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Jüdische Volkszeitung · 1914-09-25 · 39 (25.9.1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
20 (1914)
Issue
39 (25.9.1914)
Date
1914-09-25
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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ist flunw^r, da trirl« «usseher ihre Steüev verloffen mußte, vvr roch bedingt «ast-etxnd. Er bittet deshalb, wegen Au-, fünft über die Zaverläffigkkit eines SpeisehsvseS. fich t, lebe» ei»zetnen Kalle a« ihn «enden zu wollt,. vo> -er Mari«. Da» Fte» »»serer Marine .Hoch weht die Flagge fchwarz.wnß.rot!' tot den Anden Robert Linderer, der.i, teir dreißiger Aednn als (ohu des Hottahna,ztes Linderer, in Verlin geboren «uide und in Berlin lebte, -um Dichter. Aßdisthe Afanjacke». Ueber »00 Narinereservisten und Lee »ehr jüdischen Glaubens find -u dl, Fahnen berufen, von denen ter größere Teil früher hier ihrer Vkilitärdienstpstichr genügt Hot. Es war rührend. Familienväter von 26 bis 4L Jahren »iednzusehen. die man als junge Soldaten an Sabbat und Feiertagen bet Tische gespeist hatte. Alle waren stol- und er» hobene» Blutes in de« Bemußisein. endlich deu Engländern out ken Pelz rück«n zu kSnren. Biele hatten fich vorher durch Andacht beim Eortcstienst für die heilige Sache gestärkt. Mo» Mntergang KMM .Zrtadne*. Es war am 30. August J9I4, als uh -um erstenmale in meiner Eigenschaft al< Seelsorger für jüdisch« Valrosen im Kestungsbezirk Wlhelms. bauen das Festungelazarctt besuchte, «in« schwere Probe selbst sßr den tüchtigsten Ch,»rahmann! Welch ein Stöhne» nnd Iammnv drang mir entgegen! Hier Matrosen mit schweren Brandwunden, dort solche ohne Gliedmaßen. Llle aber gerne ihre Ovalen erduldend »» dem Bewußtsein, ihre vaterländisch« Sfli-ht erfüllt zn habe». Alles Berwnndere von SMS. .Ariadne*. fit welcher Begeisterung erzählte wir da ei« schmerverwnvdeter jüdischer Matrose Bruno Selka au« Schweinsurt voa der Ruhe und Tapferkeit feiner Offiziere und Kameraden bei« Untergang SMS. .Ariadne*. Mit Tränen in den Augen lanschte ich seinen Worten, die mir ein beredtes Zeugnis lieferte», wie psttchrgetecu und mutig auL jüdische Blaujacken zu kämpfen und -»» sterben wiffev. .Am 28. August 1914 erhielten wir morgens gegen 9 Uhr von SMS. .Frauenlob* nnd SMS. .Stettin* den Funtspruch .Hilfe*. Wir lagen dicht bei Wangerooge als Borpcsten unb dampften sofort znr Hilfe ab. Doch mußten wir nach vergebliche» Suchen wieder ans uaftrea Lieaeplay zurückkehren. Um M Uhr erhielten mir nochmals ben Befehl -n Hilfe «bzudampfe«. Gegen 2 Uhr erhielten wir plötzlich im dichten Nebel von beiden Seiten Fener. Run erkannten mir sofort, was los war — zwei große euglische Kreuzer der LyanÄaffe «ns gegenüber. Es begann ein verzmerfelter Kamps! SMS. .Ariadne', ein ganz Neiner Kreuzer, gegen solch eine Uebmmacht! Aber wir kämpften wie die Löwe» gegen diese Banditen. Da plüßlich platzt eine Granate im Zwischendeck, »o selbst ich «ich anfhiett — und schwer verwundet sank ich mrsammei'. Mit eiserner Kraft raffte ich «ich auf. u» an den Verbandplatz zu gelangen, doch der war mit seinen Verwundeten von einer Granate weggniffen. Llntend ans Arm und rechter Hand, sowie a» Rücken kroch ich dnrch ein Loch, welches glücklicherweise soeben eine Granate im.Schiffskürp.-r eingeschlagen hatte, zog mich mtt eiserner Krall nach oben au Deck, »»selbst äch mit »deren Kameraden zuerst die Schwer»«wnvdete» in bas ' MMM-Moof beachte. Da pi-tzttch r^wbimr nnferr Gichtzerlamm« — unser Kapttü» erkannte die Sttnatloa! Roch eia dreifaches Hurra ans den Kais« unb »na alles üb« Bord. Zn aber Ruhe zogen wir uns ans bis aufs Hemd, «nb »an rein ins schöne Meer! Der Kapitän, der wegen sein« Rnhe zu bewundern war. verllkß als l.tzler bas Schiff, welches so langsam htnwegsackte. Mich fcstNowmernb au ein« Geschütztrommel, schwamm »ch dreivintel Stunde, bis mich d« Kreuz« .Danzig* rettete. Natürlich waren jetzt dieEngländ« verschwunden, trotzdem fie gegen .Danzig* in' der Uebernracht waren. Trotz uns«« Netnen Geschütze »erdeu fie doch manche Berlufte gehabt hoben, sonst hätten fie nicht Reißaus gemacht. Das nächste Mal gibt« was «ehr. biesmal find die Halunken von Engländ«« nochmals mit 'aem blaue» Ange davvogeko« me»'.* Ziitzilch« Zowiltr». I87W/71- In I orten erschienenen Festschrift j« Iahrhuntert-Feier bti 14. Baq.r. Jas.-Gegiwents find dei Eiwdhanug der Küwpse vor Pan« einige Stele» bemerkenswert, di« fich auf jüdische Mitkämpfer beziehen. Pei der ersten.haadcit es sich »» Erstürmung einer Schanze bei Mouli» de la Tour: .Der Infanterist Moses Kleemann der S. Kompagnie lieh es sich nicht nehmen, stet« IN allernarSerfter Linie zu fein, um so die andern mit fich sorlznrntzen ' Lei der Geschichte de« Gefecht» von Bagnenz heißt i»: ,t'on der 10. Kompagnie war bereit« ei, Haidzug «oter dem Vijklorpoiai Rosenzweig (es handelt fich »eimnlllch om de» mit dem Mttitärverdienstkrenz anagezerchneten Linsdhrig-Freiwilligen Moni» Gosrnzweig) in die eisten Häuser von vngnenx eingedrnnaen. Während de« Fenergefecht« halte dieser seine, Kompagnrcsnhier daraus answntsam macht, dah fich ans ungefähr 200 Schlitte »or der Front der Kawpagnie zwei mit Mauer» umgebene, stark besetz,-Gehöfte befänden; fiio. senzweig erbat und erhielt die Erlanbni«. de» Feind an« dieser Stellung zu veitieibea. «ährend die Dächer und Fenster »er drlrtsscnde« Gebänd« oon der Kompagnie noirr Feuer gehallen wurden, durchbrach Rosenzweig mit seinem Haidzug eine vor. liegend« Hecke, kam hinter einer kiei»«» Planer dis dicht an di« Häns r Hera» »ob zwang den Gegner, dnrch sei» »ns nächster »äh« abgegebene« Schnellfeuer, dieselben zu »erlaffen.' Unler de» .Belodlen' ist der Einjährig-Freiwillige Her, mann Pustel ansgesiihrl. K»fr» (Pin tapserer A»»«.) In de» furchlbare» drei, ligigen Gingen in Ostpreußen erhielt ei» Referve-JnfanIcric» regiwenl a« 28. stognst den Befehl, in die Gegend von Hohenstein »arznricke». Der Infanterie folgte eine Maschine», gemehrkowpagnie. »in suechtdare« Fener »on rnsfilcher «eite, desonders »on seindlnhrr Aitillerie, empstng die Borrütkende», nnd r» erging on die Malchinengewehikompagni« der Befehl, Krhrl z« mache». Ein Gefpaonsührer, ei» indischer Fahrer, »erharrtr noch auf seinem Plaste »nt wartete trotz de« «er- Herrenden russtsch«, Fener« ans seine» Leutnant, der »uleinen beiden Maschinengewehre» nicht zn sehe» war. Endlich erdlickle rr die Nein« Adterlong. die »,» Trage, »er Gewehre der Mnnstto, ns», so erschdps, war, »atz fie ihn, «eg nicht »ehr fortsetzen komue». I» sausende» Galopp näherte er sich ihn«, in der htchfte» Go«, »ah» alle« ans »ad drnchte es i» Sicher. Heft. Las die Frage des Hanpiminn», «er ihm befahl» habe z» warte», lautete »I« Antwort: , Ich kann doch selbstverständlich nicht ohne »ei» Gewehr wegfahre».' Der Eompagnieches ließ de» Fahrn eine Belobigang zuteil »erde» nnd «einte dan», dn Fahrn sei ei» tüchtiger Kerl, wenn dn nicht ausgehant hätte, dann hätten wir wohl heute de» ganzrn Zug nicht gehabt. Hkdentznrg. I 5. Sept. Den Heldenlot für« Bote,lau» sond IN dn Schlacht bei Et. Oaeatin a« 29. August dn Einsährig« Unterolfizier Max Mionbeimn, Sohn des Land, rabdmer«. Eine Stund« »or de» Admarsche, am-srtt na», in oollrr Kriegsrüftnng hat n »och in d« Synagoge die Haf- Inrod rezitint: .Nacham» »achamu, ami.' (.Triftet, triftet mein Bolk.') («gl. .I» Felde'). L« «ßpr«»tze> Metzer dt« jtzdische» Koldate» au» Rußland liegt uns das Urteil eine« Gutsvnwalier« an« Ostpreußen oor. In der Näh« von Gndane» liegt das Schloß des Herrn v. Jansen, des reichste» Mannes dn Umgegend, «erbauen ist nicht mehr, alles ausgebrannt von den Rosse». Diesn Mann, dn alle die Greuestaien dn vertierte, Menschen miterlebt hat, sagi: .Die einzige», die nicht plfindnn nnd fich gut benahmen, find die jtzdische» Soldaten, fie »tgen manches von ihren Kameraden ,n leiden haben'. Die ganz« Elraße von Gerdanen bis Nardenburg ist olle» »nnlchtN. In M. fand dn Beiichteiftaitrr von de» 2M)0 Einwohner »och 300. ,Iu einem Rachdaihause waren ruffische Lerwnadete untergrbracht, die zum Teil vor dn Ttzr saßen und fianden. Die sidischen Soldaten, die anS de» Kownoschen Gouvernement stammten und schon durch ihr «enßne« in Uniform nnd Haltung vorteilhaft von den übrigen abstachco, sprachen sämtlich dentsch nnd bnichlnenvirl Jniniffanle«. Untnschlcchler Behandlonghatlen fit nicht zn leiden gehabt, wohl »dn nntn maogelhastn Lervflrgungt als ich ihnc» von dem gute» Urteil de« oben erwähnten Verwalters erzählte, sagte einer von ihnen, .Rein, wir haben nie etwa« genommen. Wen» wir Hnngrr halte»/find nir in den Tirscrn stets zn de» Geistlichen gegangen ond daten ans dentsch um etwas Brot und stet« wurde utzlere Bitte erfüll!.' I» ^oetz«, (Wrstpr.) ist der Vorsteher Her,selb aus traurige Weile n»s Lehe» gekommen. Der Landrat halte die Räumung der Stadt aageordnrt. Der alle Mann sollte fich »ach Reumark d«eben, Sns dem Wege »nrd« ihm unwohl, er mußte umkehre», fand aber dereit» die Sinkt Icer und »erlaffen vor. Er starb ein'a», ohne daß ihn jemand beachlete. S« dt« Cratintai. Uerkk», den 17. September. 8» 20. Sepicmber find 200 Jahre »«floffen. seit>e« die Alte Synagoge in d« Heide« reut«gaffe ihrer Bestimmung übergeben worden ist. Man batte bereits Lord«ki1uogen g ttoffen. diesen für die jüdische Gemeinde so bedeutungsvollen Gedenktag in würdiger Weise zu begehen. Mit Rückncht ans den Ernst der Stunde ist jedoch die Eriunerungssei« an die Einweihung des ehrwürdigen Gotteshauses ein« späteren Zeit.. Vorbehalten worden. MaNtzvAeck. ^Wiedereröffnuna des jüdischen Gotteshauses.) Die jüdische GeMeiümc, die ihre« Gottestüenst feit eine» Lisktel' jahr in ihrem Gemeiodisaal abgehalte» hat, öffnete ihr renoviertes nnd mit elektrisch« Lichtanlage versehenes Gotteshaus mied« am Sonntag. 20. d. M., abend« also mit Beginn des Neujahrsfestes. Es fand Festgottesdievst mit Predigt statt. Rabbiirr. Kose», IS. September. Infolge Bemühung unsere« Gemeinderadb. Di. Areimann findet für die in hirfigcr Festung nnd in der Garnison drfindltchea jüdischen Soldaten eine Le urlanbnng zn den Freitagen statt. — Gabb. De. Silberb erg trat sei» >mt als Seelsarger für die synazoze der wohltätige» Freunde mit de« Legi», der Frieitage an. Ktzratzerg, Dos hnfige Radbinat Hai an» Snlaß de« Schulbeginn» und der benorftehende» hohe» jüdischen Feiertage einen Snfrnfan die Schüler nnd Schülerinnen, sowie deren Eltern erlaffrn, in wilchem elftere unter Hin. weis auf die ernste Zeit, die uns innere Einlehr nah« legt, aufgefordert werden, fich regelmäßig z» dem Gottesdienste einznstnden und letztere ermahnt werden, ihre Kinder zu eifrige« Besuch de» Goltesdienste» anznhallen. ES möffe so insbesondere der Iugendgottesdieaft künftig regelmäßig von den Schülern und Schülerinnen besucht weiden. Es dürfe nicht Vorkommen, daß Kinder, »eiche ihn besuche» sollen und wollen von ihren eigenen Elter» daran behindert werde». Zn dem Schnlgoltes» dienste nnd deu patriolischen Togen, z» de» schulftrien Hauptgottesdienstei, »or allem aber an den hohen Festtagen hätten alle Kinder fich im Gottesdans einznstoden. Nachdem nach der neuen Schulordnung sämtliche Konfesfione» gleich zu dehnndeln find, hat da» Radbinat die feste gnoerficht, daß es ihm auf diese Weis« für die Zukunft erspan dleiden mdge, wegen eventucll znwideilaufenden Verhaltens mit de» dnrch die Echotzncht zur Berfügnng stehenden Mitteln emgreisen zu «Sffen. Hemtlfch. I I. September. Heute abend faad hier die feierliche Gaddinereioführnug de« Herrn Dr. Isidor Koh» statt. Iftinsliirttze», Dr. Perllz Armin, Oderraddinrr der hiesige» Knlt»«gemeiudr, Gitter des Franz Joses-Orden«, wurde am I I. September zu Grab« getragen, tiesdettanert non seiner Gemeinde nnd der ganzen L-vdlkernng unterer Stadl ahne Unterschied des »andens. Er war anerkannt als eine Leuchte der jüdische» Wissenschaft und einer »er hervorragrndft«, Kanzelredner llngaris. Otzrnng eine» Hrotzrattziner». Rn« Sofia wird »ns berichtet: Anläßlich der Adreise des disherigen bn l gar ische» Sroßraddiners Dr. Ehrenpreis ans seinen »enen Posten nach Stockholm entsaodle die K t »ig i n ihre» Prinaisekretär, «m der Familie des Großraddinrr« ihre beste» Wünsch« sür die Geis« zn dringe» nnd Dr. Ehrenpreis ei, Porträt der Ktnigt» zn übeireiche». Der Ktnig detrante den Hofmorschall Geaeral Samow, de» Oderradbiner Dr. Ehrenpreis die Justgnie» de« Zimirmrdienstordens II. Klaffe zn Sberbringe» »»d ihm die besten Wünsch« des Königs z» tdeimstlelo. Der Oderraddiner bat de» Hofmarschall General Samo«, dem Einig de» Antdnuk seiner tiefste» Dankbarkeit für die ihm erwiesenen Gnade» zu »nterbreite». celsktt. Käs», 10. September. Am hicfigm jüdischen Lehrer, seminar s-nd unter Vorfitz de« Kinigllche» Provinzial.Schnlrat« «olkmer für dikjenigrn Schüler de« Kurse«, die entweder schon eingezogea find, oder fich als Krtegsfreiwlllg« gefielt habe» und als militärtanglich befunden worden find, die Pol. enllaffnngsprüsnng statt, «on I I Zöglinge» »ahmen 9 an ihr Teil, die alle mit gutem Erfolg bestanden. Ikatz. Lehrer Mar Zeilberger, ftüher Georaensmönd, wurde zum Lehrer an der jüdischen Volksschule bestellt. Rd!Ss»g der SetltAttkK, an de» israklitische» Zelertagr». Wir erhallen das folgende Schreiben: Ein btherzigeaswerier Vorschlag. Eie hadrn schon so oft Ihr geschätztes »laltin den Dienft der Hnmarität gestellt, dotz ich hoffen oues, ^>- werde» auch de» folgenden Zeilen Raum geben, welcher demselben hehre» Zweck dient: Im Jntereff« der Milderung der Rot uild des Elends der Zorückgedticbene» der mit Todesverachtung kämpfenden Soldaten wäre es geboten, dah man in allen jüdischen Btthänsernder Monarchieanläßlich de« «risidnung»lages<z°«kipp»r> anstatt der »snellen mrte,langen Seelenkerzen (Reschomollchtern) de» betreffenden Betrag als Adldsung ans den Altar de« Vater, lande» und zur Uaterstüßnng der zurückgedliebene» notleidend«, Familien unserer tapscrea Soldaten verwende und dafür zu- Hanse ein kleine« Lämpchen anzünde. Ich mache auch hiermit de» Anfang nnd sende Ihnen als Adldsung meiner r Kerzen einen Bsirag per Postanweisung, mit der hdsltchften Bitte, sämtliche jüdischen Slaubensgcaoffen mögen »ach ihre, Berhältntffen und Aiäflea meinem Bkisptele folgen, damit di« Rot der znrückgebiiebenen Familien unserer mit idrem Blute unser teures Vaterland »eNcibigendea tapferen Soldaten gemildert werden ldnne. Indem ich Ihnen voeans meine» herzlichsten Dank auslpreche, din ich mit vorzüglicher Hochachtnag Ihr gehorlomster Diener. Rrttgtzchroutk. Unter dem Titel ,kl->I maneniaae' (Herold) Ist soeben die erste Rnmmer einer S»o^m>Ischrist heransgckomme», die in jüdischer und hedrdischer Sprache verfaßt ist. Sie wird in den von Nliserc« Truppen besetzten Gebieten Rußlands unter der jüdischen Bevilkcrung oerdreitet und dient als ein weiter Kanal, durch den die Wahrheil über den Krieg, se ne Ursachen, seinen Lerlaas and seine Ziele auch in die nichtjüdische Bevdikerung der Polen, Littaiier, Esten, Linen und Ruthenen hinüberfiießt. Da» Titelblatt z.sigt die ergreiscnde Z.nchnnng von S. M. Lilie» .Rnsffscher Tod', die während dcS rnsfijch-iipanische» Krieges im Berliner , Ul!' erschienen ist. Zwei düstere Züge begegnen fich. Jüdische Jünglinge nnd Männer in rusfische» Uniformen zirhrn oftwäns. — Greise, Frauen nnd Kinder ziehen mestwäli». Und darunter di« Sorle, die all« Leid, »llle EmpdMlg über naNenschlichs Batzhei« und Ni-derüncht «inschÄetze»TW>»»em» hin de« Wege«, Ihr Kinderl' .Gen Osten — das heilige T( Raßlaad schickt UN».' .Und Ihr,.Bäterl' .Ge» Weste» — da» heilige Rußland verjigt uns.' Der Text «nthäft de» dekannte» Ausruf der verbündeten Armeen »on Deutschland nnd Oesterreich Ungarn an die Inden Polen», l» de« ihnen »olle Glcichberechiiguag nnd Freiheit im kultnrellen Leben verheißen wird. Dann folgt ein Aussatz über die .Ursachen des Krieges'. Hier und in der salzenden knappen.Kriegschronik' werden die Lügen gebrandmarkt, mil denen UN« die Gegner zu »ernnglimpsen und zu schädigen versiichle». Um de, letzte» j Rest etwaiger Zweifel an der Gerechtiaeit der deutsche» Sache und dem Siege der deutschen Waffen zu zerstreue», folgt dann di« im Romen de« Dcutiche» Kaisers gemachte Mitteilung de» deutschen Reichskanzler« an die amerikanische Prrffe, eine Kundgebung »on solcher mannhaften Wahrhaftigkeit, daß selbst der verdiffenste Zweifler zum Glauben gezwungen wird. Als Gegenstück folgt dann eine histonsch-krtttsch« Beleuchtung des »erlogenen Manifeste«, da« der Zar an seine .lieben Jude»' gerichlet hat; eine cischütteende Liste »on Gewalttaten und Wonbruch, Mord und Verbannung, Hahn und Verachtung, die in der Mahnung des alle, Testamentes ausklingt: .Gedenke, was dir Smalek angetan hat'. A» Hentschlnn» erknntte Kiekweiterei »ach dem Krieg«. Ja drm >790 zu tzvedach heronsgegrblnen ersten Baud de» .Fränkischen Archiv«' befindn sich folgend,» intereffonte Akte», stück : Drei Punkte, welche ans dem Kreistag zn Nürnberg t»r Ersetzung der durch de, 30jährigen Krieg, auch dmch Krankheit abgegaaaenen Leute, bcschloffe, wurden, dattert RSrnder, d. 14. Februar 1850. Demnach die unnmgäaglich« Natdarst de« heUlgea Rdmischen Reich« erfordert, die in diesem Z3jährige» blutigen Krieg ganz adaenommene, dnrch da« Schwer«, Krank. heil und Hunger verehrte «»iinschast wiederum zu ersetze» nnd daß künftig allen seinen Feinden, besonder« de» Erbfeind de« christlichen Namen«, dem Tüeken, desto staftitchrr gewachsen zu sein, aas alle Mittel, «eg »ad «eis zn gedenke», als, find ans reise Deliberalion nnd Peralschlagung folgend« drei Mittel, für die bequemsten und beUrtglichfte, eiachttt und allerseit» beliebt worden : I. Sollen hinsüro innerhalb der nächsten 10 Jahre von junger Mannschaft oder Mannespersonen, sa »och »nter sechzig stad, t, die Kldster aasznnehmen verdaten sein: II. Denjenigen Priestern, Psarrherrrn, so »ich« Ordenslentr oder anf de» Stiften, Kannanikalr» ete., fich gleich ,, verhttraten erlaubt sei»; III. Jeder Mannsperson l0 «erber,, heimrie, erlaubte sein, dabei doch alle uad jede «aonspersan ernstlich erinnett, anch aus de» Kanzeln I'ier ermahnt werde» f*(, sich dergestalt hierin zu »erhalte» und noeznsehe», daß er sich »dtiimr nnd gebührender Diskrrtl», »ad Baisarge destechiae, damft er als ein ehrlicher Man», der fich 10 Setter )n »ebwe» garan, die Ehefmue» nicht allem »atwendig oerfatge, sander, auch »nter ihnen alle» Unwillen verhüte. Letzte Nachrichten Ke« Andenmrfosgnng «, »»ftut. UederStockhnl» wird »a» »»1 Peter«»»,, drrühtet, e« verfchllwmert fich die Lage der rnfflsche» Inden seit aenester Zett wieder in htchst

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