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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-07-01 · 4 (Juli-August 1929) · p. Seite 205

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
4 (Juli-August 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 205 (sequence 27)
Language
German
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Umschau Jüdische Sozialarbeit Leitsätze zu dem Referat über Erzichungsfragen. Von S. Wronslcy, Berlin. (Siehe Seile 230, Bericht über die zweite Weltkonferenz jüdischer Frauen.) 1. Erziehung bedeutet Erhaltung und Entwicklung des Menschen — ihre Voraussetzung ist Erkenntnis der Entwicklungsgesetze und der Erziehungsmaterie sowie Anerkennung der Pflicht der Gesellschaft zur Erziehung. 2. Die Erziehungsprobleme unserer Zeit finden ihre Voraussetzungen in der Änderung der Umwelt der Menschheit, der Neugestaltung der Erkenntnis- und Erziehungsmethoden und der Gefährdung der Menschenmaterie. 3. Eine Reform der Erziehung bedingt Umgestaltung der Lebensbedingungen und der Lebensformen, die der Materie eine bessere Entwicklung gestatten. 4. Die Lebensbedingungen und Lebensformen, unter denen die jüdische Jugend heranwächst, sind durch die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse besonders ungünstige geworden. 5. Sie verursachen eine übermüßige Abnutzung der Fähigkeiten, eine Verkümmerung der Lebenskräfte, eine Schwächung des Zeugungs- und Lebenswillens und eine Disharmonie der Lebensführung. Die Ergebnisse zeigen sich in einem besonders großen Geburtenrückgang und in einer physischen und psychischen Gefährdung der Konstitution. 6. Eine Einwirkung auf die Lebensbedingungen ist möglich in sozialer Hinsicht (Mutterschutz, Jugcndwohlfahrt, Wohnungsreform), in politischer Hinsicht (Minderheitenrechte, Einwirkung beim Völkerbund, Stärkung der Volksgemeinschaft), in individueller Hinsicht (Verwertung der modernen psychologischen Erkenntnisse Freud-Adler zu einer Stärkung der Energien). 7. Eine Einwirkung auf die Lebensformen der jüdischen .lugend muß eine neue Stellung zur Gemeinschaft, zur Familie und zum Individuum durch Überwindung der zeilgcbundenen Formen, der Gesellschaft, der Entwicklung des Wertbewußtseins im Individuum und der freien Gestaltung einer Lebensidee durch die Gemeinschaft bringen. 8. Solche Einwirkung auf Lebensbedingungen und Lebensformen setzt einen Ausgleich der heute" schaffenden Generationen untereinander voraus. Die Ungleichheiten, die sich in den letzten Jahrzehnten herausgebildet haben (Altersgliederung, Erlebens- und Erkenntnisspannen), müssen in eine innere Verbindung miteinander gebracht werden, die eine Entwicklungslinie erkennen und finden läßt. 9. Die Aufstellung eines solchen modernen jüdischen Erziehungsprogramms ist nur möglich durch ein Zusammenwirken aller Vertreter der Länder, in denen Juden unter den verschiedenen Bedingungen leben, um die Beobachtungen, Erfahrungen und Erkenntnisse einheitlich im Interesse der gesamten jüdischen Jugend verwenden zu können. Tätigkeitsbericht für das Jahr 1928 der Sozialen Krankenhausfürsorge im Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde Berlin. Eine „Soziale Krankenhausfürsorge" für jüdische Patienten wurde im Jahre 1915 im Krankenhause der jüdischen Gemeinde eingeführt und bis zur Einstellung einer hauptamtlichen Fürsorgerin (Dezember 1927) von ehrenamtlichen Kräften ausgeübt. 205

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