Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 40 (2.10.1914)
- Date
- 1914-10-02
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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3m Land« 6er «»echlschast! V»N vlkt»^ Hah ». Werft», 2l. September. In ijre» kynagogru und Belhiusnn versammeln sich seit geftcin ans der ganzen Welt, im Okzident und >m Ouent die jüdischen Gemeinden. Da steigen wieder die alten, »lelhund -rljährigen Gebete, jene wundervollen hebräischen Melodien, die von unbekannten Dichtern gedichtet find, die so bescheiden fich veiborgen haben hinter ihrem Berk, Nur ihre Gesänge lnd unsterblich; fie selbst find dahingegangen, ,al« wären fie « gewesen': die einen od<r anderen von ihnen haben »ielleich rimijchcn Zirkutspiclin oder ans dem Scheiterhaufen der st anis Heu Inquifition geendigt. Sie aber beteten drnnoch: ,Allgül>> er! Deine Lirb« ist ohne End«! Allerbarmer! Dein Erbarmen h lret nicht aus! Immer hoffen wir aus dich!' Sie haben im ner aus ihn gehofft, auch wenn sie verhöhnt und bespieen, bedr reit und verfolgt wurden. Und halten recht. Wie einst Mofr« fie heronssnhrle audem Lande der Knechlschast ln da- Land der Verheißung, so haben fie nach mehr ultausendjähriger 8edräugni« endlich auch den Weg in die helleren Tage der Glaub« n«- srciheit gefunden. Eie find gleichberechtigte Bürger in den Sta, ten geworden, in denen sie wohnen. Und sie fühlen fich auch ali echte Börger ihrer Staaten, al« echte Söhne der Völker, d ren Sprache sie sprechen, deren Gesetze sie schützen, deren Meiste, fie lehren und deren Dichter fie erheben, überall: in Deutsch!- nd, in Oesterreich und in Ungat», in Frankreich und in liagl nd, in Italien und jn der Türkst, in den Vereinigten Staaten and in anderen llnlturgcmeinden der alte» und neuen Belt. . >ict und dort vielleicht noch eine soziale Zurücksetzung, die sä wer genug in Tagen deö Friedens empsunden worden ist; die >ber doch dae Band engster Zusammengehörigkeit nicht zu zerret scv, die echte heiße und unerschütterliche Lieb« zur Scholle der Heimat n cht erkal en zu lasten vermag. Man hat es in d> ffen Tagen gesehen. Nicht rühmend soll darüber gesprochen wer ren. Seldstverständlichc Pflichtersüllung, nicht-werter. Schon lann fich mancher jüdische Kämpfer de- Eisernen Kreuze» freuen. Und in allen Tempeln Deutschlond- und Frankreich», Oesterreich- Ungarn» und Englandwird heute dainbrünstige Gebet emporsteigen, da» Baterland zu retten aui Rot und Gefahr. Denn die Juden Deutschland» find Deutsche, und die Juden Frankrcich» find granzofem, die Juden Oesterreich» find Oefterreethcr, und die Inden Englandfind Engländer. Sie haben!«!» Vaterland, fie lieben e- und haben auch Ursache c» z» lieben. Und überall werden fie am Reujahr-sefte zum Himmel fielen: .Segne da« Vaterland, daß Gerechtigkeit und Treue, Friste und Wohlfahrt in ihm walten und alle seine Kinder einen und beglücken mögen! Segne unsere Baterftadt, gib ihr Blüte und Gedeihen! — Und segue vor allem die Baffen unserer helpeumütigen Streiter im Felde, die heute mit ihrem Herzblut i die Grenze« ihrer angebeleten Heimat verteidigen!' Rur io den Synagogen und Beihäusern der russischen Juden weidcn heute solche Gebete nicht hinansteigen. Und dort, wo fie, vielleicht au« Angst vor Späher» und Schergen doch von bebenden Lippen geftamairlt werden sollten, «trden die Herzen nicht» von ihnen wiffe». Bohl wohne» auch anderwärtll die jüdischen Mitbürger »och nicht im Lande der Verheißung. Sie müffen mitunter zu dem bitteren Gefühle fich bekennen, korläufig erst im Lande der Versprechung, keine-weg» aber schon im Lande der Erfüllung zu leben, wenn diese vielleicht »ach der letzt,u großen und schweren Prüfung, die die ganze Belt helmgesucht hat, näher sein mag alseit langem vorher. Aber, wie gesagt, im Lande d,r Knechtschaft leben sie längst leicht mehr. Dieseungeheure Schicksal ist auöschtießlich den Inden bei rasfischen Reiche« beschicden, den .lieben Juden bei Zaum', wie fie der Selbstherrscher aller Reußen in jenem grob Mauisrst genannt hat, da« in seiner blutigen und unfteiwil Komik jo gtäßliche Heile, keit selbst in dieser lodc«traurigeu auegelöst hat. In diesen Tagen der Sorge (denn felbf,[auf dem deutschen Volk, da« so beispielloser Erfolge seiner rühm, reichen Waffe» fich erste««» und fest und stark an den endlichen Sieg über alle Feinde glauben darf, lastet die Sorge bang und tränenschwer genug), in diesen Togen der Sorge locht«! die Menschheit aus. Kein Poffenreißer hat je da- Zwei, sürchlcrlichlr erschüttert al« dieser Zar. Momu« im Pur Da« Herz tat einem weh vor Lachen, und in da- Auge l« die Tränen. (Der Artikel, den ich vor einigen Wochen die kaiserliche Farce veröffentlicht habe, ist, wie mir! richtet wird, in wortgetriner Uebersetzung durch handerttairrnde vau Flugblättern unter den Paria« der rusfisch-polailchen Gonoeinement« ve. breitet worden.) In Rußland leben nahezu Irchö Millicnrn entrechteter Geschipse, schlimmer, gequälter!und bedrückter al» ihre Borsahrrn, die den Aegyptern die Pyramide», bauen mußten; und kein Mose«, der sie herauisüdren würde aui dcm Lande dcr Knechlschast. Seit hundert Jahren bedeutet ihr Dasein eine Kulturjchande für di« ganze Belt. Rrrgend« srstlich schien mau über diese Schande sich mehr! zu entrüsten und zu »röten alt tu dem Lande de» Karserinmaiher» Bcnjamin Ttoraeli. Aber w«r spricht in den Tage» Gny« uoch von Di-raeli? Vor vjeruntfünfzig Jahren hat man tu Pan« die Alliance Israelit« Universell« gegründet, in »dich«« und au« Mitgesühl vor den e»tsetzlichen Leiden, denen die Juden Rußland» aukgesctzt find. In London bildete fich die Anglo-Irwrsh Affociarron zum gleichen Zweck. Da» hall die Pariser Bankrvelt nicht davon abgehalten, Milliarde» lauf Milliarden in den unersättlichen »nd abgrundtiefen Schlund de« Koloffe« za weisen, der nnn da» törichte Land der Französin verschlingt. Und da« Vaterland der beiden Pit«!und Giadstonel, da» Land dem die gütige Großmutter untere« neuen Siegerkarser« da» golden« viktorianische Zeitalter! gescheust har, rüstet sür Rußlandunaulaftbare Herrlichkeit leine Invroeidlcau«! Aus daß keine Perle falle aui der Krone de» rveißc» Zareu! Und in der City klatscht man Beilall; und in Franstcich sehen fich Institute vom Range der Svetöit Göaörale an den Abgrund de- Bankerott» geschleudert für! da« zarische vardarentam! Man «nd dort einmal die Hand« über de» Kops zusammenschlagm bei der Erinnerung an di« Lerrücklckeit, die, wie eine pestUenzartige Epidemie, ganze Länder in ei» einzige« große« Jrrenhaui verwaudelo konnte. Sech« Millionen entrechtete, seit Generationen znr Stavern verdammte Inden werden heile in ihren Tempeln da« Ange zum Gott ihrer Väter mit der einzigen Bitte erheb«», er möge kr» icn fit ifell ur. len der beste endlich au« dem Joch« »«erträglicher Knechlschast in jene» Land« de« Fluche« desrele». Sie haden eine Lunge und dürfe» nicht atmen : fie haden einen Mund und dürfen nicht spreche»! fie hadea Hände und dürfe» nicht einmal arbeite». Jedermann darf in Rußland nach eigenem Gutdünken Handel »nd Gewerbe treiben; der Jude nicht. Er genießt weder Freizügigkeit »och Gewerdcfrriheit. Rur ei» Religion-ivechlel befrei« ihn von den Beschränkungen der Jndengcfttze. Der Gewerbebetrieb ist ihm nur innerhalb einebestimmte» Teilederussische» Staat-geblete-, desogenannten .Indenaediete-', gestattei. Außerhalb de« .Iudengebicte«' dürfe» In» » ,!n der Regel' (bi* Rcgel wird von der Bestechlichkeit der Schergen bestimmt) Handel und Gewerbe nicht sterben. Jeder Tag bedroht mit neuen Au-nahmebefttmmungen die rnsfische» Juden; et» Erd« Süden Tage» Pobjedonotzerv«, de« finsteren Oberproknreur» de« h-Ul-eu Synodi, der in seinen Mußestunden Thomai a Kempii.Rach» solge Ehristi' in da« Russisch« übersetzt hat, undderder Bluthund und Torq.remada de» dritte» Alexander war. Kein jüdischer Hand» werkcrdars in da- Gouvernement Moskau übersiedel». Selbst diejenigen unter ihnen, die auf Grund einesrüheren Rechtel» diesem Gouvernement aasäsfig waren, wurden zwang-weise in da» .Judengebiet' znrückdesördert. Mußte» wandern wie Ahaiver. So find die Zaren mit ihre» .liebe» Jude»' ««gegangen. Eine Blutspur dczerchne, den Weg, den diese Würger geschritten find. In den Ghetto» von Rasfisch-Polen schleppten säst anderthalb Millionen Jude» ihr armselige-, freudlose» und dunkle« Dasein hin. Run naht mit den Armeen . Hindenburgt und Auffenbcrg« vielleicht doch die Stunde der Befreiung I naht ungeachtet der augenblicklichen Erfolge, die in Galizien vorübergehend russische Ucbcrmacht erzielt hat. Geduld! Die Raffen werden an« Galizien ebenso h-na»«gcw»ifea werden, wie fie au« Ostpreußen hi narr «geworfen worden find; »nd dann wird dagroße Säuberung-Werk, die Besteinng Rasfisch-Polen», dieser Mißgeburt det Wiener Kongreffe«, von der zarischen Willkür- Herrschaft durch die verbündete» Truppen beginnen. Denn dielc» Rußland ist noch immer da« Rußland de» armen Iwan Poffoschkow geblieben, der verzweifelt ln der Peterpanl-seftnng starb; da» Rußland Tolstoi'«, »essen Schristen aus tem Index de« Heiligen Synodi stehen; da« Rußland Gorst», der sei» Vaterland fliehen mußte, »eil er Mitleid fühlt mit den verfolgten. Briten und Franzose» sind anderer Ansicht: fie liehe» da« prachtvolle Land. Diese jLiebe wird freilich dem Zari-mn» wenig nützen. Sieden Millionen katholische Polen »nd auderthaid Millionen jüdische Polen werden nach hundertjähriger Knechtschaft erlist aufatmrn, zum ersten Male freie, ausrecht« Menschen, wie ihre Brüder auf der ganzen Erde. Und wenn wieder ein Reujahrömorgen jenen Jude» ausdämmern wird, die dann nicht mehr Juden Rußland« sein dürsten, »erden auch fie in dem Morgeugebet ihre» hohen Festtage» mit sreudigemHerzen lpreche» können^,Fa,Beistand bist du gewesen »Nieren Vätern von >eher. Du bist uni heute noch Schild und Rester.. . Du hast unsere Väter aa« Aegypten befreit und durch da» Schilfmeer fie geführt. . . . Dank und Lob dst, dem Hocherhad«- nen, der die Hochmütige» stürzet und die ««beugten ausrichtc«, die Gefeffelte» befreiet nnd die Bedrängten errettet!' Getrost j Pharao warnicht der letztegotlnerlaffeneAutokrat, der i« Schilfacer unlcrgegange» ist. P<» Eestiudni» eine» rnsstfche« Jude»' Verschiedene deutsche Zeltnngen berichten über die Schandtaten de» rnsfische» Militär», in«besond«ie der berüchtlgten .Kosaken', oder wie wir ruffischenIahe» sagen: .Blulsäuser'. Bezugnehmend auf diese Berichte möchte ich nun al« Merrsch, der da« Unglück hat, russischer Jude zu sein, seststellen, daß wir Jude» sehr wstt davon entfernt find, solche Gemeinheiten mitzumachen. Zeder Deutsche, der die rusfischcn Juden kennt, wird die» bestätigen. Mich, al» geborenen Raffen wundern diese Unmcnschlichkeiten gegen wehrlose Münu.r und Frauen absolut nicht. Hab« ich doch im Jahre 1905 in Odessa mit eigenen Augen gesehen, wie die Stütze der ruffischen Regierung, die .schwarz« Hundert', mit dem Segen M russischen Popen unter Deckung von Polizei und Kosaken »eine jüdische Kinder au» dem »jenen Stock aus die Straße geschleuden haben, ich habe auch dle jüdischen Mädchen und Frauen gesehen, die von diesen Banditen geschändet und nachher erdroffclt wurden. Roch jetzt stehe» mir auch di« niedergemachten Männer und Greise oor Augen. Ich erinnere mich noch ganz gut — e« war au einem Samitag — daß Möbelwagen nötig waren, um dle Leichen meiner armen Glauden«. genoffen auf den Friedhof zu traniportieren. Ich perfönlich, meine Frau mit einem stanken Kind von drei Boche» find wie durch ein Künder gerestet worden. Unglaublich aber wahr ist e«, daß die Männer der ermordeten Krauen nm jene Zeit im Kriege gegen die Japaner waren. E« ist wahr, meine Glaubenigenoffe» in Rußland, die keine Zeit oder keine Möglichkeit mehr hatten, noch oor dem Kriege durchzubrennea, find gegen ihren Billen gezwungen, den von der russischen Kamarilla angezettelten Krieg mitzllmache». Ich sage gezwuuge», denn c« bleibt un« nur ein Au»r»«g entweder mllzugehe» »der standrechtlich erschaffe» zu werde»; wir wähle» .da» ersten um bei der ersten beste» Gelegenheit stleg-gesangen zu «erden. Schi» ist et allerdingnicht, aber »er kan» von »nt Palriotitmut verlangen? Ja, die deutsche» oder österreichischen Juden, die wiffe», warum sie in de» Krieg ziehen, mit Stolz, zielbewußt mit Mut und Liebe, wie all« Deutsche», für Kaiser und Vaterland. Davon habe ich mich genügend überzeug«, »eidlich habe ich mir diesealleangesehen, geborener Ruffe, aber m l l Leib und Seele Deutscher, und doch »aterlant-Io«. Ratürltch wäre ich schon längst ans dem Papier auch Deutscher, aber wo nimmt man da» Geld her für die sauhere», heftechlrche» russische» Beamten, »m einen Entlaffung-schei» zu erlange». So ist et jetzt bei vielen Tausenden von russischen Inden. Wir lebe» viel« Jahr« im deutfchen Land«, unsere Kinder find hier gedoren, und erzogen, allean »»« ist deutsch, nur »nsere Reisepässe nicht. Wir kdnne» de» Deutsche» nicht im Kampf« Helsen, aber bete» könne» wir und da« tu» wir »nch. Wir ruffischen Juden bete» zu Gott: Sr möge die »ent- *,»* erkl-rttchen Gründe» lasse» wir de, AasenthaltdOrt »eg. Med. scheu «affe» segne» und ihnen zn« sch» eilen. Siege verhelfe». S. Sch—per. Die And«, l, Wetcrnlnrg Täglich trifft hier «in Zag an« Tornea mit aut dem A»«land« heimkehrende» Rnffe» «in. E<handelt sich znm größte» Teil nm Jude», die »ach de, polnisch«» Städten, die jetzt von de» Deutsche» besetzt worden find, »nterweg« waren. Bekanntlich dürfen Jude» »ach de» rnssischen Gesetzen fich nicht in Petertdurg aufhalte». Die vehtrte» find demnach vor di« '5»g< gestellt, »re fie fich diese» Jübe» gegenüber zu »erhalten habe», die todmüde und ohne Gepäck, Am Geldmittel nicht »reitertommen. El'Ist beabfichstgt, ei» Gesetz zu schaffen, da» de» Inden für die nächste» drei Monate de» Aufenthalt ln Pclertdnrg gestatte» soll. Kriet$d)ro»H. A«r Znfttärnng im Wake» Sehr geehrte Redavio» l Hierdurch gestatte ich mir, Ihre »nsmerkfa-nkcit öarallf zu lenke», daß fich kürzlich in Berlin unter meinem Vorsitz ei» Komitee gebildet hät, welche» den Zweck »erfolgt, die denlsch« Oeffent- Ilchkelt über die Lage der Jude» in Best- und SIdrnßland aufzuftären und glstchzeitig die Kund« »an dem siegreiche» Vordringen der deutschen Armee» in de» von Jaden bewohnte» Gebieten Rußland« zu verbreite». Die Jude» Rußland«, diese« von der Regierung de« Zaren so grausam uuterdrückt» und »eifolgte Element, dürfte» sür die künftige Gestaltung Osteuropa« von hervorragender Bedeutung werde» nnd e« liegt gerade i« deutsche» Interesse, diese« volk«ele»e»t za befreie» und einer gesunden Entwicklung entgegenzuführe». vre »ftenropäische Juden Heft ist dnrch Ihr« Sprache, sowie durch alte Knltnr und Wirlschast«be,iehu»ge» mit de« -Deutschtum vrrbnnben. Sie wird dei geeigneter Behandlung ei» wichtiger Stützpunft deutfchen Sinstuffe» im Osten werden, and e« liegt »aher »ach lm deutschen Interesse, daß fie an« ihrer gegenwärtige, »»erträglichen Lag« heftest «cklllsi Hierzu ist die Aufklärnng der öffentlichen Meinung Deutschland« über di« Lag« und di« erfordcrliche Renaestallnng der verhältnlffe in den von Jude» bewohnten Teile» Rußland« eine notwendig« Vorbedingung. Gleich» zeittig ist e« erforderlich die Wahrheit S»er die dentfchen Siege unter der jüdischer, Bevdlkernng det Osten« zt verbeesten »nd ihnen dft Kund« zu dringen, daß die Heere Dentschlnndt »nd Oesterreich« den gekne>htete» Völkern Rnßlnnd« die Freiheit dringen «erden. Dle deutsch« urrd die österrelchffche Heeretleitung haden dekanntlich bereit« Aasrnfe n, die »bische Bevölkerung Polen« ln hebräischer und jidilcher Sprache »erbrestet, in welchen den Inden Freiheit und Gleichberechtlgnng verheiße» wird. Der Unterzeichnete wird sich gestatten, Jh«c» »»» Zeit z» Zeit kurze MiltcUungen über die Lag« der Jude» ln Rnßlnnd zu überseude», »nd bittet Sie ergebenst, blef« Mitteilungen Ihrem Leserfteisc zrrr Kenntni« z» dringe». Ueber dl« verdreiturrg wahrheit-getreuer Krieg-dericht« unter der jüdisch«, Bevölkenin, de« Osten« nnterrlchtei die beilienend« Mftteilunp, für deren Abdruck ich cdeofall» zu beste» Dank »erffichtet wtr«. De- Frnnz Oppenheimer. X« •Mweato- . _ In aaschanli cher Schilderung äußert fich der Krieg«derichterstatter dc« .Bo,wärt«', Bllhel» Düwell, »der dn» verhalt«, der Ruffe», in-besondere der jüdffche» Soldaten i» vstpwutze, wie folgt: Ueder dle Russen kann ,vd darf »a» ei« dtymifoei Ur* teil »ich, ,sä»err. Da« «enschenmattial der tznnsche» Arm« umsaßt die verlchiedenstrn Raffen. Und jeder Raffe, mst Au»- „ahme der Kosaken, »«relnigt in seiner Psnche Harwlofiakelt und tierische Grausamkeit, vrscheidcnheit mb Zügellosigkeit, I« nach Intellekt un» Bildung in verschiedener Mischung. Bei dem einen ist da« Schlecht«, bei de» »»der» da» Gute beffer entwickelt. Der Kosak «der, den »an in Rußland selbst verwildern läßt, der dort krä« und drural tfi, läßt lm Kriv, »er alle niedrigen »g-nsch-ft«, weckt, sestie» gemeinen Gelüste», seiner «audsuchl »nd Geansamkrit ungezüoeUen Sans. Dn- »rben zeichnet er sich' durch Hinterlist nnd Feighkit an«. Mär» iyrer oder Helde, der Tapftrkest find aber »i, Inlaaterifte» und «sttlleriste» auch nicht. Gefangen« Ruffe», Soldaten »ad Olstziere verstchern glaubhaft, tee aftlne Sdllrat ist gnt, er hält im Feuer au», di« Reseroetrnppe» »der »lebe» nnlusUa in die Schlacht. Ale haden Furcht vnr der deutsche, Artillerte. Reservisten, dir einmal im AiMeriefeun standen, GoAen Mt wieder hineia. Sie sind »uz^ieden. well sie »ichl wNe», weswegen eigenstich Krieg ist UN» warum fie in de» Kampf »«Jen. Eia Bremer van ciaem Resermregiment 'erzähUe mir gestern: .Ich ft-ud scha, oft i» Fenn russischer Instmdmie. Au« ihren Berschaazuuge» schieße, sie »lind drnusl»«, aber la hoch über un« weg »der sorvest „ ua» rnchei, baß wir beim Slürme» »aachmai auhi ciamal ihre Kngein hökten^ Jedesmal, wenn wie »ah« kamen, sprang» fie NN« Ihren. Verscha» znngeu heran« und schwenkte» ihie Jacken, weiße Tücher, »l«b sagar ihre schnell abgezaaene, Hemde», zum Zstche», M si« sich ergeben nnd die lltzaff«, »iedeelkge» ' vatselbr Nmell hörte ich, »dgeschwächl »de« nerfi-rkk, von einer ganze. Reche Soldaten »nd Osfizi-r-, die t, der Fenat «erwnndnnzc, nlitt«» hatte», »nch darin mar »an einig, daß dw rnffilche Artillerie »arzügllch schieß« NN» »ft üderraschend »»er die Stein»«, der Deutsche, tnformirrt mm. Die Versch»nzn»G» der Rnffe» werde» al« sehr praftisch anerkannt, llll« vewet« dasür, dah fie »ne gqwnnge» .klmpse», erkläre» sehr viel« rnssische Soldaten in de» »ngendlick, wo fie sich «efangc» geden: .Ich di» «in Jndeft Uder M mdralische Berhatte, der Infanterffle» rn» besonder« der jüdische n Soidatc» hört »an sovlel Gate«, daß immer »och eia starker-Pin« dieidt, wenn ma, eine» Test der Brntalittte» gegen die gbstldenöikermi. der vnndastsche», st» lose» Zerstirnagen »nd Plündereie» anf che Koato bwcht. Der Inspeftor eine« gr^e» Gate« bei Gcrdaue», ein tttgamtm »o« Ansetze» »nd »ach seine» Aenßcrung«, Aatisemit, er- Närt«: .Die Rnffe, habe» sich hier gut »ns^stb»; »,,ch Anständigkeit nm» Ganbeekelt ««ichne» sich ganz »nssallend feie Jude» an« ' Dieselbe Be- »rteilouL »enrah« ich l» vnschiedoeu L»d«re» Dffct, Mi mm sich I» Roebeabnrg, wo ich Männer »nd Krane» dartder beftaO«.