Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 4 (Juli-August 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 232 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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b e r g e r, New York. Die deutschen jüdischen Frauen sind im Präsidium und in der Exekutive durch Frau Paula Ollendorff und Frau Bettina Brenner vertreten. — Die Verhandlungen wurden an jedem Tage durch festliche Empfänge abgeschlossen, die Bedeutung und Eindruck der Konferenz erhöhten. Hervorgehoben seien der Begrüßungsabend des Israelitisch -Humanitären Frauenvereins unter der Leitung seiner Vorsitzenden Frau Sidonie Werner und die Empfänge der Deutsch- Israelitischen Gemeinde und des Senats in Hamburg. Der Kongreß faßte zum Schluß eine Reihe von Entschließungen, von denen die folgenden für die soziale Arbeit von besonderer Bedeutung sind: Über die Aufrechterhaltung des Hilfswerks für Schulen und Ausbildungsstätten aller Länder; über die Einberufung einer Rabbinerkonferenz über das Eherecht; über die Mitarbeit am Aufbauwerk in Palästina; über die Aufhebung der Beschränkungen für Studierende (numerus clausus usw.); über die Bedeutung und den Ausbau des allgemeinen und jüdischen internationalen Mädchen- und Frauenschutzes; über die Förderung der Organisation der jüdischen Jugend und ihrer Bestrebungen; über die Einrichtung eines Ausschusses für Bevölkerungspolitik. — An die Hamburger Konferenz schloß sich vom 9. bis 12. Juni in Berlin die Jubiläumstagung des Jüdischen Frauenbundes an. Die Zentralwohlfahrtsstelle sprach der großen Organisation der deutschen jüdischen Frauen zu ihrem 25jährigen Bestehen schriftlich und bei der Eröffnungsfeier auch mündlich durch den Geschäftsführer ihre herzlichen Wünsche aus, wobei sie die Leistungen des Jüdischen Frauenbundes durch seine eigenen zahlreichen sozialen Einrichtungen, wie auch durch seine immer anregende, fruchtbringende Wirksamkeit in der weitverzweigten Gemeinschaftsarbeit dankbar hervorhob. Wie in Hamburg, war auch die Tagesordnung der Berliner Tagung zu einem großen Teil sozialen Themen gewidmet, von denen die folgenden besonders erwähnt seien: Die soziale Arbeit der jüdischen Frauenvereine (Bertha Eschelbacher, Düsseldorf); Soziale Arbeit als Beruf (Frieda Weinreich, Berlin); Die bevölkerungspolitischen Aufgaben der jüdischen Frau in Deutschland (Prof. Selma Meyer, Düsseldorf); Neuere Gesetzentwürfe zu Fragen der Bevölkerungspolilik (Rechtsanwalt Dr. Margarete Berent, Berlin). — Bei der Bedeutung der Berichte und Aussprachen wird — da die Tagung bis zum Redaktionsschluß des vorliegenden Heftes andauert — im nächsten Heft dieser Zeitschrift darüber berichtet werden. Friedrich Ollendorff. Bund Israelitischer Wohlfahrtsvereinigungen in Baden, Karlsruhe. Wohlfahrtstag am 14. April 1929. Im Mittelpunkt der Tagung des Bundes Israelitischer Wohlfahrtsvereinigungen in Baden, die unter zahlreicher Beteiligung in Karlsruhe stattfand, stand die Frage der Mittelstandsfürsorge insbesondere durch Kredifhilfe. Die Anregung hierzu kam von Mitgliedern aus dem Lande wie auch vom Oberrat, der sich bereits seit einigen Monaten mit dieser Frage beschäftigt und seine tatkräftige Hilfe in Aussicht gestellt hat. Das einleitende Referat des Herrn Oberrat Julius Hartog- Mannheim sowie das Korreferat des Herrn Oberrat Dr. Moritz Pfälzer- Weinheim gaben ein anschauliches Bild von der wirtschaftlichen Notlage des Mittelstandes, von den Ursachen der Not in den einzelnen Berufen, insbesondere wegen mangelnden Kredits oder wegen der untragbaren Zinsen für Bankgelder. Die rege und fruchtbare Aussprache be- 232