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Jüdische Volkszeitung · 1914-08-28 · 35 (28.8.1914) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
20 (1914)
Issue
35 (28.8.1914)
Date
1914-08-28
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Mych« vowMfAg. Im Felde. veerla», tet 28. Xagvft |9I4. wie ei» ilMtotr Soldat für Sotterdte»ft sorgt! ft» FeköpoRßrisf Sehr geehne Herr«! . . 19. 8. 14. Heute empfing ich xa meiner größten Freude Ihr geschätztes Blatt und Hab« tt mit sehr viel Zntereffe gelesen. Such einigen christlichen Kameraden zeigte ich das Blatt, nn^ sprachen sie ihreGenugtuungaus. daß wir Juden uvSan Allem zum Wähle unseres geliebten Bat er» iandeS betätigten. Wir find feit ca. 10 Tagen au' dem Marsche durch Dcst- und Ostpreußen, haben viele und anstrengende Märsche, und mästen wir Kanoniere immer neben dem Geschütze laufen. Ich habe mich schnell cinmarschiert und fühle mich bei den Preußen sehr wohl. Nun 'hatte ich am letzten Freitag ein Erlebnis, daS ich ihnen zu meiner großen Freude berichten kann. Wir ruckten nachm, in H., einem Städtchen von c-r *2000 Einwohnern, ein. Auf dem Markte sah ich ein Geschäft, deffe« Inhaber Sally Wolff hieß. Ich ging zu ihm heran, stellte mich vor und fragte ihn. ob er etwa ein GlaubenSgcnoffe von mir wäre. Er bestätigte mir diee. Ich erkundigte mich fofort nach den jüdi« \ scheu Bkrhälwisteu, dem Gottesdienst usw. und mußte zu meinem! Bedauern erfahren, daß der Kantor nur ein Mal in der Woche zu« Schächten hintäme, und die» wäre der Mittwoch. Gotte«» ' dienst fände nur großen Feiertagen statt. Darauf da t i ch i h u. i ob u icht ausnahmsweise ein Gottesdienst stattfiuben könnte. Er ging kurz entschloffea zu einigen Kreunden, trommelt« fie zusammen und abends, um ',,8 Uhr ^oar daS Miujan vollzählig. Einige andere, die auch kommen wollte», hatten gerade Gewehrappell. Der Gottesbleust verlief weihevoll uud mrd noch manchem lange im Ge« bächlttis bleiben. Abendwar ich bei de« Herrn eiugelaben. daS hat aber geschmeckt, denn preußische Soldaten haben immec Hunger. Nun kann ich Ihnen berichten, daß wir in der Batterie 8 Juden stad, darunter 1 Unteroffizier d. Res. (ich) und eia j Kanonier. Im Regt, find noch mehrere, wieviel kann ich »icht seststelleo, da wir selten zusammenliegen. Bei dem Gottesdienst lernte ich einen Infanteristen kennen, der schon i« Frner war. Als ich ihn fragte, wie e» ihm beÜme, sagte er mir, er wäre mit Gottvertraue» ins Gefecht ge» gangen und ist unverwundet ged lieber. ' Denselbe» sehe ich schr oft auf dem Marsche. Di« Freude ist , groß. Nun leben Sie wohl, und senden Sie mir bitte die Xeitnuge». und sage ich im Dorao» meinen besten Dank. Diese Zeilen habe ich auf der Protze geschrieben. Heute ist Ruhe» > tag. Sruß. m. Zu» de» MerknKtlße» Nr. 2.— 7. (Lgl. Nr. 43 d. Ztg.) tzn s.^Reg. Nrd 17: Res. Hetnr. Pasch a. Sereum «), Willi Jakob a. Neuuktrche» (L ».). Jaf. »Äcg. Nr 18: Mvsk. Früylich a. Hamburg (leicht verwnßdei). Sesr. Ad. Sttuck a. Hermburg (tot). Inf.»Reg. Nr. 20: Erich Kohn a. Gr. Schönherg (vermcht), Paul Kirstein a. Spandau (leicht verwnndet), ver» mißt die Musketiere a. Berlln : Schönfeld, Eioj.-Frrn». Walter Krohn, Max Seliger. Gefr. d. R. Ernst Strichen. Einj..Fr. Man. Pnlvermann. Karl Roth (tot. Gewehrschoß). Inf. »Reg. Nr. *27 : Walter Hecht a. Magdeburg (vermcht). lluteroff. Friedr. Abraham a. Egeln (l. ».), Bicefelvw. Karl WachSmann a. Wolfsburg (veno.), Wilh. Hirschfeld. a. Weaeleden (verm.), Lonts Straßburg a. Halle (tot). Alsr. Löwe a. wangensteia (sch«. v.). Willy Reichen a. Hamburg (schw. v.), Wilh. Michael a. Wittenberg (venu ). Gefr. Willy S<r>warz a. Zwickau (verm.), Alsr. Strauß a. Söllichau (schw. v.i, Wen. Beruh Liedeskiud a. Staßfun (verm.). I n f.. R e g. Nr. 76 : Res. Hans Alexander a. Hamburg (leicht ver». recht. Hüfte). Ins.»Reg. Nr. 14*2: Res. Bernauer o. MeckeSheim (1 verw., r. Arm). Mich. Schaffhausen a Felsendach (tot, Bauchsch.). Inf.»Reg. Rr. 148: Jos. Saul a. Birkenried(l.verw). , I a f.»R e g. N r. 146: Serg. Glnckstadt a. HuSma (verw.). I n s.»R e g. R r. l 47 : Gust. Brinkmann a. Hiddenhausen (vermißt). Ins.»Rkg. Nr. 165: Gust. Schwarzbacha. Schönebeck (schwer verw.),^ Fntz Israel a. Halderstadt (vermißt). Alwin Hirschfeld a. Staßfurt (verm.), Herm. Engel a. Hederöleden (tot), Gust. Meyer a. Friedrichshagen (schw. v.), Martin Pacyoa a. Alt-Domberow (Kr. Bomst-(verat.). Hoboist Eng. Louis Herrn. Glafn a. Lippach (schw. v. i Inf.-Reg. Nr. 171 : Leutn. d. R. Erich Freundlich a. Biebrich a. R. (leicht verw ), Fntz Ellaffn a. Pyritz (schwn verw.), Rod. Licht (tot). Sgf. Gust. Marx (gefang.). Fr. Wilh. Marcos (rot). F ü s.»R e g N r . 33 : Leutnant Hirsch (tot. Schuß i. d. Brust). HerbeN Wün a. Gollingen, Kurland (tot). Erich Koch II a. Berlin (leicht ver».). Fritz Kinkel a. Pf. Eyla» (sä.wn verw.). Einj.»Frn«. Ludw. Parlowskr a. Marggradowa (tot). Liceseldwebel Alb. Born a. Belz-Landsberg Füs.»Reg. Nr. SS: Alb. Brandend (tot), Paul Gvttschalk a. Reicheudng (sch! Pap« a. Magdeburg <dt».), Gekr. Max Dre Gefr. Willy Bogen a. Eharlottenburg (l. v.). Wustnhansen (schw. v). Füs.»Reg. Nr? 40: Jak. Braun vnw.). Geft. Willy Dortmund a. Braunichi Dresel a. Rastatt (vermrßt), Jos. Wolff III ».), Falk a. Kinpeln (verw.). F ü s.»R e g. N r. 90: Ernst Roreubau! (tot). Drag.»Reg. Rr. 7: Drag. Brückmai Drag.«Reg. Rr. 9: Wilh. Martti (vnmißt). Drag.»Reg. Nr. 2*2: Kar! Ittenlo! (schwer verw., Brust, t. Bein). Karl Fr l. Arm). Greu. »Reg. Nr. 89: HanS Krohn a. Siezen (l. v). Alb. Maaß a. Althagen (verm.), Ludw. Lippen a. Buckow (sch». ».), Friedr. Schreiber II a. Dubbin (L ».). 14: Jägn Brasch (verwundet). | Gest. Max Kirstein a. - Trocknn» Jägerbar. Rr. Gest. Hecht (dto.). > Küraffier»«eg. Nr. S: Polarkeu Kr. Graudenz (l. veno.). U l a u e n» R e g. R r. 6: Ed. Hetnr. Weil a. funh (schw. v.). ' Feld-Art.»Reg. Rr. 26: Otto Ehrlich a. Kl. Flott» deck (l. v). Hus.»Reg. Nr. 12: Alb. Page! a. Roßla (schw. v.). B a d.»I n f.» R e g. N r. 112: An. Ernst Rosendahl a. Mühlhausen (verm.), Georg Graf a. Mannheim (tot), Ernst Eman. Bachern a. Mühlhausen (l. v.), Herm. HaaS a. Karls» ruhe (schw. v.), Herm. Klein a. Dettingen (verm.). Ad. Barth a. Buchtg (verm.). Karl Zuckn a. Lahr (verm.). B a d.» P i o n i e r b a t. Nr. 14: Paul Friedmann a. Unzhurst (schw. vnw.), Jul. Mayn II a. Ludwigshafen (verm). Aübische Studeute» als KrnnlteupLeger. Ueder den Kampf um Lüttjch dringt die .Deserztg.' eiuen packenden Bericht eines beim Sturm auf die Festung schwn verwundeten Offizin«-. Derselbe berichtet und a.. daß in dem Lazarett (einn kathol. Schule), iu dem n lag. russisch-jüdische Studentea seine Pfleger waren. Ptt jüdische Zrz t dn ror!0 Jahren seinen Abschied als Stabsarzt d. R. nahm, wnl dn damalige Kriegsministn v. Eine« es untnlaffen hatte, die jüdischen Soldaten gegen die ihnen von antisemitischen ReichstagSabgeordnetn» zugeiügteu Beschimpfungen in Schutz zu nehmen, hat jetzt seine Reutti, oicrung nachgesucht. 8 Astznc hat die Witwe Feibufch in Rogasen in den Krieg geschickt, jetzt hat fie auch ihre einige Tochter dem Dienste des Roten Kreuzes zugeföhrt. Ich,«. Meine Familie stellt 17 Kriegn —3 Brüder (verheiratet), darunter 1 Unteroffizier, dn jetzt an der französ. Grenze kämpft. 6 Schwägn darunter 1 Uatnoffizin und 7 Lettern, daruatn 8 Unteroffiziere. — Mein Latn. Vorsteher dn jüd. Gemeinde in Hörsheim (Bayern), dn l870 als Untn» offizin mitgenacht, mehrere Auszeichnungen besitzt, hat fich steiwillig gemeldet. A. Rotschild. ^ipi»e. (O S.). In unsner aus 25 Familien bestehende« Gemeinde find vorläufig 13 Kriegn in- Feld gezogen, daruntn 6 Familienväter, für Ersatzreserve und onausgeb. Landsturm kommen »och *20 Leute iu Frage. Unter den 18 Kriegern find 4 Untnoffiziere. -rnnllfnrt u. H. Zum Chefarzt des Garnison-Resewe Laza» rettS wurde SanirätSrat Dr. R. Reumann in Potsdam nnanut untn Beförderung zu« Odnstadsarjt. Dr. N. hat die Leitung übernommen. Die jüdischen Soldaten besuchten vor ihre« Abmarsch in« Feld de» Gottesdienst, ließen fich zur Thora aufcnfeu und jpracheu dabet ein besonderes Gebet. Jedn einzelne wurde vor dn offenen heillgen Lade vom Radbinn gesegnet. Ja ^«»Lunz a. Badensn find etwa 600 jüdisch« Sol» baten zum Kriege ausgehoben worden, einschließlich Landwehr und Landstun». Ko» Mettug. A-tße». Tie ist. Kultusgemeinde hielt am 10. 8. in dn Synagoge einen feierliche» Kriegs.BetgotteSdienst ab. der um 10 Uhr begann and einen nabenden Verlauf nahm. Da- Gort'shau« war bis auf den letzten Platz besetzt. Für die El» rnn dn ins Feld gezog.neu Sühne waren besondere Plätze rein» viert. Nach efaim erhebenden Gesäuge anS dem Psalm 118 des Borbners Kantors Hurwitz und dn Gemeind« folgte die er» grnfendc Predigt de« Rabbiners Dr. S e l i g k o w i tz die Predigt schloß mit den Worten : „Dir stehen iu diesem Kriege mir emc« reiieu Gwiffen vor Gott, weil wir einen heiligen Bn. lndigungskamps führen. Die Wahrheit fei unsn Zeug« und dic künfn'ge Geschichte möge rhr UNeil sprechen/ Hinauf ward« da« Allerheiligste geöffnet, dem die Thorarolle nttnom» men wurde. Mit bn Thora io dn Hanb sprach dn Rabbinn ein tief empfundene« Gebet für Kaisn und Hen. Ein Schluß» gesang audem Köuigspsalm de« Vorbetns und dn Gemeinde veschioß dic ernste und erhebende Fein. AllAemr (fff.) Am 3. August abends um 7 Uhr fand in der Synagoge eia stimmungsvoller Gottesdienst stakt. Nach, dem mehrere Psalmen abwechselnd von Kantor und Gemeinde gefnnzen waren, betrat Rabb. Dr. Staripolsky die Kanzel und wies in bnedten Worten daraus hin, daß nur Mißmut und Nerd dn Nachbarvölker uns nötigte», statt dir Werke de- Fnedcns;u übe», die Waffen zu ngreifen. Ualne Sühne und Männer ziehen in den Kampf mit dem Bewußtsein, daß cs nun gilt, die kostba.steu Güter der Mentchheir, die europäische Kultur. Knust und Wiffenschaft zu verteidigen. Er zweifle oichr. daß unsere Glaubensgenoffeu als Nachkommen der Helden, die im grauen Altertum mtt Todesverachtung und Auf» . ovftruug ihr Vaterland verteibigt hätten, auch dies Mal ihre Psticht und Schuldigkeit run werben. Mit Gebet vor dem Altar s»r de» Kaiser und die Wehrkraft zu Daffer uud zu Lande schloß der Rabbiner den Gottesdienst. Arfterrrich. 110000 jüdische Soldaten stehen z. Z. im -fterreichijchungaiilchen Heere, in Üandmehr, Landsturm nnd drrviarine, unter j den vaffen, also soviel wie elwa 8 Ilrmeekorp« füllen, »oller Begeisterung ersnllr für ihre» greifen Kaiser nnd ihr Later- | fand, zahlreiche Freiwillige mnhien znrückqewicsen werden, Air. A«k»0»»eln, gibt c« im ist, Heere, Sie enthalte»: I Torgh-Rolle, 1 Tallid, 10 hebr. Gebetbücher mit deutsch, a. Obcrmnhlr \ lleders., 10 Tefilli», l schwarze« Seiden-Küppchen. Die 8er- »aliong kühre» die jüd Feldgeistlich«», rmißl). g a. Potodam ocno.) Fritz a, Krolo'chin, Otto Berlin a, lühlerlbai (schwer (tot), Otto Wcilheim (schw. <Zns,-«. «r, 61), Ewer, Palmai «r, 0), erst rr J-h^ alt, sowie zahlr. n, Offiziere nnd lllerzle, ENoa SO jndilch« Offiziere wurden zu Lenlnanl«-«echnnngisnhrer» ernannt. Die Zahl der jüdischen Offiziere im ist.-u»g. Heere bettägt über 2000. per erste gefaDue Ssttat im österreichischen Heere war der Sohn eines jüdischen Advokaten iu 8iea»Mariahilf. eine« jützische» ^andstnrmmauneo. Bei edersalle der Kosaken auf PodwoloczySka Ickoß Math,es Hellmann mit seinem Gewehr nach allen Seiten irnd verteidigte die Stellung >0 latzser, daß bloß feine Tchüfft eine größere Anzahl von Pieeben nnd Kosaken zum Falle brachten, Kachdcw er alle Kugeln nnd Vorrängen Patronen abgeseuert hatte, nahm er von den Gendarmen ihre Prlronen und kämpfte und hielt sich mit großer Bravour. Diese Rtchcicht wrra von dem ver» wnndeten Gendarmen Wloffok benchlet, welcher ffch gegenwärtig im Lemberger Spital befindet. In den GreazkaMpfen bei Saloschetz hat fich der jüdische Kavallerist Silderg ansgezelchnet. )« rr, Antzre steht der »dg, Dr, Tobias »schk-naze, Prä', der Adookaten-Kammer in Lemdergi der fich freiwillig zum Heere gestellt hat, lltzrotztz. Der Bürgermeister und LandiagSachgeordnrte von, Brody (Galizien) Dr, Slanrolau-! Rittet ist al« Oberleutnant ireiwillig eingerückt, Lemberg biefigea Militärkommando spielte fich fol. gende« Gespräch ade .Ich will in den Krieg ziehen,' .Wie alt find Siek' ,!>2 Jahre,' .Tann find Sie vom Dienst de. freit,' »Ich will aber in den Krieg ziehen!' Sind Eie verheiratet»', .Jawohl ich habe fieben Kinder,' .Warum wollen Sie in« Feld gehen I' .Für Kischiaew.' Her Segen in »ach Zlolna wird ge. schrieben: Am 31, Juli IN den Abendstunden! traf hier die Kunde von cher rdgemcin'n Mobil:sien>ng ein,! Die Jugend, welche fich unler dir, Fahnen versammeln muß, oeranftaltel« au» diesem Anlnffe riuc palriotiscke Kundgebung, Es bildete fich ein Zug mil Fackel» und Lampions, der palrioinche Lieder fingend, durch die Straßen zog. Dic Tellarhiner an der Drmoltstrafion gaben plötzlich die Parole an«, »or da» kath»» lische Psariaml zu ziehea und den Segen de« Pfarrers für die in, den Krieg ziehende» Sdidateu zu erbitten. Der Zug bewegte fich zi,m Psarrhalije, Der Pfarrer ein alter, kränklicher, bettlägeriger Man», kannte jedoch dir jungen Leute nicht empfangen. Die Maniseftanten nefen nun fast cinjtimmig: .Gehen wir zum Rabbiner!' So gefirmh e« auch. Oderradbiaer Dr, David Fnedmaan weilte auher d,m Haute, al« er jedoch cttuhr, waoon di« Rede sei, trat er sofort den Heimweg a», Auj ver Straße begegnete er dem Zuge, At« die jungen Leut«, säst durchweg« chlifttichen Konsefftoaen angehdceno, de« Rabbiner« anfichtlg wurden, de» reiitten fie ihm herzliche Ovationen» Der Führer de« Zuge» lichtete an den Rabbiner folgende Aaspiache: »Hochwürdiger Herr! Wir, b!»»M den «lieg, um für Küllig ....... bi,len Sie, uu« Ihren Segen zu etteile»' De» Odcrrabdii« richtete nun an di« jangen Leute eine von patriotischem Geiste durchglübte Ansprache und flihte dra Segen de« Himme!« ans die Waffe» unscirr Arm<e he,ad. Er erteilte sodann den Kriegern den Segen und schloß mit einem Eijeuruf aus König und Valeria in welche« die jungen Learbegeiftertrü ernstrmmieu. .Einige ,cr Mariisestanten dopen den Rubb.aerst aus die Schuttern, Dir jungen Krieger küfirea sodann odae Unterschied der Kon'efflon ccm Raddiner d r Hände. Unter patriotischen Rusen bewegte sich sodann der Zug weiter, Antze nnd ffpfnrrer. Eine Szene, dic aus alle den tielste, Eindruck machte, jptetlc fich in Wien Sonnabend um Mltternochr beim Tegettdoff.Denkmal ab. Dort kam etwe Gruppe kotholi» scher Feldgeistlicher oorlei, den Reiiekoffer in der Han». Die Menschenmenge in der Prniersttaße wurde auf den Zug dadurch aufmerkiam, daß an« ihm die Volkhymne ertönte. An der Spitze her Kaplöne marsüricrle ein Mrirlärpfarrer ein Grei« mit filderweihem Haar, Al« di« Herren einen Augenblick Halt machten, um da« Getncbc zu betrachte«, drängte fich an den greisen Geistlichen em aller Jude in der charaktettftiiLen Tracht der Galrziancr dcran, ergriff ferne Hand, küßte sie und dat dann mit geialtrten Hände» nnd weilend den Gciirlrchei: .Hochwarden! Aus dem Schlachtteld, ich bitte Sie iauiendmal, nehmen Sic fich auch der jüdischen Sdldaien au und spenden Sie idnen Hoffnung und Trost, Ich hob' auch eine» Loh» oott!' Der G-iftliche war außerordentlich ergriffen und sagte d»n», mit Träne» kämpfend, zu de» ollen Juden: Da« oerlprcche ich Ihnen, nicht nur ich, sonder» wir alle hier, die wir ja auch Deutsche und Richltculsche find. Aber e» gibt jetzt nur Oesterreichir, weder Jud noch Ehrift, weo-r Deutschoch Böhmen, E« gibt nur Oesterreichc, und Menschen,' Tan» wandte er fich wieder an seine Kollegen und an die Menge ringsum, die die Szene deodochte, hatte, u»d ries: .Hoch Oesterreich!' Und während Sie Uwftedeolren einftimmten, inloniltte» die Geistlichen wiederum, alle IN dmlicher Sprache, da« »Gott c,halle!' Dann letzten fie ihre» Weg fort. (tot). Paul Magnu« Rot (Bad.) a. Singen (l. M«f»rder»ng jidstcher Gßizier« im dst. Heere (konderau«. gäbe de« 8«r»rd»ung«dl. ». S, Äug. d, I.) Ernan»i wurden zu» Oberst und Regiment«-Ko wma » d eur rJnf,.Reg, Rr. 102) Oderstleulnant Maxim, MLndl, z. oberftlenlnant« die MajoreLud», Kleiter (Jif.-R. Rr, 40) Pa»l Scheh(Hni,.R.Rr, 15), z Major Haupnu, Leop, Freund 'Jig,-B, Rr, 25>. j. Haupri, Eigm Lodek (Pro»,-Off. Jnf.-R. Rr, 74), «nft. Glück»,»«,,, (Sa»ir.-Tr.) Theoph, Polak (Jnf.-R, Rr, SO),'Karl Teller (J»f,-R. Rr. 26), z. O b «r l eu t» , Hugo DitterOdorf K»r -riegozweck«, Ar»»tf,rl «, M, Der Berein für jüdische Kia,ikcipflegcnune» hat in seinem neue» Schwostcenhau« ein vollständig «»gerichtete« Rejeroe. Lazarett mit Aerzie», Schwestern, Hilf«» personal »nd eigener Küche zur Lersügnng geftcli. Ji» 8» , daisösall werde» ans de» Gelände' noch 2 Baracken mu$tc{.V Zur Unterstützung der Schwester» hat fich eine Anzahl Dame, * al« freiwillige Heilerinnen ßtnclM, die fich eiu.'M fofort h«e ginnniden Antdiidongdkar« unterziehen. Früher« Schwester» de« Beiein«, die wegen 8erhe>rat»ng oder au« soastigen Gri»- den auagcttele» waren, haben sich der Le-.cin»irttung zur «ersügung gestellt und tragen wieder da» Lchwesterakletd. Für die Feldlazarnte ist ein rrito« Aufgebot oon 6 Schwester» dem Roten Kreuz ougedoten. Ein wettere« größere» »nsgebol ka« folgen, sobald die für di- Spiiäler erforderlichen Hilf«,äst« »negebildei find.

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