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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-09-01 · 5 (September-Oktober 1929) · p. Seite 257

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
5 (September-Oktober 1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 257 (sequence 25)
Language
German
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Die Vorteile dieser Versorgungsform liegen auf finanziellem, praktischem iuid pädagogischem Gebiete. Auf finanziellem und praktischem, weil die Raumfrage und die Frage der Einrichtung ohne den Aufwand von Baukapital, wie überhaupt ohne große Mittel zu lösen ist. Die möglicherweise etwas verteuerte Beköstigung durch die Begrenzung der Zöglingszahl wird aufgehoben durch den Vorteil, daß ein solcher Betrieb außerordentlich beweglich, und daß seine Einrichtung überall und mit geringem Aufwand zu bewerkstelligen ist. Nicht zuletzt aber sind die günstigen Seiten dieses Lösungsversuches zu finden auf rein erziehlichem Gebiete. Das, was wir am großen Heimbetrieb als unabänderlich notwendiges Übel empfinden, — die im Interesse der Disziplin nötige Straffheit der Führung — kann bei der Form der Familienheimstätte gelockert werden. Das, was im Ileimbetrieb zum Konflikt führen muß — die Selbständigkeit, die das Berufsleben vom Jugendliehen verlangt und die völlige Aufgabe dieser Selbständigkeit, die von der Ilcimdisziplin gefordert wird —, harmonisiert sich von selbst in der loseren Form derartiger Familienversorgung. Die Erfahrungen, die in der kurzen Zeit des Bestehens mit dem neuen Versuch gemacht worden sind, können als durchaus positiv bezeichnet werden. Sie haben uns dazu ermutigt, die Erweiterung dieser Maßnahme im Augenblick des erweiterten Bedürfnisses vorzusehen; jedoch besteht nicht die Absicht, den Kreis, der in einer Familienheimstätte versorgten Jugendlichen stark zu erweitern, weil dadurch der Familiencharakter gestört werden würde. Vielmehr wird der Plan erörtert, die Heimstätten selbst nach Bedarf zu vermehren. Abschließend sei betont, daß sich dieser Versuch nur auf die Versorgung normaler und gesunder Jugendlicher beziehen kann. Für die gefährdete Jugend kommt eine derartige lose Form der Betreuung aus den verschiedensten Gründen nicht in Frage. Das Problem der Heim- Versorgung gefährdeter Jugendlicher sei mit diesen Ausführungen nicht berührt. Mia Neter. Zentrale für jüdisches Pflegcstellenwesen und jüdische Adoptionsvermittlung, Elberfeld. Die Zentrale für jüdisches Pflegestellenwesen und jüdische Adoptionsvermittlung, Jüdischer Frauenbund e. V., Elberfeld, veranstaltete im Anschluß an die Jubiläumstagung des Jüdischen Frauenbundes am Dienstag, den 11. Juni, in Berlin eine Fachsitzung, in der der Jahresbericht 1928/29 vorgelegt und zur Diskussion gestellt wurde. Das jüdische Pflegestellen- und Adoptionswesen, durch die Notwendigkeit begründet, uneheliche und elternlose jüdische Kinder in eine in wirtschaftlicher und jüdischer Hinsicht befriedigende Umgebung zu versetzen, erforderte auch im Berichtsjahre intensive Bearbeitung. Zu erwähnen ist die Zusammenarbeit mit einer Schweizer Vermittlungsstelle, einer Vertrauensstelle in Riga, sowie mit einer großen Anzahl inländischer Frauen- und Wohlfahrtsorganisationen. Der Vorstand ist durch den Beitritt eines Vertreters der Zentralwohlfahrtsstelle sowie eines juristischen Beirates erweitert worden. Der Umfang der Arbeit ergibt sich aus folgenden Zahlen: Pflegestellenwesen: 27 Eltcrnmeldungen, 27 Kindermeldungen, 8 Kinder in Pflege vermittelt, 1 Kind zur Beobachtung in eine Klinik für Psychopathen gegeben. Adoptionswesen: 40 Elternmeldungen, 35 Kindermeldungen, 257

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