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Jüdische Volkszeitung · 1914-10-23 · 43 (23.10.1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
20 (1914)
Issue
43 (23.10.1914)
Date
1914-10-23
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Mag. Sri«» hilft. wir Juden glauben fast insgesamt an die Wirkung bei Erbet« unsere gesüllle» Synagoge» an hohen Festtage! fnd best Zenge. «ach der Gleichgültigste fühlt an gewisse Tagen zu gcwiffcn «tnaden den Drang in stch: Zwiesprache mtt Sott zu halten, dem Ewige» sein Leid zu ktagea. sein Verzeihung anzuflehen. Ramentlich dann sucht mau fit mit dem Höchsten in Verbindung zu sehen, wenn schwer Katastrophe», liefe« Le id, Krankheit, oder—wie gegenwärtig er mtrderischer Krieg die Gemüter in Wallung bringt. In einem kleine, ungarischen Städtchen, berichtet de, Pestcr Lloyd, lebte ein junge» jüdische« Ehepaar. Bei de, Mobilisierung der Oesterreichs,ch-Ungarische» Armee erhielt der nnann die Si„b-rusung«ordre. Darob großer Schmer und Ualriftllchkeit bei der jungen Frau. <tt naht di Trennungöstunde. Die Frau springt noch einmal in» Haut und kehrt mtt einem in Papier gewiekeiten Gegenstand 31,. rück. »Da« Teuerste, wa« ich befihe. soll dir gehören'. sag! sie zu ihrem scheidenden Gatten. .Der .Herr behüte und beschühe Dich und laste sein »ntlih vor Dir leuchten.' Sie schieden Der Mann hatte ba, Geschenk seiner Frau, da» sich wi ein kleine» dicke« Buch ansühlle, in seine Tasche gestickt. S, nahm an einem Gefechte gegen die Rüsten teil. In einem Gefechte vor Lemberg „as den jungen Krieger ein Schuß. Sr siel bifiunungSIo« nieder. Rach la»ger Zeit kam er wieder zu sich, und veisuchre fick auszurichteu. es gelang. Run ging er daran die Wunde zu untersuchen. Eine Kugel halte ih» doch nicdergestreckt l Zu seinem Sr stauen war kein Blut sichtbar; auch Schmerzen waren nicht mehr vorhanden. Wo hatte die Kugel denn ihren Sutgang gesunden 1 Geoankcnlo» faßte er in seine Brufttasche und zog da« Geschenk seiner Frau herau«. Sr tffnele da» Pakeichen; rt enthielt ein Gebetbuch halb hebräisch, halb ungarisch waren die Blätter bedruckt. Und dann entdeckte der junge Mann mit tiefer Rührung auch die «ischwuudcne Kugel; sic halte ihren Weg durch da! Buch nehmen wollen, war jedoch in dem dicken Papierwall stecken geblieben.. Da« Gebe«, und im Verein damit da« Gebetbuch, hatten ihm von dem sicheren Tode dewahlt. Sr weinte vor Freude und steckte da« Buch an seinen allen Plah. Wenn er lebend vom Kriege hcimkehrte. sollte ihm »da« Teuerste' seiner Frau, edenfall« da« höchste Kleinod sein. Za, Beten hilft! — P*» Gelletlnch afft Teöendrettcr Die medizinische Praxi« kennt zahlreiche iniereffanle Fälle, in denen ein Geschoß durch zufällig dem Körper anliegende Gegenständ« in seiner Wirkung abgrschwächt wurde. Sin sehr merkwürdiger Fall ereignete sich wie folgt: ei war ein Grbctbuch. da« seinem Träger da» Leben rettete. Der Landstu,mmonn Gabor Weiß «ul Verebely in Rord-Ungarn wurde bet einer Meldung in der Schlacht von Lublin von einer russisch«» Jnsanterie.Patrouille beschoffe». Sine Kugel traf ihn und hätte ihn sicher gesährlich verleßl oder gar gelötet, wenn Weiß nicht zufällig ein Gebetbuch, da« seine Frau ihm mitgegeden hatte, in der Blusrntasche getragen hätte. So aber würbe die Kraft der Kugel durch da« starke Buch wes entlich abgrschwächt und sie verursachte nur eine leichte Bauchdeckennerietzuug. Weiß wurde al» Leichlverleßter in die deutsche chirurgische Klinik nach Prag gebracht. Sr wird schon in dieser Woche aii geheilt entlasten werdea. Profrstor Dr. Dittrich hat da« intercffaute Buch photographiert. Auf der ersten Ausnahme sieht man die abgebrochene Schließe de« Buche» »nd den schrägen Kanal, den da« Projektil durch die Seiten surchlc. Im ausgeschlagene» Buche sieht man die Durchschlag». Wirkung de« Beschoffe« im hebräischen und ungarischen Texte. Stltpoflbticfe.*) »rief einer »olun Mutter an eine Arenudirz Ihre l. Zeilen erhalten, konnte Ich Ihnen nicht srüher antworten, täglich erhalte ich so viel Vlies«, muh dieselben bald wieder beantworten, und nebenbei stricke ich fle ißig warme feste Strümpfe, ich beeile mich mst diese» sehr, da e« ansängt kalt zu werden namentlich de« Rächt« auf dem Felde. Mein Sohn Kurt lein Arzt Red.) schwebte in großer Gefahr, er war bei der Einnahme von R a m u r dabei, ging durch brennende Diiser, w 0 von der Bevölkerung aus die Soldaten und Aerzte geschaffen wurde, und auch in finftererRacht, al« sie marschierten. Bomben geworfen wurde n. Gott beschützte ihn aber Tagelang war er froh, wenn er trockne« Broi und Irische« Waffer hatte, und da er mit dem Eauitättwogen ritt, mußte er mitunter für seine Beköstigung selbst sorgen, so halten sie einmal eine Henne und Kaninchen gelangen »nd gelocht, «a« ihnen aber, da sie hungrig waren, gut schmeckte. Reulich schrieb er. daß er noch I Tagen wieder im Bett geschlafen, sonst angclleidel in einer Kirche bei de« Verwundete» ans dem Felde oder im Stalle auf dem Mist, sie befinden fich aber alle, die Mannschasten und Offiziere in bester Laune, da wir viel siegen und ihnen die Strapazen nicht schwer werdea. Seit einige» Tagen ist mein Sohn »ach langem Maische und SiscndahnfahNen, über Aachen. Stettin. Berlin in» Uagewiffe. da sic nicht wiffen, wohin e« gebt; die Hauptsache ist. baß wir siegen und meine Kinder gesund zurück komme». Waller ist noch in Jauer. wo er au«- gebildet wird. Ich schicke ost Musterbeutel mit Wurst ».. s. w. aber bi» jetzt hat mir Kurt nicht den Smpsang bestätigt. Viele herzlich« Grüße an Sie. hoffentlich befinde» Eie fich wohl Ihre _ I. 8. Z» (nh de» Zig Zpdwi, Arant Reichttag«abgeordneter ». Schulze-Gävernitz, der bekanntlich auch im Felde steht, hat die Srlaubnl« erhalten, da« Grab Frank« z» besuchen. Sr schreibt darüber: -Von Baccarat führ« nach Weste» zu ein« Straße »ach dem heule i» Ruinen liegenden Dorfe Menil. Rordweftiich von Menil dehne» fich große Wälder au», «» deren Ra»de »ach dem Moseltale zu da« Dörfchen Roffmwoun liegt. Hier war e«, daß am 8. September bei einem mtt »1 «ellrrr Feltpesidriefe von algemeiae» Jaterefie si Jmma. Dt« Originale Werten znritrkgegebe». Red. le find mr» jederzeit Im Felde. Breda«, de, 23. Wobtt i Sturmangriff — von eine« Kopfschuß tödlich getroffe» — Frank seine Feuerseele audhauchte. Mit eigener Lebendgefahr haben die Kameraden den Leichnam de« geliebten Kameraden bei Rocht geborgen und beerdigt. Da« Grab selbst war auch gestern unerreichbar, da die Franzosen bei jeder Bewegung au» dem Walde oder de» davor liegenden Schützengräben UN« sofort wohl eingeschossene« Feuer gada. Sin weilere« Vordringen unsererseit« hätte zugleich die in der Räh« eingegiabeucn deutschen Kameraden gesihrdet. Dagegen konnte ich sestelle», daß auf Annrdnung de« Herrn Oberst non Brüter da» Grab Fra»k« al» solche« genau bezeichnet worbe» ist. Der Herr Oberst leiste mir mit, daß da» Grab augenblicklich noch osten sei; sobald die Möglichkeit bestände, sich dem Grade zu nähern, würde er die Taschen de« Verstorbenen auf etwa ige Schriftstücke untersuchen lasten und alle» Ausgefundene an mich adsenden. Ich nehme Gelegenheit, dem Herrn Oberst für die Sorgfalt zu danken, mit welcher er da» Grab de« große» VolkSmaanet für die Rachwelt ausdewahrt hat.' Fi» Mort««» Tndmi» Krault. Kurz vor seinem Tode hatte F. in einem Brief an den Avg.Südekum seine Hoffnung in die Worte zusammen gepreßt:,.Ich laste mich nicht banon abbcinge», daß in diesem Krieg« bi« Grundlage» sür einen unübersehbare» Fortschritt gelegt werden.' Dazu bemerkt Herzog im .Forum' .Rach Forträumung aller Sinwände triumphierte also der Krieg im Hirn besten, dem e« nach unendlichen Schwierigkeiten geglückt war, die erste internationale Berner Berständigungkonserenz zusammenzubringen. Der lei denschastlichfte Pazisist, der auf den internationalen Kongreffen in London und Pari« Völkerverbrüdernde Reden gehalten hat. ging al« Landwehrman» in» Feld, und am ersten Tage, da er in» Gefecht kam. trifft seinen überlebensgroßen Laffalle-Kops die Kugel eine» Franzosen, vielleicht eine« Genoffen. So sieh« heute die Welt au«. Und: Durch —! heiß« die Losung.' I» AekdPrediger» wurden ernannt im bayerischen Heere Rabd. Dr. Baerwald-MSuchen, für die badische Division Robb. Dr. Chone-Konstanz. Miktzekmatziwe», 30. Aug. Der Prediger und Lehrer! Siegfried Betzier-WitheimShaven wurde in seiner miiilärische» ' Eigenschaft al« Landwehr«»»» 2. Aufgebot« gemäß § SK, I Ib! Abs. 2, H.-O-. al» Seelsorger sür die Matrosen jüdischen Be- ' kenntntffe« im Festungkbezirk Wilhelmshaven zugclaffen und als solcher dem Feftungtkommando in Wilhelmshaven überi wiese». Ir»»llf»rt « M. Für UN« Krieger war nach den große» Auslegungen der letzten Wochen eine Stunde der Erbauung geradezu zum Ledürfni« geworden. Bereitwilligst gestattete an» unser Kompagniesührer, am Rrvjahröscste einen Gottetdienst abzuhallen. Sine größere Anzahl jüdischer Laudwehrmäuner lande» sich in einem Zimmer zu einer kurzen, erhebende» Andacht zujammen. Si» Frankstrrter Lehrer hielt ein« »»sprach«, t» der er aus die Bedeutung de« Tage« unter ganz besonderer Berücksichtigung der gegenwäitige» Verhältnisse hinwic«. Seine mit Begeisterung vorgetragenen Sone «achten tiefen Eindruck. Am nächsten Tage führte un« unser Weg nach der Höhe von Provenchöre« lDep. VoSge«), wo wir acht Tage bliebe» und Gelegenheit hatten, uu« am Versbhnung«tage wieder zum kurzen Gottesdienste zusamurenzufiuden. Dieämal war e» ei» Waldgottetdienst eigener An. Wie standen am Abhänge eine« Walde«, umgeben von hohe» Fichten, vom Fuße hdNcn wir da« Plätschern eine« kleinen Bache«, die Sonne sandte ihr« Strahlen durch die Bäume, um UN» herum aber dröhnte dumpf der Donner der Geschütze. Ergriffen lauschten wir den Worten unsere« Vorbeter«. Gerade im Augenblick, al« da« Kaddischaebet gesprochen wurde, sausten über unsere Köpfe vier feindliche Granate» hinweg. Wir faßte» sie al« Shrensalut für die g«fale»en Kameraden auf. L. B. Marllirch (Elsaß). 28. Sepl. Beispiele von freudiger Opserwilligkeit sind gegenwärtig bei unseren Gla»den«genoffen nicht» Seltene«. Wenn ober verhältnismäßig kleine Gemeinde», die noch dazu in der Feuerlinie liegen »nd unler de» Unbilden de« Kriege« besonder« stark leiben, weit mehr leisten, al» man unter normalen Virhällniffe» von ihnen erwarten dürfte, so verdient da« hohe Anerkennung. So hat die Gemeinde Markirq am ruwn rxi sämtliche dort liegend« jüdisch« Soldaten, ca. 30 Manu, aus ihre Kosten rituell verpflege» laffe». S< fei ihr auf diesem Wege der öffentliche Dank auSgrsprochen. Arier de» ioraekltische» Merföh»»»a»t«,e» l» Arid« Wie der Kaiser dem religiösen Bedürfnis seiucr im Feld« stehenden israelitische» Soldaten anläßlich de« am 30. Sep. tembcr staltgefundene» höchsten jüdischen Feiertage», de« Brrsthnuna»>age«. Rechnung getragen hat. geht au« einem Armeebeschl hervor, der auf Anordnung de« Kaiser« streng au«ge>ü h>t wurde. Danach mußten fich sämtlich« israelitischen Loldate», fasern fle fich nicht in der Feuerllnie besa»bea und daher «»- abkömmlich waren, unter Führung jüdischer Reserveofsiziere und Osfizierstellverlreter lei drn einzelnen Brigade» 'an einem bestimmten Punkt am Morgen de» vcisöhnung»Iage«ei«findea. um dann eine hinter der Front belegen« Stadt auszufuchen. Da in Rordftankreich nirgend« Synagogen vorhanden waren, wurden der Golletdienft sür die jüdischen Soldaten der einzelnen Srmeekorp« in kathollschen Kirchen adgehalten. Derselbe begann morgen« um '/,$ Uhr und bannte bit zu« Eintritt der Dunkelheit. Die Fcldrabbiner predigten zweimal vormittag» und abend«, und stimmlich begabte Soldaten snngierte» al« Borbeter. Die meiste» Besucher der Kalle»Häuser saftete» und hielten bi« zum Schluß der Andacht au». Daun nhieilen sie au» eigen» zu diesem Zwecke hcrdeiaefchaffteu Feldküchen ei» kräftige« Esten u»d kehrte» l» der Rächt noch zu ihren Regimentern zurück, »u» viele» Feldpostbriefe», die jüdische Soldate» an ihre Angehörige in der Heimat schiieben, geht hervor), daß die veiriffrnden »«mal« einer so ngreisenden »»dacht beigewohnl hätte», wie a» jene» Tage in Frankreich. — Die gegen Rußland kämpfende» israelitischen Krieger Ware» , am SO. September für de» ganze» Tag benriandt »nd kounte, de» Feiertag mit i^en Glaabeiutgcooffea i» de» Grenzstädte» Oftpreuße»« begehen. __m. 45 P« Merfltznnngatag wurde i» den Berliner Synagoge., diesmal durch eine deiuirXi« feierlich: Handlung eröffnet. Die Enthüllung der Thora geschah diSher stet» dnrch dazu-k«so,dei» ' aulerwählte Mitglieder der Gemeruoe. Dreje Ehre wurde uuläßlich der Kriegezeii den Soldate» zuteil. Sie nahmen »or der Thora Ausstellung, »ad der Rangälteste enthüllte da» Gesetz MosiS. In de» Synagoge» sah man, ebenso wie in de» Belsäle». sehr viel Militär, darunter eine große Anzahl Kricg«- freiwillig«. München Die Israel Religiorrsgesellschast (Oh:> Jacob) in München hat durch den Tod ihre» Rcligionslcdrer«. Max Strauß, Unteroffizier i« I. da,er Landwehr-Jnf.-Regiment, ei»cn schmerzlichen Berlust erlitten. Der Be,lebte, welcher am S. September de» Lob ans dem Felde der Ehre fand, erfreute fich al« Lehrer und Mensch in weitesten Kreisen große, Beliebtheit. SS war besonder« neben seiner Frömmigkeit seine große Frreden«- iiebe. die ihm die Zuneigung und Wertschätzung erwarb. Der jüd. Wanderdund .Blau-weiß' verliert in ihm ein Ausschuß- Mitglied und einen ausrichiigcn Förderer. Z»» de» ßgelcholage sind u. a. die Abgeordnete» Dr. Haa«-Karl«ruhe. Davidsohn nnd Eohn-Rordhausen in» Heer getreten. Der nalionalliderale ZI, vr. Leo,. Mitglied de« Hause« der Abgeordneten ai« Vertreter seine« Heimatkrrise« Hohensalza. der sich al« Krieg«freiwilliaer gestellt hat und al« Rittmeister d. L. in« Heer erngetrrleu ist. hat da« eiserne Krepz erhalten. Der Stadtverordnete Aritz Bamberg au« Schbnebcrg (Vorsta»d«mitglied der liberale», Fraktion), der auf dem russischen Kriegsschauplatz al« Feldwebel steht, zog fich beim Starz vom Pferde eine nicht unerheblicht Verletzung zu. M»r>I»rg. S« wurde »or kurzem miigetci». daß der älteste Leutnant unserc« Heere« Herr Ludwig Stern au« »acheu sei. der 63 Jahre zähl«. Wie wir nun erfahren, wird dieser »terötekorb »»» de» 6«jährigr» Smaunel Goldschaidt au« Würzburg gehalten, der den Krieg von 1870 mitgemacht, da» Eiserne Kreuz krworden har und nun bei Ausbruch de« Kriege« au« seinem ausländische» Sohnsitz heimgekehrt ist und sich freiwillig zum Dienst gemeldet hat. Er steht znrzeit bei einem bayerischen Landfturmdataillon in Eaaigemtnd t» Felde. Aildisttz« Hffizieie l» »er be»tsche» Zrmee.'j Einer Berliner Meldung zusolge find im deutschen Heere di« Aufing« Oktober h »n de rtfü »fzrg Juden zu Offiziere» befördert worden. Diese Meldung würbe in jeder Armee weniger bedeute», al« in der deutschen. i» »er sich di« Sxklnsivilät de« Offizierkorp» am längste» »»berührt erhielt. E» ist noch nicht lang« her, baß Oifiziertstrle» in den Gards» regimeutern auch sür Bürgerliche unerreichbar wäre». Erst Kaiser Wilhelm hat e« lageordnet, daß in de» Garberegrme»ter» mindeste»« auf drei adelige Osfiziere ein bürgerlicher entfallen muß. Den Soldaten israelitischer Religion war da« Offizierkorpg »ollftändig verschloffe» nnd dt« Sr»jährig- Freiwillig» atnga» tuu mit Mn Im« Ausnahme» höchsten« al« Unteroffiziere l» die Reserve. Erst ln letzter Zeit würbe» ab und zu jüdisch« Reseroeoffiziere mannt, aber auch diese halten bei den Waffenüduaste» einen schwere» Stand' gegenüber der erbgeseffene» Abneigung der Bernl»offiziere gegen die jüdische» .Eindringlinge'. Eine» aktioe» Offizier jüdischer Abstammung gab H außer einen Mitglied« der Familie Bleichröder überhaupt nicht. Do« Lebe» de« jüsische» Reserveosfizier« beim Regiment war »st ein wahre« Martyrium. Davon spricht auch die Literatur, und in manchem Roma» oder Schousptel war der Konflikt de« jüdischen Offizier« mit de, BerusSkamerade, da» Hauptthem» der Handlung. Die hundertsünszig Srnennunge» auf dem Schlachtfeld« find in doppelter Hinsicht eine erfteuliche Erscheinung. Sie beweisen nicht nur eine entschiedene Rückbildung de« antisemitischen Geiste« in der Armee, sondern sie find auch der ficherste vewei« der tapferen Haltung der jüdischen Soldaten vor dem FZnöe. öle u»a auch von den biiher unzugänglichen Kreisen der deutsche» Armeeleitung gewürdigt NU» anerkannt wird. Zu de» moralischen Resultaten diese» Kriege« wird »UN auch da« verschwinde, eine« eingewurzelten Borurtheil« au« der deutschen Arme« zu verzeichne» sein. In de» Armeea»tisemiti«mu« hat dieser Krieg, an dem im wahren Sinne de« Sorte« Alldeulschiand mit feine» beste» ethffche» und materiellen Kräfte» le»,immt, zweifellos eine mächtige Bresche gelegt. Zno »em Sksatz. Sie ma» »»« an« dem Elsaß schreibt, habe» die srauzöfischea Trrippeu bei ihren »erfchiedeaen Besuche», die sie dem Oderelsaß abstatteten, vielfach wehrfähige Männer, nicht »m al« «eisein. sonbm auch ,» dem Zwecke nach Frankreich mitgenommen, damit sie dem deutsche» Heere keinerlei Dienst« leist«, könnte». Diese Tatsache hat dle deutsch« Heere«, verwalt»», »eravloßt. die ganze lanbstnrmpfiichtige Mannschaft i« Elsaß zusammerrzuruse» u»d »ach dem Badische, i» Sicherheit Pi bringen. So kam e«, daß am erste» Ta, Rosch-Haschouo <21. September) t» Mülhaase» und a»b«re» Städte» die männliche Slnwohuerfchast «rsammelt — unter ihae» befände» sich i» Mülhausen »lei» ISO Juden — »nd über den «hei» gesthrt wurde. Dle Stsendahnoerbiadung mit Mülheim ist zur Zeit gtstört. »nd so war ma» z» einrr f*r den Rosch-Haschoao nugewthnluhen Fußwanderung gezwuuge». Sie berechtigt die Vorsorge de« dcntscheu Kommando« war, da« lehrt eine Rachricht au«»Itkirch, die erzählt, daß am zwnleu^ Tag« unsere« Renjahrssefte« mit dem Morgoigrauen die miauliche Sinwohnerfchast von einer ftaazösijchen Trupv« auf den Markt zusammen gesührt wurde. Dort standen einige Automodtle bereit, die si« ohne Schonung in da« FeindeSlaad brachte. Unter ihnen defandeu fich auch acht jüdische Männer, die,»statt i» die Synagoge so uuter srauzöfischer Führung »ach Frankreich sich begebe» mußte». i. Der Reservist Max Schwul, welcher auf dem östlichen Kriegsschauplatzan einige, Gefechten gege» die Raffen tcilgenommen, ist wegen Tapfnkeit »or dem Feind« i defördert worbe» — 1 vdiaer »rttkel «eht muftm Lnuae,» öder Baun z». Ler Inhalt erscheint n« aber (na»enrllch bez. »er »0 jlldtfche Ostlztere) idanifch. Indessen hatten Wir «» «ach nicht sllr »»,Tracht, de» Artrk-I nnser, Sesern nnetnenthalte, sch», m» maacher Wich»,«, «emerkna^ «ille».

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