Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 45 (6.11.1914)
- Date
- 1914-11-06
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ZIdilch« v»Ikzktt»g. _ «rftirrrich-lli-ar». Jlefirkert: 3 Hanptmnnn fceutn Jos Kleiner, a. Peng, dann durch den To» seine« Hptm. 3 Komp.-Führrr. pie Keldentnt eine» jütische» Höerü.te.rzir» Oberarzt De. Wilhelm Krank, SanitäI«Ichef »er 34. Jnfanlrrietruppendiviflan, Hai in allen bisherigen Befechien da« TruppendiyisionSkommando unerschrocken in die BefechiSlinie begleilel und die kerwnndeten ans« sorgsamste belreui. Der BelobungSantragschildeil den Stabsarzt al» tüchtigen Militärarzt, al» einen , Mann mit echt soldatischen Sekühlen und viel Her,'. >uch in de» nächtlichen Unternehmungen nom!t. ans den 10. September (bei Arodek) begleitete er da« Diuistonokommando auf da« Schiachtseid und wurde dabei durch einen Ahnst in den rechten Obersehenkel oeiwuudet. Schon am 12. meldete er fich wieder zum Dienstantritt. Oberstabsarzt Dr. Krank erhielt den Kranz.Josefe.Orden am Krieg«da»de. ziel »ent Stirne als Zsrze»tz»k haben die Raffen die Juden und Polen au« einigen Regimentern ausgesondert und znerst zum Sturmangriff oorgetrieben. Die Behandlung der nichtrusfischen Soldat.n in der russischen «Inner ist schlecht. Jinter den £«n»i» non Zsr>e»,si ES ist unerhört, wie. da« russische Herr mn seinen polnischen und jüdischen Soldaten umgeht. Diese werden nach den gesährlichfteu Puuklen geschickt. So wurden z. B. bei» Angriff aus die Festung Przemysl zur Erstürmung der Keftungsschnnzen nur polnische und jüdische Soldaten oerweudet. Al« diese von unfern Truppen zurückgeschlagen wurden, find sie oon hinten durch die Maschinengewehre ihrer eigenen Truppen zum erneuten Angriff gezwungen worden. Alle Kesaugene berichten die«. Unter den gelallenen flinffm ist auffallend viel jüdische und polnische Mannschaft. Diese werden einfach zur Schlachtbank geführt. Rührende Szenen kann man hier sehen. Einzelne jüdische Soldaten haben oor dem Kestungiangriff ihren weißen Kittel, den man am Jomkippur trügt, ungezogen. In ihren Taschen fand man Briefe, ln denen fie unsere jütischen Sanität«, soldaten und diejenigen, die fie beerdigen, bitten, bei ihrer Auffindung und nach ihrer Beerdigung einen Kaddtsch nach ihnen zn lagen. Die ruffifchen Offiziere benehmen fich sehr feige. Bei den Angriffen find fie immer hinten und treiben die kämpfende» Soidaleu mit Kantschnschlägen in die Feueriinie. Rosch.Hajchono. Jom-Kippur und Sukkoth haben wir — einzelne denen ihr Dienst e« gestattete — wundervoll verlebt. Bütteldienst haben wir in einer kleinen Bauernstube eingerichtet. Eine Eefer-Thora bekamen wir au» einer Privatsynagoste de« benachbatten Przemhsl. Einen sehr nuten Bordeter halten wir in der Person eint« sehr religiifen Landsturm-Keilwebel«. Der Boitetdienst wurde in einer sehr innigen und audächttgeu Weise gehalten. So viel Personen, so viele Waffengattungen haben daran teilgenvmmm. Infanterist Husar, »rtill-rift, tsterr. Landwehr, Ulaner, Dragoner, Sanitäter und 2 Offiziere bildeten da« andtchttge Publikum. Der Umstand, daß am Jom- Kippur ein sehr starker Kestungiangriff stattfand und man den ganzen Tag fürchterlichen Kanonendonner hdrte. trug noch zur Erhöhung der andächtigen Stimmung bei. Et scheint doch, doß »er liebe Sott unsere Gebete erhört hat und unser» Truppe» zum Siege verhalf. Flnsflsche» Kaioieifikter Bon dem abgeschlagenen Stur« der Ruffey aus die ga< lizische Brenzseftuug Przemy«! berichtet in deutschen Zeitungen der Kriegsberichterstatter Opiatka: Bor einem anderen Fort, da« wir gestern befichtiglen, und deffen unbedeutende AnßenbefchLdigungen jetzt schon wieder auSgebefferk wurden, wurden unter der Leitung von zwei Osfizieren und mehreren Aerzten gruben von zwei Meter Tiefe gegraben in die die Leichen voll b000 Ruffen gebettet und nur mit Kalk und aufgepflügter Ackererde überdeckt wurden. Die Tatsache, daß da« Kort selbst nur einen Toten und zwei Berwundete hatte, erklärte un« der Fonkommandant, ein Honvedinsauterie-Oberleutuant, damit, daß die russischen Maschienengewrhre die vor ihnen kämpfenden eigenen Soldaten (zumeist Juden und Polen) zum Stur« antriedeu und die russische ANillerie fie mit Schrapnell« überschüttete. Gemording Ml Jndn in einer rn(fischen Stadt wahren» de« Nachmlltagoaestete». Au« einem hier erngelroffenen Feldpostbriefe eine« österreichischen Feldrabbiuer« gehl hervor, daß in tin.r seither von unseren Truppen besetzten Stadt die Ruffen die dortigen zum RachwiltagSgrbele versammelten Juden erschaffen und den Vorderer erhängt hatten. Der Brief besagt hierüber: ,.... Tief ergreifend war e«, al« wir am 2d. M, zwei Tage nach dem Letsbhnungdseste, in einer ruffifchen Stadt anlangren, wo die zum RachmittagSgebete versammelt gewesenen Juden erschaffen, der Bordeter erhängt worden waren. Die überlebenden Juden ersuchten mich, wegen de« ntuellen Begräbnisse» der Hingerichteten zu intervenieren, da« von unserer Militärbehörde ohne weisere« bewilligt wurde.' .schlagt »re Jidei und chendarmen tot I" ZAiei, 20. Oktober. fL.T.B.) In der Bukowina ist In den letzten Wochen von russischen Agitatoren ein Ausruf verbreitet worden, der angeblich von »griechiseh-onhodopeu Bauern jeuseit« de« Prurh' aukgeht. In diesem Ausruf, der mit der treuherzigen Anrede .Brüder!' beginnt, wird dem Volke erzählt, daß die Ruffen L00 000 österreichische Soldaten gefangen genommen Hütten, daß mehr all 2L0000 Oeftenricher teil« gefallen, teil« verwundet, und mehr al« 1000 Kanonen erbeutet worden find, daß da« österreichische Heer nicht mehr existiert, und daß nur einige Landsturmmänuer übrig geblieben find, die in den Kukurnzfeidem und Wäldern wie wilde Wölfe »«her. lungern und Hunger leiden. (Die Berfaffex dieser Zahlenphantaüe find mittlerweile eine« beffereu belehn worden). Daun «erden die .Brüder' ausgesordeN, die msfischeu Soldaten, die al« Befreier gekommen seren, mit offenen Armen zu empfangen, und ihnen die Aussicht eröffnet, daß der russische Zar .unser Zar' werden wird, und daß .wir einerusfisekieRegierung haben' werden, und e« »erden Ihnen die besonderen Borzüge diese« Zustande« gefchildeN: .Wir ruffisehen Bauern Vom Kriegsschauplatz. vrttlau. StA 6. Novtmbtk >4>q m. 45 jenfeit« de« Peuch', heißt e» dann weiter, .die wir an euch diesen Apell richten, haben in unserem Gebiet bereit« rusfiiche« Militär. Die russischen Soldaten verteilen jüdische Viehstücke und jüdische« Getreide unter un«, und die Juden flüchten nnd werden nicht mehr zurückkehre,r. Zum Schluß werden die Brüder! ausgesordeN, die österreichischen Gendarmen und die Juden wie tolle Hunde zu erschlagen oder den rulfischen Behirden zu übergeben, fich von dem lange getragenen Joch zu befreien und freie Menschen ,» werden.' Kratze Zkogeome ii^emlerg. §$ Warschau, 31. Oktober. Hier eingetroffene Reisende wiffen von großen Pogromen d richten, die in den letzten Tage» in Lemberg staltgesunden haben sollten. Danach wurderr Ü0 angesehene jüdische Bürger von russischen Soldaten ermordet und zahlreiche andere schwer' verwundet. Der ruihenische Reich«ral« Abgeordnete Breiter wurde, al« er zu intervenieren versuchte, verhaftet und soll nach Omsk in Sibirien verschickt worden sein. Nutzlafid. p.t in $**<*■ Die Diener des Zaren machen noch immer die g'ößten Anstrengungen, die Lcg^nöe von den bevorstehenden Äuusterw.isungen d.S Zaren an jeine .lieben Juden* aufrecht zu - halten. Der russische Gesandte in K^'peudagea hat der Oeff.'Nt»! lickkett. vornehmlich aber der ameritaaisch.n Presse mttgetcilt. der Zar hätre eine ganze Reihe von jüdischen Soldaten wegen ihrer hrworiagenden kriegerischen Leistungen zu Offizieren er» . nannt. Zn der amerikanischen Presse wird diese Mitteilung j sogar dahin gedeutet, daß es fich um den ersten Schritt zu der J jüdischen Gleichberechtigung in Rußland handle. Au» soeben einglloffencn zuverlässigen Berichten geht unzweiselhast hervor,! daß an der. ganzen Lache kein wahre» Start ist. Ls bleibt j zu beteuern, daß die jüdische Presse in Amerika die ruffifchen Manöver nicht oon vornherein a/s solche erkennt und gebührend würdigt. Die .Nelle» Inden" de» Aare» 43 jüdische Handwerker wurden nach der .Nowoje Wremja* au» Petersburg ansgewiesen. da ihr an die Ausübung ihres Berufs gebundenes Wohnrecht durch ihre Ardritslofigkeit aufgehoben sei. Pie jüdische» Studenten. Die Anzahl der bei Kriegsausbruch aus deutschen Universitären hcimgereisten jüdisch.russische» Stn« btttta beträgt etwa 4000. Diese richteten an den Minister für Volksaufklärung die Bitte, daß er in diesem besonderen Falle gestatten möge, daß fie an russischen Univeisitälen weiter studieren dürsten, da fie ja tonst vollständig ihre Studien eilt« stelle« müßten. Tntz der bekannten Proklamation deS Zaren an die Juden hat dcr Minister die Bitte verweigert und hinzugrfügt, daß diese Studenten auch daS Recht der einjährigen Dienstpflicht in Rußland verwirkt hätten, weil fie bei den «Barbarmstudiert hätten! p\t Anden I» snsfischr» Krere. Russischen Blätter» zufolge' sandte Geveral Reunsnkgmp ' vom Kriegsschauplatz in Ostpreußen an den Rabbiaer von ' Minsk eia Telegramm, woriil er ihn zu den Heldentaten einiger jüdischer Soldaten auS Minsk beglückwünschte. Für einen von ihnen erbat General Rmnerkowp sogar den höchste« russischen Tapferkeüsorden. den Orden drs Heiligen Georg. Lus Kopenhagen wird berichtet: Den Wilnaer Blättern wurde verboten, die Namen jener jüdischen Soldaten zu ver-! öffentlicher!, die wegen ihrer Tapferkeit im russischen Herr! Ordenauszeichnungen erhielten. (Ganz in diesem sinne und genau in Befolgung dieser Vorschrift ist der Vorgang bei der! Wiener .Reichsposf Auszeichnungen jüdischer Krieger im öfter- | reichischea Heere, die wegen ihrer Tapferkeit dekoriert werden.; unterschlägt Herr Funder. Er ist von außen österreichisch, aber 1 innen russisch). Die vor den Pogromen und Kriegsgefahren j hierher geflüchteten Juden, auch Frauen und Kinder, wurden i au» der Stadt gewiesen, und da fie ia ihre Dolmorte nicht j heimkehren können, find sie gezwungen, im Lande herumzuj wandern. Ueber die Andrnfrage in Rußland schreibt derPeterSburger Korrcfpoi dent der „Gucne sociale* feinem Blatte: Nachdem im gegenwärtigen Kriege Mifch-rujfische Soldaten heldenhafte Taten ausgesührt hatten, erwartete man die Bewilligung irgendwelcher Rechte an die Zuden. Nicht» ist in dieser Hinsicht ge-! schein. Zn dem Auge, irr dem fich am 10. August auf der! Reise nach Moskau der Zar mit seinen Ministern befand, wurde die Jndensragc besprochen. Der Kriegsminister General Cuchomliuow war für die politische Emanzipation der Juden, die Mirnstcr Kaffo und Schtscheglowirov waren dagegen. Da» Mani. fest des Zaren aber blieb stumm über die Frage. Seit einigen Tagen beginnt die nationale Presse Petersburgs von neuem eine antisemitische Propaganda. Minister Kaffo hält alle willkürlichen und einschrävkendrn Maßnahmen gegen jüdische Stut>oiteu und Schüler weiter aufrecht. Der Miuistcr de» Innern MaNakow befahl den Gouverneuren, die Juden im Ghetto zurückzuhalten. Nach der .Rjctsch* werden jüdische Frauen und Kinder, die auS den vom Feinde überschwemmten Gebieten geflohen find, wieder zurückgeschaffr. während ihre Männer und Bitter fich zu Tausenden in den Kämpfen töte« laffea. Die von den Behörde« wieder begonnene Andrnoerfotgnng droht der Regierung verhängnisvoll zu werden. ES wird erklärt, die russische Armee habe Niederlagen erlitten, weil wichtige strategische^ Stellungen durch Juden dem Feinde verrate» worden seien. Man glaubt aber diesen Erklärungen nicht und sieht * darin nur das Lemüheu. Sündeudöcke für die N ieverlagen zu suchen. DieLtberaleu uvdLoziallsten nehmen bieJuden inSchutz. Rach einer neuesten Meldung ist der militärische Sicherheit-. , dienst in Moskau verdreifacht worden, da der Mod eine drohende i Haltung zur Schau trage. Der Gouverneur von Niteßsü hat der jüdischen Bevölkerung - des Gouvernements verboten, ihre Privarkorrelpondenz in jüdi«! scher Sprache zu führen. Es soll ausschließlich russisch korre« . spondieri werden. Er begründet seinen Ukus drmit, daß die i GouveraementSverwaltung nicht über genügend Zensoren verfüge. um die .wahnsinnig au-gebreitete^ Privatkonesponde»» der jüdischen Bewohner entsprechend za überwacheu. PU 9oi ln Zkoten In Ka! isch und Mlawa u. a. O. find die Leute Buch, stäblich obdachlos und brotlos geworden, da jede Verdienst. Möglichkeit ausgeschaltet ist. Gleich zu Beginn de» Kriege» entstanden in den polnischen Städten .Hilfskomitees', und Warschau hat ein gutorganisiertes Zmtralkomilee, an deffen Spitze der Generalgouverneur steht. In 2lft Monaten find von den Komitte» etwa 4000 Mensche« mit Arbeit versorgt worden, besonder» mit Landarbeit. Nach dem Gouvernement Kursk könnten 3000 Arbeiter abgeschoben werden, doch bedingt der Tiansport einen Aufwand von 36000 Rubel Reisekosten. die weder das Komitee noch die Arbeitgeber auf fich nehmen wollen. Unter der Schwierigkeit der Fahrt leiden ganz besonders die jüdischen Arbeiter, die keine Anstellung finde» und keine Mittel haben, um sie zu suchen. zraittrelch. Plärrer und 3UMi«rr. Eia Innleiten ein katholischer Pfarrer und Narp und Rabviner Tr. Ginsburger spenden den SterbeodtN letzten Trost b Jüngst kamcn fie völlig ermüdet in eia einziges Beit zu haben war. So legte sammcu angezogen hinein, um zu schlafe Pater zum Rabbiner und sagte: «Schck Photograph so knipsen kann: Das All' ment im selben Bett. fird französische- Armeekorps ein Rabbiner. Pater immer zusammen und s in die vorderste Linie. Dorf, wo nur noch et« fie sich dann beide zun. Da wandte sich der de daß un» nicht ein und da» Neue Testa- England. And,. ve»tf4er ,»ft ri**r Die in Ncw-Kork herausgegebene sch' verbreitete, in jüdischer Mundart erscheinende Zeitung. .Die jüdi che Gazette," zionistischorthodoxer Richtung bringt in ihrer Ncimmer dom 11. September unter der obigen Uederschrist folgende i uSlaffung: Ein Leser fragt uns an. weshalb unsere Gefühle für Deutschland seien und wie wir es veiaeffen könnten, welche 1 ' e» hat? Und dieses Di« Wohl» Wohltaten England den Juden erwie England steht eben im Kampfe mit Dmtschlaad. taten, die England un» Juden erwiesen hat, vergeffe« wir nie. Unser HeiH ist von unendiichem Danke erfüllt gegen England für die'gießc Freifiluigkeit, die Mcnschl chkeit, die e» unS Juden in den letzten Jahrhunderten entgegeng chracht hat. Ader trotz unserer großen Liebe zu England dürfe i wir nicht vergeffe», daß der Sieg der Eng'änder ln diesem Kriege einen Sieg vo» Rußland bedeutet, dem Landö der Pogrov le, ber Ausnahmegesetze. Kann ein Jude wünschen, daß die n sfische Macht fich »och weiter verbreiten soll, und daß das rusfl sche Joch immer schwerer und schwerer empfunden werde. Die r> ssischen Juden kämpfen für Rußland, fie vergießen ihr Blut für ein Land. daS fie stiefmütterlich behandelt. Sie müssen c» tu», fie müj ea für da» Laad streiten ia de« fie wohnen und »üffe« vergeffe \} was Rußland feto und noch tut. — Aber in 'welchem Z«si »«enyä«tze steHktr^wrr amerikanische Juden mit Rußland'k Dil haben da» vollkommene Recht auf den jetzigen Krieg von dem Stindpuutte der Juden zu blicken und wer wird e» lrugner, daß ein r rsfischerSieg daS Unglück von Millionen Juden bedeutet? Zunächst find wir überzeugt, daß ein russischer Sieg die Lage der Jude: im Lande selbst verschlechtern wird. Die traurige Gescht hte der Juden ist un» ja wohl bekannt, um auf den guten Lille» der dortigen Regierung zu vmtrauen. Auch können w r auf die Freundlichkeü der »Rowoje Vremja' nicht bauen, ebm so wie der Antwort von Purischkewilsch und all der andren, deren Einfluß r» Rußland stark ist und noch stärker wird na h einem großen flawischeu Siege. Für die galizischen Juden ist aber etn solcher Sieg uoch viel schlimmer, denn sie waren an menschliche- Recht gewöhnt. Sollen fie nicht wünschen, da; Gott diese Millionen Juden vor dem Untergange behüten «öchte? Daher können wir jetzt nicht mit England so fühlen, wie e» der Fall gewesen wäre, wenn enicht mit Rußland gemeinsame Sache gemacht hätte. DaS Herz tut unS weh, daß es sich mit diesem Lande verbunden hat und mit dem Kosaken um deren Erfolgt kämpft. In der Bibel wird erzählt, als der vornehme und rechtschaffene König Josaphat eia Bündnis mit dem schlechten und oerdorbeucn Achafia geschloffen hatte, sagte der Prophet zu ersterc«: Weil du dich mit Achasja vereint hast, hat Gott deine Ärbcit vernichtet E» ist also der Wunsch des Herr», daß ein ehrlicher Mensch leide, wenn er mit schlechter Gesellschaft fich zusammentut. Der Premier Asqnüh hat ia seiner Rede gesagt, England kämpfe jetzt gegen die Barbaren. Dir könne» ihn nicht von dem Gegenteil überzeugen, da wir hier nicht untersuchen könne», ob die Deutschen fich während de» Kriege» wirklich vornehm benommen haben, aber auch die Engländer Hoden fich im Sudan nicht edel gezeigt. Wir können nur nicht begreifen, wieso die Kosaken plötzlich die Beschüüer der ZivUisaiioa gemordea sind und mit England de« deutschen Barbansmus däämpfca. Der Kosak al» Erlöser der Menschheit ist eine ebensolche Unverständlichkeit, wie das vereinte likgland und Rußland. England ist ei» erhabene-, fteifinniges und f»rrschrittliche» Land, aber seine Berührung mit Rußland hat es von seiner hohen Stufe herab gestürzt. Es hat schweigend etngestimmt in die von Rußland in Persien bagangeae« Greuel. Es hat geschwiegen, als Rußland eine« eaglffchc» Minister da» Wohnrecht versagte, weil er Jude war. «tgland hat Rußland durch die Vereinigung nicht zu fich emporgchvbea, sondern ist selbst heradgeftiegen. Wen» eine reine Sache mit einer unreinen in Berührung kommt, wird die unreine nicht rein, sondern daS Gegenteil tritt ein. So groß ist die Nacht deS Unreinen. Ja England selbst sieht man eein und Bernhard Eham scheute fich nicht, es während de» Krieges klar herauszusagen. England war groß, alS Veaeonsfield die russische Arm« nicht noch Konstaotinopelließ nnd Rumänienz-vang, den Jude» die Gleichberechtigung zu ve sprechen, aber es steht ganz ander» da, wenn eS de» Ruffen hilft, sich ganz über Europa zu verbreiten.