Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 53 (17.12.1915)
- Date
- 1915-12-17
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Itdifch« Dolbyttnafl. Dir vrhaidillng dcr Juden in Zronkrcich Frankreich führ!, wie seine Blätter jeden Tag gioß'prechcuich verkünden, den Krieg .für da» fte<ht. d»e ^ioildaiion urb die Mtnichhert." Qe mi:§le also vor cflcm jm crgaini Lande fltf) der Unkibirdttn armhmrn. Stoe piiotc G«gemeil aber ist der Fall. Tie osrrkanttcken Trrailleuie laufen Heuer wie int vorigen Vinter rock) in ihren Leincvhoisn hemm. Cb ftc erftiacn, ist gleick'gnllig. Es ist ja toch nur Kano> 7niun»r. Die Juden werden ganz beiordne sck leckt behandelt Gnsrave Herve, der oütin tos 9irctt zu hcbrv ufcitpf. die M'ßst^rde im frovzöfiichen Hniwcitn in fcii.it Gr irre Sociale zu riipcn — er brachte jürpfl auch die von bot L rnenbo^en der Aftrkaner — n wmt fick in der l.tzien Z»il euch bei Irtten rm fravzöst'chen Heere und rn Fiankrerch nderbouxt an Unlä'gst forderte er den Prajetun rrn Cion irr Algerien out. doch ter Familie ante mtl Remen genonrtcn irau<ön»chln B: gire iftoelitiichln D'kerniristrs. die ihi sei: lLM'oia:en zu':cl"''de Kliexsunuisti tznng entlich zukeniver. zu lasser. W »te» <r» wühutc er «rnen Fall von drcr gleichieille mit R.-men oulgcführten polnischen Juden tre als Freiwillige in#* i,ur..zdfircke Heer eingttteten seren, aber letzt als Spione in: rurgcrl.chen Ge. fängnie süßen, weil fie. wie sie von Honic aur eenöbni wären, unter sich Teul'ck tprüchen. Herv. hc.t auch den ersten An« sturm auf die ii Far.1i,ick Sckntz vcr den ru'st'chcr: Pogromen juckenden rulsttchen Juten out adschlageri Helsen. Die französische Regünng nolltc sie :hr<n ruifi'chcn Lckergen ausliefern und, al» das an dem Aidn'pruch der öffentlichen Meioung fcheitntc. sie wenigstens ine iranzösi'cke H er einreihen. Vor Monaten ift der Vcnuck nuciiclt worden. 91un veröffentlich, GustaveHerv>rn remem Blatte .La guerre sociale" unterm 2«r. r>. M. einen außerordentlich ruterestanten Artikel, bet,teil: ,Dre r n t r r s ch e n Juden in Pari»", der manche ganz neue Tatsachen brir.gr. Herr«' schreibt: »In der vcrigen Vcchc bol der Pcnsrr Stadttot aui die Anfrage des Herrn Poirier de Nareuy. der von Henn Galli und Horn Taufsel une'stützt u rnde. den Wunsch ousgerprochen. daß die Anglhörigiv der verbrindeten Siaoien an» Frankreich ovsg'wieren werden <ollien. wenn fie fick: trotz mrlttürpflichrigen Alters nicht ins Heer ettneihen ließen. Eolort begann, nie vor einigen Moralen, als eine ähnliche Maßregel wie «m Tamoklee scharrt über iljnn Hä: piern brng. ern allgemeiner Av-zug dcr Kinder Israels zu der hohen Platte der Prüfekltir. wo arme, ou» dem Hänschen gebiaütc Juden jedes Alters und jedes GcjLKchis eine lunpe Sie,he bilCcicn. um die AuSwanderungseilaudnie noch dem gastlichen Aworka zu erlangen. Hervo nimmt sich wie immer dcr armen Juden an und fragt die Antragsteller im Pariser Etodthciuse. wo'ür sich denn die Juden schlagen sollten. Nachdem dann der Verfasser mit Rücksicht aus die Kriegs» löge eine milde Tcnari sriiprtdt. fäbn er fort: .Herr Volli würde selbst r.rckr eine Mwute ernsthaft daran dertco,diele iusfisckcr Juden rnMe-fsen teeboldoukznweis.n. weil ste sich nicht für verpftichtcr t olroi. Hit Frankreich zu fämp'Cn, fie oußzuweisen nur zum Vergnügen einiger Rcstauroieure, die seine Wühler find. Ader dazu muß inan den ganz,» Komplex der Frage verstehen. Warum wollen di«se inisttchen Juden — denn nur um diese handelt es sich in Wirklichkeit — nicht Soldaten werden: da» ift die Frage, die sich Herr Galli vor» legt. Ich will Ihnen antworten, wenn Lre e» gestatten. Zunächst wollen fie stch nicht lür Ri.ßlond schlagen, weil Ruß» land br» heule dao Land de» Aniil mit eu.us war. wo die Juden auch nicht ein Birger cckt toaßen. weil cs das Land ist. wo man die Iutcn m genttsev Bezirken er«.sperrt, wie iu einem großen Gh,:io. weil cs bas Land Ört Pogrome ift. wo vor 26 Iadrer, enre von lcr Bcamleufchast ia: at»fiote Menge fich zu Mastenmortcn b'mciße» :>iß ^von denen die Pariser Juden viel'ach die traurraen lliltrtcbcnbcti find. Bedenken Sie. Heu Golli. dao rst bei Parrio Adg. und ^auonollsti sche Schreier), wenn Sie die Ihiiu vor Ihren eignen Augen in Kttckinew. hätten llinschlackten sehen, n^nn fie ni ßlen. daß Ihre Glaubrnsgti oft'«» in Rußlui d kcir> cri j'g.s löfieuNick rS. Recht besitzen. lGallt ist st!do jüdischen GtdtNiS) wsnn Sic vor Verfolgungen und Pogromen härten st ehen mnst'n. würden Sie dann freiwillig hiog-.h n. um sü« Rußland zu kcmpien^" Ader für Frankreich, für das .Frankreich ter Menschenrechte", hören wir HeroL werter: .Sie meinen tonn soll <v sic wenigstens für Frankreich kümplen, für das Frankieich der Mensckevrechle. das' dir Gleichheit oller Menschen proklcmier; bot und scn e Uutersar en jüdischer Raste zu vollberechtigten Franzosen gemacht bei? Gewrß. aber lOOOV von ihnen hoben sich ja auch gestellt, damals im August IHM, als die Deutschen auf P>.r:s marschierten. da Halen fie ireiwillig rn» He r, aus Liebe zu Frankreich, dos Land ter Rerolutvn und der Rcpi ll k Aber wie baden wil diele zeb" cuserd Freiwilligen dehondelt. vor» denen fchrn so viele Tausende ir-hmdedeckt aus den Sch/ochiseldern der Champagne und der Algounen gefallen stnd? Haben wir nicht die Tciheit besorgen, sie in eine Fremder legion zv stecken, unter Kolpoiole und Un.'oofstuer^ unserer Fremdenlegivn, d. h uvr.r ganz brcve. etwas graulame. häufig onlijemitische Vorgesetzte, die an witerspenstrge Gesellen gewöhnt waren, wie fie im Frieden in unserer Fremdenlegion »me», und die nun eine Trizip.rn einsühnen, ähnlich der m :den afrikanischen Batailloren V W.Iche Leiden müsten diese '»vglnckiichtn Frerw-lligen avsgcbalten hoben ¥ Und da wundern Sie fich. daß einige ruffilche Juden fich weigern, freiwillig Soldaten zu werden, auch wenn fie zu einem Linievreg>we»t kämen? Biele von ihnen find eben erst ou< Rußland gekommen, ste spreche» urferc Sprocke noch nicht, fie hotten »och keine Zeit. Frankreich lieben zu lernen, und da wollt Ihr fie mitzdanbeli, »eil sie »ach Kenntni« der Leidcn der erste» Kriegssterwillige» da» nicht a»ch ihreiseiidurchmachen «ollen. Um .im besten Falle einige hundert Freiwillige — schöne .KreiMllige" — -u Aus feindlichen Ländern. vreila«. de» 24. Dejrmder I9>S. Nr. 53 bekommen, wollt Ihr Tourelide vor armen Leuten. Grellen, Fiactt undkiridenl nach Amerika schicken, damit fie dort erzählen, daß fie aus dem freien, republikanischen Frankreich au-gewiesen find? — gibt in V* großen amerikmnschen Rep"dl>k drei M lliooen russischer Jude», davon eipe Million in Rewyork. die kort einen ungedeurca Einfluß außüdcn. Diele drer Millionen omeukari'cher Juden verabscheuen Rußland: nur ein» hält fie zurück, die Liede zu Frankreich! Und nun wollt Ihr. u« ciripri Lodendifitzern rm vierien Arrond'ssemenr eine Freude zrr machen. Et/ch die drei Millionen ameekkaniicher Jude» ent» fremden V Ihr wollt ui.lere Cbre auis Spiel lchen. wollt, daß wir Gemeinschaft mit Ant lcmr'eu machen, die die armen Vcrbani'ien. die unalückirchen Dpser der ru'silchen Poq'vme ver» folgen t Aber selbst d«e gtößlcnAr.U'cmuen au» dem vunenVez'rk würden Euch de»anoui'.reo. weil« fie wüßten, was un» eine derartige Mapnahmc kosten kam! In dem Augenblick. alS'ch di,st» Artikel schrieb, telephoaierle mich eine junge Panser Ivdi» an: .Sie glaube» also Nicht, daß man uns avSweifeo wird?' .Rein, gnädige Flau, der M'nrster de» Innern bot e» schon vor mehreren Monaten ge'agt. daß er es nicht zulasten wird, daß man den Verban'Uen etwa« zn'eröe tut." .So kann »an alloruhig aus die Kricgsanlerhe zeichnen!^ .Ader ja. mit b:sden Händen.!' »Und wenn man^iUtö doch ausneist r" .Niemals! Nie wird die französische Republik eine solche Schandtat begeben." .Ist daS sicher .N.chl nur das ist sicher; sondern ich verspreche Ihnen sogar, wenn dre Milliarden der Anleibenrcht für den Krieg a»S> atgebei: werden. darn:wird die Republik vom Uederschuß einen Strick taufen, »m . . Da wurde leider die telepbonilche Vcibindunq unterbrochen. s>o daß diese junge ruillsche Jüdin nie-nal t erfahren wird, zu ivUchem Zweck ich düskn Strrck von dem Uebeischuh der Sieges» rnleihe kaufen wollte. Gustave Heros.' Wort». In einem der letzte« Kämpfe ist der Offizier pciui Fia„k gefallen. D»el<r war der Vertreter von Baron llothfchlld ui Palästina und har für die jüdrschen Kolonien >irl geleistet. — In der antisemitischen Prefie wird noch immer >ie Hitze geg,n dre lusfischen Juden, bre fich in Frankr.ich iulhatten. soitgeietzt und d.tonbo» find es die Pariser Ratioualiftcr, dre sich b.bei hervortun.. Die .Humanits" irotcfliin gegen diese H,-tzc. indem da» Blau schieidk: Franklcich er'chont durch fie wie das Land, da» die;uden vost'lgt und quält. Vir host,n. daß He»r Malvi sein!Narover nicht souletzl. da» dem Prestige Frankreichs nach i ußen ickiaden könnre'. — Ter Großrabdiner vor, Frankrerch. llltred Levy. hat ln allen Synagogen einen Ausruf verlesen liste», der die Juden oustordcrr. für die nationale Anleihe »» zttchnco. — Dre Geme,»de Havre, dre nicht groß ist. hat der:i(6 durch dcn Krieg schwer gelitten. Es find mehrere Oifizieve Sugrn Bauer und Atdnt Mords) und Soldaten (Louwich. ^)avid Ruck. Flodslic Bernsternj gelötet und mehrere Kriegs» t ilurbir r sdaiunter Tr. Roger Dreyfve und sein Bruder Ro» lu\b Trcysns, verwundet worden. 00R 4 tu intcrcffanter Brief d« »tuen Konjltit Lancaster. Ter englische Ge»eralpostmcrst«r Herbert S a m u e l ift o - Nachfolger Churchills zum,Kanzler des cerzogtuwsLancaster" ci x amt: wo'dcn. Tie Vellgochichle. die noch ihren Humor b halte:- dal leistet fich damit den Witz den friedliebenden i; 3fimuutiir weuiqst ns in dreier Würde z >m Nachfolger des g ößlen Seemaniheldon beider Hemi'pdären zu befördern. Wie du Postm.nrster Le» veicio'gic» Kv»rgrcrch-S England weniaftcnvi r dem Kriege gedacht hot. mag folgender Au»gang au» einem la gcren Briest dannn. t,n m»r Herden Samuel im Herbst l'. 12 geichriedeo bat. Es hieß darr»: ,Ä struri'pa ist im Begriffe, da» Entwicklnng-stadiu« ur voUftäneign Zrvilisat.on zu überwinden. Ja diejem glaubte m >n. daß die Regie,ung eine» Staate» lediglich ihren eigene» Ui terionil, gcgei über Pst,ch„„ habe: daß die Wohlfahrt des R'ftcs der Me..lchhcit nicht ihre Fülsorgc sei: daß die normalen B«zlebuogrilzui'fchen den Stinten nolwenörgerweiie solche latenter ot r tikllvn Fout j,ligkot fein müsten. oder daß. wenn der lpot mit cii.igcn Ländern Freundschaftsbeziehungen unter» te. d-rle nur dazu dienen mühten, um so nachhuttiger leine neschasksbezichungeu zu anderen Länd.rn veijolgcl'. zu n'». Tic Austuflung, daß ein Staat keine anderen Pflichte», brc ^egen sone eigenen Mitglieder habe, wird nun als duich. us nnfitilich erkannt. Völlig unsittlich ist die Lehre, daß die Wodlfohrt jener Mentchengeichöpfe. die Teutschc genannt wer dcr. jene angehen, dre Engländer heißen, undboß die Wchliahrt der Engländer kein Gewich» für dre Deui'chen Hab - Sir ift ebenso unfinl'ch wie dre Lehren des wilden Sioux, der feinen l'tzlca Bisten mit einem verhungernden Sioux teilen, ade den Sko p eines verhungernden Apachen nehmen würde. D»e W,lr kommt allmählich zur Uederzeugung daß Handels» \ rivc li:äi nicht mehr nn Grund für die Feindschaft zmrschea; Nol orun ift. als fie es für persönliche Feindschaft zmschen, Lad nbefitzern in benachbarten Straßen ist. Sie beginnt zu - erke ne», daß die Entwickelung einer fremden Ration in Reich» t tu« und Kultur e»n Gruvd nicht für Feindseligkeit, sondern für Tankdarkeit sei. denn Reichtv« und Kultur dehnen fich au- und »hie Borleile verbreiten fich wert über ihre Ursprung»» ftätti hinaus. Ter ständig nächst)de Geist rulernotivaaleu Wol Iverstehen- Hot de» Völkern immer mehr die Seguungeu des Znetei s g.fichett. Während der 126 Jahre von IL89 d»s 1815 war Engloud KL Jahre in Kriegen mit weißer Völkern verw irfdt und haue vor 68 Jahre Friede». Während der Jahre 1811 bis 1912 war e» füi f Jahre mit solchen Kriegen de» schüf igt und hatte 92 Jahre Friede». Und jetzt schützt es stch wohl gegen das Risiko eines An» griff, und fördert mit diplomatischen Mittel» — wie alle Lä»dier für fich z» tun derechtigt find — sei»e legitime» Jute» reffe» in jedem Teil des Glodns; sti« ernstester Wunsch ab,r ist auf den Frieden gerichtet. Es gibt jetzt hier u«cht und hat nie gegeben irgendeine Absicht oder irgendeinen Wanich. Feind» feligkerten mit Teutfchlond zu provozieren. Teu» die drrti» scheu Staat-männcr und das britische Volk wißen sehr wohl, daß ein bewaffneter Konflikt zrvischen jenen zmci Nationen, die zu den Hauplpioniere, der Zivilisatiou gehören, die in der vordersten Front der auswärtsstredenden Menschheit marschieren, da-größte Unglück darst.llte. wwre daß jeue. die ihn verursachten, tausendfach oerdrecherücher handelten als irgendein Mörder, der seinen Nachbar auf der Straße niedcrftäche. Herbert Samuel." .Wie irgend ein Mörder"! Wenn Herbert Samuel diese Briesftcllen fid wieder zu Gemüte führen sollte, ban» dürfte ,hm zu vollem Lewaßisein kommen, welche Schuld fern Bor» gängc, auf sich geladen hat. <£»«»«». Bon den Juden find in London l 7.000 umer den Kämpfern (das find 8'/, */, der jüdischen Bevölkernng). K»F!a»-. H^etetsßnr». Die jüdischen Flüchtlinge in Rarma erhielten den Befehl, binnen fiedea Tagen ihren fetzige, Anfi dluugsplatz zu verlaffe». Berichte »ssizlsser russlfiller Wlltter. )»de« «,f der -t»cht. Za Wologda. von wo man die deutschen Zroilgefangenen nach Sibine» gejagt hat, damit für die Flüchtlinge Platz geschaffen werde, haben gegenwärtig au die dreitausend venriedeue. Aeinruffen. Lette» und Jude», zeit» weilig einen Wohnfitz gesunden. Die .Virfhewyja Wjedomofti" geben do» dem Leben dieser Vertriebenen eine Schilderung, die wir hier j« Auszuge »redergeben: Uud die Juden! Sie denken »icht an die Rückkehr zur Heimat, fiesrage, »ur: .Wird mau uns nicht weirer jagen?" Die Ausenhallsgesetze — berichtet der -ersaffer — funktioniere» automatisch. Hier eia Beispiel: Hammer, »in Schmied aus Rowo»Al'7andro«ik im Kowuosche». Die Famiiie gehört dem Schmredehandwerk a» seit Urzcite«. Schon der Name sagt tf. Renn Personen ist seine Kamilie groß; alle find im gleiche» Berufe tätig. Als man ihn nach Wologda brachte, lief er die ganz; Stadt ab. um erue leere Stube zu finden. Schließlich fand er eiue 1» der Umgegend, i« Dorfe Podoaiza. etwa vier Werft von der Stadt. Was fehlte zum Handwerk, baute er selbst mit de» Setuigeu. Da»» deschlug er den Bauern die Pseide. Do. eine» Tage» erscheint der Urjädntk (Dorfpolt-ist). Egeschah, wie das Gesetz »vrschreidt: »Sach« betreffend die Ausweisung des Juden Hammer aus bö'ftrche» Gemeinden." Die Behörde« biflagtcn ihn (I), ober fie kounte, ihm nicht helfen. Auf de« flachen Lande darf der Zude kei, Haudmerk treibe». Jetzt rst Hammer wieder tu Wologda. Er lebt und hot zu leben Wäre vielleicht glücklich, meu» a» sei,em Ambos nicht die Sorge stände. Tag und Rächt das furchtbare r .Wir lange?" Das find die Zungen. Kräftigen. Ader die Alte«? Ein Brerundachtzigjährtger. ein Partriarch mit Kind uud Kiides» kiudern. Zn Wologda zählt die jüdische Kolonie jetzt 7ö FamUten. Und diese kleine Gemeinde dringt jeden Monat tauseub Rudel aus. mit denen fie di« Mittellose» »»terftützt. Eine» haben fie et»e .Parikmacherskajo". da» «ft fmiedas deutsche Wortsaßt) eiue Fnfierstu de gekauft, »der ia Wologda bilde» die Friseure ciae Zunft, die Prüfung und Zeug»ts verlangt. Za Pole» »ud - Litauen gibt e» du» »lcht. Die Polizei kommt und nimmt da» frffchgemaite Schild von der Mauer. .Dank dir. Gott »eiacr Väter, daß fie «ich nicht »eggeschicki haben k" Sie find ja so ge»ügsam. arbeiten und erweroen. Rur .wegschicken» soll man fie nicht. Das ist das ernztge. was fie fürchten. A,fß»d»»g von ste« fUfe» ermotdeter Peilet» ms im Dktoder 191» -ie Rust n bei Sochacze» ihren Rückzug antraten, nahmen fie auch au» jener Gegend 12 jüdische Geiseln mit. Neun kehrten von ih»en nach einigen Woche, zurück und erzählten, daß - Geisel, von den Rofien ausgehängt worden fern,. Jetzt entdeckte eia Bauer östlich oou Sochacze» die Leichen auf eine« Felde, die nur dürftig verscham worden waren, so daß eia menschlicher Faß durch den Rege« dlosgeiegt worden war. Der Bauer grub nach »ad stieß aus die Leichen der drei verschleppten Zoden: Ehai» Semmel. Aosfis Zakudo« wicz und Laib Schmele Die Leiche» hatten aoch Stricke um den Hals uud »urde» au den Kleidnngsstücken von ihren Verwandle» erkannt. Alle Fabriken von Hketragrad, die »icht direkt für die Armee schassen, müffen die Stobt ve, lasten. Man begründet tziese Maßregel m»t der notwendige, Sparung der elektrische» Kraft ia der Hauptstadt. — Die jüd. Führer in Petrograd habe, fich an Fürst Urusow, den Presie-Verwalter. gewandt, damrt die jnoischen Zeitungen wieder erscheinen dürfen. Letzterer »ersprach bei der Militärmacht zugunsten der Prrffe zu intemnietea. — Die Pasteport sollen ausAnt'ag des Irmen-Miursters«dgelchafft werden. Nachdem das Sohnrecht für die Zude, adgeschofst morden iftrfind bre Paff pon für die Inden üde.fiüffig. — Zn der Sitz»»- des Petersburger .Zentralkomitee» für Uaterstüffnng der krieg»« nolladenden Juden 1« Rußland* vom *2. dt» 28. Oktober o. Gi. »urde beschlossen, 70.000 Rudel für Kleider und Schuhe für die Zuden de« von de, Russe, oNuprrrten Teil» von Ost« Galizien anznweisen. Für die Zukunft »urde das Komitee tu Kiew mit der Leituug der Uuterstützuug Meter galizischeu Jndeu beauftragt, wobei da» Zeutralkomitee tu Petersburg 70der »^Pidea .zu decken fich verpflichtet. Da» nennt man jüdische Solidarität! Btftittfn auf M ti|M t wuS i#tanti |ob;er Nolksblatt 1HB iBrcifc *m 91. 3,M> »»»»«Uch (t«a je»« 1bak) ftk«. null kk •cWftkMt bi zwqch«, vsir^ett»», Br(A«i 1, «chW^kMtzech». »7. /