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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-07-01 · 4 (Juli-August 1929) · p. Seite 231

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
4 (Juli-August 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 231 (sequence 53)
Language
German
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rellc und soziale Frauenarbeit in Palästina kann nur der eine entscheidende Gedanke wiedergegeben werden: soziale Arbeit in Palästina ist so unlöslich mit dem gesamten kulturellen Neuaufbau des Landes verbunden, daß sie nicht von Helfenden gegenüber Hilfsbedürftigen geschieht, sondern als eine Leistung der Gesamtheit, zum gerechten Ausgleich der Lebensbedingungen, unter denen die einzelnen ihren Anteil am Gesamtaufbau leisten. Deshalb kann die Arbeit in einem neuen Sinne als Zedakah, das ist soziale Arbeit auf der Grundlage der Gerechtigkeit, bezeichnet werden. Sodann sei noch ein nach Inhalt und Form bemerkenswertes Referat von Mrs. Inez C. Po Hak, New York, über das Vorurteil gegen das jüdische Mädchen und die Berufsberatung besonders erwähnt. Die Referentin, eine hervorragende Mitarbeiterin des amerikanischen jüdischen Frauenbundes (National Council of Jewish Women), legte auf Grund einer außerordentlich eingehenden und sorgfältig bearbeiteten Rundfrage die besonderen Schwierigkeiten dar, welchen das jüdische Mädchen auf der Suche nach Beschäftigung begegnet. In einem zweiten Teil erörterte sie die vorhandenen Möglichkeiten zur Abhilfe. Sie sah sie einmal darin, die jüdischen Mädchen für andere Arbeiten als Bürotätigkeit zu gewinnen, andererseits den in die Büroarbeit Gehenden eine längere und erheblich bessere, auch die Unterweisung in Umgangsformen mit einschließende Ausbildung zu geben; sie wies schließlich auch nachdrücklich auf die Verpflichtungen der jüdischen Arbeitsgeber zur viel weitergehenden Anstellung jüdischer Kräfte hin, Ausführungen, die ja auch für deutsche Verhältnisse zutreffen. Das Referat vereinigte in glücklicher Weise die starke innere Teilnahme des jüdischen Sozialarbeiters mit der vollen Beherrschung der neuen amerikanischen Methode sozialer Arbeit, insbesondere des case work. Diese Ausführungen wurden durch Frau Dr. Z a d i k , Hamburg, auf Grund der Erfahrungen ihrer eng mit der Jugendbewegung zusammenwirkenden Berufsberatungsarbeit ergänzt, die zugleich nach sozialpolitischen und ganz persönlichen Gesichtspunkten geführt wird. Der Raum verbietet leider, auf die, besonders nach dem Kriege außerordentlich schwerwiegenden sozialen Folgen näher einzugchen, die sich aus der ungünstigen Stellung der jüdischen Frau im Eherecht (besonders Agunoth-Frage, Chalizah, Ehescheidung, Erbrecht, Ehcaltcr) ergeben. Die Verhandlungen hierüber, im Anschluß an einen Bericht von Miss Hands, London, nahmen einen breiten Raum ein; sie werden zur Erläuterung der Einzelfragen und ihrer sozialen Auswirkung, sobald als möglich in einem besonderen Bericht in dieser Zeitschrift darzustellen sein. Im inneren Zusammenhang hiermit steht ein zum Völkerbundsreferat erstatteter Ergänzungsbericht von Mr. Cohen, London, über jüdische Mädchen- und Frauensc hutzarbeit, deren Ausbau durch das Zusammenwirken des zentralen Büros in London mit den beteiligten Organisationen in den verschiedenen Ländern er als unerläßlich bezeichnete. Das für die Zukunft der internationalen jüdischen Arbeit bedeutsamste Ergebnis der Hamburger Konferenz, die Begründung der Weltorganisation der jüdischen Frauen, war nur möglich durch Persönlichkeit und Arbeit der Präsidentin der Konferenz und nun auch der Weltorganisation, Mrs. Rebekah Kohut, New York. Auch in diesem Bericht sei dieser starken und gütigen Frau mit einem besonderen Gruß und Dank gedacht. Generalsekretärin der neuen Weltorganisation wurde die um ihr Zustandekommen ebenfalls besonders verdiente Mrs. Est ella Stern- 231

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