Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
- Journal
- Mitteilungen des Reichsausschusses der Jüdischen Jugendverbände
- Volume
- 2 (1929). Bestand UB Ffm
- Issue
- 2 (7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Mitteilungen des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände Bleibt nun noch die Frage: womit, koiiuiicn die Jgdlon. in die .1 Urion!* Fine Slalislik darüber existiert nicht. Doch ergibt «ich aus allen verfügbaren VI it toi In n^on. da ß sexuelle Nöte — wie vielfach angenommen w ird — keineswegs den llauplanleil hei der Beratung lieanspriichen. Im Vordergrund stehen offenbar Hern l'snöle, Dinge, die vor die Berufsberatung, den Stellennachweis, das Jugendamt gehören. Sehr zahlreich scheinen auch die Kragen im Zusammenhang mit begangenen Delikten zu .sein; vor allem also: Verfahren vor dem .lugendgerichi. drohende Fürsorge-Frziehung. Sehulzaufsiclit. Nun erst scheinen die sexuellen Nöte einen Matz in der Au l'zählung zu beanspruchen. liei Mädchen: eingetrotene Schwangerschaft, Verweigerung der Frlaubnis zur Kheschliol.iung u. a.. bei .hingen: Onanie; dazu physische Beschwerden, oft in Begleitung von geistigen Defekten: ferner Psychopathien und Neurosen, die in die Behandlung des Fachmannes gehören. Ferner sieben zur Beratung Konflikte mit Fltornhaus, Schule. Behrherrn. innere seelische Konflikte u. a. in. Fs wird hier oft schwelsein zu raten, vor allem dann, wenn es sich nicht um Symptome krankhafter Zustände handelt, die sich aufdecken lassen, sondern um normale Frsuhoinungen der Pubertät. Hier liegen die Dinge meist so. daß schon ,,das einfache Anhören der Sorgen mit freundlicher Frniunlerung zum Weitersproch'Mi die Ratsuchenden sichtlich erleichtert.'* (D)'. Hugo Sauer Jugendboralungsslellen, Idee und Praxis 1!M |.. .MY>:\, S. 71) Diese Aufzählung kann Vollständigkeit nicht beanspruchen. Fs wird nun noch interessieren, was es an .11! gibt, und wie wir in Hamburg die Sache anzufassen gedenken. Der Idee von Sauer am nächsten kommen die ..Private .IM Nürnberg" und die Meratung der .,Freien Vereinigung für •IM" in Merlin. Die Fxistonz anderer .IB-Sicu dieser Richtung, die geplant waren und vielleicht auch existiert haben, konnte ich nicht feststellen. Diese .IMSten arbeiten nach den oben gekennzeichneten Methoden, die sie in gedruckten Richtlinien ihren Boratorn zur Kenntnis bringen. Ihre Propaganda erstreckt sich auf Aufsätze in der Tagespresso und in Jugendzeitschriften und auf Plakate an möglichst allen der Jugend zugänglichen Orlen. Die Zahl der Ratsuchenden wächst nach jeder Veröffentlichung in der Presse, um dann wieder abzunehmen, bis sich die Tatsache der .IM — wenn sie gut ist — so herumgesprochen hat, da Ii man auf dir Presse nicht mehr angewiesen ist. Dieser JB stehen eine Reihe von Männern und Frauen aller Borul'sgruppen als Berater zur Verfügung; sie sind auf den Plakaten mit Namen. Beruf, Widmung und Sprechzeit aufgeführt, und der Ratsuchende kann sich unter ihnen den nach Stadtteil und Beruf passendsten auswählen. Diese Propngandaniethodon sind von den anderen JBS'.mi übernommen worden. Sie weichen dagegen in der Handhabung der Meratung ab. Bereits beschrieben ist die .TB der Stadt "Berlin und die ..Private J B" dos Mundes für Mutlorsc hulz und Sexualrefonu. auf die ich hier deshalb nicht weiter einzugehen brauche. Zu erwähnen bleibt noch die JRSl Darmstadl, die stark jugendfürsorgorischen Charakter trägt, insofern sie die fürsorgerischen Maßnahmen teilweise selbst ergreift, z. B. Tnlorbringung gefährdeter ratsuchender .Tgdler. zunächst in einem mit der J'ßSl verbundenen rebergangs-(Jugend-)heim und alsbald in einer Stelle auf dem Lande. Sie arbeitet mit Tendenz auf die Willonsstürkuiig durch völlige Abstinenz, ein Gedanke, der sich auch bei der Freuen Voreinigung für ,IM angedeutet findet. Ferner möchte ich noch die jüdischen Beratungsstellen erwähnen: Jüdische Kinderhilfe, Merlin, und Jüd. Frauenbund, Berlin-Wilmersdorf. Doch sind dies