Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- 8 (25.2.1916)
- Date
- 1916-02-25
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Wissenschaft und Kunst Misch« vomzemm-. ■-■uv-1 Bntloa, d«» 25. S«bnwt W(6 Var Ziöot»« ab »issraschaftlich«» pradlr«. I« Javnarhkfi des ,Wruni flRnfni* mmmt kr Jenens.i Dbeologe Professor vr. Willy Staert m eine» .Tat Jndentn« ald »,fii»scküsUickes P,ol.tr»,' betitelten Aufs«» Ctcttttng zu brr Frage brr Engltebern» g brr jüdischen Viffeuschaft unter bir übrigen cn ur seren Hocksckuten durch selbständige Lehrstuhle vertrete ven phrtogischea und historischen Disziplinen. Diese Frag« ist iu jüngster Zeit insofern ii ein neues Stadium ge. trete». als eine Anzahl von Wänner» in akademischen Nennern bitte« in der vnruhe des Weltkrieges de« preußischen Kultus« «ivlster tie Litte voraetiogi» Hut, demnächst einen Lehrstuhl für jüdisch« Wissenschaft an einerphilosophischen Fakultät zu begründen: bei dieser Gelegenheit »nrke aus Frankfurt oU len geebnetsten Ort fflr lieft Revgrünbnrg hingewieien. Um. so dankenswerter erscheint cs. wenn nun von berufener Seite k'vim »eiteren L>serkreise in klarer v»d übersichtlicher Darstellung da- Material zugänglich gemacht witd, das er. forderlich ist, r« sich in der Frage der Averkeunung der jü« y bischen Wlffenfchoft a's selbständige» Lehr- und Forschung«, gebiet ein begründetes Urteil bilden zn können. Diese» Zwecke dient neben enie« Hinweis auf dos bisher von einzelne« ft.tift* liehen und Mischen Gelehrten Geleistete die Darstellung der ' »anniafachen Aufgaben, bmn Lösung nicht durch Ginzelardeit in der oi-heriartl Art. sondern nur von einer festen Wissenschaft, lichev Drganisotton zn erhoffen ist. Die Probleme und Aufgaben der Wissenschaft vom Judenin« liegen auf drei ^Mptgebieien der gelehrten Arbeit: aufsprochlich.literarische». ans mtturhistorische» und rellgiorsgeschichllichc«. Professor Etaert «eist auf den U«fa»g des anfzuarbeitenden Materials hru. ^owte auf die reichen Erkenntnisquellen. die sich be« Erforscher der ontcken Enlrnr sowohl, wie des islamischen und christlichen MittelalterS erschließen würden, sobald ein solides Funda«e»t iprachlichttiteratnrgefchtchtlicher Forschung et auch de» Fernfteheuden ermög. lichte, sich des in den jüdischen Quellen versteckten Quellenwoteri« als zu bedienen. Das gleiche gilt für die vergleuheude Literatur- und Rechtsgeschichte, für.das Gebiet der Bolkokunde und ins» besondere der religion-geschichtlichen- Forschung. Mt trtfffloR hi tai tahRHMfdKH hochfchRltR öts JUtcrauR«. Ri«n Milhei»: |nMtin nl tnlafn i» In 94ain Aaktßiaa» ank Malltzkaaiea», etufcim unb'iRatf üilitn jui Enlstehungsgeschrchlc des Talmuds, Leipzig 1914, »up»» graut XI unk 704 8, br. 15 «k„ ged. 16 Kt. Mn Wenk seltene» Fleißes nnk gründiilbeu Wiffrni, «ie «ir kM kou Wllhelm Lache, f. R. nicht anders ju ««arten pflege», liegt v»r n»s. Es ist leider das letzte weit, das Locher der Wissenschaft geschentt; »ährend de« Dimkes hat ihn der Tod ereilt und vom 24. Loge» ad hat Ludwig Blau die vruLeauug Übermacht, Die «üudliche Lehre Thvvb,ias>-, die Tradition i» ihre» ganzen II«sa»ge und alle diejenigen Tanaim und R»»rai«, «eiche Träger einer finalttfchen Traditian find, Hai Locher georduer und m klakern Znsammentzang uus vvrgefnhrt. Rusgehend don der Kischu» Pirke Rdoth legt Lacher die Ledeutuug der Begriffe p^p und-co und rrieo fest, «eich« sich ohne weitere« als Hinweis aus lleberliefernngen erkennen lasten. Datselde gilt auch für jene «it -dk, ~oa und ■npeingeleiieien Lätze in Kischna und Talmud. Klar and denllich wird der Begriff der 7« py» —n eritnier« als .die pilnzlplVle Glelchfiellung der Ueberliefeinng »it der Heiligen'Lchrist, die in der Benennung als mündlicher Lehre am der-lllchsten zum Ausdrucke gedrachl wird.- Sa zahlreichen Beiipielen an» Halacha und Rgada hat der versaffer diese allgemein aceeplleete Stellung der müntzüchc» Lehre zur heiligen Tchrist nachgewlescn. Bacher geht dann an den Rlijdau des TladjNonsgebänsel, das er geradezu bi« znr Lolendung führt; da ist nicht» Lchwnnghastes, nichts Lückenhaftes, aber auch nichts, das an Phantasie nnd ErffBung erinnert. Bocher holt Stein für Llein aus d,m «nnderbar reichen Baumatcrialienloger non Kifchna und Boraiia, Toieslo, Kechiito, Listt und Sifts, pniüstineufifche« und dadyiqzrischem Tal»nd hervor, ^cde» weih er »» richtigen Ctu einzuvrdneu nut »st der vorhergehenden Leise in Verbindung zu setzen. Di« Prvpheten, die Paare, .Tonarm au« vorhodrianifcher Zelt, die au« der »achhadrla- Pntscheu Zeit ziehen bei uns mit den verfchieteuften Traditiou«' firmeln und dem deischiedeustcu Tradlrinntstaff m geordneier, fhftematilcher Foim vorüder. Und so geht es weiter, in gleich fgstematifcher weise zu den lll»»rei>, welche.tanaitische Nnssprüche überliefern, mdgen diese i» ogndischen Uder halochischcn Midrasch, in der tzalästi. uenfifchen oder der dadhivmschen Halacha fich staden. Es würde zu wer! führen, «enu »>r di« versDedenin, iv.ele Kelten i» Znhnlisnerzeichmffe umioffnrde») Traditionsketien auffnhren «ollen. Tnr da« eue «ollen «ir drznolich derselben bemerken, dich es fich nicht um ticckene tziomeureib«» handelt daß viel - »ehr dzu Ta»en di« Citole an« der tolmudrschen Liieraiur deioegeben find, so, dag da« Werk auch zu eine« vorzügliche, Machschlagnucet für die Lefchlchle der Tanaim nnd Rmnraim . vrrteendei werden kann. Antzrrordentlich lefeninrerr sind die Rdhandinngen über dir Uusdrücke irron sXl.Ul!, yüin beiden Talmuden <XllV^>. Znr leichteren Benütznng de« Werke« dient da« »an Mcharl Luitmann angelegt« dreifache Register, da» hedrärsche Momeniegiftei da« hedräifche Kochregister und da» deuische Tomen eegift er. - ' wir ktnnen der .Gesellschaft sür di« wtffenschast des Jaden- In»«' nnhermdenliich dnntdor sein für die Drncklegnng dieses - yofthnmen Werkes von Bacher. Durch diese« «erlvolle Werk kann so »ei, als bisher in der Geschichte der Talmndsorschnng - nesüntigt «aide, gesllh« »erden, and finden Viele der Resultate Haievv« i» Dorath Harischoni» ihr« Besilliignng durch dasseide. - tziaddiner Dr. Bamberg«» -Kchiniante. mt. aRtite SffRagogk« hi Galiläa. Die 9ents4« Hriejrt-Gesellschskt gibt soeben den SS. Bo rb ihrer. WifsenichafliLd'Ken Leröffenillchuiigen .Anlcke §y -a^OfNi in Galiläa' heraus!, der. mitten m der Kliegszeil zum Ad hl gebracht, eine ausführliche D«rftellung der Ergednifse dcc fi N 10 Jahre zurückltes.enden Lynafloginerptditio!! noch idalü ia enthält. Bon den Berfafien, ist der Leiter der Sxpc^itii n. Regieruugebauureistrr Dr. Heinrich Aobl, noch B^Ucn^ung i Bora^beiken füirbie Beröss ntl'ckmng im Herbit 1014 ins F 'd gezogen und bere'td am Seplember in der Nähe von Rei is für sei»Bat;rlaod gefallen. Lein Reisegesähr:e uub Milarbei er d<r Archäologe Prot Dr. Karl Katzinger in Gießen, hat ie Arbeit zu End« geführt. Durch diese erste Unternehmung der D O.-Gauf b m Bohen Pglästinap ist. wichtiges, disber vergessenes Geb et a u tifer Ankitektur^le» »richkoffev. Die gattlLsschen Lyaagogeuruic: r find . die yuzigei debeutenkeren erhaltenen Reite jüdisä;r Synagogen «ms t«* späteren Allem,», und waren d shee nur n ungenauen Aufnahmen bekannt. Zn den neuen L^rdffe.rillch , g find auf' 1- Tafeln uud in über 300 Abbildungen famUt k Architekturreste »ach Zeichnungen und Photographleu mied g. geben. Grundrisse und Rekonstruklionerj erläutern bas Bild t :r ans Trümmer» neugewonnenen Bauten, und die Wiedergabe ein » der Modells, Synagoge von Tcll Hum (Kapernaum), vermttt lt auch de« Laie» eine Borssellung von ihrer ursprünglich u Erscheinuog. Ju ausführlicher Darstellung wirb die geschichtlii »c Stellung tiefer so iu die Architikturgeschichte des AltertuwS eins t- Bauten untersucht, ihre Zeit und ihr Bedeutung bestimmt. B n verschiedenc» Gciwo. an« der Prüfung der Bauglieber, brr jüdischen Emoleme und der hesdnischeü und jüdischen literarisch ~ aeberiieferung. ergibt sich ein einheitliches Resultat. Seit b t Wende des 2. mb 3. Jahrdunverts. unter dem Kaiserhai t des Septimius Eeverus. find diese Kstmteu mit ihrem stark n heionischeu Einschuß und dem gegen die^fUcevge Auffaffn g des jüdischen Gesetzes verstoßenden reiche» fijsnrlicheu Schm, i eutstavden. Es Ist die Zeit, in der die Mifchna geiamm lt wurde, eine BlAezpit tzeS galiläischm Zubeutums, zu bereu B > ginn die geistliche Leitung der jüdischen Gemeinden Galiläas d r Patriarch Jehuda.ha Resr I. besaß, von dessen rahen Beziehung zu de» jungen Kaiser Laracalla der Talmud zu beuchten wiß Bon hier q,:s erweitert sich die Darstellung zu ein-n Ue der blick über dL Barckorm ter antiken Synagoge udethault. die dis in die. bepenistische Zeit zurnckoeifolgt wird, aus! i wir die großauide Synagoge iu Alexandria durch die n Talmud nberlief^te Schilderung kennen. Ein Ausblick - m Schluffe »eist auf die wichtigen Zusammenhänge hm. di« t n neuerschloffenen BauktypuS der Synagoge mit den erst n bafilckalen Kirchcnbauten der konstantinifchen Zeit in PalLsti \a verbinden^ die Frotze der Einwirkung der Baujorm der Lynago;e auf bie christliche Bafilika wird von der Grundlage l 's architektoaischeir Tatbestandes aus neu geprüft. t; •bet Jatob tzrrz. Seit bem M.Ü 1875 steht auf dem Luitpolbplatz in langen ein Deukwal. Vom Socke! blickt in Uederlede^Sgrö das erzene von Zumbusch geschaffene Standbild eines Nann^ in schlichte« Bürgerrock herab, die Hände lose ineinander legt, den Kopf nse zum RaLfinnen leicht ge>'cnkt. Es ste> den i» Jahre lß7l gkstorbcuen Arzt und Erlanger Prostff, Dr. Jakt.b Herz dar. an desirn 100. Gedurtsrafl wir ur a» 2. Februar erivr.erv. Schon vier Jahre rack seinem Tod wurde ihm von Freunden, dankbaren Patrenten und Glaubens gxnossen das D«kmal gesbh,; cs galt iu erster Linie Menschenfreunde. Wie schon K. E. Franzos betont hat. das Erlanger Her;.Denkmat in Deuffchland das einzig eine« jüdischen Geljehrteu*) aesetzte öffr. r iche Standbild. Herz der de» Glauben seiner Bätet treu blieb, hat für dieser Glauben als Gelehrter und als Mensch gleich schwere Opfei «bracht: f.iue mffensäaflliche Laufbahn wurde stark veeia nächtigt, eru Hcrlruebund mit ber hochbegabte« Tochter b« bekannten Philoloßerr L. Döderlcio konnte nicht zur Ehe führen eü keines vom aubetu die Aufgabe des Bekennttiiffes verlang,, ochte. So stalb- Herz ledig, und der Reichtum fernes Ge Utes kam feintn Geschwistern, kam den Armen und der itendeu zugute.' In Bayreuth als Sohn eines edelgesinnten der vc..ig geschäftsgewanorea Mannes, eines F.rundes vor ean Paul, geböten, kam Herz als junger Student i VSb naä rlaugen uud blwb dort fein Lcbcu lang; erst als Student i nach dem Zajammdruej, des väterlichen Vermögens schwell nldehluvgeu iitt, dann al- Arzt, den der Chirurg Strohmeyei als Assistent anyahm und bei seinem Weggang nach Müacher N84I) sogar mit ter repetitorischen Fortführnng seiner Bor kftttigcn betraute. Da» war so lesen wir in mt .Frankfurter Zeitung^ — ei» v'uch mjt dem Herkommen; denn zufolge eines märk üräfischen Privil«s von 171 l dursten ja Erlangeu keine Zuber wohnen, und dieser Erlaß blieb dis 1860 m Kraft. Rach den »bgaug deS MidisterS Abel wurde Herz j1849) zwar Prof, ktor aber die Hadititatiou wurde ihm trotz der Fürsprache der Fakultä 1854 noch verfagln erst 1862 wur^e Herz Honorarprofessor I» Jahre daragf erhielt er eiue wirklich« Professur, aller, ding» nur eine anherordeutliche, und erst zwei Jahre vor seinen Tode wurde er kNölich ordentlicher Prostffor. weil er — fick während de» Feldzuges von 1866 als Chirurg heroorragenl betätigt hatte. Er starb, nicht durch Sntäuschung uub Zurück setznng erbittert mb gebrochen, sondern aufgezehrt durch n'u anssetzeude TütigEit am Krankenbett, in Lehrsaal und Klinik Und obwohl sein Ruf weit über Erlangen und Franken drang starb er arm. WAS er bei Wohlhabenden verdiente, schenkte e Armen. Er forderte kein Honorar, er brachte Medizin »it. ei sorgte für gute Nahrung, ja für Kleidung. Heizung unl Wohnung. Es kgm oft genug vor. daß er sei»en gleichgesinnt« Nürnberger Brndex. den Gründer der dortigen Wärmestube», un *) %n vataniker tzer»i>a»b &»(<■, Ctaabixm der Stadt BoeSlan besitzt et» Deakmal 1 > Ssitpark »er Ctaw. vekannr ist awch M Laak «at Mostg MendeG ha» in wstfa». TTT7- 'MWWMM w. I 5Snmiu««lir4< HeseTlchnft |U Berlin. Die erste Sitzung »er 1 >,n un neuen Zadrc Iciteie der Lvrfitzende, Direktor?r, Dnhifeid!, dnrä, eine Ansprache ein, dnnm er den Be ui.! Udi, cic Tüliukeil d?r Bilellichqlt im verfldffenen Jnhre km ° Daum i: itoitojin Kill ur an n d rich!eleilder einen!>■>-!>>.,, i eu vft Dir. Na. »r« Gaihiisvrn Mnnzkabineli«, Prof,?> Pick in der.Geieillchai! >nr Ftrdernng der W.ffenschaft ».» ,'i.uils'jüngst inBirim überdrejü »ijchea Münzen q c d .> I l e.. hui, («.'aeibreiiele fich darin eingehend üb» die E!> ..hnnr, Ze.I »nd da» Susbören der seidftändigeu jüdischen Mnnzp.ägnnq, dir Attuft dir Stempeiichncider. die Dur. fteiiangcn, d.e j.tz.z m Sammlungen — die bedeutendste befindet fich im Londoner lkabine.1, besonders nermehn durch die ehe. ma.« Leopnid sumdurze.sche in Frantsnrt a. M. — und sührle die Hmiptlypen der Eiäcke in Lichtbildern vor. Leid nngehen muhte, und wenn Beide nichts »ehr hatten, sprang ein dritter Bruder ein, der iu Sie» ai« heworrageuder i E.se .dahningeaieur lebte. Es kam iogar io weit, dahzaknd Her, w.-rigegeuftände, leine Uhr etwa, in« Leihhaus trug and ne nih! rech>,ritig nuslüien kvnnte, so daß sie bei der Ber» . iteige.ung in fremde Hände übergingen. Herz war nicht allein | grachier uu5 geehrt, fvadcru aairichtig gclirhz; nach der Rer»ste i>ng zur Devtmatsiammlang sein Schkiffkin bei, und noch hellte, last kii, halbe» Jahrhundert „ach ieinem Tode, spricht man in Er. langer Familien vom kleinen Professor, der eine sogrohe Seele hatte. Musi,. Zu» der Mafitwelt, Der Berliner Bereu, zur .Ptzege hebraischcl E.jänzc' vrranstattrt unter Leitung seines Diri. ge,.len zkaprhmeiS;rs Albert Kellermann a« 28, Februar i« Bliiihner.Saai eia Konzert, sür das der tdnigliche Hosoperu. iäiigcr Josrs Schwarz seine Mitwirkung hngesogt hat. In. strumenialioliften find Felix Robert Mendelssohn iEello) und Profiftar B, Jrrgong (Orgel) Zur »nffnhrung gelangen Chorweite "Ou Rosst, Lewandowsli, Sulzer, Tohen-Linasu und Kclleimann. ^-.(en. Der hier wohlbekannt« Dozent für Mufikwiffeuichafi Dr, LeopolbHirschbeig, ein Sohn des hiesiger Ged. SuniläiSiu!« Dr, Hirschbrrg behandelte i« .Bereju junger Ka. sie itc" die Eutwicklnngdec DeutschenKrieg». i i e d e s in aluu und peakr Zeit in Form einrs Vortrages mi' Eriäule'.-ngeu am lüaoier und durch Gesang, Er dehandrtte jcine ü'oiir-.'ueihemen in vorbildlicher weife, er oermeihei de.- i'üf.n' beiihrciü.n s!on, erschöpft den Stoff in der Form rntf ieffrin» gehattenen lErzsh nog n»o bekräftigt die Ker». pn .kte des Grjagten ,'iijch geiangene und gespielte Beispiele. El dc.uhr keinen niede>sgesch,ieb>nen Leitsaden sür die Eutwickinng lu« Boiiraged,, wildern devorzngl die freie Rede, die er zn ein.» geisttriäicn Piai'derci gestaltet. Iu unterhaltender Film wild dem Hörer alles Wissenswerte dargelegt, der Historiker verbindet fich in Tr, Hirschberg mir dem FenillelonisteU! es ist die deiie Mid eripriehlichsle Sri, onherhold des Htrsgales tos Publikum für Zeii'ragen empfänglich zu mpcheu. Der Vorlrugu dc wurde nicht müde, durch Klavier und BesE in instiilittvei Weile da» Gesagte noch drutlichci zü machen iuud crntele lcbhajie» Beifall, _ V.amatische ttuirft Fine «jiddische' Znffützrung de» ,-s«s»a«»s von Menedig'. Im PaviUoo-Tbeaier im Londoner Mile-End hat dieser Tuge «me intereffanie Shakefpeareaufführung stattae« fundcn: ein jüdischer Schalifpieler. Moritz Moskowitt'ch. hat nüml'ch eine „jiddlsche" Aufführung des .KaufmannSvon Venedig* veianstaitetr. nur jüdstch« Kräfte darin beschäftigt und n«r jübij-che Zuschauer dazu geraden. Der Shylock, ben er auf die Bühne stellte, war wesentlich ander» aufgefaßt, als souft^ üblich; er tritt würdig und empfindungevoll auf, und wenn^ er uicht mit Antonio über Geldangelegenheiten tzerhanbelte oder vor dem Gerichtshof auf seinem Rechte bestand, so wirkte er eher wie ein Patrjarck. als wie ein skrupelloser Wucherer. Aehulich eigenarl'tf soll Sarah SylviasPortia. S. leitelbaums Prinz von Marokko und Fiau Goldsterns Reriffa gewesen sein. Die zur Aufführung gebrachte Bearbeitung ähnelte der auf itolienlschen und deutschen Bühnen gebräuchlichen; eS wurde« uitr Akte gcfpiett und die häufigen Verwandlungen zusammengezogen; da» Rebenspiel mit den Ringen wurde so gut wie ganz unicrärückl, und ro wuchs Shylock tatsächlich zur Haupt« . .. des ganzen Dramas empor. Merkwürdigerweise war die Aufnahme der Bvlstellring recht lau; das Stück gefiel nicht; eS war. wie fich Emz.lne onSdrücklen, zu phantastisch und zu wenig glaubhaft.. .Lächerlich!' krttifierle ein alter Kunst» kevner. .haben Lie schsn einmal etwa» von eurem Jude» gehört, der Blut »ergoffen hätte?!/ Mettümer. Pie Erssso««« der „garssch jüdtfche, M»se»»si r, Budapest (Mondgaffe 3) hat am 24. l. ohne jede Feierlich« keck stutlgefunden. Seitens der ung. ist. literarischen Gesell» jchgsl hatten fich der Präsident, Staatssekretär Dr. Leopold B a d a ß. Hofrat Franz S z i k e l y, Präs. d. Milit.-AusstÜ. und Dr. Franz Mezey. Bizeprüs., eingefunden. der an die erschieueacn Gäste eine kurze Anspiache richtete, in der er das Museum der Aufmerksamkeit de» Judentums empfahl. Sodann bepchtiglen die Erschienenen die Sammlungen unter Führung des Kustos Dr. Berthold F a b o. Die Sammlungen umfassen 3 Säle. Sie enthalten Sildergegenstände aus de« 18. Jahrhundert. Antiquitäten aus Bronze und Kupfer, Petschaften, Ringe. Plaketten, alte jüdische Münzen auder Makkabäer- und Hasmonäerzeil. Goldbrokate. Bundesladenoorhüaae. Haabschriften, das älteste auf baS Judentum bezügliche Dokument aus der Zeit de» Kö.ttgs Ladislaus des Kumanicrs (1280), Bücher, Biloer, Rotizdücher »sw. Die Oronung der »etzr .als 1S00 Objekte rnhle in de.» Händen de»Kustos Dr. Kado, der Professoren Dr. Bertholo Ko hlbach, Bernhard Aaa dl und Mar Weiß. Das Museum kann jeden Sonntag uad Donnerstag von 10—1 Uhr vorminaag bei ftote» Entree defichtigt '