Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- 31 (31.7.1914)
- Date
- 1914-07-31
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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3i>Hd>« volkrjett»- ttr. 5| Wissenschaft des Judentums. vrrilau. de« 3>. 3tUl (9M Var aaf der vigra i» keipzig. B» Rabv. Dr. Ebe 1 fte 1». Wir Juten find auf tKr Jattnatisualm Au«ftellung für Buchgeseibe und Giaphik (Bugen) nicht besonder» reich «er, treten. Und die» hat seine Geschichte, Die Leitung »er »nestellung hat de« Leipziger Rabbiner Dr. Porge«. der als dervarrngender Bibliograph bekannt ist. rechzeitig den Auftrag erteilt, eine hebräische Abteilung zu organisieren, Die Direktion räumte fedbch der hebräische Sprache al» einer Unterabteilung der syrischen Abteilung bloß einen äußerst geringen Raum ein, roar jedoch deren, den Zuvor ans eigene Kosten die Schaffung einer eigenen Abteilung in der Halle der * ul tue zu gestatten. Zwanzigiausen» Mark wären hierzu notwendig gewesen, e« find indessen bloß fnnfzehnhnndert Mark aufgebracht worden. Die tentlchen Juden haben in dieser Sache keine Opfeifreudigk.it an den Tag gelegt. Es mag fein, daß hierbei «uch Zutiiguen milgefpielt haben, find doch auch die größten Berliner Zeilnngiverlagsanftallen. deren Inhaber Juden find, wie Moste und Ullstein, auf der Ausstellung nicht »ertrelen. So kam es. daß dir au« dem In- und Anslande eingelangten hebräischen Manuskripte UNO Drucke au< Raummangel im Keller umherlügrn, Ta der für die «rnrichlnng einer eigenen Abteilung notwendige Betrag nicht anfgedracht wurde, muß die hebräische lluleradtrilnng mit zwei Glaskasten f nrlieb nehmen. Die materiellen Opfer einiger hat es jedoch möglich gemacht, daß in einige» Tage» noch drei Litrinen und ein Wandlasten zur Verfügung stehen werden, fo daß die wertvollsten und namhaftesten Drucke. -Seltenheiten, die oom Gesichtspunkte der Aendernng und Bestallung der hebräischen Schrift und Leitern inlerefinnler Manuskripte und Bücher in der Ausstellung untergebracht werden können. Der eine Glaskasten enthält einige aradifche und samaritanifche Manuskripte. Reden der samarilanstchen Thora, Chroniken und Kalendern erblicken wrr rin auf Pergament geschriebene» wunderoolles Aestgebribuch(Machfor) mit auf der rechten Seite de» Texte« laufendem Buchschmücke. Daneden tragen »wer gedruckte Peffirch Haggadot das feint pnd künstlerische Wesen der anfänglichen Buchdruckerei zur Schau. . Die eine Haggada ist ein Prager Druck. Zn «er Rähe ist ein lalmudtfcher Traktat untergedrachl. »er einen über. duo großen Wert darstellt. Der andere Glaskasten enthält durchweg Bücher. Auch hier spielen handgeschriebene und gedruckte Machsorim die .Hauptrolle. Ein mit Quadralfchrist geschriebener und mit Malerrren geschmückter Machsor legt davon rseugni» ab. daß die Inden der Kunst durchaus nicht abhold waren, ja fie zierten sogar ihre Gebetbücher damit. Zwei jemenitische Din-Bücher fallen aus. eine» von ihnen ist mit orientalischen hebräischen Lettern geschrieben und behandelt in arabischer Sprache die Fcstgedräuche. Eine Pergameni-Hoggada «erst halbseitengroße Initialen ans. In der Rähe ist eine >7 Zentimeter »reite Ihorarolle zu. sehen, die Höhe de« Textes erreicht kau» 7 Zentimeter. Sehr interessant ist eine mit SanSkrittlettern gedruckte Haggnba, die nufere Brüder in Jnoke» gebeasrrherr, freue* rin an hebräischen Sittern geschriebene» perfische« Buch und ei»e,Epherrolle mit Gz Ehojjim. In dem stierten Aach der Vitrine ist eine Seltenheit der Seltenheiten, die erste Ausgabe de» Talmuds auf dnnkelgranem. grünlichem Papier, da« man nur in den seltensten Fällen benützt hat, zu sehen Z» der Rähe eine in bunten Farben gedruckte Haggada — die rote und grüne Farbe wechselt ad mit der Cr- Närung Adarbanel» und eilt alte» Haflaraduch. Die Bücher find mrl Geschmack und Verständnis auägewählt und man war bestrebt, besonder« durch Zurschaustellung »er Illustrationen da« Ileresse de» Pndltkum« aus die hebräische Ausstellung zu len. Bost den noch anSznstellende» Werken - find da« ein- : vorhandene Exemplar der ersten Ausgabe des Prager tchsor». da« heute IVOS Mark wen ist, ferner die BreSeianer «gäbe der Bibel, iu der die Wurzel der Vokabeln mit en Lettnn. die Suffixe und Endungen hingegen nur mit Umrifieu »er Lelleiu augedentri find, hervorzuheden. Ferner imer, alle venezianische, türkische, ihanptsächlich Salvnikier). sterdamer.. Pariser, asiatische und aftikanisehe Drucke zur «stell ung. Aber auch ainfierhald der Halle der Kultur finden wir jüdische Beziehungen. In der Straße der Völker, in der Nterieich sichen Ausstellung hat die Bibliothek der Wiener i«> »elltischen Kultnegemeinde einige sehr schöne und seltene Bücher rmegestelli: Da« Ililü in Proßnitz gedruckte Werk ,Ehidusch.. chemara' de« Eleasar den Samuel, die Prager Aungabe her .Thlttl» ha-vla' von Mose« Zfferle«, au» dem Jahre lp70, nsw. Die JnnSdrncker FerdinandS-Univerfität hat da« erste in Riva di Irientv gedruckte hebräische Buch, ein metanhyfifche« und naturwissenschaftliche« Werk »vn Meir ibn 8llmdi an» dem Jahre lbdst, ausgestellt. In der italienischen tuSstellnng finden wir alte hebräische Drucke: Hiob-Kommenr von Stibbi Levi iM.'ifon (Ferrara 1477) und ein Gedichteltand ooti Immanuel-ha-rvml. (Lredeia 14!) l). In der türkischen Ausstellung fällt hie und da die hebräische Schrift auf. E» find Zeitungen, Einladungen und Plakate in aradischrr. türkischer und spaniolischer Sprache. Im Pavillon der Fach» hlätter ist die jüdische Prefie bloß durch den Frankfurter ,JS- ■aelit* und die hebräische , Bidlivgrahie' vertreten. Ich sah hoch einen Pavillon, wo da« Judentum eine Rolle spielt, ja Kauft. Eesr§ »»ft Engel ft« D«r vor .kurzem verstorbene Herzog Georg von Meiningen harte vor fahren in einem Winterftirort ften Fnnfkirchner Gutsbesitzer Jofcf Engel de Ianofi, — einen bekannten Schriftsteller und früheren Präse» der donigen indischen Gemeinde — kenne» min nt, de» er daun, sobald beide i« Kurort «eilten, zu seinen PpaziergÜngen einlud. Bon seinen Werke» hatten ihm besonders ^Die Maranen' und. der Kabalist* gefalle«, die der Herzog « seine« Theater aufzuführen deabfichtigte. doch har er später »»von abgesehen, und -»rar — »ie er i» Jahre 1900 an Hagel schrieb — weil er fürchtete, daß der a»f die Juden-In- »ifit io» bezügliche Teil .die Nerve» der Damenrrfchütter» würde'. I« sein e« Geburtstage hat der Herzog Herr» Engel stets zur Galarafel eingeladr». In Ungarn selbst haben die ausgezeichneten - sogar durch die ausgestellte» Gegenstände allgemeine Aufmerki jamkeit erregt: es ist daS der Buchgewerbe-Pavillon. Zn der j Nähe der «mvolleu Bibliothek deS Deutschen Kaisers und de r - auf zwei Millionen versicherte» hundertjährigen Bücherstube einer Dame aus Düren ist die zionistische Rische untergebracht. Der Jüdische Nationalfonds erweckt hier allgemeines Interesse . durch die künstlerischen und wenvollen Einbände der beiden > goldenen Bücher (Sefer ha-zahav- »ad des Gedenkbuche» (Sefer ha-zichronot). Das letztere in einem 1, m langen Silberdeckel gebunden. Rechts und links von ihm liegt je. ei» dreiviertel Meier lange» Goldenes Buch in braunem Ledereinband, da» eine, reich mit Gold verziert, pellt die Sonne dar. Die Aufschrift besteht au- 5 Zentimeter großen blaneu Emailbuchftaben. Der andere Einband «eist Elfenbeineinlagen auf, deren Reliefs einen Bauer, der sein Feld bestellt, zeigen. Zn der Mitte des Deckels ist ein anderthalb Dezimeter großer Tor (Filigran- Arbeit z» sehen. Rach Ansicht der Sachverständigen ist dieser Einband der Clou der ansgestrllten Prachlwerke der Buchbinderei. Rebe» de« kolloffale« kulturhistorischen Material und sonstigem Reichtum der Ausstellung verschwindet fast das Jüdische. Trotzdem können wir mit Freuden verzeichnen, daß wir in t>em bescheidenen Rahmen, in den das Judentum infolge der ungünstigen Verhältnisse gedrängt wurde, unfern Mann stellen und das Bild, das der Betrachtende vom Zudeutum gewinnt, ei» günstiges ist Sur »«schichte der Tierschutz« I» Israel. Bor etwa' tausend Zähren erging an das Rektorat der Hochschule i» der babylonischen Stadt Pumbedita eine Anfrage über, die Grenzen der Pflicht des Tierschutzes. Das vom damaligen Rektor Schertra mit dem Titel Gaon (gleich:Excllenz.) der von 9SO bi» 898 lebte, erteilte Gutachten ist in der aus Manuskripte» der Kaiserliche» Bibliothek in Petersburg veröffentlichten Gutachtenjammlung von Harkavy (Berlin 1885) wörtlich enthalten. Bon Interesse ist folgender Auszug: Anfrage: ,ES belehre uns unser Meister über die Bedeutung einer eigentümliche» Erzählung im Talmud. Dort lesen wir. beis Fürst Rabeuu Zehuda habe einst ein Kalb, welche» geschlachtet werden sollte und sich schutzsuchend zu ihm flüchtete, hartherzig zmückgeschickt. indem er ausries: .Geh' hin, dafür bist du geschaffen!' Zur Strafe wurden Rabbenu vom Himmel langjährige schwere Leiden deschieden. Später sah einmal der Gelehrte, wie seine Magd die Zungen einer Katze wegfangen wollte. .Laß sie", rief er. .feine Barmherzigkeit erstreckt sich über alles, was er geschaffen-(Ps. 145.9). Seit diesem zweiten Ereignis wichen die über ihn verhängten Leiden. M«t Rücksicht auf die Erzählung von den Leiden Raddeous, die wegen einer Handlungsweise gekommen und wegen einer anderenHandlungsweise wieder von ihm genommen find, fragen wir. I tut man den» wirklich gut, wenn mau ein Tier nicht schlachtet und Jungen rinct Katze oder dergleichen, was Schaden avrichtet, nicht tötet - ES belehre uns unser Herr.' Antwors: »Also scheint es uns: Tiere welche Schaden anstiften, etwa Schlangen, Skorpione. Löwen. Wölfe, dürfen immerhin getötet werden. Anderseits sollen lebendige Wesen, die uns nicht» Böse» tun und auch zur Speise oder Heilung nichtgebrauchll werden, nicht getötet werden, und selbst fie zu quälen, ist verpönt. Die Jungen der Katze aber, welche Raddenus Magd vegfegen wollte und Rabbenu gerettet hat. gehören durchaus nicht zu den, schädlichen Wesen, und solch« Tiere werden mit volle« Rechne vor Untergang bewahrt. Ein Kalb jedoch zu retten, welche» zum Speisen nötig ist. ist un» nicht geboten: wenn trotzdem über Rabbenu infolge des erwähnten Ereignisse» Leiden kamen, so war da» eben nicht eine vergeltende Sttafe für ei» Vergehen, sondern erne Leidensstrafe, wie fie Gott auf die Großen« Bevorzugten herabzusendcn pflegt. Mit ihnen nimmt er es, strenger als mit anderen, mit Rückficht darauf, daß die große Masse von ihnen zu lernen und aus ihren Handlungen weitere Folgerungen auf sich selbst zu ziehen pflegt. Wenn nun jeneS Kalb vor dem Schlachter geflohen war 'und feinen Kopf in den SchostRaddenus vergrub, um gerettet zu werde», so erschieu von Seiten Rabbenu» die sofonige Au»- lieferung an den Schlachter als besondere Grausamkeit- Eine barmherzige Art wäre es gewesen, das Tier wenigstens einige Zeit aufzuhaften, und wer Rabbenu so handeln gesehen hätte, der . würde daraus für fein eigenes Verhalten Folgerungen., gezogen haben und hätte gelernt, barmherzig zu sein. Wer aber sah. daß Radbeml das Tier sofort auslieierte und sich nicht das geringste Mitleid in chm angesichts des Schutz.suchendcn lebendigen Wesen» regte, der wurde hartherziger in seinem Verhalten auch gegen solche Tiere deren man nicht bedarf und die unschädlich sind." Line griechssche Inschrift aus drin ersten Jahrhundert- Di« Berichte, welche Kapitän Raymond Wcill über seine im Aufträge und auf Kosten des Barons Edmond de Rothschild in der Altstädt von Jerusalem vorgenommenen Ausgrabungen an die verschiedenen gelehrten Gesellschaften erstattet hat. entdalten eine Fälle neuer und wichtiger Daten über die ältere Geschichte Jerusalems. Hier fei eine griechische Inschrift wiedergegeben, derart Ursprung Kapitän Deill in da» erste Jahrjüdische» Dame» des geniale» Dichters viel zu wenig Würdigung gefunden. per 1. Aüftilch« $|e«tu»trds z» «Leipzig hielt sein Sommer uachtsfeft am 4. Juli in den Räumen des Etablissements .Stadt Nürnberg' ab. Das wohlgelungene Fest wurde mit dem Bonrag eines flotten Marsche» durch da» Leipziger Tonkünstlcr-Drchestcr eröffnet. AuS den weiter zu Gehör gebrachte» Koqzerlstücken ist besonders das »elodrenreiche Potpourri auS der Operette .Der tolle Koffak' von Siegwart Ehrlich zu erwähnen. Allgemeinen Beifall ernteten auch die verschiedenen Kabarett-Bonrage und Rezitationen heiterer An. Die Hauptmftwirkenden waren hier die Herren Fred Länderer (Mitglied des Leipziger Schauspielhauses) and James Bandsdurger vom König!. Konservatorium, sowie Frl. Mizzi Rothenstein. Um die Aufführung des stets gern gesehenen Schwankes ,DaS Schwert des Damofte»' machten sich die Damch, Frau Hirschfeld ruck Tochter, und Rothenstei», sowie die Herren Th. - Hunden verlegt. Diese Vidmungsinschrifk in griechischer Sprache besagt, daß .Theoboto». ArchisynaqoqoS (Präsident einer Syl nagoge) und Priester, Sohn und Enkel des Archisynagogos hat - erbaut eine Synagoge zum Studium des Gesetzes und zur i Lehre der Vorschriften, sowie eine Herberge und eine Badeanstalt i zur Benützung für Personen, welche aus der Fremde ankommen i und dieser Anstalt bedürfen'. Diese Einrichtungen wurden ohne Zweifel während deS Krieges gegen die Römer (67—70) zerstött. Da» Material der Synagoge wurde zur Verstopfung der in der Nachbarschaft vorhandenen Zisternen verwendet. Eben bei der Abtragung des Schuttes von einer dieser Zisternen wurde auf dem Grunde derselben die oben erwähnte intereffonte Inschrift gefunden. Aademischer. Zur bat Sich i*r Zahnheitkurwe hat»>Iirj,rtt sich in der medtzinljchen Fakultät ltr. med. et pbil. Han» Moral, Assistent am zahnärztliche« Znftilut. Leipzig. Prof. Dr. Adler, der bisherige Studiendirektor der Handelshochschule wurde vom Senat für die Amtsdauer Oft. 1914/16 wicdergewählt. Die antisemitische Hetze hat also ilichts gefruchtet. Anr ftie ßeßraisch« M»i»erfltat in Jerusalem hat Nathan Strauß m Re« Aork (in e. Schr. an Dr. Isidor Singer das.) seine« Grundbesitz vor den Toren Jerusalems bestimmt mit derBedtktgung, daß die Universität für alle Nationen offen stehen und die herrschende Sprache das Hebräische sein soll -n»zetch„»ß jüdischer Mitgtiefter fte» Aockefeler-Inflitnt». Die französische Regierung sowi, di« französischen Gelehrten haben dieser Tage zwei jüdischen Mitgliedern» deS belähmten Rockefeller-Jaftituts Auszeichnungen zuteil werden laffen. So wurde der Direftor diese- Instituts Dr. SiwonFlexner zum Ehevalier der Ehrenlegion ernannt und der auch in Europa destbekannte Anatom IacqueS Loew vom Rockefeller-Institut zum korrespondierenden Mitglied« der franzftfischen Akademie der Wissenschaften, und zwar in der Sektion für Anatomie und Zoo- Ivgle. als Nachfolger des verstorbenen Lord Havebury. gewählt. <T««s»»»e. Dr. Paul Humben in Rruenburg wurde zum Profeffor der hebr. Sprache an der freikirchlichen theologischen Fakultät der Universität an stelle von Eh. Mercier ernannt. Die Hygiene der zamilienlebenr | po* Rabb. Dr. Ären«. | 3» tee Stuttgarter Ztuvilrtluu, für 6efuut|«it»l>ffege i hieil Radd. De. Krauei vor einer ftaliltcheu Zuhöeerfchar einen lehr lehrreichen Borlrag über.Die Hygiene dr« FamilieulebetiS im Lichte der mosaische» Religion.' Man muß es dem temperamenwolleu Redner laffen: er verstand da« Publikum zu frffrlu uud durch den prakiifchru Charakter seiner Nussühruug lebhaft auzurrgeu. E« ist ja eine delaunte Talfache, laß da» jüdifche Bolk sich durch eine Rasfeuzähigkeil auSzrichuet, die eine außergewöhuliche physische Gesund, heil zur Baruussetzuug hat, Mil Rkchi sühne diese der Redner auf die hygieuischrn BIrluugeu der mosaischen ReligiauSoor- Ichrifteu zurück. Denn diese gehen daraus aus, ihre Anhänger physisch und ethisch gesund zu erhalten. Zu sehr einleuchtender Weise bewies er die« au verschiedenen Beispielen, Er zeigte, wie die diblischeu und iaimndischen Vorschriften, die das Ehe» leben und Geschlechtsleben regeln, hygienisch oon höchster Bedeutung find. Dabei find fie «ikliert von einem rüchrchtsoollen Zartaefüht fttt die Frau, daß die Behauptung von der Sklaverei de« WeibeS wenigsten« in dieser Richtung in nichts zerfallen läßt, Keuschheit nudGefundheii find die Leitgedanken fie find so ausgeprägt, daß ungesunde Stemeule im Bvikskörper gar nicht grduldri weiden. Auch die Kiudererziehuug gehl ganz iu dieser Richtung, Dir zahlreichen Retuignugsvorschiisleu haben ebrnsall« ihre starke hygienische Grundlage und Abzweckung. Hinsichtlich der E r u ä h r n n g wird strengste Mäßigkeii gepflegt. Fern von alter Askese verlangt das mosaische Lrbeusideai da» Bermeidrn aller Unmäßigkeil; junge Leute, die den elterlichen Ermahnungen zum Trotz sich der Verschwendung und Prafferei hingeben, traf sogar — rdcn im Interesse der physischen und moralischen Gesundhaltnng de« BvlkikörperS — die Tvdesftrase de« Steinigen», Diese drakonische Tirenge Hai es auch erreicht, daß die Anhänger dr« mosaischen Glaubens z, B, in Hinsicht aus Alkohvlgeuuß sich zu ihrem eignen Borleil sehr von den andern uuierschcideu und z, B, auch den verderblichen Folgen des Alloholismus wie Tuberkulose u. a. Kraukheileu viel weniger nnlrrworsrn und. Auch im Millelallrr, da» dieJudcn in dn« .Ghetto' spente, find fic dank ihrer rilnell geregellen gesunden Lebensweise von vielen Seuchen verschont geblieben, die anderwärts Hekatomben fordcrieii. Dazu hat auch dir jüdische Riiunl- : küche mit ihrer peinlichen Scheidung von milchigen Speisen und; Fleischspeise» viel deigetragen. Da« wenwollste hygientsehe Geschenk aber, da« dir Familie dem Mosatsmus verdankt, ist der S a d d a I, Seinen seelisch und leidlich stärkenden Einfluß wird gerade in nvscrrr Zeit der Uebrrarbeilung und dcr Nervosität der Unbesangeue zu würdigen wisse,>, Und wenn de, Sonntag elwaö mehr von dieser undrdingien Ruhcvorschrisi vciwirklichen wnide, so wäre e« für das ganze Lolksiebcn gewiß von größter Bedeutung, Der Bortrag fand lebhaften Beifall, Gerfan und Monieika verdient. Dem voittefstich gewählten I Programm schloß .sich der große SommernachiSball an, verdnndru Mll Preislauzen, Fackel- und Blnmenpvlonaife, In dem festlich dekorierten Garten war reichlich für Belustigungen geforgl; Echerdelküche, Schießbude, Katakomben ufw, wurden fleißig freynentieri. Ydeeki», Friedrich Gernsheim, der Leiter de« Slrrnschrn Sefangvrrrins, Mitglied de« Lena,« der Akademie der Künste uiw,, feierte den 7ö. Geburt»,ag. Einer der grdßlen Geigenkunstler, rin jüdischer langer Mann an« Sachsen, gastiert zurzeit hier im Edentheaier Der ,nnge Mann ist armlos grdorrn und arbeitet mit den Fügen, TftiUt »et Jbtfäfrmaf. Das Haupt,enfurkomiiee für dramatische Werke in St, Petersburg hat die Aufführung de» | dlbiifcheu Dramas .König David' von I, M, Platt, eine« Lodzer jüdischen Schriftsteller«, verboten.