Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volkszeitung · 1914-10-23 · 43 (23.10.1914) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
20 (1914)
Issue
43 (23.10.1914)
Date
1914-10-23
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/6682508-6377558-6450273--0082-4849930
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

ZS»«sche DolfejtHuitg. Vom Kriegsschauplatz. Sreslau. de« 23. «ttoder )9(4- Stft«rreich-ll»gar«. Den Heldentod für» vaterlan^ftarbern^» 2» Tiirnt Alsrrd Epstein. «. u. «. »r,.- Lrutn. d. 9t., Brrtchlristalt. o. 9t. G. D»a &. Co.-Brrl. Ing. Adalb. Hs! mann, Leuln. d. R.. L. H. d. jüd-akad. Derb. .Verita»'. e. betiebt. Mitgl. d. Diener zionist. Lebens. Arg. Art. Schulhof. A. H. d. jnd.-akad. Derb. .Unrta»'. Mano Holzmann, Kadett d. R., A. H. d. Bcra. .Gamala' in Gödiug. Leo Gottlob. Turuwart d. jüo. Turnverein»? Brünn, i. a. B der .Verita»', e. d. best. jud. Turner I Deftösterr. I SamuelDentsch. Bezrrksvorft.-Ltello., Brünn I Hßerfitentnnnt -ransz Oberst Emanuel -krau-- vom 62. Infanterieregiment hat auf dem serbischen ßchlachlfelde den Helbentod gefunden. 1*64 in Bonyhad geboren betrat er auf Wunsch seines DaterS die kaufmännische Laufbahn. Al» Einjährig.FreiwiÜiger ließ er fich aktivieren, bestand die OkffZtvrsprüfnng mit Ausreichnung und begann feinen raschen Knrporstieg beim 24. Zügerbataillon. Al» Oberleutnant wurde er vom Kaiser mit der Elgnnmlaudis» Derdienstmedaille mit der Krone für ausgezeichnete Dienste in Galizien geschmückt. Anläßlich eines Osfiziersballes zeichnete der Kaiser de« Offizier mit einer Ansprache au», wes allgemeines Aufsehen erregte, und zehn Minutenlang konferierte er mit ihm. wo»i er fich über feinen Dienst und seine Privatverhättnisie eingehend erkundigte, Bald avancierte K. zu« Hauptmann. Al» Major versah er Dienst in der Ofner Hofburg und erhielt eine Einladung zur Hoftafel, er saß neben einer Erzherzogin, von welcher der gei streiche und kluge Nachbar ein vergoldete» Etui zu« Elelchenk erhielt. Als Major erhielt er da» Militär« Derdicnstkreuz. Kurz daranf wurde er nach bestandener Prüfung zu« Oberftleut,ant befördert. Sein Regiment schwärmte für ihn und. wie es i» Beleid«fchreibe a feines Bataillons heißt: fie liebten und verehrten ihren Oberstleutnant bis zu seinem Tode. K. war von humaner, edler Gefiunung, aber vom Scheitel bis zur Sohle Soldat. In Offizierskreisen wurde er ostimer» pelliert, weshalb er seinen Klauben nicht verlaffe. da er doch dann leichter avancieren könnte. Daranf antwortetete er: »Ab« gesehen von de« warmen seelischen Bande, mit welchem ich mit meiner Religion mich verknüpft fühle, wurde ich es auch für äußere Vorteile nicht wert finden, auszutreten. Auch andere (Uk «14t tmjJfv Muxitrirri , üh—4» i£ dli nah Dbfrpltulnanl. llrdrigens habe ich die Erfahrung gemacht, daß in »»Irrer Arme.' die Apostasie für die Offiziere keinerlei Larteile hat; im Gegenteil, der Gelauste wird als Slrrber angesehen und seinem Lonrärlskommen würden fich au« diesem Gründe sowohl auf militärischem wie geicllschasiüchcm Gediele viele Hindernisse in de» Weg fteürn. Mir ist mcine skonsesfion auch nicht eine Minnie lang im Wege gestanden ' Anläßlich der vierjährigen Mobilisierung im Anguss wurde er mit der Orgonissernng und Besehlignng des 17. Lindfturm. rrgimrnte» delraut. In der 2. Hälfte de« Monats August ging er mit seinem Regiment nach 8o»oieu. Er besehte mit seinen Truppen, die nnler seiner Hand zu tüchtigen Soldale» Geworden waren, die ii Stunden Marschweg« von Serajewo cnlcr»!e Dnga-Hdhe. Am 10. Sept, erhielt er Befehl, da« Dorf Ljnbovija, weiche« der Feind beseht hielt, zu nehmen. Hier ssel der Heid im nächtlichen Stnrm mit dem Schwert in der Hand. Jugfiihrer Meißliohk gegen die Serie». Der in einem Epitalr de« Roten streuzcs befindlich« Attillerre-Reservezngssichrer «all Weißkops, Lohn de« Tcmpeidieaer« der israelitischen Koltnsgemetnd« in Budweis, wurde mit der filberncu Tapfer, keitsmedaillc zweiter «lasse ausgezeichnet. Sekdento» de» ^entnant» zgaderke i» chakizien. Am 12. September ist auf dem niedlichen «riegsschauplnß der Landsturmicntoaot Alsted Baderlc an« Etiaß.rch in Erfüllung seiner Loldäleupstichl gesallen. Das Batailion des Lentnanl« hatte am Abend jenes Tages die Ausgabe, einen Brückenkops zu hallen und wurde von russischer Artillerie stark deschossen. Einer seiner Leute verlieh dabei die Deckung, und als ihn Leutnant B. zurück,ch. um ihn in Sicherung zu bringen und fich dabei seihst ein« Blöße gab. erreichte den jungen Offizier du« lolbringende Geschoß, und er verschied, von demselben in tea klopf getroffen, ans der Stelle. Mißk«»dk»n,e» »er Anden i» deiA»t»»i»a d»,ch die Hinssen, Ki>», Ili, Lilodcr. Soeben wird bekannt, daß die Russe» Lenrdcrg zu räumen beginnen. Die Rossen haben ans rhrem Weg nach Srretd über Sttojnitza eine große Anzahl von Frauen und Mätchca mir in ihr Lager geschleppt, wo sie mißhandelt und »ergtwailiat wurden. Die Ikosake» plünderten sämiliche Geschäfte. besonders die de» Jude» gehörende». Tie Rassen schleppten an« der Synagoge in Strojnitza fieben alte Inden die dort beielcn. und sühnen fie zu Fuß 75 Kilometer weil. Bis heute weiß man nichts über da« Schicksal der Unglücklichen. Zeder, der über die rumänische Grenze flüchten wolle, mußt« hohe Summen an die rnsfischen Offiziere zahlen. Zi«r«» »*» Aore». der Adoptivsohn de« verstorbenen Baron Moritz von Hirsch, der in London ansäsfig und in Muhren brgülcrk ist. überwies der Slalthalterei in Brün» eine hohe Suwme sür die diversen Aktionen der Brünner Stadlgemervde. In einem Schreiben an die mährische Statthatterri betont er. daß er diese Summe spende, obgleich er englischer Stoaisdürger und Mitglied des englische, Unlcrhause« sei. üz. T>erle»t»«»t A»»r«d Sachsek der 27. Landwehr Infaaleriedivifioa saus Prag) wurde «egen tapfere» Verhaltens vor dem Feinde vom Divifionir beladt und zum flompagnrckommandanteu ernannt. > lklglMld. | A«ng»ll wirft für ^ntzlaud! i Dcr bekannte Publizist Israel Zangwill. derPräsioent dec Tenitorial Associ»tiua, der zuerst als Geaner der Beteiligung Englands am Kriege austrat uud von dem im An- . fange des Kriege» mitgeteilt wurde, er sei wegen einer Rede l gegen den Krieg verhaftet worden, — die Richtigkeit der .<ach. , richt konnte damals nicht festgestellt werden — HU sich b l hrt. ' Er hat ein Gespräch mit vir Edward Grcy gehabt nnd ist dadurch überzeugt worden, daß auch die Juden ihre Sympathien Erglond uns feir.cn Lcrbüudeten. also auch Rußland Zliwce.deu «äffen. Eine Ausnahme will er nur für die deutsä ea Jäden machen, denen er gestattet, ihre Liebe ihrem Daterlande;uzuweuden. Unter dc« 9. September hat er nämlich, wie wir erst jetzt aus einer uns öberiaudten Zeitung ersehen, im konlervatioen .Standard' einen offene» Brief an die Jaden der neutralen Länder. besonders au die amerikanischen gerichtet, indem er fie auffordett. ihre Sympathien Großbritannien und deffe.r Lerbüadetea zuzuwendrn. Er spricht die E'w.ttung au», daß nach dem Kriege, wenn etomul England von dem deutschen Alpdruck befreit sei. e» d.n rusfischen Juden beffer gehen werde. Denn Sir Edward Grey habe ihm (Zangwill) verlpiochcn, .er werde kcine Gelrgrnhcit versäumen, um die Emanzipation der »assischeo Juden zu ermurige«.' Dcr in fcineu Ansprüchen offenbar sehr bescheidene Herr Zanqwill sieht in dieser Derficherung einen .Wendepunkt in der Geschichte der russischen Zudcn', eine .feste politische Basis' und nicht .eine bloße Redensart eines in einer kritischen Lage ftcckenden Politikers.' Zanswill bittet die .neutralen.' Juden, nicht .durch den Schatten Rußlands ihre Lympathi.'n für diese unbefi-gbare Insel verdunkeln zu lassen, die j tzt, wie nicht selten in früherer Zeit, für die Mensch» heit kämpft, und die noch Rußland und Deutschland zivilisieren wird.' Dabei ist es dem Berfoffer dieser ruhrcndcn Epistel einigermaßen unbequem, daß England Asirteu und Afrikaner zum Kampfe gegen Deutschland nach Europa bringt. Es tut diesen Ei.vrnd in6 dem Giye ab. die schwarz-n Soldaten käwftcn für eine weiße Sache, während Deutschland weiße Soldaten für rrt schwarze Sache verwende. Man braucht den anglomanen Herrn Zangwill. der fich durch ein vollständig belangloses Versprechen des Herrn Gtey eiufaugrn läßt und darüber alle Drangsale und Verfolgungen seiner russischen Glaubeusgenoffcn vergißt, nicht ernster zu nehmen, als er sich selbst genommen hat« Herr Grey hatte viele Ge» legci'heiien. niclt nur die Emanzipation der russischen Juden, .sondern auch der anderen rnsfischen Bürger zu .ermutigen." Er bat keine davon benutzt, er hat im Gegenteil die russischen wie die persischen .Vertaffungsstennde kalt und unbewegt den .Hangegendormea des Zaren ausgeliefert. Er wird die künfügen Gelegenheiten, wenn er noch Minister ist, ebenso benutzea. wie die ftitheren. Herr Zangwill aber macht über das. wa» in feine Lehre nicht paßt, einen Ditz. Er scheint vbeihaupt sehr witzig j» fvtn, und so tft r» t«n SBntrbrr, «tun an * dieser Appell an die neutralen Joden zu Gunsten Rußland» wie ekn Witz, aber uicht wie ein guter, sondern wie ein srhr übler und gruufamer wirkt. * Boston Unter ken bekannten ausländischen Persönlichkeiten, die augenblicklich hier weile», ist auch Herr Jakob Testet, Mitglied des russischen Sta-itsrate», der einzige Jude, der bisher in Rußland als Richter fungieren durfte. T. begann seine staatliche Laufbahn noch zur Z-.it Allxandrr II. Damals wrudtn drei Juden zu höheren Staatsämtcrn befördert, von denen Herr T. heute der einzige Ueberlcbende -ist. In London wurde T. vom Lord Thies Justier in seinem Plioalhause empfangen, um mit ihm über die Lage der Juden in Rußland zu beraten. Auch Lord Rothschild wurde von Herrn Tein Besuch abgc« stattet. Rußland- Koch ei» Ä«kr»f ,a« die tiefen Anden." Wir werden von einem Jude» aus Rußland, der fich zur Zeit in Rostock aufhalt, um Aufnahme folgenden Aufrufes gebeten. .Ick wende mich an alle meine Brüder, an die russischen Juden, und frage fie: Juden in Rußland, für wen kämpft ihr'^ Für welches Vaterland vergießt ihr euer Blut'{ Rur ihr alleine wißt es doch, daß die ganze Erde Rußlands mit jüdischem Blut« getränkt ist. ... Ucbrrall durckwimmert die Lust euer Seufzen und Wehklagen. Ihr wißt es doch! Ich wende wich an euch, jüdische Arbeiter i.i Rußland: denkt an eure Lage und wißt: ihr kämpft für ein Vaterland, das euch verboten hat. als Russen Landatbeiter zu fei». Ihr werdet herausgetricb«" aus jedem Dotf; als Russen dürft ihr nickt Groß-Rußland betreten, sondern ihr müßt schmachten in Russisch Polen. Ich wende mich an euch, ihr jüdischen Stndeuteu. Möchtet ihr doch einmal zur Befiunung kommen und bedenken, daß ihr in eurer Heimat uicht studieren dürft uitd schon in euren jungen Jahre» in» Ausland wandern müßt. Jüdische Soldaten im Schlachtfelde, wrfhalb kämpft ihr? Was hat euch die russische Regierung nach dem japauifcheu Krieg andere» geboten, als die Pogrome? Sie hat euch uach dem Kriege aus deu Ortea. wo ihr euer Blut vergossen habt, hinausgetticben nur aus dem Grund«, weil ihr Juden seid. Ich wende mich au alle Juden. Denkt doch au den Beilis-Prozeß. Denkt an alle Gesetze, die fie gegen euch richten, und ich ftage euch : wshalb kämpft ihr? Für welches Laterlaod?" Wir gebeu dieser Zuschrift gerne Raum, da er mit aller Deutlichkeit erkennen läßt, daß die rusfischen Juden nicht geneigt find, den zarischeu Versprechungen irgend welchen Glaube« zu Zrankreich. JVt erste 3U0|istt ist auf dem Felde der Ehre gefallen, ein Franzose, der Oberrabbiner von Lyon, Sal. Bloch der als Feldprediger in dcr Schlackt feines scelforgcrischen Amte» waltete. SlS er den Sterbenden stincu Trost zusprach, traf ihn die Kugel. schenken. Die blutigen Pogrome der lebten Tage in kjm*, Polen find ein Bewcis für die RichtiM ihrer Ansicht. m 38tr die .kieke» )«de»' in 3U*» «""de». Von einer absolut zuverlässige» Persönlichkeit, die fir wenige Tage vom östlichen Kriegsschaiiplatz zurückgekehtt ist. werden unsere nealichen Mitteilungen ahs Radom bestätigt. Radom, das schon einmal im Besitze der Deutschen gewesen ist, und in das nunmehr untere Truppen zürückgekeht find, ist auch einer der Oite. die ein etodruckevolle» Beispiel zu der Proklamation dc» Za'.:n au seine .lieben Juden' liefern. Roch der vorüderqeheudcn Besetzung Radom» durch die Dcuiicheu fthsten die Russen dorthin zurück. Unmistelbar nackd.m sie die Stadt besetzt ballen, verhafteten sie Juden: einen jüdischen ®flff r;m mit Ramen Dan« und zwei seiner Verwandten, die Kausleute find; alle drei verheiratet, dec eine Vater von neun, de^ andere Vater von drei Kindern. Dcr jüdische Gelehrte Danziaer ist der Sohn eine» weithin berül.mtcn Talmudforschers, und.liyn selbst bezeichnet die B.völkeri'n.; als cincn .wahrhaft göttlichen Mann' feiner F-ömw.igkcit wegen, (fr Icüic völlig wellabgewandt; er hat fich niemals mit Politik bc'chäftigt. und auch seine beioen Verwandten sind f:ic. fertige Ä'änve . die sich nur uttz ihre Geschäfte kümmeruv.. Dbuc Geiialroe'.tahrcu und ohreStichterspruch. ohne daß d:e Vefölttu't^ vier die Frauen una Verwandten der Ver» hastelcn irgend etwas von dem Borgange erfuhren, wurden die drei a e b ä n g t. Ihr Berbrocheu war. daß der eine ron rhnen onfR»i isition einem deutschen Offizier zwei P f c r d c t. a 11 e ü b e r g e b c n m ü s f c n - Zur B.strasi.ng tuiiir wurde er und scii»e pcidcu Perwandleu auf» geknüpft. '! Al.) dcr Vorgang bekannt wurde, feilte der russische Pope zu dem komuank:nendeu O'fizier, um sich für die Unschuld ocr Behafteten zu vctbürgen. Es wafi zu spät; und al» Um folgenden Tage die Witwe eines der Gehängten zudem rufsifchea Obcrkomman: irrenden kam, erklärte er ihr höhnend: .Sie köuneu stoiz daraus sem. daß ich Ihren Marm habe hängen lassen. Er häti sein Leben f,:r cic Gesamtheit dcr Juden in Radom gelassen, den» mei, e .ll> sakeu mollteu eigentlich alle Juden hier imschlazea.'! Dieser darbau-cho Bvifall ist eine Ernzelheit, die aber zu« gteick iypiict) ist für das Pcrhaltrn der rt-.ssischeu Soldateska gegcnüdc: ecu Jude,'. ES ist zr-ar dck Beichl gegeben, söge» nannte ,l a n i c" P-.-i>.rome zu veuneiden. damit nicht dieJuden in London, in Paris «t:d in Rew-Aork allzusehr .verstimmt' wüicen. Hi.igl-.ic'! kursicn l.icr im Osten eine Äußerung des Od.lkon.Mii'dieiendc.t 'Großfürst Rikolat Rikolajewitju:, dtc falgendetma^cn lautet-: „Wenn sich meine Soldatc.: scki'ud.n. da'ui müssen sic auch ihr Ver« g u ü g e n haben, und wenn dabei cin p a a r Juden» s ch ä ö e l c i n g e s ch l a g e u werden, so hat bas trotz dco Ge'cylncs cer Londoner Synagoge weiter keiae wird denn auch mit den „lieben Juden Ui Zaren' in Rußland jetzt verfahren, und zwar in Polen, au orr gaüzischeu Grenze und vor allem in Beffarabieu. Asutigo Zudcuoerfotguutze» I» Linßtaad. Väterchen bciiti au »seine lieben treuen Juden', wie er es vcisproch.n hat: blutige Pogrome uud Riedermetzelungen der Juden haben in Russisch-Pol'u und Beffarabieu eingesetzt; im ganz'-u nn'-Uchc. R.i hc predigen die Rückschrittler wieder den Haß gegen die jüdischen Laudef'-zenossrn!' In deu Zeitungen be« ginnen wüste Hetze».w", in d»e rusfischeti Armee wird da» Gerücyt t>iibreitet, nie .Teiiuiednlaaeßci Tanuenberg — eine ganze Niederlage gestehen die Russen noch immer nicht cin — letötif d.n Verrat der jüdischen So'.datest zurückzuführen, die den Deutschen durch Winken mit Taschentüchern die Richtung äuge» geben hätten. Bei einem Leichendegräbuis hätten die nrsfischen Behörden in dem Sarge Lö Millionen Goidrubei gefunden, die den cinmarschierendeu Deutschen ausgehlndigt werde» sollten. Die russischen Militärbehörden sind mit Anzeigen gegen jüdische Ei! wobit'.r überschwemmt, und überall im ^ande rauchen die Blutbäder. So behandelt der Zar ,se«r lieben Juden'. Hroduo- Durch einen Maueranschlag des GouverueurS wird die Bevölkerung angesichts der zwischen verschiedenen Ra» tioualitütea seines GoumruementS ausgckrocheucn .Zwietracht' dringurd verwar.-.t, in dieser ernsten Zeit jitctiouole und religiöse Gegensi^e zu schüren. l.Zwietrach.r' ist offenbar ein sanfte» Wort Pogrome, die, wie gemeldet, toieder einmal über die russischen Inden hereiabrdchen.) Vas chouveruemcut Snwaklti hat unter 800 000 Ein» wob-.ec 126 000 Inocu, die gegen 200 Schulen mit eigenen Levrcru unicrhd.li.il. während die Russen nur 196 Schulen hudln. Die Stadl SuwaffU. iu dem jetzt von unserer Armee eroberten russischen Gouvernement Suwalki zählt etwa 60000 Juden und SOotO Deutsche. Russen gibt es nur im ganzen 66 000. An de« Straßeneckev ^rscl>eine» Bekanntmachungen de» Hbchfikommand'crenden respektive des Milltärgouverneur» Haupt« mann Volkuramr in deutscher, polnischer.Lusfischer. hebräischer Schrift. Diese,nacht die Rrederlageu der Franzosen, Belgier, Eng« lärrder und Rer'nenkampffchen wie der Rarew-Armee bet Tannenderg bekannt uud fordert zur Berlreibuirg .der rusfischen Barbaren, die euch Leknechtet, aus eurem schönen Lande auf, da» seine politische und religiöse Freiheit wiederer» halten soll." »Kier wohne» Inden.' .Jüdisches Eigentum ist geschützt.' -- .Wir sind Freunde,' las män mit Kreideschrift'an deu wiuzigcn bunten Häuschen Grajewo». Die Bewohner standen vor dcr Tür. grüßten, gaben jegliche Auskunft, zwischen ihnen und unserer Soldateosa hatte sich sogar fteundschaftlicher Verkehr hergestellt. Auch die verlassencp Gebäude waren un« behelligt geblieben. Holland.! . Bergen (bei Alkwaar. Rord-Holland). Unter den h; im GZangen-Lager internierten deutschen Solöatea, welche j der Nähe von Lüttich verwundet und idurch da» holländisi rote Kreuz hierher geschafft wurden, befindet sich auch der Jäg Karl Kohn. Musketiere Heinrich SchLlleü und Lippold Füstli! > Her«. Haafe und Marin, Dragouer Atz. Roth.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.