haupiqnelleu bei ber Versorgung beborstiger jüdischer Bürger ist bst Kor ab kost euer, bst von bm Konsnmmtm kosiherm Fleische« erhobrn wirb und au einen Sttuereinuehmer für 23 000 Pudel stü da« Jahr von ber jübisehrn Bemeinbe verpachtet war. Anstelle de« im »origen Jahn geflüchteten Steuerpächters würbe diese Sirner vom »oiigm Jahre tu nnmtttelbar von ber Shnagogrnverwaltung erhobrn. In diesem Jahn soll die «Hebung ber Steuer »eistbietend wieber au einen Pächter vergehe» werbm. Bi« zur Feststellung de« Erttage« biafn Steuer wußte bst iibauische jüdisch« Bürgergemeiube dir Ausstellung ihle« Budget« für bas lausende Jahr ausschstbrn. „Stißfltlltdfti a« vüraiowikschf. In der .Denlsehrn Kriegszeitung von Baronowitschi' — Sehriftlellung: Lrntnant Eaesar, Baranowitsehi, Paiabeplatz, Beschäftszimmer 2a — finden wir, in ber Pummer Mm 1*. Januar, ein Bedicht, welche« -Selbsterledte« an« «amnowllschi' überschistbm ifl. Der Dichter, der fich Emst Heittt nennt, schilbei« bst Pelze einer jübisehrn Schönen in Baranowitschi: .ihr pechkohlrabmschmarzes Haar und chrer Augen Schwärze-, und erzählt, wie er fich der Schwarzäugigen nthertt: -ll» »ich nunmehr ul« Bmllemnn llnb Kavalier zu «eigen, So tat ich ihr ein Läselchrn Schoklnbe tberreiehm-. Puch bstsm Bersm, bst eine besondere Begabung kür umartige Prime oerratm, berichtet Emst Heiter, baß bst beschmktt Schüoe ih» ihren Dank überbeaeht habe, und er läßt keinen Zweifel fibn~Mc Art diese» Danke» bestehm. Dann kommt bst Schlnßftrophe: " .Bestem diu ich Mrbeigegangm. Da hat bst Lasel I» Fenster gehangen! — Es gibt rieht« Vollkomwme« himstbm. - Aber so stab bst JLbm-. Wir ewpsehstn bst Lektün der .Deutschm Kriegszellung »an Baranowitschi- und der Heiterschm Bedichte den znsttubigm unb »eeaulwoilliehm Stellen. (Bert. Togobl.) ’1