Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 39 (25.9.1914)
- Date
- 1914-09-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Geschäftsstelle ln flstrellon I, Gchweidniherpraße 27 (gegenüber de« Stodttheater). und Geldsendungen find dorthin zu richten. — Die Geschäftsstelle Ist mittag« von l—3, Sonnabend und Feiertage (gang), geschlossen. — Wohn«, de« Leraulgeber«: Moritzst». «5, hpt., Fernsprech-Anschluß 7507. Ar. 88 Zstromkarr. 6eit 86. Koplemöor 1814 Aahrgemg XX. PU de» 9mU%em •P«fa« (Min ». A»O |i(w>iy. Sedroftagr. Srptemüer 29. 18S1 geb. i. Alßi »adln Rbb. Dr. Jgu. Ziegler 1885 st. i. Hamburg Dichten» Therese Warendorff 1901 st. t. Amsterdam d. Mrd. Pros. Brrrnd Jos. Stokvi«. «Meter. . > 1839 ft. i. Turnopel Jos. Peil. Fd,d. d. Bild. i. «allzieu 1848 geb. I. Grüß d. Berliner Ktadtral Geh. Justiir. OS. Serlchtsr. Pros. Dr. »ib. Moste 1901 st. i. Ostrowo David Goldftei», Kgl. Oekonomie. u. Komiff.-R. 2. 1882, st. i. Jaffa Charl. Reiter, e. d. Gründer der A.J.ll. 190« ft. i. Soudon Ehaim Guedasta, Reffe Mos. Monte. starr«, Sprachforscher 3. 1898 st. Manrice David, e. d. größt, med. Gelehrten Engl. 4. 1839 geb. i. Weißt»che» Dr. Var. Plaezet, Radd. i. Brünn l 908 st. i. Rosenberg (Böhm). Radd. PH. Lederer, llebers. d. Echulch. ar. Fischet. 7. 1868 st. l. Zell Robbt Mend. Rosenbaum >903 st. i. Franklin« a. M. d. Genr..Prüs. Rechtdanw. Jul. Plotke 9. I88Ü ft. i. Padua Prof. S. D. Luzatto . >902 st. i. Halbe, statt «ad». Dr. «eit, Auerbach 10. f I »>>»I flu Wmpsi» .. ff *»•’ Kid «ohck, Fte» Äd. «ist. 11. 1888 st.i. MoulworencyLaz.Jsidoi,Oberrabb.v.Frankreich 12. 1821 ged. i. Ramtsch Dr. Alb. Wolfg. Straßmann, Abg. u. Etadtv.-Borst. i. Berlin (st. 1883) 1887 ft. d. gelehrte Kfm. Israel Lew,, in Oftrorvo, 87 I. 13. 1837 st. i. Pose» Rabbi Attba Eger, der. Talmudtst l«. 1881 st. >. Manchester R.-ck. Lew. Jak. Marku«, Shrenbürger o. Schwerin, PIzepräs. o. d. mein. Landtag». Ln da» vrntschr Volk 19)4- *uS oergesteuen ileten von Itaft Stmeoet I84(. So laß UN» alle fechten Und hoffend auf den Sieg Die Hand der Hand verflechten Ja diesem heil'geu Krieg; Dazu ward nn» voa oben Die» Leiden hergesaadt, Daß wir un» neu umwoben Säh'u von der Liebe Band. Wir sollten un» nicht steife» Auf, wa» der Blitz verzehrt, In unser» Busen greifen Und traun dem eignen Wert; In nn» de» Reichtum staden, Der nie tm Preise füllt, Und wieder uni verbinden Zu einer einige» Welt. Wir waren fast versunken. In Zwietracht, Haß und Reib; Doch neue Liebetfuaken Weckt die gewalt'ge Zeit; Sie heißt die Selbstsucht weichen, Wenn wir mit bleichem Mund Un» über Gräber reichen j Die Hapd zum Frledenbdund. ’ Deutschland t» der Kult« oljttt ooroal k. Wasen, Ill.Septemder. Rach Ausbrnchde» gegenwünige» Kriege» halte der Vorstand mit Zustimmung der Reprüse». tanten-Brisammlung der Synagogen-Gemeinde de» Beschluß gesoßt, auf dem kurz vorher voa der Gemeinde erworbene», zur Anlage eine» Friedhöfe» bestimmte» Triraia au den Große» Berliuerstraße ein 2500 Ouadrat-Meter nmsaffende» Flächen, stück al» Khrenftätte skr Kriegergräber einzurichten, de,», müder Belegung derarti«r Gradstellen de» neue» Gottesacker in Außriff zu nehmen und ihm dadurch eine besondere denkwürdige Weihe zu gehe». Dieser Tage hat die erste Beeidigung dort stattgesunden. and zwar handelte e» sich um eine» russische» Kriegsgefangenen jüdische» Glauben», welcher auf dem Trantport dicht vor Pose» seine» Lerw»»d«gen erlegen und vom hiesige» Hauplsestunutziazarett der Gemeinde zur Bestattung »»»geliefert worden Tie beide» Gemeinderabbioer, eine Abordnung der Gemeiudebehbibe», somie der lsraeiitische» Krautenverpflegnug»- un» veerdignugsgeselfchaft nn» eine AntNVMi di» ro» me», ue z.au Rüsttag IMa IBgaonflli III I«. rmi ov IV. 9tMc b mow iron k-ichtattf Rach«: LU l_ BctWt tz. (Mw TOPf ') Dir La«ga»g»jrit«» N Orlr r Ralndrrtag kabdat VrrsShaungNcg hieflge» Frst»ng«gesü»g»iffe« interniert »are», sin» hente »nf freie» F»ß gesetzt nak in die Badeorte wieder entlaffen worden. Bei ihrem Abschiede rthntte» sie die außerordentlich gute Be- Handlung, die ihnen »»teil geworde» war und veranstalteten eine Gammlaag in Höhe von db M, welchen Betrag sie für die Zwecke de» .Rntionale» Aranenbirnste»' der Stadt Reiße bestimmte». Herr Rabbiner «Iguther hnt die Summe z» diesem Zwecke »er Borfitzendende« . vnter- __ländischen Franenverein« Reiste Gtndt', Frau SandiMiSt gerichtspräfideat Ball brecht überwiesen. J. /ioiber, 18 September, »nch i» »nsere» «adenite »»»»e«, wurde» zahlreiche Glnubensgenoffen an« Russifch-Polen und an« Mnen»! Rnßlnnd durch den«riegnaatbruchüderrascht. viele vn»ihnen »ersuchten, in ihre Heimat ja gelangen, wurde» aber a» den Grenze» zurtckzeworsen n»d mußten zwangsweise wieder nach Kolberg zurückiehren. Dn de» »eiste» die «Itel andvngeo und weder Kreditbriefe an» Rnßland a»«gezahlt «nrte», »och Geldsendungen n»g Rnßland hierhergeia»«, konnten, «rieten die Fremde» in große Rot. Rieht nnr die Aermeren, sonder» auch reiche Leute, die in der Heimnt in den beste» Berhältniffe» lebe», besaßen Ipiue Mittel, »» auch nur de» notwendigste» Ledensbedarf ,n decken. Dazu knm, «aß die rnsfllchen Unlertane» in Zoßpot, die sich in ähnlicher Rolln« befanden nu» ebensall« »» per russischen »ren» »och Zoppdt zurürtzewiese» worden waren, dal» darauf noch von dort wegen der Festnngrnyonsverhältniffe mü der iwangswriftn tziichtnag »ach Kolberg andgrmtnse» wnrde». So stieg die Zahl der in Kolberg anwesenden Fremden an« Rnßiantz nach amtlicher Feststrll -ns fast 8000 i. •) ßon 9. Dschrt Me Ende ». «ts. «In ntel «ew. Ms z. »4. rtschrt chi.) tftt TochSRUv »eg. zahl von G-meinde-Mitgliedern gaben dem Toten da« Khrenftelcit. Ramrat bet Gemeinde-Vorständen hlrU Herr Baukoircklor Goldschmidt folgende Ansprache: .GerhNe Trauerversammlung! Gin russischer gefangener Soldat, ei» Sohn »nsere« Glan- «ne, welcher auf dem Trantpon dicht vor Posen seine» Berwuudungrn erlegen und vom diesseitigen Hauptsestungt-Kazarett der jüdische» Gemeinde zur Bestatt»,» autgeliesen worden ist, ist — der erste Tote, de» wir hteenus düse» Bode» zur letzte» Ruhe betten. — 81« vor wenige» Monaten die Gemeinde diesen Platz erwarb, da glaubte die Gemeindeverwaltung, Jahre de« Früden« vbr sich zu habe», um diese Stätte würdig vorznbereite» zur Ausnahme tenrer Heimgegangener »nserer Gemeinde, sowie der außerhalb Posen« Verstorbenen, dü hier chren letzte» Ruheplatz finden wollten. — Da« Schicksal hat es ander« bestimmt! > ikiu großer Krieg, unsere» teuren Vaterlande und dem un« verbündete» Oesterreich ausgezwnngen, läßt nnsere Herze» erheben und erzittern, ob de« Schicksnl« unserer Liebe», der Väter, Sihne und Brüder, dü draußen in Feindetlaud täglich, ja stündlich dem Tode in« Anüitz schauen. Auch wir hier in d» Feste, au der Grenze unserer Ostmark, sind in banger Furcht, daß un« noch schwere Stunden bevorstehen, baß — Gott möge e« verhüten — schwere Opfer au Gut und BInt uns auferlegt Üm können. Entsprechend düse» un« alle beherrschenden Gesüblen, haben Vorstand und Repräsrnlauten-Bersammlung der Svaagogengemeiude beschloffe», ans de» uene» Gottesacker eine Kurenftelle zu schaffe», wo hi" Verstorbene jüdische Krüger Deutschland«, und Oesterreich«, aber auch dü »nserer Gegner zur ützien Ruhe gebettet werden solle» — Freund und Feind im Tode vereint! So ruhe den» in Frieden, du Soh» »nsere« Bunde«! I Richt kennen wir beirren Ramen, nicht deine Heimat, nicht das Regiment, in dem b» gestritten, nicht »»iffe» wü, ob nicht eine liebende Gattin, plttliche Kinder, ein treue« Mutterherz, ein kummervoller Vater sehnsüchtig deiner Hanen und um dich hangen. — Wir aber wolle» deine Ruhestätte in fürsorgliche Obhut »ehinen, wü «ollen dessen eingäenk sein, »aß du für dein Va erland de» Heidento» aestorbr» bist. — Allgütigrr.lsiater, lqse ihn ein^rher: zur ewigen Ruhe, zur ewige» Freude, zur ewigen Seligkeit!' Wetze den 17. reptemKe« Die rnssssche» «nrgäsü an« de» Bäder» »er Graffchaft Giatz, meisten« Herren jüdische» Gla rben«, »eiche über 8 Tage tt> den Räume» de« ehmnallgen fttug. Seho» tn8Ta«n waren« zum Teil omh an Lhrtste» verandgabt, Ader die« alle« N»r ein Tropfen auf eine» heißen Stein. Dorum trat ans »eranlaffun, de« erste» Komitee« mtt »enehmigno« der Br> Hürde» ei» zweite« Komfter voa einige» Gianbenogerrosse« »M Pole» zusammen, die 1»000 Mart für Brot, Fürsch, Milch garantierte», wora.s bü «eschästoi» Haber dü Lebensmittel auf Kredit liesenen. Al« anch düse Maßnahme, sich al« »uaenügend rrwle« und »ich« abzusehen war, wielange »ü vorhandenen Mittel a»«rei<hen würden, wandte sich da« erftgenanuü Komitee um Hstfe »ach Berlin. Zwei große «ahlläligkeitsvereiue daseldst sandten darans Geidbeiräge; der eine schickte eine kleine, »er andere eine nahmhaste Snmmr, N»d so war e« möglich, de» Rotleidenden llnierstütznng zu gewähren. Do erging oo» der Behörde ein A»«weilnu^desehl. »ach dem die russischen llniettane» unser» Badeon mit der Zwangdrichtnng »ach Sasnitz n»d andere» Orten verlassen mutzten, — nur wenige Schwertranke und Kinder, dnrsten hierdleiben — nn» damit, daß dü Fremde» mit «nügendem Retseaeld sür dü Fahrt netfeien wurde», nahm Me HllsslätigkeU ihr Ende. G» verdient anerkannt zu werden, daß die Siadtdehörde sich sehr human gegen bü Ausländer zeigte, aad ihren Wünsche» »och Möglich» keil entgegenzukommen such«. v« Lri«< «k» Mt prtft- Der Krieg hat auch gegen dü Presse gewütet. Unür do» wittschaftlichen Röte» der »rwerdolosigkei, der Irwerddstände finge» anch die Kinnnhme-Oneüe» der Presse allmählich nn zn »eZiegea. Die Zahl der Adouaentea fing an znrückznachen, ein Tefl zog tt>« Feld, ei» anderer mnßü seine »»«gäben ünschotnksnp^ da« letztere hatte a»ch den Rück,an, »er Annoncen p>r Fs^e. RedoAenre, Gkitardetter, Setzer »u« Drncker mußten in« Feld rücke». Der dnrch dü Milttärzüge Mrfi ganz »speene, dann n»r »»regelmäßig gehende Gütrr-Bertehr htttderü die Papür- Znsnhr. «ein «ander, da» «üZeftungeo anflnge» ndzumagern, am Umfang »»nähme» «der anch gnuz eingtttzen Auch dü jüdische Presse hat unter düse» Röten Mü». Da« 3entral-C)rg«> »er Zionisten, die in Berlin erscheinende .Welt', »ü ihre Hauptbezieher-Schar de Rnßlanb. Gngia»», Frankreich hot, ist ganz Nnaeiongen. Doäselde Schicksal teilte» Me beide» im «tsoß erscheinenden süddentschen «oebensehrifte», dü kiberaü .Ist. Wochenschriftin «ehweiür nn» da« konsneoatioe .Jüd. Blattin «ttoßhurg. Der rGerbaud der iüd. Jngendoereine t. D-- hat seine veftiner «eschtftssteüe geschlMm nn» da« «rftheinen seiner «mtatshefte eingestellt, «den,, h^ench dü andere» «-»-t«sch»iften sich nicht »ehr oinaefteüt. Bon den im »nllaude erscheinen»» sü». Srüschriflo» erhalten wir »ü Züricher .Ist. «ochschr.- mV : Woche Verspät»»» feindliche» Länder sind gesperN, nnd in b.,1 nentnole» erscheint »hnedü« wenig. »nch »er Mere,» »nr Kärdernw, rttneAer -EWänser in Oamönrg tettt **4 mit. da» er infolge »o« Kriege« non »er Hernnsgabe feiner Liste »er Ntnelün Speffrhänser, bi« «ttlf weitere« obfiehe. Gehr letz»,« Register vom Jnti ».«.