Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- 16 (17.4.1916)
- Date
- 1916-04-17
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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3H» PolfaytonH. KrirgSseetsorge. Mm, Im 17. M Ml. 5ir Sttaftkr. Vn Rabbiner Dr. («Biiitl.llU. ■lebet rfiften Mt m* ti kt Maat jat Stier M Peffvch, |aa jattttn Stale aater dem Zeichen bei Krieges uak stinkt Schrecken Dt» Seder aetdr» wir begehe» mit seinen Katar» an» Shmdoien. Sie lenlen unfern Sin auf lingft aerganaene 3eitai, da da« Soll Israel ua frine Freiheit rang alt dem mnchigedieierrden legypltr I Schwere Zeile» hak» unsere Sllet iu vllden Jahrhunderten erlebt, sicher häusig »ach weit schwerere als uns jetzt bekümmern uud bcdrückrn, Ader dt» Mut lietzt» sie »ie sinkt», sie writaute» aus de» Ewigen, der sie iamer wieder aus Fiusiernl» zua Licht, aus Knechtschaft zur Freiheit sühnt, Wahl ist uujere Feier uichl »alllaaae», unsetr Fefttssreuk getrüdt. Wir »üffen ja Euch, unsere reuten, tatdehtt», die Ihr drantzrn helknmtitigr Wacht Halm in Oft wie in West, um uns den Friede» ia Lank zu wahren, llnb wahrlich, t» «ft Irin gelinge» seelisches Opfer, welches das Saterland uns damit auserlegi, Euch an diese» Rkudeu in der Feme zu wisit», die seit jeher fu traftboBe Fdrderer inniger jüdischer Familieuliebe und ZusaaaeugthtNgkeii gewesen sin». Das alte WoN, das Males einst km!rotzigen Pharao zuries: /mit unfeaen Junge» und unsere» litt», mit unseren Söhnt» ^und unsere» Tdchlern walle» aair uns dem Dienste Gattes weihe»' ha, tn der Frier de« Seder Jahrhunderte hindurch seine schdnste BenrirNtchuug gtsuute». Inn Hai kr 4tiieg uns noneiuander gerissen, aber kr Geist oerbinkt uns, San dem lichidurchfluteieu Festesraum wankrn unsere Gedanke» hin» aus i» de» Schützengraben, zu km einsame» Machtpafte» und nereinN^fich mit Eurem der Heimat znftrebende» Sehnt», Gleich stark ledt in »ns alle» das Gefühl der Pflicht für unser Saterland, gleich groß ist die Kraft de« Glauben», So werden wir dei all unserem Sangs» und Sorgen um unsere Lieden kaufen es eradaliche», km Gedanken de« Freiheilssrftes in unserem Herze» Raune, in gewahren, wie ja auch ihr, seihst unter de» Donner der Geschütze, in sest-m Benmueu km Sieg und de» Friede» i» Ehre» euigegensthi, .Mit unsere» Jungen und ait unsere» Ilten wolle» wir uns dem Dienste Gottes weihe»!' Sicht zua erste» Male steht Israel am Feste der Freiheit dem Stink gegenüber. Schon das erste Peffach, welche« das erlöste Israel aus dem Soden de« heiligen Lank« beging, ist in Kriegsrüpung anarsichls de« Feinde« gefeiert worden. In •final war«, dort stähllrn unsere Ihnen rhrrrr Kawpsftmnt und ihre trotzige Eulschioffenheil, Der Lehre des Feste« entnahae» sie die Krnsi, siegreich kn Feind »iederznringeu, damit er nie wiekr wage» solle, sie an kr Erfüllung ihres Seruse« zu hindern, Zn solchen Gefühlen wird auch in diesem Jahre kr Geist des Festes 8üter und Sühne znsaaaensilhren, Wir alle wollen es lernen anszuharrtn kraftvoll und enlschlofsen, dis dieser uns ausgezwuugene Irirg znm Heil ketSaterlank« der»der ist, llud wenn wir nun am Sederadend kn Kelch de« Segen« erheben, dann kgegnen sich unsere Gedanken mft denen unserer Liede» kaufen, das Bart das Dankes gegen Gott wandelt sich zugleich zu inniger Sitte: Said, ja dal» möge Goti der Herr uns au« Kummer zur ffrruk führe» und and Dunlel zum Licht So dete» wir, so kiel Ihr, stark in Treue, .Mit unseren Jungen und unseren Ilten wollen wir Seit jener Zeit, da die Israeliten gemeinsam des.lnsznges harrten, in treuer Zuversicht ans die gütlliche Serheitzung die Lende» gegürtet, die Schuhe an den Füßen und dar Stad in der Han«, war die Sacht de« sünszehnten Nissan für die religidse Frier drstiamt, Jahr für Jahr versammelten sich unsere Ihnen mit Beginn des Pefsach in ihren Häusern. Wundersam war der Zanke immer, kr »am Feste ausging, und nnansiöschlich prägte sich sein geheimnisvoller Reiz km Kink ein, ein stets sich emeuemkt Quell des (Hauten« und Opfermutes, Hier fotzen sie alle zusammen, Barer und Mutter, Sohn und rochier. Ihn und Enkel und einig waren fit alle in ihrem Glauben, ihrem Hoffen und Sehnen, Denn ein Geschick traf sie alle, das Leid k« eint» war auch da« 8e>d des ander», das gt* aeitrfaat Erleben hielt ihre Serien zusammen, die der Jungen und hx kr Ilten, Die Zeiten wankften sich; die Allen und Jungen verstanden sich nicht mehr. Weihevoll roligidse Feier, in gleicher Indacht von Vater und Sohn, »:n Illen und Jungen festlich begangen, ist selten gtworkn in unserer Mittel Gar viele ginge» ihre« Sieges, »Hut kr schdne» fromme» Feste des «leruhaus s zugeknkru, gar viele vergaßen vdlllgihren Gott und ihren Glauben, ein schwerer Ritz zerklüftet unsere Judeuheit,— Es ist k»te nicht an kr Zeit zu Nagen, Ihr, die Ihr da da kaufen In Kampfe steht, fei» gewohnt zu Handel» und nicht viele Barte zu machen. Mehr als ein Feldpostbrief, der in der Heimat einiras, erzählte von eigenartiger San Mang im Herzen zahlreicher Menschen. Manch einer erblickte kaufen gar schreckliche Vernichtung, aber zugleich gar wundersame Er» rrtiung, und alle«, was er sah, erschien ihm in sein« Furcht, daririt so ükrwältigend und erhöbe», dnf es ihn trieb, weiter ui backe» und da« üLellenbild in seinem Jnvern neu zu gestalten, Manch einer hui sich mitten in Kampseswetteru wirke zum Seltengeifte bekannt, der so niete« schafft, was sterblichem Inge infafbar und nrrdtzreistich erscheint, licht« andere« lehtt ua« da« Peffachsest. Es kündet de» Glaube» au Gott und helft uns ans sei» gerechtes Saite» vertrauen, Inch damals im legupteriand warm die Etckgniste so wunderbar und ihr Eindruck aus da« ismeillische Sock so gewaltig, buf unsere Güter kn Sillen des Ismtchllgen ahnte», der die Segebenhett unter seine Gewall zwang Diese» Empfindung ggkujit ia Merresliede innige» In«druck: .jhe vertraute» seinem Sorte, langen seine» Ruhm', Inch wie freiten in den Liedern und Gesüngrn de« Sederabend« die adettiche Führung, die allem Seit eng rschehen plauvost Ingen»de legt und unser Geschick zum Gute» teuft. Bet tu dieses schweren Zell seine» »ott neu ersatzt and erlebt hat und »uv vitleicht »raufe» im Felde mit seine» Kameraden am gemein, «amen Sedettisch sitzt, wird sich von Hetzen der srvmmen Hllfti freue» und ln nrtzmUisvnürr ErinnernW sich das Eli««» ha»! vergegenwürtigrn. In manchem, der ähnliches nie evledt hat, wird eine ganz neue »»geahnte Seihssitmme «nbge* löst »erden; alle werk» Achtung und EhrerbiEnng lerne» vor km Zander und Reiz jüdischer Fesiesgedauke», Mil Gottes gütiger Hilft kehrt Ihr bald in Friede» ,u. rück mit neuen Empfindungen und Gefühlen, Und reise Feucht wird ans der schweren Zell auch für unser Jukninm erwachse», Denir was Ihr Euch da kaufe» erarbeit« habt, Ihr werkt'« halte» und wahre» für Euer ganze« kommen»«« Lebe», lene Blüte traget Ihr so br unsere Gemeinschaft hinein, im Sater* baute sammelt Ihr euch alle mieser, ein neuer Geber wird gefeiert und pietätvoll werde» bei ihm in traulicher Gememschast «leiser kisammen fitzen, wie einst i» alten Zeiten, Sater und Mutter, Sohn »ad rochier, Ahn und Enkel und einig werk» sie alle wiedn sein in ihrem Stank» nutz Hosfrn. So wird sich fn schdnst« Weise da« Sott de« grafe» Lehrers erfüllen: a unseren Zunge» und all unsere» Ilten, all unftrrn m und unsrem Aschtem wollen mir uns dem Dienste « weihrn", _ $»r bat sirdoltti <H ö« vgstllsEMftß«. lud kaufte mein Lied gleich dem stürmen dm Me» Für de» waltendm Gott nur ein Lallen es mür' I! Die Reifte Gottes, i» prangender Macht Hat wunderbar waltend die freue» bedacht; Sie lag auf kn Frevlem zermalmend und schwer, ' Sie ftockuete ans das stuzenk Meer.! kr ihronei als Herrscher, gebietend im All, Er brachft Aegypten am Schilsmeer zu Fall; Die Sage» und Rosse und Waffen und Wehr Er schleudert ste tief in da» stürmrnk Meer, Als, geführt von kr Liek degllaknder Hand, Die Seinen erreichten kn retten kn Givand, Da Hetz er versinken der Trotzigen Heer loch fern von dem Äser im zürnen de» Meer, Und wie sie befreit nun von Knechtschaft nnb Drang, Erhob sich einaüttaer Zu beigesang, , Und laut hinter Mose nnb Mirjam her Frohlockten sie dem, der gebietet dem Meer, Er nahm ste t», Volke, blieb ihnen zur Seit'; Uud führte zum Sieg sie im heiligen Streit, j ,Gab ihnen das Land, ihres Herzens Begehr,! Da harschtm sie mächtig von Meer zu 9m Vergessen, verworfen hüll' uns dieser Gott t Wie die Feinde uns Hähnen all lästerrGem Spott ,Ei, wo ist er denn nnu, euer Schöpfte so hehr, I Der trockenen Fotze« euch führte durchs Meer V; Rieft uns, nein, kn ewigen Meister ihr hähnt I I Sein Ruhm von Wellen zu Wette» ertbut; Hoch über kn Himmeln erstrahlt seine Ehr Gewaltiger als das unendliche Meer. -! Und bravste mein Lied gleich dem stürmenden Meer Für de» waltendm Gott nur ein Lalle« es wür'! llvösl» teste uw rtoa t» grankreich. llekrsetzuna au« km Israel, «ekronch, derrmoaez, », SaMfüe» Oben»! kr llirerlireA. E. 171, «7« Xw fea rittüchch» «Mjl«A. Beim Untngange kr Aegtzpter Ware« die himmlischrn Schoren im Begriff, eine» Lobgesang anzuftintmen — da sprach derf Heilige, getobt sei err'Wfti Meiner Hände Werk versink im Meere und ihr seid fähig zn einem lobgesougs (Gab. Tosmud, Megilla l0d.)! .Du sollst den legppier nicht vaadschearn, denn ein Gast bist! du in seinem Lank gewesen'. Die Aqztzpter hatdm die Jsrjrelite» lediglich ans Eigennutz aasgenommen; de» noch de» ftiwmle der Heilige, gelobt sei «, ihrem ihre. Loh«, geschweift de»« dem, der kn Willen hat, Gute« zu tu», (Gifte zu V. Mess,, Kap, iS, 8er« 8.) .Sie oertrane» ans Gott', Etwas Grotzes war es am »all gländke «erträum, all dem die Rlllkr Israel km Weftmfchdpftr sich anschloste»; znm Lohne sillr ihren Giaadrn raffe kr Geist Gotte« aas ihnen, na» sie kante» da« Glauben«, lieb anftimme», wie es heißt: .Sie ktttanstn ans Gott and Mose«, seine» Knecht' und weiter .da sang Mose« mll kn Kiridern Israel diese« Lied'. Etwas Graste« ist es «m das Gottvenranea. denn nur um ihre« Ski kr trauen« willra sind dstfJftackiirn an« leghptm erlöst worden, wie es heißt: .da« Tett schenkte Vertrauen'. Inch der Proph« spricht rl au«: ,bt «rrtrauen habe», behütet der Ewige', (Mechilla zu F.Tutof., Kap. 14, 8a< 81.) Jede er »fache Magd am Schilfmeer erlebte Gott tiefer als Ezechiel »ad andere Propheten; diese scharckrn ihn nur in Gisichaiffm, am Meere aber ersatzirn ste chell alle in seiner Allmacht and rieft«: .dies ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen- (lach Mechilla M ll. Mos., Kap. I lö. «erü ll.)! Mft sind die Kinder Israel Krachte. meine Knechte sind sie, die ich an« dem Lank legfftrn heraullgesührr Haie, ». h. le sollrn Nicht wieder der Menschen Knechten auch nicht Sklaven nochtttzher ieidmschaftm werdm'. lllsach Gifra zu 01 Mos,, tag. M. Vers »».) _ I Om Ctaakta. - «was nach» aistzrtisttrt, ooa (ope Lnckerwan», > Ein Lümmlein, zart nah EldemoG, Der «ater bracht'« vom Marke heim - Zwei «rnschrn gall seia Pmi«.; Ei» Lllmmckein, ei» Lümmeiein. Und wie es ans der Wirft speanz üke Stack nab Gechr. L Der Hoshnad schlick am Mtttarpiatz. Da iveckte iha des LämMleia» Gänoek « Wstd sprang er uns und bist die Kotz — Ein Lllmmelttn, ein Lümnteftin. Winkl lohnt ei» «nüWck dick, mackckt längst ans seinem Beia; Et stei dem Hchdnnd ans« Srnick — Sin Länmteiein, ein Lämmckein. An Fracke sprang oom Küchenherd; Znm Himme» schlug de« Rener« Gchiin. Do« hot dm Koüppck onsgezrhtt, - An Lämmelein, ein Lämmeieio. >« H»s znm Aück rin Srnnom stcftd. Drin steh ein Wasser klar nad nia; Da« lllfchtt bald dm Fmerbeaad, Eia Läanarlei», rin Lämmelein. «a IkgnaMfl n G» xvsfffi nn^vi. Kam llift eia ObTina H«f hineio. Der schlapp« sich dm Magm doll. - - Ein Lümmeiein, ein Lämmckein, Sa ward der Ochst sckst and ran»; Dm Schiücherr ^1, dar Sea hi am llrch schrat» dem Ochst» durch kn Schi» Id. Mn Lämmckein, rin Lämmeioin,- ■H hingestte» kr Ochst war. Da kam dm rad, da» Kioapetdeia, Und warf dm Schllichirr aas dft Botz f, Lin Lämmckein, ein Lämmelein, Sa fragt kr tob k« Würgers Sfr Und motz de« Rächers Rächer sein. Der Schlächter ia dft Stak fahr, UmM Ochfta Skt er M, De« Ochst», kr das Wasser soff. Vas Wassm. das da« Foom gwanG Da» Feaee. da« dm Gkck »eischl«,, Dm Kosttzpal, des dm Hood «ehchstp, »« er im Maai dft Katze trag, Dft Kotz', dft'« Lümmleia iai Da« aa» des Safte - Zmck Seoschrn Da» Lümmleia |ad rach stklleemckt. Da« Lämawftft, da« Lllmmckcka. (R. e Itli, Seite 0alaa, * «MO Wim. Ja kn rrRm RMn kragt vf» RRRgungR «nult Backch« Nr. M. lowkAftmtdrawüh kn 1». Ms lllü. Ja der Zell mm I, dft 1*. Mür, Ink i i Seftftlliihße nkeholtm in Uzjaag. Saleki, Seeiränfer, tzkinchchnnh tilld M-m»-— kJm» .. all- — Vom OTCfr irr fl M VMMIKip (Oat ln k« langm Daner de« Kriege« I' drantzrn eine Lkndinna erftchrrn» Ke marrn dft innersten frefm kr Seeb bewegt t nekn: ft mne oft ftt ftft Alle gckchnmndra, nnd maa foW eia Nepft ew ledrn — tat aene Zeit »ad ria aenft Flltzfte Dft reiigillft Eatpsiadoog hatte damoft «wo» kn einer l stisdhannglkg- Sttwmnng, Drain Ing krckft, dnß ia,raft f i dnmft» «rar, sie nicht darara keraue, Sft mnßft ßedtmtzfkeran »eekkftch Rranngen »eichen; denn dm Mensch «ratz na h den Gera dft ilasichwaag« wiekr aas kr »rk seine S hettw kn, kr «ek »ll chem Sftinrn nnd Ecken, ihm, Ansibßra Windmmm, nnd deck gill pmml »an Soi mancher, ksvnkft in kr Heimat, das sehet, wen» da« mgrcksrnk lladochisdild fram trsien Zeit, ftft aftllckchi »«acher daheim wft ek «chaaspfti «eaaGoa hftssi «erblaßt akr oetschmandm war. Aber je» l Wapdknsi. 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