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Jüdische Volkszeitung · 1916-03-17 · 11 (17.3.1916) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
22 (1916)
Issue
11 (17.3.1916)
Date
1916-03-17
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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3IMWK vo«qe«„« Wiffenschast und Kunst. Brokm, »« ,7 «Srz mb- . M. N Da» 3»tatft» alt «iffuffchastitch« Prodi«« ’) »M W. € 11 < t f. ■X Sfriftitd) Karadnn dal in fcinn aoffeharorkgnidcn aallaaalpolitftch«» und lozralöko»o»ischar Program»ichnft öder da« «au TOÜtflnnopa auch kurz di« jüdijch« Frage geftreiit. Er «eip dadei an eiuer Lltll« aus die iuuere Spaarravg^oisäica der »irl'chaftlichen «edeulung dt« Z».^ul»»« »er Donau, »onachie und rriLedeutiiten aalffiailtischar Sirebungen hin »ud forkr-l deren Ausgleich in, Hinblick auf da« geni-iasame nxligelchiqilich« Erlkdur» NN nationalen und »iiffchrrftlrchkir E,iflaizlan.t>. .«ach de» Kriege muß Schluß gemach, werden mit allen . ...»fritiga, Dcihetznngcn, denn im Hmiergrunlieg! l» gemei ame Schißengradau Ter ist politisch ebensoviel aee, al» t.c Tons«'. Die LeilvirUichung dessen, wa« «aumann hier soidert. iß freilich nicht bloß Sache der politischen Moral, sondern ebenso de« Zntelleki«. und »icht nur angendlickliche« praktische« politiiche« vedtrfnt«. Imider, i» höheren Sinne ein« bedentcnde theoretische «issenschattliche Aufgnbe. Eine der viele, «isienschastliche» Aus. gaben, an derer Learbeilung sich die teutsch« Seisteskultuk nach dem Kiiege n ' heu »aß und machen «ird. «eben da« anffealchasliiche Znleressr sßr die Lalkank» lluren.neben da« polnische, litauische und letii-.he Problem und manch« andere Frage, die mit dem erweltrrtai politischen »ad »irlschafUtchen Horizont de« neuen Mtideleuropa gestellt ist, wird und »nß «in tiesere« Lersttodni« de« Jndeatum« »ad seiner Geschichte treten, da» Judentum ol« «iftenschasillche» SuUniprodlem. Dieser Annschnitt einer «ehe alt zwalausnidjähritzai Knlinrentwickiung mit der Fälle der Pezifhungen zu» geistige» Leben de« Morgenand AbendlandG und die zentrale Bedeutung Israel« in der Geichichte der teitgidsen und fittliche» Ideen hätten e« ja längst verdient, auch anßerhald der »«rschmindend kleinen Kreise jüdischer und nicht jüdiseher Gelehrter Lied« und Pfiag« z» finden. Sine eigentliche Sistenschast vom Judentum gibt e» de, ,.n« tu Deutschland erst seit etwa eine» Menschcaalter. Ihr Auskdmmeu stlllt zeitiich »ud örllich' ßemlnh genau mit dem großen sozialea ömanzipatioatkampl de« Judentum« znsantme». »och gegen I8VV war Goethe in beste,e» Familien de« Franklurter Ghetto» so gut »>e unbekannt, aber kurze Zeit darauf trat der Mann literarisch hervor, d« al« der rigenUiche Begründer dieser Mrsse, schaft vom Judentum anzuiehen ist, Leopold Zaatz, »er nachmalige Direktor M jüdische» Seminar» in Periin. J1882 erschien sein cp che»«ch«udeo gpschechtliche« Lcik über die .Gatietdienstliche» Beiträge der Inden', da« heute »och nicht »erastet ist. Mil ih r »og di« wifieuschastliche Kritik und wiffwrschasiliche Methole w den ängstlich gehüteten talmud,- 'scher» lr»dili»»aii«»u» der jüdischen Kirche ei». Solde« find vieler bedeutende Gelehrtd in den von ihm «,i geniale« Blick gewiesenen Bahnen rvisjenschastlicher Arbeitgweise urd Ziele gewa»dell. u» zur tußcrcn polstische» Freiheit die innere Ausgrsästoffeoheil sür den Segen her geistigen Kultur, für die eigene Olefchühte und die ewigen wate Israel« zu erringen. Ich nenne hin von der älteren Generation »ur die Lichlg:- stalt Abraham Geiger, dessen Lete»«bild »n« »er älteste Sohn Lndwig Geiger vor Jahren »it Künftlerhand auf dem färbenreiche, Hinlagrund deutscher kuUurgeschichtlicha Entwicklung i» »«»»zehnte» Iah,huudot '«zeichnet bat; Jost, dea erste» Geschicht»fchreida der Iudiu, und de» gelehrten, ober freilich sehr pateirschen Histmiker Heinrich Graetz, de» Mitbegründer der ,Mo»at«schrift für G.' uhte und Wiffenschast de« Iudzntn«»', in da seil ».ehr all sünszig Jahren da» Gesamtsttbiel der.jüdischen Stsfrnschaft van hävoirogrudeu deutschen »ob autwämßen For'cherit gepflqt wird. Bon de» jüngeren Geschlecht« sei »ur an Mäirner wie de» kürzlich Heimgegangenen Wilhelm Bacher, den bervo ragenden Kenner orientalischer Sprache» und Litaaturen, eri»«rt, an die lebenden n»d rast- Io« schassenden Gelehrten Bloch, Güdemann, Fricdlaeuder, Büchler, Laibte, Galdschmidt, Perle«, Eibogen und viele andere — ich greife ganz beliebig tianren au» dem Chore jüdischer Gelehrta heran«, die mit «issenschaftlich wertvollrn Arbeiten zur Geschichte und Kultur de« Jndentum« hervorgetra» find. Der Gesomteindtrck, den die jüdische Forschung und ihre B,r- Ireta znrzeit bistrii, ist der ctne« lebemrlräitig aufwtrl«str«benden Zweige« am große» Bar-me da^deutsche» geifteStviff.nschostlichen Arbeit. Die Prodlemi find entdtckt, Ziele und Methode find ficha und klar. Kritische Besonnenhal im geschichtlichen Urteil hat den alten kirchliche» Dogmatilmu« immer eneisgischa zurückdrängt. D>e »tsjenschasllichen Ausgaben werden mit ersreulicha Lstsstklivität und williger Aucrkennung besten, >n>« inzwischc» nichljü dijche Sei ehrte aus dem Gebiete der Kultur und Gelchichtc de« Judentum« geleistet habe» — e« find ihrer freilich »icht allzu viele! — gelüst. Eine Muftcrleistung. dieser nenen jüdischen Wiff-nschafl ist da« vor kurzem erschienene goodgeithrt« Work von Jemai Eldogen üb« de» jüdischen Gotte«oieost in sc liier geschichlluhe» Entwicklung Leipzig. Fock,. l ü l 3), da« ein Teil de« von der Gesellschaft znr FSrdrrung der Siffevschaft de« Judentum», angeregte» .Grundrisse« der Gesamtwistcnschaft de« Jidentna.«' ist. Mit stanncn«werter Onellackenntiri« verbindet tiefe« Werk völlige Sicherheit der htftorisch-kritischen M etdobe, gesunde« geschichtliche« Urteil ödada« Bleibende uud Lagönglrche in der große» vielgeftLUigeu Entwicklung, an« da da heutige Sya»gogengotte«dienft hervorgegange» ist, und fei«« psychologische« «erständnis für die geistigen Kräfte und Ettedungen, die hia io all den - Jahrhnrvderteii nach Form n»d Aoadrrrck gerungen haden. Die re- Iig>»»«geschichtliche Fozsch»vg Hot »ieka Arbeit Eldogen« auf dem e»g verwandte, Gebiete da Erforschung de« christlichen Gotte»- dien sie« zurrst nicht« zur Seite zu ftchen. (.1,1) Och» -fetrünhk fit jüdisch« OßisslaEchast Eiue Anzahl vo» Gelehrten im akademischen Lehramt hat vor kurzem dem preißische» K»lm»minista die Bitte twr,Fragen, demnächst ein« Lehrstnhi für jüdisch« «ifienichaft zu begründen. Be- 1 DieKnachhennae» »««Ieoenfa rveotGzenprof tb, «Nrerk »da d», stndail»«, »M tan wiroa a»cha»ochen «tarn k»r,a,■>)■« deochia, bade» l"W «nkseha «wjl St, «eda te«h»Id te» »Nikel im sonder« »ns ei« Einsügung in dir philosophisch« Fakultät da jüngste» preußische» Hochschule, der von Fra nkfurt a. M. wurde hmgedeutet. E« ist kaum zu zweifeln, da st diese« Gesuch da« »olle Baständnl« da «egiaung finden »nd »aß fi« für dies« neue Gründung Mittel zur vafüanng stellen »ird. Die Ausgaben eia»« solchen Lghrstuhle« nmschreibt jetzt Professor Willi Staat, der hervorragend« Ordiuarin« da alttestamentllchen Philologie an da Jenaer llniveifittt, im letzten Hefte de« .llleue,, .Merkur'. »« den eigentlichen Gegenstand he« neue. Lehr- »nd Forschungogedietr« dezeichaet er da« syuagogale Jude»tum seit da Katastrophe de» Jahre« 70 u.« Z. unta da Har^chaft de« lliabbinat« und seiner Lchrautorilät de« da» ganz Leben einspanuttden Gesetze«, diese« Judentum mit da Fülle fciuer lltairische, Sch öpsungeu, ftina originellen geistigen Geiumthaltung und seine» tausend Bezlehuage, zur Weltluitur. Auf den dra Hauptgebieten diesa Arbeit, dcm sprachlich-llterarischeu, dem chiltnrhistvrtlchen und dem reiigioo-geschichtlschea ist zwar schon vikl weitvvllc« geleistet, -der eiue Reihe wichtiger Piodleme ist üderhoupt noch nicht i» Angriff genommen. Zu den Ausgaben de« Gelehrten, da astmalig in Deutschland di« Wiffenschast vom Judentum akademrsch zu vertreten haben wird, gehörr als» mehr al» die Ucbermittlung cher Wtfsca«- stoff« an die studiaeadc Jugend, die Em^hrung fll die Probleme uud Mahod« ihrer Behandlung and dre^VnoForlchung«- urbeit ans dem «inen »da uudacn Hauptgeblar. Er wird z» gleicher Zerl ein Organisator da noch zu leisteudeu gelehaen Aideil fein müssen, indem a die vorhandenen wiffenschusili«hen Kräfte auf bestimmte Haupiziele hinlrnkt. Im Slaalöhauthalta- Ansschnß de» Adgeoidnetenhausei wurde dir Froge da Errichtung einer Lehrhnnzel sür jüdische Dheologie und Religion«, geschichde pn da ^zffocrfitäi Franksua ». M. angeregt. tzeId«ilsS»ger i» Jfratl. Kpr«ch»«n» in In einer gut de« suä^ea Versammlung sprach am Montag Herr Radb. Dr. Lohn über die Wirksamkeit der alten Propheten, der HelöensS.nger des Lölkes Zsraei vor 3500 Jahre«. Eingeklemmt zmischen den damaligen großen Welt« reichen Kegyptev. Lffur und Babylon in dem kleinen Kanaan, schauten die großen Prephetengetzalten ohne. Furcht vor Volk und Karsten mutig in die Kämpfe hinein, «o oft Israel das Zünglein an der Wage bildete. Mutig verkündeten sie Volk und König, dann auch den großen Weltreichen Vvttrsgericht und Untergang. Jesaja'und Zeremia stehen wie Helden in jener gefahrvollen Zeit. Ergreifend find Hesekiels U-tergangs. Orakel auf Phönizlea, das Klbion des Altertums, und seine Parallele zur geaaitigen Gegenwart. >ber die Hauptaufgabe der kriegerische« Propherik war inneilicher. fitilich.religiöser >rt, fic drängte auf Berinnerlichung, Vertiefung und Luhe und bildet wieder eine Parallele zu unserer großen G.genwart und de« deutschen Heldentampf unserer Tage. So verbinden Persünlichkei'siüeal und Rückkehr zum Gsttrsglnadrn uralte und gegenwärtige .biblische* Zeit. Den deredEn und herzbewegeuden Wonen des Redners folgte warmer Beifall, dem der Borfitzeude noch drsonocren Ausdruck verlieh. „Mit u«d hau; drr dtuljchen im MiUelalt«" schilderteRabb. Prof. Dr. Giegm. S a l f e l d ousMaiuz am tz. 3. im Rahmen der Montagreorlesungen zum Lesten.'deS.Etipen« dienfonds der Lebranstalt für die Wiffenschast des Judentums. Unter Haus in altjüdischem Sinne ist. wie der Lorirageade einleitend bemerkte, nicht bloß daS.vauS im eigentlichen Sinne des Lmtes. die Häuslichkeit nnd Familie, soadein eben» sosehr als das Lehrhaus, die Stätte jüdischer Gelehisamkcit, zu verstehen. Der eigevtlichc Vortrag, welcher sich mit der sozialca «nd rechtlichen Stellung der Zuden in Mittelalter und Reuzeit bis zu Beginnder. großen französischen Revolution beschäftigte. löste fich in Emzelskizzea auf. die doch ein einheü« lichcs Gesamtbild,boten. Redner führte die Zuhörer besonders in die alten Bischofssitze und freien Reichsstädte iw Süden und Westen des .heiUgen rdmischen Reiches deutscher. Ration*. Hier waren fast üöeraü große und blühende jüdische Gemeinden, \ in Köln, wie in Trier, Speyer, WormS und Mainz. Frank fuN a. M , Rüroberg usw. Der Handel gedieh in den Händen der Juden und erstreckte fich sogar teilmeise bis nach Persien und China; erst im Zeitalter der Krenzzüge. in de« ja de» kanntlich die Zudenverfoignngen in großem Umfang beginnen, erwuchs ihm neidoollc christliche Konkurreuz. die Hauptursache des jüdischen Martyriums, das in kaleidoskopartig bevegleu Bildern vorgrsührt wird unter Hineinfiechtuug der Audienz einer jüdischen Deputation in Speyer bei dem unglücklichen Kaiser Heinrich IV., einer Wanderung durch die Ennagoge und Raschi-Kapelle^ia Worms, der stimmungsvollen Schilderung eiuer weihevollen Sabdatferer in Trier u. a. Aber auch an heiteren Bildem fehlte es nicht; so wurde eine altjüd'sche Hochzeitsfeier mit rhren von den heutigen vielfach abweichenden GedräncheLrio anziehender Weise zu eine« wirkungsvollen Ge* mälde gestaltet. Line Hochzeit in Deffau. der einzigen i» den Rahmen des Vortrages hineingezagenen norddeutschen Stadt, «ird deshalb vom Redner ausführlich behandelt, weil dieselbe I7<0 auf Befehl des .alten Deffauer*. der das junge Paar sehr reichlich beschenkte — es handelte fich um den Sohn und dir Tochter seiner beiden .Hofjadea* — ln seinem Schloß statrfand. Small war der junge Moses. Sohn des Lehrers Mendel. N Z-hre alt. Zwei Zahre später zog «ases Mendelssohn durch das Rosenthaler Tor in Berlin rin und wurde der Refor» »ator seiner Glanbensgeuvffe». Mit ihm beginnt das moderne Zudevin». Möge — so schloß Redner sein« sehr bei, fällig aufgenymmene« Ausführungen — nach de« Frieden das echt-jüdische Haus seine alte, ehrenvolle Bedeutung all Sitz der Lebensfreude. Hoffnung und Zuversicht in asten Lepeuslagni nichtverlieren, sondern in noch höherem Maße als zuvor zugunsten der Allgemeinheit entfalten'. > Var Misch« v-ttUietz Mesßnde». A« ö. r. verrintaten fich der Verein für jö* I dische Geschichte und Literatur, der Synagogen-Gesangverein mck der Jüdische Jugendverrin zu eine« gemrinsamra Bortragsabend. Herr Oderkaotor R u ß b a n m sprach im großen Saale der .Wartburg* über .DaS jüdische Volkslied*. Rach einigen einleitenden Wonen über de« Synagogengesang als Quelle des jüdischen Lolksgesaags ging der Redner k» hoch intereffauter viffenfchafilicher Weise zum eigentlichen Thema über. Hier zeigte er ans. wie bas Volkslied im licht- und freudlosen Ghetto der Ostjuden entstanden, in all seine» Weisen Schrvermnt zum Grundton hat. So hören wir dalustige Hochzeittlied. das Wiegenlied wie daS Klagelied, ja selbst das Soldatenlied ln wehmütigem Moll erklingen. Um die Erforschung und Verbreitung des jüdischen Volksliedes haben fich Brremiguagen in Petersburg und Berlin, sowie die Zeitschrift .Ost und West* verdient gemacht. Unter der reichen Fülle des Stoffes hatte der Vortragende 14 Gesänge als Proben geschickt auSgewühlt und in künstlerischer Abrundung zum Lorttag gebracht. Besondergefielen .Das Priele*, die beiden Wiegenlieder, ein von Direktor Wernicke bearbeitetes Lied und rin Soldatenlied: .Der jiddische Balmilchomo*. vom Vortragenden selbst verfaßt und van Kirchner vertont. Reicher Beifall folgte jeder Rümmer, von denen einige sogar wiedecholt werden mußten. Fräulein Emma Wernicke führte die Klavierbegleitung recht entsprechend durch. »kadtmilch«. Aei» K»ts«r»tz »a #»»(iata. Bei da Beratung de« Kultusetats i» Ausschuß der bayerischen Abgeordnetenkammer erklärte der KNttnsmintstr'r. ausländische Studenten würden auch künftighin an den >ayenschen Hochschulen Aufnahme juchen können, ohne daß nalüilich bayerische oder deutsch« Stndenten darunter leiden würden. Die bisherigen höheren Gebühren für die Ausländer seien jedoch deizubehalten. Der Andrang könne auch künftig die Beschränkung der Zahl von Angehörigen einzelner Nationen uotweodig machen. — DaS sticht ungemein günstig vom haßerfüllten Chauvinismus der Ententeländer ab- An der Gotnmßia.IlAiVersttLt. einer der grüßten Hochschulen Amerikas, wurde rin spezieller Kursus für die jiddische Sprache cnichtet. Dozent ist Dr. E. Margulies, der aus Rußland stammt und früher Reform-Rabbiner war. Piner. der steine Firiegsgewinne wünscht. Prof. La s s a r Cohn in Königsberg hat eine Erfindung zur Leibilliguna der Kraflfutterhefe gemacht. In der Veröffentlichung dieses Verfahrens entwickelt er folgenden wahrhaft patriotischen Grundsatz : .Ich habe meine Erfindung nicht zu« Patent angemeldet, sondern stellte fie jedem frei zur Verfügung. Denn ich meine, daß es in dieser Zeit, wo zahllose Mitbürger ihr Leben für das Reich einsetzen. einem Bürger, der wegen Alte« S zu Haufe geblieben, ist. nicht ansteht, aus einem Gedankeu auf ynem Gebiete geldlichen Vorteil ziehen zu wollen, mit de» die Ernährung des Volkes zu eng verknüpft ist.* Assepst Aostosts, Prof. f. engl. Literatur und Statistik a. jüd.-lhtvl.Seminar in Re« Work ist gestorben, rin hervorragender Gelehrter auf dem Gebiete »er jüd. Geschichte und Literatur und der Volksdichtung. Als Mitglied der Libel- Uebersetzungs.Gesellschaft, Direktor deö BüröS für jüd. Statistik. Herausgeber des amer.-jüb. Jahrbuchs und des.American Hebrew* hat er viel geleistet- 1854 in Australien geb.. studierte er tu Cambridge, grtstidie engt Zttchr. Folklore heraus, d. ,Lit. Iahrd.* und das ,Iüd.Iahrb.-.1890,Stud. üb.jüd. Statistik*. Als Kenner von 7 Sprachen war er als Uebersetzer vielfach tätig (Gracenus .Kunst d. weltl. Vrish.* a d.Span.. voceaccios Decamersne a. d. Itai.. 1880/5 engt., ind. Mi, Märchen, uafchätzd. Britr. z. Volksseele). Bon leinen weiteren Arbeiten find zu nennen : Stadüb. Rbl. Archäologie, e. Idyll üb. Jesu .Wie andere ihn sahen*. 1900 ging er nach Amerika als Mitarbeiter an der großen ,Iüd. Encyklopüdie* und Leiter der Abt. .Eagl.-jüd. Geschichte' u. .Jüd. Lit.* Hier entstanden s. .Gesch'. b. Juden in Spanien* u. .Jüd. Ideale*. Sein Tod reißt i» nmer.« jüd. Geistesleben eine fühlbare Lücke. £rm SS. bt|t*t tR aRrr Stil«, fern von Ha»s« der Hamburger Dichter Zaeob Söwettberg. DieEtzrunge« »Ire« poeifell,S reichlich über thv gekommen^^Me der kürzlich veraastaUele Zgrob- Tömenberß-Rdend der WdAMWA^tsellschasr zeigte, der mit einer für Hamborger DerbllmißE^WRnqknden Hulbigoag der «ehr als tausend Hörer lut dev Der tief sympathische, descheideve der^^^WWVIdchealHzeum leitet, gehört der gleiches Haoibvrgcr LichtergnieraMMmie Lilieveroi u»d gälte aa. «it deoe« ihn Vavde reger K-eundl^it »erknüpfm Er ist io eiae» »estflttscheo Dorfe gedoreo, aber in HaMurg völlig heimisch geworden. Die Larzeln seines menschlichen nnd dichterischen Lesens liegen glrichermaßen t« Denrschtum und lm Zudeukum; sein Sebensroma» nennt ßch .las zwei QveRe»'. Heine feine, anspruchslose lyrische Kuost zeigt io jeder Strophe den gütigen Menschen. )n breit« Ar.'tsr gedrungen stab namenlttch seine Kinderaebichte. deren herzlicher, natürlicher Don fie in die unmittelbare Nlhe ßalk-scher Sind.rgedtchte röckr -«RSfUri a M. Ahron «arcns, eine der ersten Rntorttäten der mdischea «tfienschast. iß hier, »o er al» gatizischer-lßchlltng »etUe. im?s. Lebensjahr verschieden er »urbe in Hamburg geboren, geaoh do.t seine erste Schutt ildnng in ber Talmud Tora-Kealschule »ab besuchte später d.e jüdischen Sehravftalten in S»sk»»itz »nd Kraka». Hier »e^rachte er dann fcin arbeitsreiches Leben, von seinen Werken seien genannt: .Hattmaons induktive Philosophie i» Chasstbismus'. ,E»cy. rlopLdtsches Lnrzelmlrterbuch des Ebrlsiche»'. »Barfilai'. Sprache als Schrift ber V.oche" »ad ,F>er Lhasfidismns". . Men. Mediziaalrat k. «al Dr. « o r t» H a y »urde am g. 0. unter großer Setriilguag »eiter Kreise bestattet. Zur Leiche^eter hatte« fich eiugesunden: Grlfin Aaka Sdenerth-Schmerlinä. Hokrat Dr. straaz Stadler v. SaaWep. d. Miotfterinm» des Znaero. SanbeSsanitltsres. Hafrat Dr. Ritter » Hely, die Oberlanvesgettchtsrlt« Dr. PaSzkirmtch. tovak, Ehesarzt Regierungsrat Dr. «erta, Oberdezirksarzt Dr. Franz chitd. die ÜniperfitltSprasrisore» Drr Leap. Ktnlgstet», Erben. Oderftadsarzt Dr Herzfeld, Dr. -eaz. »te DazenleN Negimentsarzt Dr. Vlnm. Drr. Hammerschlag. Osk. strankl, Rich. Stern. Stegier«ag0r»1 Dr. Paul. Vi« Direktare» Drr. Rtether, Rtsr, Otto Heinotzeimer, «fr. «menrnb. Ehefarz» BeztrkSrat Dr. Schnep». Oberstadbarzt Dr. Schaff. Oderstaat», bahnrat Ltniernttz. LhesarztfteR». b. Arrt». RettnaaogeseUschast Dr. La», derg. Dir. des Savatoriamt ,^Hera" De. Höbt. Obertnsp. der Oester - »ug. Baak Slam, Haf. und Serichtsabvakat Dr. Sert. Rest. Kaltnsoorst. Dr. Zak. Deutsch »ab ssmtliche dienstfreie, -nortt—tre »ud sretmiRige, Pstegertnnen des Reservespttales Rr. 0 x. Nachdem Odeekanwr Maeae». ft er, die Tranergedeie oerrichtet halte, »»rde der Sarg, den zahlreiche prächtig« Kränz« schmückten, znr v««tz»»a ans de» Ze»tratsriedhas g». bracht. A» der Zerem»,ienhale der tse. Rdkell»»ß tztelr Radd. De. Sr mm »ald die Tra»erred«. Er Hab Re des—dere» verdte»st« de« Beremtgt« »» die Etnstlhnwg de, tterstche, Lymphe t» Oesterreich her»«, »nd mGrdigt« die gnten Lharaktereigenschastu».

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