Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- 3 (21.1.1916)
- Date
- 1916-01-21
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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'•UPI1 POT’ 3«6IMk vottyewmg. Polen mter deutscher Verwaltung: Brtskn, de» ri- Jamor 19(6mF IT" Br. 5 De« 4<aa«r|Mn>aaarc to »a JR<x74«*et $|U|f|r Die Bqn<n|ag( tn bä Tl»maczka-Gaffe hatte letzte» Freitag Abend Hahn, Besuch Am Da ge erschien ei». Offizier baietdfi »it der ' Meldung, daß 6t. Exzellenz ba@enfMl-@r«»er«tur . ». Delclcr mt Begtriiuag za» Gottesdienste erscheinen »erbe». Um 3 llht 50 Min. kam Exzelleuz mit 2 Adjutanten, dem Souoerneur .Exzellenz ». ltztzborff, bm Äarator der Hochschulen Grafen Hntten-Ezapski, Polizei-PräfidenI »xz. v. GIase»j, pp nadafeinem Gehilfen Graf Lerchen, frlb u»b Reichllageadgeordnete» Dr. H a a i in Automobilen vor der Synagoge «orgefahrea. in 2 anderen vagen die Damen her Exzellenzen. 8m Hauptportal empfingen die hohen Gifte der Präses Tao. Przeworskr und die 2 Camitee-Mitglieder Kaya»» und Hriiyk West und geleiteten fix in die.Synagoge nach der ersten Reihe bei» Rlmemor. während die Dame» von Frau Prz. nach der oberen Frauen-Gallcrie geführt wurden und dort Aufklärung erhielte». Tie hohe» .Gifte »erblieben i» da Sy- »agoge b>« zum Schluffe de« Gottetdienfte« n»d folgte» mit geipo»»Ier Ausmaksamkeit dem herrliche» Gefange oti Oder, kanior« Siroto und -.feine« Lhor» »nd statteten ihm zuletzt chre» Dank ab. »ie auch den Eomitee.Mitgliedern. Eine große Menge Han« nicht n»r die Synagoge, auch den werten Platz »or derfeldpn erfüllt. Marsch»». (K4»tk»g«>. Stadtschulrat Dr. Seleuczik Hai emen neuen Schulplan entworfen, deffen Happtpuntt dahin geht, lalle Chijder, Talmud Thora- und Anfangd-Schulen zu Vereines-damit die Schüler »ach einem eriheillnhe» Plane wie in de» Elementarschulen lernen u»b zwar die allgemeinen Fächer »»mitlag«, nachmittag« die religiösen. Ferner sollet^ >Lehra<sturie aiffner werben für andere Fächer »nßor Polnisch s Di« Koste» soll diy Stadt ttaget, weiche die Ausgaben für ' falle Elementarschulen zu decke» hat. <1 Marsch»» rtn der letzte» Sitzung de« Gemeinbe-Borstanbe« lag der «nicht da Herren Dikft ein, R.athanft » h » und Ru» »stein »or, bene» die Petition der Ge - meinde-Beamte» und Lehrer »egen Erhitzung ihrer; Pensionen hei der heutigen Teuerung x zur Larberatuug üderl wiest» war. Mit kliücksichi auf die bestehenden Perhiltniffe w»rde beschlossen, ile» Lehrern und Beamte», welche di» 50 9t. . Ro»at»-8ehalt beziehen. de»en, dtp mehr als 50 R. beziehen, die Halste de« Gehalt« als einmalige Zulage z» gewähren, zahlbar in 3 Raten. — In da Gemeinde werde, täglich öder 2000.Zettel auf Mittag umsonst oerteist, durch die Vorstände Morgenster» und Adelfaig. Die Gemeinbe- '. stsmmisfion zur 8»terstütz»ng der st r i e g « n olle i d c n d e » haj dem Delegieren B e r « a » n 500 R. zu Brot und startoffAa 'gegeben für die Szirarbower Arme», die sich i» schwerer Roh befinde», da da vochenwartt dort Sonnabend ist. Für di» Armen von Amszyuow ivurden 305 tzi. bewilligt. Der G«s besitze« Anton Goroki ». v»liapinko«ze-. . «ta hat ihnen stau da »ersproche»en 100 Z». startosfcln 300 X. geschentt. I Für Saradztzn hat da Delegirte 120 X. , bekommen, für Lllskht »nd Loli««« hat die llnterstützang »tlfgehbtt, da bieskoitigen Z»de», jetzt durch Handel wieder i>» geordnete Bahälmffe gerate» find. — Die ,Hils«gesetIchafi' acht an arme Juaen, welch« de» Sttaßen-Bakauf van ge. i bratenen stgriosselnl und heiße» Tee ädavehmen. Handwägel. lchpx.ad gegen Aamhlung von 10 R. »nd Ratenzahlung da üchfiaendr» '50 K. Marsch»». Sam. Lid Prim ' | Irschase P. Da Li Likur Cholim i | Sme^tvoluss und »nngen eiogatumi. Die »»aist«»stsch« Ketti»» in varschau beriet üba die Petition der Evakusttions-stommisfionutzdie im vorige» Monat 25 000 R. bekommen uud nach da Erklärung de« Lorfitzenden l Ru»bftcin »»«gegeben hat; fie erhiell wiederum 10 000 R. — N in angesehena Manu ist hier verschiede». R. j«, Sohn de« bekannten chafid. Wohttäta« war Gründer de« 1. allg. strankenv. de« Allersheims Moschab kekenim (a. dt den heimatlosen Flüchtlingen sei»« Loh- Auf die Petition »»» 5 Studenten da Slobodkoer Jeschlbah, die z. Z. hei ml o« i» Warschau unta Ansficht von Radb. Juda Levi lernen, wurde beschloss«,, ihne» Mittag unentgeltlich und für Löhnung bi« >50 9t. «»»atlich zu bewillige», ebenso da 8»ll«schule .Juda' in Grvdzitk 75 R., die Paitton daGesellschaft zur Unterstützung armer Ldebnainnen wurde adgelehni. Da »merit»»ifche Z>ek«»irte Lewin-Epstein Hot Warschau verlaffe» und ist über die Schweiz nach Pan« und London g-fahre». Zb»»t«t j>r.,Atrfchkekb, da amaikanische Delegirte, ist von feiler Reife »ach Warschau zurückgekehrt. Er hat die Städte sochoczew, Skianirwice. Lodz. Ezenstochau. statisch. Plock und Lrthaue» besucht Und mit den dortigen Gemeinde- Lorftehaa Zusammenkünfte gehabt. Uederall wurden amerikanische stomiiee« gedtldel, welch« die Berdinduag mit Amaika und de» Berliner ^Hilfloerein d. d. I. »uftechl erhalten und inddesoudere zweck« llederweijung da Gelder Amerika« an ihre Angehdrigen in Rußland. Die Axdeilen habe» schon degoine». Die Emtgralionr-Gefellschaft hat sestgestellt, daß z. B. in Lodz über 6000 Familien Unterstützung au« Amerika erhallen. jttt. Hk»»l Math«». Lizepräfident de« .Hilsiverrins da Deuttche» Jude»', befindet sich auf eina Reise lm Gbuvanement stowno, um sich üda die Lage da Juden zu unterrichte». In seina Begleitung ist da Sekretär Dr. stöhn. chef«»ge»e»-g>>irf«rie. Täglich kommen in Warschau Gefangenen-Transporte durch, in denen sich zahlreiche Juda befinden, welche nur rituelle Speisen gaießa. Es hat fich deshalb ein stomita gebildet au« den Herren stirschdaum, Holzmanu u. a., da« für diese Gefangeum Mittag besorgt, auch Sabbatspeise. Da Feftungs-stommandanl hat die Genehmigung erteilt. Die stoftea ttägt die Hilfsgesellschaft (Gczibow Os. Gzotstacha». Die allgemeine Versammlung da Sportu»d Turn-Seklio» de« Handwerker-Elud« konnte nicht zu Ende lomwen. da magische Proteste erhoben wurden, die Vahandlangen in .jiddischer' Sprach« zu führen. Die Versammlung mußte beihalb votagt waden. Mietet«» Da streisches hat die Aufstellung ge»aner Register aller Lehra und Schuten in da einzelnen Städten verfugt. Ju Piettkau ist da« Register bereit« ausgestellt. Au« da streisstädta c,folgt die Zustellung durch die Polizei. Ei» a»geschener Mann und Wohltjta, der von hier stammle, ist in Mohilew im Alter von 85 Jahren gestorben. Raihan Horow icz, Sproß einer jaltangesehenen Familie, war im August Xö 14 ,or dem Krieg und Pogrom und der Gewalt- Herrschaft da rusfischa Heran mit seina Familie nach M. geflohen. Sei» Tob hat hia große Traua hervorgewsen. — Da strei«ches hat dem Raddiaa alaudt. Schmuroh-Mehl zu Peffach zu mahla. / JU»bi« Die Sivil-Berwaltung hat einen Synagogen- Rat beftättgt. da olle .Etüblech' und Minjanim zu beaufsichtigen hat. Ti« Miliz ist abgelchafft. Sn ihn Stelle ist die Polizei getreten, 0er Juden „nd Ehriften aogehdren. — Seil Wochen ist im Handel Sülle. Au« Warschau and Lodz steht man jetzt keine staufleute mehr. Dadurch find die Preise verschiedener Waren sehr gesalla. — Ein Ardeita-Tahau« ist begründri. in dem zweimal täglich ei» Glas Tee für 5 stop, und '/« Pfd. Brot »erteilt wird, ' Kalifch. Da« Hilfskomitee hat eine Volksküche geschaffen, in da «ie Arme» täglich Mittag umsonst und 2«»l wöchentlich Brot bekommen. Kioratzz. Auch hia ist eine Volksküche gegründet worden, die täglich 300 Ritlagesten an hiefige und durchreisende Arme umsonst »ateilt. ^»dz. Für. da« jüdisch« St,»be»«»t find Taxen ringeführt worden, die strag innegehalta werda. Jede Uebaschrrilung daselde» ist strafbar »nd wstd gerichtlich geahndet- Zum Stande«beamta wurde da Bem.-Sekr. Js- Schwarzman» ernannt. —.Da neue Direktor de« hebr. Gym- »afium« Dr. E o h », bekannt als hebe. Dichter, ist hier eingetroffen Hia hat fich ein amerikanische« stomit« gebildet au« den Haren : St Jaroezvaski, Dr. Brande. S. Kämet. Dr. Rofenblatt, Mor. Pr»schka. Dr. S. D. Lewiu, Pridulski. G. Ramann, G. Praschka, I. Schwarzmaun, Dr. Wolslohn. Abr. Fridrich. — Die stinder-stüche hat vom 15.—30. Dez. HISS bezahlte und 1127 unatgeitliche Portlonen auigegeben, die .Brudahils«' 8173 und 830. die Talmud Torah 7052 und 688, die stüche da 1. jüd. Ochronke 235 und «03. jAtriv- Unsae Stadt, die 119000 Einwohner hat, leidet an Petroleum-Mangel: Die Schulen müssen früh geschloffen waden. Die« machen fich Spekulanten zu Rutzrn. und nehmen 15 Rad. für I Pud. Deshalb hat fich bi« Proviant-stommisfion an den Geueral-Gouvanenr gewandt. , Die ketzatzige Aeit»»g. Zn Lublin rschcinen keine jüdischen Zeituijgen, darum gibt die jüdische literarische Gesellschaft und der jüdische Turnverein eine lebendige Zeitung heraus. Die .Redaktion' und die .Leser' versammeln fich allabendlich in einem Saale, dort werda von den Mitgliedan der .Redaktion' politische und wirtschasilich« Artikel. Failletans. Depeschen usw. vorgelesen. Einmal wöchentlich gibt die .Redaktion' iu derselben Weise eine humoristische Wochenschrift heraus. Sawiaezl«. Rach dem Abzug da Ruffen hat fich ein Bürger-stvmitee gebildet und eine Sladl-Meliz aus Christen und Juden, auch bei erstaem eine jüdische Abteilung zur Hilfe . für die jüd. Armen, um fie gegen die Spckulution zu schützen, es wird Brot gebacken und billig vakauft. Da Handel ruht, viele Fabrika huba geschloffen, die Arbeiter find nach Deutschland auf Arbest gegangen. Akbekawe». Im Jahre 191« wurden hia 14 Ehen geschloffen, 75 geschieden, geboren wurde» l >5 Linder. zsekchato». Der jetzt I Jahr bestehende jüdische Arbeita- Berein .stultur' zählt >20 Ritglleda, er läßt Vorlesungen über verschiedene Fragen abhalten, alle Rstglieda habe» im Somma jüd. Sprachstudien getrieben.' Das StistungSsest soll festlich begangen werden. — Der jüb.-dramatische Zirkel hat einen Abend zum Besten der Volksküche vaanstaltet. Reinertrag war 100 Rubel. ' JMebfa- Die neue Verwaltung de« .Hasomir' hat eine lsterarische Abteilung gebildet, die gut besuchte Vorlesungen jede» Sabbat abhält. Daneben hat fich eine dramatisch-musikalische Abteilung gebildet. Auf Anregung von Frau P. Roda ch ist eine jüdische stinderschule begründet worden. Die UalerrichtSIpiache ist »jiddffch'. Die Erziehung wird in jüdischem Geiste geleitet. — Da» Arbeits-Ami hat eine Bamitlelungs-Stelle eröffnet für jüdische Arbeitslose. S>ir»rd»w Hia hat fich ein« Volksbibliothek mit Lesefaal gebildri, fie zählt 150 Mitglieder. —Der in voriger Woche vast. Cholfid R- Sam. G u l g l a ß hat der Stadt zu« Besten da Talmud Torah ein Hdu« vermacht, seine Erben haben zum selben Zwecke 1000 Rubel geschettkl. zssttlyAock Wie di« .Hazestra' berichtet, habe» die dartigen Zionisten die Reugeftattuag da Dinge zur kräjtiga Reuatfaltung da Parreifaä>e. die unta da rusfifche» Herrschaft nicht zum Vorschau komma durste, benutzt. An einem Demonstrafioniabend nahmen die Spitzen der Militär- und Zivilver» wnltung teil, die sich gleich den Mitgliedern mit dem .Mögen David Stern' schmückte» und für den Rationalsonds spendeten. Lei da gemeinsoma Abfingung des tzatikwuh-Liedes spielte die Militärkapelle und die Militärs hörten stehend und mit entblößtem Haupte die stlünge da ihnen unverftändlicha Worte an. Afes«»dr«»o Die nae Jugmd-Ta-Halle hat in den afta 2 Wochen über 5000 Portioua Ta verteilt. , j - Ende Dezember 1915. j .Brauche» Sie Pelz, Hers»' — .Sehr gata Pelz!' — .Bitte zu kommen .seha!' -- So redae sprudelnd ein langaufgeschoffma Jüngling »»f müh lein. An« risaa Torweg, da aus «um düsteren Hof führte, kam a heran «geschaffen. Mir halb 'zur Seile, die lange Ras« üba «eine linke. Schulta vorschiedend, rannte der Anreißa 10 bis 15 Schritte hinter mir . ha. Aus dem mit Holz belegte» Bürgersteige hallen zwei Menschen I nebeueiuauda kauvr Platz. Wie taub eiste ich »eita. staum bin sch diesem Geschäftsmann entronnen, da stürzt schon rin andaer aus mich za. Ein stalchen mir lustig blitzende» Augen. Der stopf saß chm'wie auf den Rumpf gesetzt zwischen den breiten Schultern. »Stühe» da Harzu kaufe» Stiesel 7 staun empfehlen srine Ware.! Billig . . .!' — Ich antworte wie ei» Fisch und h-rste weita. Ein kleina stnirp« nimmt mich in Empfang. — .Hia, Har, Reftaatie, wenn Sie »ollen nehmen zu speise» . .' Stamm, ohne mich »^usthauen, gebe ich Weiler. Rur so oda durch unzwritzeutige UÜfteundlichkeit kann man diesa Anreißa fich erwehie». Wie stleljen hängen fie fich «n den Borüdagehende». oft zwei und drkf' ßp gleicher Zeit. Ich gehe durch die Latsche Straße in Wilna. Es ist ein« da Hanpigeschätlistraßen da Stadt, lleda da« stopffteinpfiafia da -kan« 6 Meta brate» Berkehrsada hdlpei» die Wogen, i» bat Torbögen u»d an den Ladentüren stehen di« stundenfiicha. In den meist kleinen schiefen Häufa» — viele davon in Fochdoak adaul — reiht fich Geschäft an Geschäsl. Hondwcrkastude an Handwerkerlnde». Berka»f«riume I» Erdgeschoß und in den Stockwake» bi« hinans n»ta da« Dach. In dir dunklen., schmutzige» Höfe find sie hisestrge, krochen. Die «eiste» Rän« fi,d e»g und düfta.. I» e»ga Gemeinschaft findet man Luxus, Schmutz, Unordnung und durchau« wertlose Di»g«. Feine Pelze uud Schund, Anfiqniläten. Wurst, Stiesel, stäse, . Mnfiktnftrumente. Sodawaffa. Safe, stochen, Schuhselt, Heringe, stonfekt, Streichhölzer, Seidenbända, Schnürienkel usw. So fieht c« in der Deutschen Sttoße aus, fie ist sozusagen der Hanplftrom, in dem fich eine Rech« von unsaubäen Rebenflüsjen ergießt. Folgt man dar» Laus recht« und link« oom Hauptftromdelt da Deutsche» Straße auS, dann kommt man in ri» ganz altes Judenviertel hinein, das den Eharatter des millelallalichen Ghetto gut a- Hallen hat. Die schmalen Gaffen verlause» in andere, wenn möglich noch schmalac, schmutzige und duuklae Gößcheu. au« denen mar, in die Säcke winkliger Höse gaäl. Für den Fremden ist e« unmöglich, IN diesem Gewirr von krummen, kreuz und quer durcheinauderlnuseudeu Gaffeu. Stiegen. Turchschlupfen und Höfen sich z»rechlznfinde.i. In diesem, wie zum Lerstecken eingcrichlelen Znsammenwürseln van Unübei.'ichtlichkeil, Dunkelheil. Schmutz, gähnenden Löchern, die irgendwohin i» da« Innere foflamnnta Häufa führe», fühlt man fich in eine ftemde Welt vasetzt. Wenige Schritte davon enlfant pulsiert großstädtische« Lehen. Ei ist auch eine ftcmde Well, die fich hia ahalten hat. Sie bildet rin defondere« Blatt in da Geschichte rusfischa Politik. Aus sternrußland wurden die Jaden fast restlos vertrieben; nach Polea, Liianen, Kurland und in die Mraine hinein. Und hia wiedeum dursten fie nur in den Stävten wohne». Schon die srüha in die genannte» Gebiete eingovaudaten Juden wurden von da übrigen Baölkanng alt lästige Konkurrenten empfunden. Ais solche dettachlete m»n natürlich auch den neuen Zustrdm. Gezwungen und f««i. willig schlaffen fich d« Gehetzte», Laachteten, durch große vadrechea und kleinliche Schikane Bei folgten in ihren Siedlungen zusammen. Ganz enge, al» sollte so da eine de« andan Schutz und Stütze sein. Sai/bjc Rot gebar, erhält die alte, von Geueratioa za Geuaatipneckiberlommeue Gewöhn, heit. Ohae äußereu Zwang bleibeu Spiele Jude» iu der Be» schrtaklheil, Ilnhygiene, i» . dem Schutz und dem Dunkel da elenden Judenviatrl wohnen. Bo» Genoffen, die i» Wilna geboren »nd aufgewachse» >tt de».Aahälft>iffe» gut »ertteul find, Hirte ich. daß i» den elend«, Httien, t» de» erbärmlichen Bäßchen. in dieser Zasammenhiusnng von Unrat und BednrsniSlofigkett Leute mit nicht geringem Bamöge» und reichlichem Einkommen wohne», Leute, di: im besten Stadtteil ein eigene» Haus zu dewohnen in der Lage wären. Allading», die große Maffe der Bewohna des Jndenviateli gehört zu den Enlerdten, den gänzlich Besitzlosen. Die Zahl da in den Städte» zusummengepsachlen Juden, war zu groß, als daß auch nnr der größere Teil von ihnen sich durch Geschick uno regen Geist aus den Niederungen sozialen Elends hülle heran« Heden können. Die Mehrzahl oon ihnen mußte als Handwaker und «insache Handarbeiter da« einfach« Brot zu erwerden snchrn. I» der Lohnordrit noch mehr als im strämagcmerde fchreubte di: gegenfeiiige stonkuirenz da« Einkommar bis zur uutrrslön Grenze ö,-s Möglichen herud; der Handarbestcr sowohl als d:r Handwerker und Händler hangen von eine« Tag zum anderu, er hungert sich durchs ganze Leben. Sein Wunder, daß die kullnrellen Bedürsniffe diesa Menschen außaordenrlich gering find; dort wo Ansprüche lebendig werden und Beftiedigung heischen, stelle» sich ihnen die schwaen Hinderniffe sozialer Ohnmacht llud polirischa.Gebundenheit hindernd in de i Weg. Die Quellen de« Bewußlseint der Ursache» gesellschaftlichen Elends und de« Willens, die Ursachen wegznräumen, enlspringe» jedoch nicht dem jüdischen stleinbärgatum, nicht dem Rofiegesühl, sondern da stloffenerkenntni« da jüdischen Lohnardritaschsft. t»l^>, . Mir bitte» «sae Krambe »ie .jüdische Molll»- z«It»»g' «Saall in Jsitltm und auf den Mahnhöke», i» Defehallr», Aale», chchktzöfe», Zpeisehönfer», Maeiwe» und Dl«, z» verk»»ge». «uh i» Aade- Hotte» »»» A»oa»stakke».