Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 43 (15.10.1915)
- Date
- 1915-10-15
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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3MIMK voNrMmg „Meine lieben Juden vrerla», de« ltz. SItod« fltk llr. Pi Hek»««t »achi jndenftenndNch K««ll »«» K»I<n>». 7. Okldber. Der Erfolg der Bemühungen de« russischen Kiuanzmiittster« Lori »weck« Erlangung englischen Geldes ist i»«cr »och zweifelstast, obwohl Bark mittlerweile London »erlaffen hat. Die Hilfe Rothschild« dal fich al» unerläßlich notwendig gezeigt. Da Bark infolge her ablehnenden Haltung Lord Rothschild« sich nicht noch einmal an diesen persönlich wenden wollte, hat er den Borflßende» de« große» Beiein« zur Besteinag der Juden, Applelon, wenige Stande» vor seiner Abreise au» London zu sich gerufen und ihm folglnde Erklärungen gemachte .Die rnffifch« Negierung ist ernsthaft bemüht, die Jndenstage in Rußland zu läsen, Zweifel»« habe» die Juden Ursache zu klage», »nd die rufsifche Regierung ist dringen» auf» gefordert worden, Seiest« einznrichten, um de» Inden weitire Rechte zu oerleihen. I» Aadetrachl de« Umstande« jedoch, daß derlei Sefest« falsch anfgefaßt werden könnte» und unnölige Feindschaft erwecken würden, erscheint e« der russischen Regie- >un> weiser, den Juden Freiheiten und Rechte auf dem Bn- »allungawege zu verleihen, Es ist bereit» den Inden an »erschieden«» Stellen erlaubt worden, ansäfsjg zu «erden «ad mit der übrigen Bentlkerung zusammenzuiebe», Allerbing« sind noch »erschiedene Gegenden den Jude» «erschlossen, besonder» diejenige», wo Kosaken wohnen, jedoch geschieht die« nur im Interesse der Juden selbst, Rußland drallcht Kapital und Unternehmungsgeist, Rußland weiß, daß die Juden beide« liefern könne». Wenn die liberalen Juden ihre Unterstützung leihen würden, würde da« neue Rußland glücklicher und stärker fein, al» e« unter der alten Herrschaft war. Die ruffisch« Regierung wird fich ihrer Pstichie» bewußt fei», »nd die Tatsache, »aß fich Rußland mit dem republikanische» Fronsteich «nd d,m demostalische» England zusammengetan hat, um für Freiheit und höhere Zinilisation zu kämpfen, ist der Beweis ihrer löblichen Absichten und kann denjenigen, deren Herzen »och immer sorgenvoll find, al« Ermutigung dienen,' Bark bat Appleion, von diesen Worte» denjenigen Gebrauch zu machen, der ihm gut dünke, Rothschild und Eppleton find gewiß sehr ür eng gläubig. Daß fie »der so leichtgläubig sei, sollte», wie Herr Bark bei seinen Erzählungen »orauszuietzen scheint, will uu« nicht in de» Kopf, Hie Anfsteünng de» rnfsische, Gstett«esetze»' Die .Deulfch« Orie»t>K«rresp«üdenz' schreibtt Sie erinnerlich, wurde der Duma kurz vor ihrer Bertagong ein Gesestcntwurf vorgelegt, der die Beschränkungen, denen dst Juden in Rußland rndqug auf ihren Wohnsitz unterworfen find, reilweise aussteben sollte. Inzwischen hat »an oder erkannt, daß di« schwierige Lag« der Armee eine vollkommene Aushebung de« sögenannten Shettogesetze« notwendig macht. Der Kriegsminister hat nach zuoerläsfige» Meldungen im Rinisterrat die Forder'“'*i '"si zum Zwecke einer »»«reichenden llllunilion«- gezogen werden müßten, Di« größte Zahl der an« ihre» Ortschaften vertriebenen Joden gehört nun dem Handwerkerstände an; auch Nein eie Industrielle befinde» fich in großer Zahl unter ihnen. Sie würden bei ihrer Seschlcklichkeit und ihrer den rusfischen Durchschnitt überragenden Bildnngkstuse sehr wertvolle »rdettskrästc str die Munilionssabriken abgeben. Einer Verwendung dieser zurzeit heimatlosen Juden in den MunitionSsabilken steht ober drui Khestogesetz entgegen, und auch der der Duma vorgelegtc Entwurf hatte in, dieser Beziehung leine ausreichenbe Abhilfe gebracht, weil er noch immer die Anfiedluug der Juden in de» Refidenzftädten untersagt. Aber gerade dort befinden fich dst größten Fabriken für den Krieg» bedars. Au« diesem Grund« dringt der Kricgsminiftei daraus, daß da« Sohndeschränknnglgesest nicht abgeändeit, 'andern gänzlich beseistgt wird, E< zeigt fich also auch hier wieder, an« welch .edlen' Regungen dst de» rnsfischen Juden . in Au«ficht gestellten Erleichterungen ihrer wirtschaftlichen und Brfferung 'hier politischen Lage entspringen, Senn der Zur 'eine .lieben Juden' zur Rettung' de« Lande« nicht entbehren kann, »an, ist c« möglich, ihnen ohne Bedenken auch dst bürgerlichen Freiheiten zu verleihe», die sonst nur den Ruffeu zugänglich fiid, Her rnfßfche M inst errat beschloß, daß Juden, die über den Ilmkrei« ihre« >usenthall«orle» hinan» Handel treiben, nicht mehr eingefperrt und ihre Ware» nicht mehr konfi«ziert werden. Die« kleine Zugeständai« an dst Jude« fieht mehr einer neuen Verhöhnung, denn der austichügcn Absicht einer Linderung de, Lage der Juden ähnlich. Die Kürze de« Zirkular« de« Minister« pet Innern über di« Erweiterung der tzkehnrechte »er Anden >, zr,ßk«»d gidl zu einer Reihe von Mihverständniffe» in seiner Anwendung Anlaß, »ud täglich treffen im' Ministerium de« Jauern Aufragen, einjelner Gouverneure ein. Im Zirkulär find nämlich die Handelirechtc der Juden, so der verkauf von Handel«. patenten »sw, unbesprochen geblieben. Infolge all dieser Zweisel arbeitet da« Ministerium de« Innern gegenwärtig eine »»«sühtliche Instruktion für die SouverucmcnstdehSrdcn au«. Da jedoch diese Instruktion dst Bestimmungen de« Ministerrate« vom >7, August dedeulent erweitert, sieht fich Fürst Tschcrbatow genötigt, die Znstruktiois vor ihrer Jnkrastictzung dem Minifterrat vorzulegen, per Znlknomlniler Agnatie» hat, nach der Rjetsch, die weitere Zuloffuog von Juden au der Moakauer Univerfität unteisogk und den Petenten empfohlen, ihre Bittschriften an' den Universitäten zu Tomsk, Saratow und Warschau «inzureichen. Di« »'ickronütr grmeiter»»« der Ftechst der rnssilche» Anden Da» falfch« Kekegramm >tzisch»eg>ca»slli» »» Dar»» Dotlchll» Dre ,Rjetsch' hatte in ihrer Rümmer vom 10. C23.) September da« auch in der deutschen Presse vielfach erörterte Telegramm de« Direktor« der Petersburger Jnternastonale» Bank W ischnegradskt an Baron Rotschild in Pari« vertffeulicht, da» fich, onfibeinend um die Londoner Hochfinanz den rusfischen Anleihepläncn geneigter zu machen, mit der angeblich von der rusfischen Regierung geplanten Erweiterung der Rechte der Juden befaßte, Da« Telegramm enthielt diese Absichten in ganz prägnanter Form, »»nach den Jude» da« Aufenthalt«- und Srunderwerbsrecht für alle rusfischen Städte mit Aulnahm« der Residenzstädte und außerdem da« Recht zur Benutzung der öffentlichen llnterstcht«,nstallca ringeräumt werden sollt«, Runmehr fieht fich dieselbe Zeitung „Rjetsch" genötigt, in ihrer Rnmmer vom 13, (26.) September darauf hinzuweiscn, daß der darauf bezügliche Zirkularerlaß de« Minister« de« Inner» andere Angaben enlhielte, und fie schreibt dann: „Wir erhalte» eine Reihe von Zufchrifte» mit dem Hin- >»«i< ans die Ungcnanigkeit de« Telegramm«. In der Tat, im Telegramm Sischnegradskis wstd gesagt, daß den Juden in allen Sttdteu und kleinen Plätzen da« Wohnen, mit Ausnahme der Haupt- und Refideazstädt«, gestattet sei, und daß ihnen da« Recht immobile» Lefitz zu erwerben, für alle Plätze ihre« neuen Aufenthalt« eiugerSumr sei; indeffen ist im Zirkular de« Minister« de« Innern eine >»«nahme nicht nur für die Haupt- und Residenzstädte Vorbehalten, sondern auch für die One, die dem Restart de» Kriegtministerium« unterstehen. Außerdem ist in dem Zstkular nicht« davon gesagt, daß da« Grundrrtverb«. recht fich aus die Orte bezieht, für fie die erst von jetzt a» Aufenthaltserlaubnis erhalten. Zur Aufklärung dieser llngenanigkeit muß man dst Aufmerksamkeü »och aus folgende Besonder heil lenken: Uns ist tatsächlich bekannt, daß im Telegramm Wischnegradski«, wie e« von der „Time«" veröffentlicht ist, ein ganz bestimmter Hinwei« darauf enihallen war, daß die gestoffenen Maßnahmen auch nach dem Kriege in Kraft bleiben sollten. E« war wönlich in de« Testgramm gesagt: ,(laste rvesnre restera ioconstablement eu eigene paar neenir.' E« veistehl fich von selbst, daß Hen Wischnegradski niemal« dem Baron Rotschild Mitteilungen gemacht hätte, für deren Zuverläsfigkcil er fich nicht hätte verbürgen können( noch weniger würde er fich erlaubt habe», Borau«sag»ugen für die Zukunft zu machen, wenn er nicht dafür ganz hegründete Unterlagen gehabt hätte. Wenn er also Rotschild versichert, daß dst Erweiterung der Sufenthaltierlaubai« nicht nur für die Kriegszeit, sondern für immer bewilligt sei, so muß er zu solcher Mitteilung von autontative» Personen ermächtigt worden feint Wenn e« fich andererseil« herausstelli, daß im Zirkular weitere Beschränkungen enthattcu find, al» im Telegramm, so kann man wohl ohue Fehler annehme», daß zunächst die Erlaudui« in de« Umfange vorgeschlage» war, in dem Wischnc. grodski fie erwähnt, und daß erst nach der Absendung dieses Telegramm« die Maßregel einer Veränderung nach der Seite der Beschränkung hin unterworfen worden ist.' — Ob Baron Rotschild mit dieser Borftellung fich adfinden wird, kau» man süglich ihm überlaffen, Jedensall« geht sowohl au« dieser, wie au« so maucher anderen Berdffentiichuug hervor, daß die russische Bureanftaiie eifrig deslrcbl ist, dst Versprechungen gegenüber de» Juden nicht zur Erfüllung komme» zu lasten, Zllschnftn, wollten diese nach Taganrog und Baku verlegen i aber dem Ministerialerlasse entgegen haben die Mnaizipal behörden den Umzug dorthin verböte». Alle jüdischen Flüchtlinge, die dort aukamen, wurden sofort au-ge«»esen. Friedmann wandte fich nun an dev Minister de« Innern. Schtscherbatow. um Inter« vevtion; aber auch dieser Minister wie« ihn ad. Ein chorotterillischer rnffischer ch«ßet»ßefe-l. Merßot »er jildische« Aettnn-e«. Die nachstehende Ueder« setzung eine« russischen Befehls zeigt deutlich, wie die Unter» drückung-beftredungen gegen die rufftschen Juden ihren Au«» ganpspunkt auch heute noch in den Ministerien haben: .Ministerium de« Innern. Streng vertraulich. Verwaltung de« Wilnaer Post- Zirkular, und Telegraphen bezirk«. Nr. 38 880. 7. Ioli 1915. Wilna. (Eiugangsstempel.) Kowuocr Post« und Tclegraphcvbureau eingegangen ll. (24) Juli 1915. Rr. 9570. De» Vorstehern der Post, Telegraphen und Postanstaltea de« Dilnaer Bezirks. Der Wilnaer Gouverneur hat mir mit Belsügung vom 5. Juli er. unter 9hr. 20586 mitgeteilr, daß. laut Mitteilung des Ober» kommandierenden de- Dünaburger Miliiärbezirk-, der Oberkouimaodierevde der Atmecn der Nordwestfrout besohlen hat, da- Erscheinen und die Verbreitung der Zeitungen in jüdischer spräche ebenso wie Annahme und Ausgabe von Korrespondenzev in dieser Sprache zu verbieten. Hiervon fetze ich die Vorsteher der Anstalten in Kenntnis zur Aachachmng. Kür den Ehef de« Bezirks: Ingenieur (Unterschrift). Beamter für besondere Aufträge: (Unterschrift). Geflissentlich hat die Vierverbandspreffe den Anschein zu erwecken gesucht, alod da« amtliche Rußland geneigt wäre, seine judeuseindlichc Politik zu mildern und in ihren Finanz« , vöten hat die ruffischeRegierung selbst diese Auffassung eifrig unter« f stützt. Der obenfteheude Geheimerlaß zeigt deutlich, daß noch »' di« in den Juli hinein die Uuterdrückuogspolitck gegen die Juden - von oben her eifrig bettleben wurde. Und daran dürfte fich \ auch jetzt noch nichtgeändert haben. Der Unterschied gegen j früher ist höchsten« der, daß ftüher die Maßnahmen chen und ' jetzt auleichtverständlihen Gründe« duitz Geheimdbiehle an« geordnet veroen. Jene rnsßfche Gre»eNate». Wie», 6. Oktober (D. T.-B ) Amtliche Berichte auS der Bukowina melden neuerliche russische Greueltalen. Bei ihrem letzte» Lorfioß über dev galizischen Sereth haben die Ruffen in Tinste neun Inden, darunter einen neunzig Jahre alten, grundlos mißhandelt und dann aufgehängt. Nahe Zale-ziczyki wurde» der dortige jüdische Gnt-pächttr Rubel und sein Sohn von russische« Soldaten ermordet, drei andere Juden, da» runter ei» Gutsverwalter und ein Aufseher der Herrschaft Gyrawka, erschaffen. In Bojan haben russische Soldaten die dreißigjährige Lea Lehr in ein Haus hineingeschleppt, fie dort nach Quälereien unter furchtbareu Martern sodann das Haus angezündet, sodaß das arme Geschöpf darin verbrannte. , $H« D«t »er ,»ki,ls«k» And«» in Kilirn, ist unschr-iblich groß, Drm .Djkn' zufolge bnl die jüdischeGemeinde m Tomsk eine Bitlschrist an »a» Jekulikee HilfSkomiiee gesandt, die wie nachstehend lautet: ,Es leben hier nicht Hunderte, sondern Tausende von Juden, die man auf administrativem Wege au- Galizten und Rusfifch.Polen vertrieben hat. und die diS zum Kriegsende hier interniert bleiben. Die größte Zahl btcfrr Unglücklichen sind mittellos, ohne Hoffnung, etwaaus ihrer Heitmat zu erhalten. Rach langer Reise halbbekleidet und halbbeschuht in Tomsk angenommen, mit der Verzweiflung im Herzen und flehenden Bitten um Hilfe auf den Lippen habe» diese Tausende Tomsk passiert. Was konnten wir m,t unseren kleinen Mitteln tun V Man müßte viele tausend Rubel haben, wir haben kaum hunderte. Unbefriedigt mußten wir fie weiter« ziehen lassen, kaum daß wir ihnen die nötige Wäsche für eine Woche verschaffen konnten. Diese Tausende von Unglücklichen flehen um Hilfe. ES kommt der strenge sibirische Winter, und sie haben nichts, womit fie sich nachts bedecken können.' Amerika. Jür die -keichtzerechti,,,, der Anden in ^utzlsn».?e» 7. September 1915. (big. Lcr.) Die zahlreichen Juden in den Vereinigten Staaten, die meist aus Rußland stammen, deschäfttgen sich schon seit vielen Monaten eifrig mit dem Schicksal ihrer unglücklichen Glaubensgenoffen in Rußland. Hauptsächlich find cdie organisierten jüdischen Arbeiter, die in dieser Bewegung tätig sind und die im Monat April das .Rationale Ardeitnkomitee für jübiichc^ Rechte" gründeten. Die Bewegung hielt am 4., 5. und 6. September in New Aork ihren ersten Kongreß ab, auf dem mehr als 300 Delegierte von den verschiedenen dem Komitee angeschloffenen jüdischen Organisationen anwesend waren. Die Verhandlungen drehten sich meist um zwei Punkte. Erstens handelte es fich um die Gleichberechtigung der europäischen Juden nach dem Kriege; der zweüe Punkt bettof die Unterstützung der vom Kriege so schwer heim« gesuchten jüdischen Bevölkerung Osteuropas. Um die Gleichberechttgung der Juden in Europa durchzusetzen. wurde von den Rednern vorgefchlagen, die Regierung der Bereinigten Staaten zu ersuchen, auf dem nach dem Kriege ftattfiudenden Friedenskongreß daraus zu bestehen, daß den Juden in den kriegführenden Ländern dre Gleechberechtigung zuerkannt wird. Man verwies insbesondere auch auf den Ber« liner Kongreß'de- Jahres 1878, auf dem Rumänien nur unter der Bedingung alunabhängiger Staat anerkannt wurde, daß allen in Rumänien lebenden Völkern gleiche politische, bürgcrlicke und nationale Rechte gegeben würden. Es wurde deschlossen7'vUfrnfrnn"vtr Arvet»» frcr g»nzs» W«U ju schicke» und die Frage dem nächsten internationalen Sozialistenkongreß zu unterbreiten. Ein weiterer Beschluß empfiehlt den Jude« Amerikas, beim Zusammentritt der Friedenskonferenz der Mächte einen eintägigen Streik zu proklamieren, um der Welt die Soli« daritüt der jüdischen Bevölkerung in ihrem Verlange» nach der Gleichberechtigung ihrer Glaubensgenosse« darzutun. Zur Er« Näruug sei hier hinzugefügt, daß die jüdische Bevölkerung Amerikas fast durchweg de« Pwlctariat angehört, wie ja auch diese - Bewegung eine Bewegung der sozialistisch und teilweise auch jüdisch-nationalistisch gesinnten »der beeinflußten Arbeiter ist. In bezug auf die Hilfe, die der vom Kriege heimgesuchlen jüdischen Bevölkerung gewährt werden muß, beschloß man. eine in den nächsten Monaten in Washington oder Rew Jork ab« zuhaltende Konferenz aller jüdischen Vereinigungen Amerikas anzurege«. auf der der Gegenstand beraten werden soll. Die vertretenen Arbeiterorganisationen beschloffen, Unterstützung-gelber zu sammeln und zum Nutzen derKrieg-opfer Marken undAbzeichen zu verkaufen^DerJüdischeArbeilerdundtJewtshWorkmenöCircle), der 50 000 Mitglieder hat. wird von jedem Mitgliede einen sonderbcittog für den Untcrstützungefond in der Höhe von 60 Cent- (nach dem heutigen Geldwerte etwa 3 M.^ erheben. Pie große Ontentc-Hnkritze. c. Schiff aks Lelker Kritzln«»»? In Rewyork geht das Gerücht, Kuhn, Locb u. Eo.. neben Morgan die bedeutendsten Bankiers Amerikas, würden fich an der finau« ziellen Hilfeleistung für die Entente beteiligen. Bereits erklärten einige Mrttelfilmen deutschen Ursprungs in Wallstreet, auch fie müßten mmun. wenn fich diese Meldung bestätige; denn sonst würde dre vereinte Krakt des Morgans und Kühn- Loeds sie ruinieren. Das scheint uns. gelinde gesagt, eine faule Ausrede für eine üble Handlung. Aber abgesehen von allem, können wrr einstweilen an eine Beteiligung Kuhn-Loebs nicht glauben. Sn der Spitze diese« großen Hausesteht Herr H. Jakob H. Lchiff.^ ein Deutscher, der uie auseinen Sympathieen sür die alte Heimat ein Hehl gemacht hat, wenn er auch 'N cincm Jnlerpirw zu Anfang vk« Kncge« sich etwas unglücklich über die Kfteg»,i«le au«gelproche„ hat, Schiff g-tzörlbisher zu den »erhällniemäßig wenigen internalionale» Finanzmännern die ihre »bst-mwnng nicht bei je»em Domizilwechsel »ergeffen deutsch ist auch heute noch, obwohl er rin hatbc« Zahrhundcrl in Amenk« lebt, jeiue eigenltiche Sprache, sein aujrechier Charakter kam beionder» in seinem Verhalten gegen Rußland zum Bulbrud. Ja Rußland, als tem Herd der Reaktion al» dem daibarischen Unterdwckrr der Jude,', sah der Jade Schiff Innen bittersten Feind, Die Bckampsung Rußland« war sein Ziel, Mi! aus diesem «rund brachle n die japanische »nlei^ nach Amenka. Und die Kündigung de« rusfijch.amenkanijchen HandeleoenrageS ist Mil sein «nk. Je», aus einmal soll schiff Geld hngedcn, da» aussrücklich auch sür Rußland destimmt ist, bestimmt, da« Ausgeld »o„ L0 und «ehr Probat zu ermäßigen, da« Rußland sür sktne Bezüge »US Amnck» zu zahlen hat? Da« soll eine Firma planen, die neden Herr» Schiff nnc» r, Tnlhadn hat, dn nach heute »och aktive ftnle. regen m Dcutlchtand besitz, 1 Da. hatten wir bi« ans wettere« für durchaus unglaubwürdig.