Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- 1 (1.1.1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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3WWK voürrewm-. Vom Kriegsschauplatz. Sstii«. »<« I 3oaaor (915. 5«ftirrkich4l»<«nk. Axt ha Jilk k«r Nn ftfttt*. Major A»|xst Wobq» im kotai{4>1<T)rg»aiif4ra Zn faahrit Xrglainit Sr. 2, ta fich btrritl mehr alt 10 Jahre I« Ru bestaub bejand. wurde a» SO. 8. zur Kriegs» st» stleistxn, einberufe» und «il de« Kommando de« Laxdftarm-Batailloxs Nr. 88 derraul. >» 18. Na». Ich»»» Mnxubct, ist er a» 18. 12. leine» Verletzungen erlegen. M»j«r Äkfitfftt, (Sohn der Fr. I»alla Schahs» und Stiefsohn de» H. Karl Sch.) der i» kaufe de» serbischen Feldzuges mehlfach heladt u»d für eiae höhere All«, zeichoxxg »orgefchiagex »ar. ist am ». 12. auf de» Felde der Ehre gefalen uxd a» 11. 12. in Belgrad beigesetzt »ardea. ^extuaxt Astdor fotu aal Bica, (2. Tirol.-K.-Reg., ist a» 8. 12. all jtoa»aa>anl der I. Camp, gefallen. Ep. der fich freiwilig zur Front gexreldet, »ar eia Soff» ». Ferb Sp-, 7. Be».. Breiteoasse Nr 8, »ob Teilhaber der Firma K. u. M. Epira. Die Nochiicht »a» Do»« wurde de» Vater I» einer Zuschrift de» Leutn. Barsch durch Feltpastdries »itgeteilt, in »eich«» die llwstäud«. uuler welche» er de« Heldentod gefunden, und gruaue Angabe» Ader serae Grabstätte enthalten stad. >» Schluffe heißt es: ,Wir betrauern eine» sehr lieben Kameraden l - Bille iualeu Sie sich bei herzttchste» Beileide» der Offiziere and Maxrrschastea de» Regime»!» oe,sichert halte».' Aach »oa axderen Regimextsaxgehörige» sin» de» Vater Feldpoftkarstn zn. - gekommen, ia welche» seine Liebenswürdigkeit uad sei»« Tapferkett'gomhack werden. Wabapest. Eugen Kureui, Leutnant de« 20. Jxf^Reg fand rar PU ca den Heidenrod für« Balerlaud. Aul seiner Kamille stammend, waren ihm di« jüdischen Traditionen stell heilig. Selbst im iagerledeu blieb er mir Leib uad Seele dem Gesetze treu. Er lebte wie ein Jade uad starb »re nu Heid, während er seine Abteilung siegreich «um Sturm führte. An seine» Grade sprach rn jütischer Unteroffizier da« Kaddisch. Awazeichawagea jüdischer Kaltzatea I» Ißerreichisch au,»rischea Aeere. Eine annähernd« Zusammenstellung der bisher erfoigrex »utpeichaungeu ax jüdische Offiziere und Manr.fchafte» im österreichifch-xxgarflche» Heere ergab folgende Zahlen (deren vollständig genaue Richtigkeit allcrding« nicht orrbürgt werdsu kaun): El wurde» »erteilt t 8 galt«»« Tapfer, keitsmebaillen. 84 silberne Dapferkeitlmedaillen erster Klaffe, 288 Tapserkeillmedallle» zweiler Klaffe, 128 Signa laudil, 28 Milltärverdstufl kreuze brrtter Klaffe mit der Krstgsdekoratiox 8 Orden der Eisernen Kraue mit der Krstgitekoratioa 4 Kvmtharkreuze bei Franz JosesGOrdens. Die Zahl der Belobungen kannte nicht genau fefigeflelli »erden. fUfimm Die über die Theist führend« Holz brücke ward« »an de» Russen bei ihrem Rückzüge aagezüadet. Rxr de» Opfermut der hiesige» chossidische» Bevdlkrraa, ist «I gelange», dal »ichlige Objekt zu retten. Der grifft«» Gefahr trotzend Itschten dreizehn hiesig« Jade» de» Brand. O» »atiger Po» J» Pzefto», darch dal jetzt der Rxsseattai» zurückflutet, raudt, ei» Kajak ia der Sohreskig»siet u^u Herrn Meadel Bigalrr, der uo« Kuraufenthalt I» Pdstyen »esachluretse heri berge kämme» n»b hier »»» der Raffeainaasioa tterrafch» warten war, seine Brieftasche, mit 1800 Krauen. Der Beraubte führte bei» Kommandant«!» im Rathaul energisch« Beschwerde. All er sich zu Warte» hiarriffe» likff: »Herr tkmmaadant. Sie habe» kein« Soldaten gebracht, fände» Räuber. * oxtwarteie dieser kalt: ,J» einer halben Stunde »erden Eie gehenkt' uxd lirff Bigastr fmischsttzpen. Gigaier ries bei Rr Fortführuaa: , Da« werden Sir teuer bezahlen, ich bin amerikanischer Bürger!' Da« stimmte de» Kommandauten bedenttsth. Er überzeugte sich in «geheim, daß der Vrrurteilt« Rew-Poiker Bürger war und »ersügt« uamitteldar statt der Hiarichtuug die Freilassung deliMaauel. Wrles an» «mraawltz. »Ich »eist urche. ad auf der Weit schon solche Worbtaten geschehe» sind, wie bei »ul, seitdem die Russen da sind. Ich hin zu schwach, el uiederzusch,eiben, meine Hand zittert »ar Schrecken »ad Grauen. E« wird genug sei», wenn ich foigeade Fakten erzähle. Die russische» Soldaten haben drei Jaden gezwaugen, Gräber zu machen, haben sie dann ftr die Gräber gestellt an» erschoss«!. Kosaken haben einen Vater gezwuxgeu, de» Sah» za erfthieße». Ich glaube, du oerstehsi jetzt da« weiter«.' Ela Kosxkextrich. Die Jüdische Rundschau' berichtet au« Galizi-x. daß dort die Kosaken, wen» sie eiae Stadt besetzen. jede» ihar» degegneube» Jude, »ach der Zeit zn srogeu Pflegen. Zieht er dauaaf seine Uhr. so wird sie ihm nu« der Hand gerissen. Augenscheinlich tun die Kasakrn da« nur »ul dem Gefühl he,au«, daß auch sie sich maderaisieren und immer wisse» müssen. Wal die Glocke geschlagen hat. §ra»rrtich. JH« Variier »ent»che Kettung, die 18 Iah« laug erschien, zuletzt zweimal wbchenilich, graste« »rchehrn geaoff »ad stet« aus de« Posten war, wenn «I galt, deutsch« Interesse» in Frontteich zu «ertreteu, hat natürlich bei Aulbrach del Kriege« ihr Erscheinen eiaftellen müsse». Ihr «erdmer, Iallul Loeb. ist o» Laudstarmmana im Feld«. Wenn der Krieg beeadet sein wild, uxd wieder normale Zustände »nfauge» Platz zu greift,, kann hoffentlich »ach die .Parsser Zeitung' pr neuem sieben erwache». Ihr Betätiguaglkreil aach de» Friede» aber wir» sicher grdher sein all bet »»«brach des Krrqel. «»-ft»». Perpetuum achtle Zaagwisi »erbirnt diese« Prädikat. Er betagt täglich uen« Auan« Aufregung». Dielmal oerlaugt er in Aaftuftn, baff, ia Laglaad. wie «I ia Froukreich geschah, besondere jüdisch« Regimenter gebildet würde», am »tr Topferkrit »er Irden plastifcher heruartrete» z» lassen. Hie HGeretchisch »agarische» Aalen Durch di« Acker, uierua, der Rullluder, sind 20 ovo Jude» ihrer Fitihrii kc laaM worden, »»runter »ach Ratbium Halpern «ul New Achsel, weicher mit de» meisten Jnwratertea bald befreit ward« bis »as etwa tauft»» Jaden. Die nagarischex Ratbmer Dr. Jan» Dr. Schdnfeld sind unbehelligt geblieben. Die Gemeind« hat sich an die Regierung mit der Bitte gewendet, di« rituelle Kost »ersorge» zu lassen. Di« Regierung beschstb, «aff sie alle jüdischen Gefangenen auf einem Platz« bei Liverpool interairen werde. Diese Begünstigung dewlikt ober, daff di« Jaternirten io» ihrer Familie i» London getrennt werden. -tibisä« Alkiege». Der »oiatiker, welcher seine Bomben über Friedrichshofen warf, war der englisch« Jude Morril. (Eine »e»e Sorte jüdischer Lnstmenschea> stngklsche chilfoaütion für die Aadea ta Wufstfch.Polea ^oaboa, 24. Dezember. Hier wurde zur Linderung der Krieglnot der Jude» Polen« ei» Foud« gebildet. Rothschild zeichnete 1000 Pfund. Sichla»». Her Protrst »er rassisch»» Gekehrte» »ab l Dichter Plan schreibt »n«: Die russischen Belehrten, Schriftsteller und Kiusiler haben einen Protest gegen oon den deutschen Truppe» ia Feindesland angeblich begangene Grausamkeiten oerdffentlicht. Ich glaub« i» Namen vieler zu sprechen, wenn ich an die Unterzeichner de« »° stufe« folgende Frage richte: Ei steht fest, daff die russisch« Bevölkerung auf Veranlassung ihrer Regierung, zumindestenl mit ihrer stillschweigende» Genehmigung, an manchen Orte» aber auch mst Hilfe de« Militär« und der Polizei I u tiefstem Friede» ihre eigenen «olklgenosse» jüdischen Glauben« überfallen, in scheußlichster weist gemordet, jüdisch« Frauen und Kinder mißhandelt und bä Eigentum ihrer jüdisch«, volklgenoffeu geplündert hat. Diesel geschah bll ia die jüngste Zeit planmäßig, ohne daß die russische Regierung mst den ihr zur Verfügung stehenden Gewaltmittel» eixgeschrittm wäre, wo wart ihr. Gelehrte. Schriftsteller und Künstler Rußlondl. all diese Schaub, taten in Fr i e d e n lz e i t e n an euren eigene» Volklgenossen verübt wurde»? Ihr habt davon gewußt, wie e« jeder Ruffe wußte, und ihr habt geschwiegen. Ihr dachtet’ wohl, daß Vorsicht der bessere Teil der Tapferkeit ist. Ihr wußtet, daß die russische Regierung die Berdssentlichung eine« Protestei gegen Grausamkeiten, begangeu an den ia den Aufiedlunglrayou — dal Urbild der Konzenttattonllnger — gesperrte» Juden, bestraft hätte. Euren Protest habt ihr — ohne den Grundsatz »audiatur «i alten pan* zu befolgen — anf Grund unbestätigter Nachrichten »erfaßt. Jeder wahrhaft Neutrale wird «ul der Gegenüberstellung der beiten Tatsachen: hier Etillschweiaeu bei den gegen Volk«, genossen jüdische» Glauben« I« Friede» nachweiilich begangenen Graafamkeiten — dort ein Protest gegen im Kriege nach Zeituaalnachrichte» vorgekommene and »» der anderen Partei bestritten« Aulschreitungea »ur den einen Schluß zsthe» können: Ihr habt gegen di« nach weil lichen Scheußlichkeiten im eigenen Landeaicht protestiert, weil ihr St ra fe fürchtetet, »ab ihr habt gegen augebliche Grausamkeiten der Deutschen protestiert, well ihr Belahnaag erwartet, Kürst Lokgaratlo» reklnmstt l» eine» Arttkel i« ,Rnl> koja veiamofij' die versprochene Gleichderechtigung der Jude». >81* e» ta Posen aaastefft. DalThermometer ist auf 8 Grad Kälte gefuake». Hundert« von verwundeten treffen täglich in Warschau eia. Viel« von ihnen haben Siarrkramf uad erst«, rea« Gltedanffen. Dazn kämmen zahllose verarmt« FlüchNtnge, 15,000 von ihnen fallen schon der Armenpflege zur Last. Da« Land, dal für eiae Milliarde Getreide erzeugte. Ist eine« großen Teil« seine« Viehbestände! beraube, an LebeulmUtela ist Manel. bst Kohle»-. Metall, uad Teztillndaftrie. die werte in dhe von 7S0 Millionen Rubel herstellten, sind lahmgelegt, weil bst Kohlenbezirke in den Händen der Deutsche» find. Ueber 800.000 Arbeiter find brotlol. Auf dem Wege nach Ekstrnewte« sah ich »amenlosel Elend. Ja Sk. herrscht Hua> gerlaot; bst Hälfte der jüdischen Einwohner, die den ganzen Handel innehatten, ist wegen Spionageverdacht« aulgewiesen, all« ihre Läden sind gq>Iündert and zerstört. Die Deutschen kennen den Viehbestand jede! einzelnen Gehdst« uad benützen bei Reqnisttiaaen ihre Keantniffe. Diest Tatsache wird den Jude» zur Last gelegt. Dst Bevölkerung sagt, daß die Deutsche» ihres Siegel sicher seien und nach der Bestrafung Frankreich! und Rufftaadl mit England »brechaeu würden. Aa» Marsch»» DstPost» habe» yiddtsch« Proklamationen gusrührerffchea Inhalte« gedruckt und sie in jüdisch« Häuser aeschmuggett. Eie erfinde» stet! neue Kabalen gegen die Juden. Der Schrecken in Warschau war so groß, daff die Rabdiner »ulrafen ließe», man »dge heuer nicht zu Taschlich gehen. Der Garer Rabbi mrterjag st den Gläubige» bst große Wallfahrt zu ihm. Nachdem t» der Umomend warfchaxl Pogrome begannen, griff der Warschauer Gouverneur zu ernstlichen Neßregeie. In Josefow habe» dst Pole» dal Märchen der Brunvenvergistung ausgefrrscht. Man hat daraus 87 Jude» getütet. Axo LadgüberHaag wird gemeldet: Lodz ist jetzt verschlossen, man kann nicht ein und an«. FabrSen stehen. Ü gibt einen weg — Hunger« sterbe». Mst Gewall erlaage ich irgendwo etwa« Brot für dst Kinder. Wir schlafen Nacht« nicht vor Hunger. Jeder schleicht stillerheit in sei» Bett, damit der Ander» nicht seine Dränen sieht. All die Deatschen in Lodz eingezogex sind, haben ste für alle darbenden Kaatilst» gesorgt und sie vom Proviant unterhalten. Dst Juden! ,stUeu alle «eiche Rechst. Ul dst Russen wieder kamen, rissen ist alten Zustände et»; man ließ dal Volk verhangera. Jetzt atmet alle« »stder auf. Aadeaaerfokgaagea Ia Posta Mit besonderer Strenge wird in Polen gegen di« jüdische» Elemexle, die »eutschfteaudltch sind, vor gegangen. Eiae große Zahl Juden sind berett« hingerichtet »der mit schwerem Kerker bestraft. Die jütische Veltlkrrxag ia RassiselstPolea wirb inaerhalb 24 Stuxüeu aulgewiesen, ihre Besitztümer zerstört, tavsende Kraxen. Greise an» Kinder^chaffiex wochenlang »ei schlechte« Wetter za Fuß reisen. Biele stab nmgrkomxrex. Aul Galizsta vstrde» ähnliche Rachrichtra vmbreitet. Wests aa» Pladt. (Große jüdilche Fabrilftadt) Wir wandeln umher wie Tote. Salz und Brot ist nicht zu haben, PfefferkoftetdasPfundlOKopeken. Die Fabriken stehen. Menschen fallen von Kugeln und Hunger. Bon den Grenzstädten flüchtck man zu un« nackt und hungrig. El gibt jetzt kein Recht und Gericht; der Starke bedrück! den Echwachea: die Menschen werden noch ganz zum Thier werden, vstle Wahnsinaifälle treten auf. Wests aa« jl»u Dst Kosaken haben »u« Kowno «ne Wüste gemacht. Die Mutter haben fie mit Füßen getreten; sie liegt jetzt krank. Die Kosaken mißhandeln und plündern, und jeder sistht. In Kowno gibt et keine .Gewirim' mehr. Alle sind ebenbürtig, Allel ist arm und hungrig. Jedermann« Kinde« sind weggeriffen worden. Von allen Anstalten ,Moschab Sekenim', .Talmud Dora' und ,Beth Hamtdrosch' stad Kasernen geworden. Von den berühmte» Jeschlwot in Elobodka Ist keine Spur da. Kosaken und Pserde stehen dort, wo vachurim Dhora lernten. Der Rabbi der Jeschiba. R. Epstein floh mit seinen Jüngern. Hab und Gut zurücklassend, nach Mialk. wo jetzt die Jeschiba weiter geführt wird. Goküüew gefalle». Der Führer der antisemitischen Studenteu in Kiew Goludew ist in Galizien gefallen. Ce hat in der Beilii-Assafte eine Rolle gespielt. Während des Kriege« äußerte er, daß er seine schlechte Meinung über dst Jude» ge. tndett hat. Ein jüdischer Soldat hat ihm übrigens einmal vom sicheren lode geleitet. Fähnrich 8-, Präsident des berüch. tigten verbände! der echt russischen Leute in Kiew, halte bil zuletzt großen Einfluß auiaeübt. Er veranstaltete an der Spitze reaktionärer Akademiker, die durch beträchtliche Zuzüge von .Huligani' verstärkt wurden, große Sttaßc»,reffe unter patriotischer Flagge und ttat bei allen reattioaären Treibereien all einer der schlimmsten Hetzer hervor. Wevolsta ix Sibirien Ein jüdischer Soldat schreidt von dott: Hstr kommen öfters Revolten vor. und die hiesigen 8ol< baten weiden'gegen den revoltiereudea Landsturm geschickt; ich meldete mich daher Ueber zum Kriegsschauplatz. In Tomsk haben die Landstürmler den Matschalnik ge. tötet, uxd haben eine Maffnkre anrichteu wollen; man sendest Byalifloker Truppen, aus Juden uad Polen bestehend, gegen fie. die anf sie geschossen haben. Jetzt ist ein jüdischer oder polnischer Soldat in Eibstien seines Lebens nicht sicher. An Werowa wurden die dort eingerückten Oesterreicher von de» russischen Pole» mit einem Bankett begrüßt. Bei diesem Bankette hat ein polnischer Sdelman(!) die Juden als russtsch« Epione denunziert. Der 87jähiig- Saul Wohlflein und . sein I7jähriger Sohn Salomo» wurden daraushin hingerichtet. Als dann die Russen das Städtcheu besetzten, empfing ste derselbe Edelmann uxd bezeichnet« dieJuden ali österreichische Spione. Dal Stäbchen wurdedoians verwüstet und 1ö Jade» wurden gehängt. Her rassisch« .Sieg' bet M.rfchaa. Zn Russisch. Pole« wurde eiu Jude verhaftet, weil er im Kasseehause klein, wütige Aeußerungen getan haben sollst. Aus »st Frage des Posizeirichters. wie sich die Sache »erhalten habe, antworstst er: Ich schwör' bei allem, was mir teuer il, die — ■ »I« >’ Vorn Krieg war die 8!e»' und wie er fflr“ I enden wird. Nu. Hab' ich gesagt, wie wird er enden?! Hammer gesiegt bei die masurischen Seen, ha« mer gesiegt bei Krainik, ham mer gesiegt bei Wioclawec. wer'» mer auch siege» bei Warschau!' (.Jugend'., Asibftch« Stämme ix Ssidraßkna». (2.) Das Löikergemisch Rußlands ist bekanntlich überaus »ielgestaUig und aus den verschstdenartigfte« Elementen zusamastngesetzt. die ihre Etammeseigenarstn mehr oder weniger ausgeprägt erhalten habe». Am meisten haben sich wohl dst Juden einer durchgehenden Russifizierung entzogen, wenn sie auch die rassische Sprache und »ielsach russische Sitten a». genommen haben. Eine Ausnahme hiervon machen jedoch 2 russisch« Stimme, die fich selnerzeit in Südrußiaad angefiedell und in eigenartiger Weise entwickelt haben. Da fie bei uul kaum bekannt sind und in nächster Zeit wohl in unmittelbareu Kriegibereich kommen, mögen einige Angaben angebracht seta Es sind zar.Lchstdiesogenonnten Lergjuden Tranikaukafien«. Eie wohne» ia der alte» Landschaft Jmmeretten, und zwar iu den schwer zugänglichen, abgelegenen Hochgebirgshöheu an der rusfisch^irmexischen Grenze. Ihre aist Sprach« habe» sie längst ausgegeden und die ihrer grusinischen Rachbarn, mit denen fie in gute« Frieden leben, angenommen. Die jüdisch« Abstammung spiegelt fich nur in den zahlreichen sonderbaren Bräuche», die sie in reiner Form erhalten haben, wieder. Dieft kaxkastjchen »ergjuden find im Gegensatz zu der ihrer übrigen Siammesgenoffeu sehr kriegerisch und wild. Der rusfischen Unterwerfung haben sie zusammen mit den aoderen kaukasischen Bergvölkern einen verzweifelten Widerstand eatgengesetzt. Der zweite interessante E>»mm find di« K a r a i m e». dst in der Krim wohne». Ihr Haupsitz ist die Etadt E n p a t o r i«. Der bekannte Rußloodsorscher Dr. Martin Ludwig Schlesinger hat sie vor etuigex Jahren folgendermaßen gelchtldert. Vst Karatme» sind «tue jüdisch« Sette, dst aber den Salut nicht anerkennt. Sie habe» uuler den Tataren gelebt und sprechen die Sprache der Krimiatare». In Eupatoria habe» sie eine fthr schöne, im »anrischeu Stile gehalstne Synagoge. Sie haben alle Rechte in Rußland uad werden von der Re. gstrung überaus begünstigt. Erst neuerdings habe ich gelesen, »aff ihr geiftllches Oberhaopl. der Ehacham. einen höhere» russischm Orden erhalten habe. Den übrigeurussischeuJudenaegm« über verhalten sie fich durchaus ablehuend. Eupatoria ist der Hauptsitz der Karatme». eiuea 2. Sitz haben sie ia der Pr», vinz Wilna, in Littouen, iu dem 9 Kilometer von der Eise», bahustatto» Laudwarowo gelegenen Städtchen Trott. Auch hier find sie bei der christliche, Vevöl'crung uud bei den Beamte» durchaul beliebt. Die Karaimen gelten als äußerst rechtlich gesiuust Leust. Dst Gemeiud« hält streng auf die Moral ihrer Mitglieder uxd schließt sie, wenn fie fich etwas zusibuldea kommen lassen, aus ihrer Mitte aus. Dst Landwsttschast detreiben jetzt xoch wenige von ihneu: fie find wohl zum gröffsta Dell zum Handel au» Gewerbe übergegangen.