Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 258 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Kinder vermittelt, 1 Adoption mit Hilfe einer anderen Organisation. Aus nicht jüdisch er Pflege wurden auf Veranlassung der Zentrale seit der Erhebung vom Februar 1927 bis zur Veröffentlichung des Jahresberichtes 32 Kinder in jüdische Pflege überführ t. Es stehen der Zentrale insgesamt 60 Pflegest eilen zur Verfügung. Diese verteilen sich auf die Länder wie folgt: 10 Baden, 2 Bayern, 3 Berlin, 2 Brandenburg, 1 Grenzmark, 4 Hannover, 1 Harz, 17 Hessen-Nassau, 2 Ostpreußen, 8 Rheinland, 1 Saargebiet, 1 Westfalen, 3 Württemberg, 2 Thüringen, 3 Schlesien. Berufe der Pflegeeltern: 13 Kleinkaufleute und Händler, 6 Viehhändler, 6 Lehrer, 5 Kaufleute, 2 Kinderpflegcrinnen bzw. -gärtnerinnen, 3 Handwerksmeister, 2 Kultusbeamte, 1 Landwirt, 1 Arzt, 1 Bücherrevisor, 1 Konzertmeister, 19 Frauen (meist Witwen) ohne einen bestimmten Beruf. Der monatliche Pflegesatz beträgt durchschnittlich 40 60 RM. Da diese Beträge infolge der rituellen Haushaltungen höher sind als die von den Behörden und anderen konfessionellen Organisationenen - angegebenen Sätze, (die Bezirksfürsorgeverbände zahlen monatlich 26—34 RM.), veranlaßt die Zentrale, so weit es möglich ist, die jüdischen Unterbringungsstellen bzw. Landes- und Provinzialwohlfahrtsverbände zur Zahlung der Differenz. Der beschränkten Mittel wegen konnte nur in ganz besonderen Fällen von der Zentrale ein Pflegegeldzuschuß gewährt werden; im ganzen wurden dafür im Berichtsjahre 2782,70 RM. ausgegeben, von denen 1692,67 RM. wieder hereingeholt werden konnten. 11 von den gesamten Pflegestcllen verlangen monatlich 100—120 RM. als Pflegegeld. Es handelt sich hierbei um Pflegestellen in Großstädten und solche, die für schwererziehbare Kinder in Frage kommen. Schon dieser hohen Sätze wegen ist eine Vermehrung der Landpflegestellen dringend erforderlich. Die in den Vorstand entsandte Vertreterin der Ortsgruppe Barmen übernahm im Berichtsjahr die „Nachgehende Fürsorge für vermittelte Kinder". Ferner wurde eine neue Erhebung über jüdische Kinder in nichtjüdischer Pflege eingeleitet. Im Verlauf der Diskussion, die in der Fachsitzung an die vorangehenden Vorträge von Frau Professor Meyer-Düsseldorf u. Frl. Dr. jur. R.-A. Berent-Berlin und den Jahresbericht anknüpfte, wurde die Notwendigkeit des Ausbaus der nachgehenden Fürsorge für vermittelte Pflegekinder nachdrücklich betont; die Durchführung der auf diesem Gebiete liegenden Aufgaben soll in der nächsten Zeit mit größerer Intensität in Angriff genommen werden. Die Ausarbeitung von Richtlinien über Pflcgcgeldzuschüsse wurde der Geschäftsstelle übertragen. Mit dem Wohlfahrts- und Jugendamt der jüdischen Gemeinde Berlin ist eine Vereinbarung getroffen worden, nach der in prinzipiellen Fragen eine Verständigung erzielt werden soll. Alice Guttmann. Jüdisches Erziehungsheim Wolzig. Am 18. Juni hat der Deutsch-Israel. Genieindebund das Richtfest des Jüdischen Erziehungsheimes in Wolzig gefeiert. Die Bauarbeiten schreiten rasch vorwärts; man rechnet damit, 258