Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 332 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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schaft Versicherten in besonderem Maße ausgesetzt sind. Aufgabe der Berufsgenossenschaft wird es sein, sich nicht nur auf die Entschädigung, die Heilung, die Fürsorge zu beschränken, sondern mit allen Mitteln auch im Sinne der Unfall- und Krankheitsverhütung zu wirken. Je mehr der Genossenschaft dies gelingt, um so mehr wird sich zeigen, daß ihre Errichtung geboten war. Reichsarbeitsgemeinschaft für Jugenderholungs- und Heilfürsorge Nach langen Verhandlungen mit den zuständigen Stellen und Verbänden ist nunmehr eine Reichsarbeitsgemeinschaft für Jugendei'holungs- und Ileilfürsorge gebildet worden. An der Errichtung der neuen Arbeitsgemeinschaft beteiligen sich das Reich, die Länder, die Provinzen, Gemeinden und Gemeindeverbände, die Spitzenverbände der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege, der Sozialversicherungsträger, der berufsständischen Fürsorge und die Reichsverbünde und Reichsfachverbände der Gesundheitsfürsorge und Jugendwohlfahrt. Die Reichsarbeitsgemeinschaft verdankt ihre Entstehung vor allem der unermüdlichen Arbeit des Ministerialdirektors Dr. Schneider im Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt, der zugleich Vorsitzender des „Vereins Landaufenthalt für Stadtkinder" ist. Der Zweck der Arbeitsgemeinschaft besteht in der planmäßigen Ausgestaltung der Jugenderholungs- und Heilfürsorge durch Erfahrungsaustausch, gemeinsame Richtlinien, fachliches und rechnerisches Zusammenwirken und die Vertretung gemeinsamer Angelegenheiten. Das Arbeitsgebiet soll alle grundsätzlichen Fragen der örtlichen Erholungsfürsorge, der Entsendung in Heime und Landaufenthalt, in Kuranstalten und Heilstätten umfassen und sich auf alle Kinder, ausschließlich der Säuglinge, also auf Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche erstrecken. Die Erfassung, Auswahl und Entsendung der erholungsbedürftigen Kinder soll einheitlich behandelt, und ebenso soll eine einheitliche Grundlage für die Berücksichtigung der gesundheitlichen und sozialen Verhältnisse geschaffen werden. Auch eine Gliederung der Jugenderholung durch Spezialisierung und Typisierung der Heime, Abgrenzung der gewerbsmäßig betriebenen Heime, Gestaltung, Einrichtung und Methodik der verschiedenen Heime soll einheitlich vorgenommen werden. Schließlich soll auch eine wissenschaftliche Bearbeitung allgemeiner Fragen einheitlich durchgeführt werden. Der Aufbau der Arbeitsgemeinschaft beruht auf der Mitgliederversammlung und dem Arbeitsausschuß. Der Reichs-' arbeitsminister hat der neuen Zentralarbeitsstätte für die Jugenderholung seine Zustimmung und die Versicherung seiner Förderung gegeben. Zum Vorsitzenden wurde Ministerialdirektor Dr. Schneider gewählt. (Wohlfahrtskorrespondenz vom 30. September 1929, 5. Jahrgang.) Wohlfahrtsbriefmarken Im November d. J. beginnt der Vertrieb der diesjährigen Wohlfahrtsbriefmarken. Er wird einige wichtige Neuerungen aufweisen, durch die man die Volkstümlichkeit der Wohlfahrtsbriefmarken zu fördern hofft: Besonders wichtig ist die Herabsetzung des Wohlfahrtsaufschlages von 100 °/o des Frankierungswertes auf durchschnittlich 50 Prozent. Für die Verwendung der Erträgnisse aus dem Vertrieb der diesjährigen Wohlfahrtsbriefmarken hat man sich auf einen bestimmten Zweck geeinigt, und zwar für „K r ä f t i - gung der Jugen d". Unseren jüdischen Wohlfahrtsämtern und Vereinen bietet sich eine vorzügliche Gelegenheit, sich Mittel für die Entsendung bedürftiger Kinder in Erholungsheime 332