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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-09-01 · 5 (September-Oktober 1929) · p. Seite 247

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
5 (September-Oktober 1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 247 (sequence 15)
Language
German
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gnügen müssen, solange bis neue Funde unbezweifelbare konkrete Zusammenhänge aufdecken. In welches Jahrhundert wir aber auch die Geburtsstunde der Chewra verlegen, sie kann nur im Zusammenhang allgemeiner menschlicher Bedingungen und Ideen, jedenfalls aber auch nur unter der Initiative der jüdischen Eigenart entstanden sein. In unserem Aufsatz „Die Zukunft des osteuropäischen Judentums", der im Juliheft der „Zeitschrift für jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge" (Berlin) erschienen ist, machten wir den Versuch, die wichtige Frage des komplizierten Problems des osteuropäischen Judentums in der Gegenwart zu klären. Im Gewirr der politischen Ereignisse, die gegenwärtig in Osteuropa vor sich gehen, unter welchen die ständig wechselnden wirtschaftlichen Situationen und Krisen noch manche Wandlung erfahren können, bemühten wir uns, die Linie deikünftigen wirtschaftlichen Entwicklung aufzuzeigen und den Spielraum anzugeben, der dem osteuropäischen Judentum in der nächsten Zukunft zur Verfügung stehen wird. Unser Augenmerk richtete sich in dem erwähnten Aufsatz auf die Kernfrage, ob die wirtschaftliche Katastrophe der jüdischen Bevölkerung in Osteuropa nur eine der Erscheinungsformen des allgemeinen Verfalls der osteuropäischen Wirtschaft und mit diesem ursächlich aufs engste verknüpft ist, so daß der allgemeine Wiederaufbau der Ostländer zwangsläufig auch die Wiedererstarkung der dortigen jüdischen wirtschaftlichen Lage mit sich bringen würde, oder aber ob irgendwelche spezifische Faktoren hier im Spiele sind, die eine selbständige Entwicklung der jüdischen Verhältnisse bewirken. Die Analyse des Problems hat uns überzeugt, daß das wirtschaftliche Problem des osteuropäischen Judentums bei weitem nicht identisch ist mit dem Problem des Wiederaufbaus der osteuropäischen Wirtschaft als solchem. Mit der wirtschaftlichen Erholung der Oststaaten vermag die Entwicklung der Verhältnisse bei den dortigen Juden nicht Schritt zu halten. Im Gegenteil, je mehr die allgemeine Wirtschaft erstarkt, umso ernster verschärft sich das ostjüdische Betrachtungen zur Lage der Juden in Osteuropa Von J. Koralnik, Berlin 247

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